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Alt 12.08.2004, 11:21     #51
Albert   Albert ist offline
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GP Ungarn - Vorschau

Beim Großen Preis von Ungarn am 15. August wird das BMW WilliamsF1 Team neben Juan Pablo Montoya erneut Antonio Pizzonia einsetzen. Der Brasilianer vertritt damit zum zweiten Mal hintereinander Ralf Schumacher. Dessen Genesung von den Folgen seines Unfalls in Indianapolis macht weiter gute Fortschritte, der Deutsche wird aber sowohl den GP Ungarn als auch den 14 Tage später stattfindenden GP Belgien auslassen müssen.

Beide FW26 werden auf dem Hungaroring bei Budapest mit einer veränderten und nun eher traditionell geformten Fahrzeugnase antreten. Die neue Frontpartie stellt in der Zusammenwirkung mit den jüngsten Aerodynamik-Weiterentwicklungen eine verbesserte Geometrie dar. Der Wechsel dokumentiert die kontinuierliche Entwicklungsarbeit an der Aerodynamik des FW26 für das verbleibende Saisondrittel.


Juan Pablo Montoya:
Es hat gut getan, etwas Freizeit zu haben. Ich war in Kolumbien und habe es wirklich geschafft, auszuspannen. Jetzt bin ich bereit für die verbleibenden Saisonrennen, in denen wir für unsere WM-Position unbedingt so viele Punkte wie möglich sammeln müssen.

Ich fahre immer wieder gern nach Budapest, weil ich die Stadt sehr mag. Die Rennstrecke zählt allerdings nicht zu meinen Favoriten, wenngleich man sie vor dem letztjährigen Rennen etwas verbessert hat. Die Start- und Ziel-Gerade ist großzügiger geworden, ein paar andere Stellen ebenfalls, und in Summe ist der Kurs dadurch nun etwas länger. Ich finde den Hungaroring aber noch immer sehr eng, gewunden und langsam, er erinnert mich an eine Kartbahn. Viel Motorleistung zu haben, hilft einem dort nicht wirklich weiter. Man braucht vor allem Abtrieb und muss einen guten Rhythmus finden. Außerdem sind ein guter Startplatz und die Rennstrategie sehr wichtig, weil das Überholen so schwierig ist. Neben der Ideallinie ist die Strecke immer sehr staubig und bietet wenig Grip. In den vergangenen Jahren lag mein Startplatz immer auf der verschmutzten Fahrbahnseite. Ich hoffe, in diesem Jahr habe ich da etwas mehr Glück.


Antonio Pizzonia:
Ich freue mich sehr, wieder Rennen fahren zu können und danke dem Team für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich habe nach dem Großen Preis von Deutschland meine Familie und Freunde in Brasilien besucht und hatte dort eine sehr schöne Zeit. In Manaus habe ich viel in der Hitze trainiert, meistens um die Mittagszeit bei 35 Grad. Ich fühle mich fit für den ungarischen Sommer und hoffe, dort weitere Punkte für das Team einfahren zu können. Ich mag den Hungaroring, weil er anders ist als die übrigen F1-Kurse. Die Strecke mit ihren vielen langsamen Kurven hat ihre Tücken und ist vor allem am Freitag und am Samstag stark verschmutzt. Budapest ist eine tolle Stadt. Alles in allem habe ich also viele gute Gründe, mich auf meinen kommenden Einsatz zu freuen..


Frank Williams (WilliamsF1 Teamchef):
Die übliche Hitze am Hungaroring macht des Wochenende dort von der Anreise bis zur Abreise für alle immer besonders hart. Was dort zählt, ist bekannt: Man muss aus der ersten Reihe starten, weil Überholmanöver auf dieser Strecke extrem schwierig sind. Wir lassen nichts unversucht, um ein Auto bereitzustellen, das sich entsprechend qualifizieren kann.

Das Team bringt in Ungarn weitere Aerodynamik-Modifikationen an den Start, dazu gehört auch eine konventionellere Lösung für Fahrzeugnase und Frontflügel. Wir haben mit Bedauern von Ralfs Management erfahren, dass er weder in Ungarn noch zwei Wochen später in Belgien für uns fahren kann. Einstweilen werden wir auf unseren Ersatzfahrer Antonio Pizzonia zurückgreifen.


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Wie Ralf selbst hatten auch wir gehofft, dass er in Ungarn wieder für uns fährt, aber natürlich geht seine vollständige Genesung vor. Antonio hat bei seinem Renndebüt für unser Team in Hockenheim ein gutes Rennen gezeigt. Mit zunehmender Grand-Prix-Erfahrung wird er an Sicherheit gewinnen und sich weiter steigern können.

Bezüglich Volllastanteil und Drehzahl ist der vergleichsweise langsame Hungaroring keine besondere Herausforderung für den BMW P84 Motor. Und dennoch werden die Triebwerke bei diesem Rennen meistens extremen Belastungen ausgesetzt: Kühlluft ist Mangelware. Verantwortlich dafür sind zum einen die in der Regel hohen Außentemperaturen und ein regelrechter Hitzestau in dem Talkessel. Zum anderen fehlen lange Geraden als Erfrischungspausen. Die Problematik des Sandes aus der umliegenden Puszta sorgt zwar immer wieder für Traktionsprobleme, stellt aber keine echte Gefahr für die Motoren dar.


Zahlen und Fakten
  • Aufholjagden kennzeichneten das Rennen der BMW WilliamsF1 Team Piloten beim Großen Preis von Ungarn 2003. Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya hatten sich für die Startplätze zwei und vier qualifiziert, kämpften aber beim Start mit erheblichen Traktionsproblemen. Montoya fiel auf Platz acht zurück. Nachdem sich Ralf im Getümmel auch noch gedreht hatte, war er gar nur 18. und damit vorübergehend Letzter. Trotz der bescheidenen Überholmöglichkeiten auf der engen Strecke bahnten sich die Fahrer ihren Weg nach vorn und kamen auf den Plätzen drei (Montoya) und vier (Schumacher) ins Ziel. Das BMW WilliamsF1 Team übernahm mit diesem Ergebnis 2003 die Führung in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
  • Montoya fuhr die schnellste Rennrunde in 1.22,095 Minuten und stellte damit den ersten Rundenrekord seit dem Umbau der Strecke auf.
  • Der Spanier Fernando Alonso sicherte sich im Vorjahr in 1.21,688 Minuten die Poleposition und erzielte seinen ersten F1-Sieg. Damals war der Renault-Pilot 22 Jahre und 26 Tage alt, er ist bis heute der jüngste GP-Sieger in der Geschichte der Formel 1.
  • Der Große Preis von Ungarn wird seit 1986 und damit 2004 zum 19. Mal ausgetragen. Die Strecke wurde wiederholt umgebaut, zuletzt für das Vorjahresrennen. Damals verlängerte sich der Kurs von 3,975 Kilometer auf 4,381 Kilometer. Die heutige Variante ist der längste Hungaroring, den es je gab. Selbst die erste Streckenführung (1986 bis 1988) maß nur 4,014 Kilometer.
  • Vor der Zeitrechnung der aktuellen Formel-1-WM wurde in einem Park an der Stadtgrenze von Budapest 1936 ein Rennen ausgetragen. Sieger war Tazio Nuvolari mit einem Alfa Romeo.
  • WilliamsF1 gewann 1986 mit Nelson Piquet den ersten Grand Prix von Ungarn und siegte bei sieben der 18 dort ausgetragenen GP. Nigel Mansell brachte in Ungarn 1992 seinen Titel unter Dach und Fach. In der knapp fünfjährigen Geschichte des BMW WilliamsF1 Team sind zwei dritte Plätze (Schumacher 2002, Montoya 2003) die bislang besten Platzierungen auf dem Hungaroring.
  • 1872 wurden die beiden die Donau säumenden Orte Buda und Pest vereinigt. Das enge Burgviertel und die Uferzone von Buda wurden mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Pest zeichnet sich durch großzügige klassizistische Bauten und Anlagen aus. Eines der Wahrzeichen ist die beide Stadtteile verbindende Kettenbrücke. Heute zählt Budapest über zwei Millionen Einwohner, besitzt sechs Universitäten und zahlreiche Museen. Budapest ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Ungarns. Die Stadt besitzt einen wichtigen Handelshafen. Der Hungaroring liegt etwa 20 Fahrminuten nordöstlich der Innenstadt.
  • Der Große Preis von Ungarn wird 2004 über 70 Runden (306,663 Kilometer) ausgetragen. Der Start erfolgt am Sonntag, dem 15. August 2004, um 14 Uhr.
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Alt 14.08.2004, 15:41     #52
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GP Ungarn - Freies Training 13.08.2004

Wetter: trocken, bewölkt, 26-27°C Luft, 39-41°C Asphalt, 39-45% Luftfeuchtigkeit

An einem ungewöhnlich bewölkten ersten Trainingstag zum Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring fuhr Juan Pablo Montoya die drittschnellste Runde für das BMW WilliamsF1 Team. Antonio Pizzonia fuhr auf dem engen Kurs vor den Toren von Budapest die siebtbeste Zeit. Der Brasilianer vertritt erneut den sich weiterhin erholenden Ralf Schumacher.

Juan Pablo Montoya:
Erstes Training: 6. (1.23,753 min), Zweites Training: 3. (1.21,185 min)
Chassis: FW26 06 (T-Car FW26 03)
Es war ein produktiver Tag für uns, und am Ende war ich auch recht zufrieden mit meiner Rundenzeit. Aber wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, um uns das Potenzial des Autos zu erschließen. Zu Beginn des Trainings war die Strecke extrem schmutzig, wurde dann aber immer besser und war zum Schluss wirklich akzeptabel. Für einige Kurven und ein paar Bodenwellen ist die Balance meines FW26 noch nicht ideal. Dafür müssen wir nun die Ursache finden und das Auto für morgen besser abstimmen.

Antonio Pizzonia:
Erstes Training: 16. (1.24,381 min), Zweites Training: 7. (1.21,574 min)
Chassis: FW26 07
Ich bin hier noch nie zuvor mit einem Formel-1-Wagen gefahren und musste mich nun erst einmal auf die Strecke einschießen. Ich bin recht zufrieden mit der Art und Weise, wie wir unsere Aufgaben abgearbeitet haben und auch mit den Fortschritten, die wir dabei erzielt haben. Wir haben eine Menge Daten erfasst, und die Reifenwahl scheint recht klar zu sein. Natürlich müssen wir berücksichtigen, dass die Strecke hier im Laufe des Wochenendes noch erheblich griffiger wird. Ich freue mich auf die intensive Beratung mit den Ingenieuren, und ich weiß auch, dass ich aus mir noch mehr herausholen kann. Ich werde heute Abend ins Hotel fahren und darüber nachdenken. Alles in allem bin ich morgen sicher besser vorbereitet.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Wir haben unser für Freitag übliches Programm mit Reifen- und Bremsen-Vergleichen durchgeführt. Die Strecke war erheblich sauberer als in früheren Jahren. Es gab viel weniger Sand, da zahlt sich offenbar der neue Staubsauger aus, der jetzt eingesetzt wird. Trotzdem war das Grip-Niveau zu Beginn sehr niedrig. Außerdem haben wir mit beiden Fahrern Starts simuliert. Der erste Trainingstag lief insgesamt gut. Alle neuen Teile, die wir am Auto haben, funktionierten gut. Es ist immer ein gewisses Risiko, neue Komponenten direkt mit zu einem Rennwochenende zu nehmen. Aber wir waren unserer Sache ziemlich sicher. Die Übertragbarkeit der Windkanaldaten auf Streckenbedingungen lässt dies zu.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Der erste Trainingstag mit dem modifizierten Auto ist positiv und ohne Zwischenfälle verlaufen. Wir haben die Zeit gut genutzt. Nun geht es darum, in den 90 Minuten am Samstagvormittag mit den neuen Komponenten auch einen guten Stand für die Rennabstimmung zu erreichen. Auch die Optimierung des Startverhaltens, die wir beim Shakedown in Silverstone vor ein paar Tagen vorgenommen haben, hat sich hier bestätigt.
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Alt 15.08.2004, 19:58     #53
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GP Ungarn - Qualifikation 14.08.2004

Wetter: stark bewölkt, 23-24°C Luft, 30-35°C Asphalt, 46-51 % Luftfeuchtigkeit

Die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams werden am Sonntag aus der dritten bzw. vierten Reihe zum Großen Preis von Ungarn starten. Antonio Pizzonia qualifizierte sich auf dem Hungaroring für Startplatz sechs, Juan Pablo Montoya wurde Siebter.

Antonio Pizzonia: 6. (1.20,170 min)
Chassis: FW26 07

Ich bin recht zufrieden mit meiner Qualifying-Runde, obwohl ich ein bisschen Pech hatte, weil es im letzten Sektor tröpfelte. Das hat mich in den letzten beiden Kurven Zeit gekostet. Mein Auto hat sich im zweiten Einzelzeitfahren besser angefühlt als im ersten, und auch die Strecke war gegenüber dem Pre-Qualifying griffiger. Auf jeden Fall weiß ich, dass die Abstimmung meines Autos für das Rennen besser geeignet sein wird, als das im Qualifying der Fall war. Ich bin sehr zuversichtlich. Die Startplätze sechs und sieben bedeuten, dass wir Punkte holen können, und darum geht es.

Juan Pablo Montoya: 7. (1.20,199 min)
Chassis: FW26 06 (T-Car FW26 03)

Mir ist eine einigermaßen gute Runde ohne Fehler gelungen. Eine bessere Zeit ließ die Balance meines Auto nicht zu. Wir haben bei der Abstimmung mit Rücksicht auf unsere Leistungsfähigkeit über die Renndistanz Kompromisse gemacht. Ich werde hier nun zum ersten Mal auf der sauberen Fahrbahnseite starten können, was durchaus wichtig ist. Dennoch ist Startplatz sieben auf einer Strecke, auf der man so schlecht überholen kann, natürlich nicht ideal. Die einzige Überholmöglichkeit besteht meines Erachtens in der ersten Kurve. Auf jeden Fall sollten wir ein gutes Rennen haben. Es ist schön, dass Antonio so gut zurechtkommt. Er ist hier konstant schnell, das ist gute Arbeit.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Wir hatten einen technisch problemlosen Tag heute. Alle neuen Chassis-Komponenten funktionierten gut. Ich denke, mit unserer Reifenwahl und der Fahrzeugabstimmung sind wir für das Rennen gut gerüstet. Im Qualifying hatten wir an beiden Fahrzeugen Schwierigkeiten mit der Balance, aber für morgen sollte unser eingeschlagener Weg der richtige sein. Beide Fahrer haben eine gute Leistung abgeliefert, vor allem angesichts der Tatsache, dass es bei den Beiden ganz leicht geregnet hat. Wir freuen uns alle für Antonio. Er war bedeutend stärker als im Qualifying vor drei Wochen. Wir sollten morgen mit beiden Autos Punkte holen.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Die wichtigste Erkenntnis der ersten beiden Tage ist, dass das Auto mit dem neuen Aerodynamikpaket gut funktioniert. Mit den Startplätzen sechs und sieben sind wir nicht ganz zufrieden. Was die Startpositionen letztlich wert sind, werden wir morgen im Rennen sehen. Kompliment an Antonio Pizzonia, der bei seinem zweiten GP-Einsatz für unser Team ein gutes Qualifying zeigte.
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Alt 15.08.2004, 20:00     #54
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GP Ungarn - Rennen 15.08.2004

Wetter: trocken, sonnig, 25-27°C Luft, 37-48°C Asphalt, 35-40 % Luftfeuchtigkeit

Beim Großen Preis von Ungarn sammelte das BMW WilliamsF1 Team sieben weitere WM-Punkte. Die Piloten Juan Pablo Montoya und Antonio Pizzonia kamen nach einem reibungslosen Rennen auf den Plätzen vier und sieben ins Ziel.

Juan Pablo Montoya: 4.
Schnellste Runde: 1.20,715 min in Rd. 49 (siebtschnellste insg.)
Chassis: FW26 06

Diesmal war mein Start wirklich gut. Ich konnte drei Plätze gutmachen, dann habe ich Platz vier bezogen und bis zum Ende des Rennens gehalten. Ich denke, wir haben heute das Beste aus dem Auto herausgeholt. Nach meinem ersten Boxenstopp habe ich etwas Zeit hinter Mark Webber verloren, deshalb konnte ich Fernando Alonso nicht näher kommen. Ich hätte ihn wahrscheinlich nicht überholen können, hätte ihm aber gern das Leben etwas schwerer gemacht. Den Hungaroring mit sieben weiteren WM-Punkten zu verlassen, ist gut für das Team. Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns, aber es geht in die richtige Richtung.

Antonio Pizzonia: 7.
Schnellste Runde: 1.20,501 min in Rd. 48 (fünftschnellste insg.)
Chassis: FW26 07

Mein Start war schlecht, ich kam auf der schmutzigeren Fahrbahnseite einfach nicht weg. Mein Auto war zu Beginn des Rennens schwierig zu handhaben, nach Änderungen bei den Stopps wurde das besser. Die meiste Zeit fuhr ich hinter Takuma Sato, aber ich hatte keine echte Chance, an ihm vorbeizukommen. Beim letzten Boxenstopp wäre es uns fast gelungen, aber dann war zu viel Verkehr in der Boxengasse. Unterm Strich zählen die beiden WM-Punkte, die ich heute geholt habe.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Es war ein gutes Rennen für uns. Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht. Aber, um dahin zu kommen, wo Ferrari ist, ist es noch ein verdammt weiter Weg. Juan ist gut gestartet. Die jüngsten Entwicklungen in diesem Bereich zahlen sich aus. Anschließend fuhr er auch ein gutes Rennen. Antonio hatte einen schlechten Start, war im Rennen aber ebenfalls gut unterwegs. Unsere Boxenstopps liefen fehlerfrei. Antonio hatte bei seinem letzten Stopp allerdings etwas Pech. Es war so viel Verkehr in der Boxengasse, dass wir ihn kurz zurückhalten mussten, obwohl er schon abgefertigt war. Generell hat sich unsere Situation mit den neuen aerodynamischen und mechanischen Maßnahmen verbessert.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Glückwunsch an Michael Schumacher zu seinem zwölften Saisonsieg und an Ferrari zum vorzeitigen Gewinn des Konstrukteurstitels. Unser neues Aero-Paket hat sich bewährt und auf Anhieb sehr gut funktioniert. Wir haben sieben Punkte geholt. Das ist erfreulich, da das Auto noch keinen Test hinter sich hatte. Antonio kam beim Start viel zu spät weg, danach war sein Rennen okay. Bei seinem letzten Stopp waren wir in der Position, ihn an Sato vorbeizubringen. Der Plan wurde von einem Jordan durchkreuzt, der im ungünstigsten Moment unsere Box passierte. Juan hatte einen guten Start und ein tadelloses Rennen. Wir hatten erneut keinerlei Motorenprobleme.
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Alt 20.08.2004, 20:43     #55
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GP Belgien - Vorschau

Nach einem Jahr Pause steht eine der beliebtesten Rennstrecken wieder auf dem Formel-1-Programm: Am 29. August startet das BMW WilliamsF1 Team zum 14. von 18 WM-Läufen 2004 in Spa-Francorchamps.

Der schnelle Parcours in den Ardennen stellt mit spektakulären Kurven wie der berühmten Eau Rouge höchste fahrerische Ansprüche. Häufig unbeständiges Wetter fordert die Strategen. Die Zeichen für einen spannenden Großen Preis von Belgien stehen gut.


Juan Pablo Montoya:
Ich finde es gut, dass der belgische Grand Prix wieder im Kalender ist. Die Strecke gehört eindeutig zu meinen Favoriten. Der Kurs ist schnell und anspruchsvoll, eine fahrerische Herausforderung. Ich habe gehört, dass die letzte Schikane nicht mehr so gut sein soll, wie sie einmal war, aber wir müssen uns das erst einmal vor Ort ansehen. In der Vergangenheit sind wir mit der Rennstrecke immer recht gut klar gekommen. Wir haben uns immer ziemlich weit vorn qualifiziert und zwei Podiumsplätze erreicht.

Bislang hatten wir in dieser Saison relative wenig Regen an den GP-Wochenenden. Das könnte in Spa anders aussehen, und eine nasse Strecke wäre wenig hilfreich für uns. Das neue Aerodynamik-Paket hat in Ungarn jedenfalls gut funktioniert, von daher stehen die Zeichen gut für den Einsatz in Belgien.


Antonio Pizzonia:
Ich habe gute Erinnerungen an Spa. Ich bin dort vier Mal in verschiedenen Klassen gefahren: in der Formel Renault, Formel 3 und Formel 3000. Das schönste Erlebnis war 2000, als ich in Spa Zweiter und damit britischer Formel-3-Meister wurde. Die Woche nach dem Großen Preis von Ungarn habe ich zu Hause in Monaco verbracht, hart trainiert und mich auf den nächsten Renneinsatz vorbereitet. Der Kurs in Spa ist definitiv etwas Besonderes. Ich kann es kaum abwarten, dort mit einem Formel-1-Rennwagen zu fahren.

Die Senke Eau Rouge halte ich nicht mehr für so anspruchsvoll wie früher, weil sich die F1-Wagen stark verändert haben. Heute verfügen wir über so viel Anpressdruck und so viel bessere Reifen, dass ich denke, dort kommt jeder mit Vollgas durch.


Sam Michael (Technical Director WilliamsF1):
Spa ist eine der großartigsten Strecken, es ist phantastisch, diesen Kurs wieder im Formel-1-Kalender zu haben. In Anbetracht der Aerodynamik- und Reifenentwicklung, die seit dem letzten F1-Rennen dort stattgefunden hat, wird es sicher eindrucksvoll, die Autos in Eau Rouge und Blanchimont zu sehen. Die Bus-Stop-Schikane ist durch den Umbau etwas langsamer geworden.

Bei der Abstimmung geht es weniger um maximalen Abtrieb. Aber Stabilität in den mittelschnellen Kurven der zweiten Hälfe der Runde ist wichtig. Wechselnde Wetterbedingungen können einen in Schwierigkeiten bringen. Gelegentlich ist ein Teil der Strecke nass, ein anderer aber trocken.

Als Resultat des andauernden Windkanalprogramms werden wir weitere Aerodynamik-Entwicklungen für den FW26 zur Verfügung haben, speziell im Bereich der seitlichen Zusatzflügel und der Kühler-Kamine. Außerdem haben wir vor dem GP Belgien intensiv daran gearbeitet, unsere Starts zu verbessern. Darauf hat sich Antonio Pizzonia beim Shakedown in Silverstone konzentriert. Nachdem Ralf noch nicht wieder fahren wird, bestreitet Antonio für uns auch das Rennen in Spa. Die intensive Zusammenarbeit mit Michelin hat uns ermöglicht, die Anforderungen an die Reifen für Spa im Vorfeld präzise zu berechnen. Das ist extrem bemerkenswert, wenn man die Veränderungen des Streckenbelags und natürlich der Fahrzeuge seit unserem letzten Einsatz in Belgien bedenkt.


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Das Rennen in Spa ist ein Highlight, auf das wir uns sehr freuen. Diese Naturrennstrecke mit ihrem etwas herben Charakter ist fahrerisch eine enorme Herausforderung. Auf den knapp sieben Kilometern Berg- und Talbahn ist Raum für unterschiedliche Linienwahl und Zweikämpfe. Von daher sind die Voraussetzungen gut, dass die Formel 1 den Zuschauern dort eine spannendere Show bietet als zuletzt in Ungarn.

Wir wollen in Belgien den sich abzeichnenden Aufwärtstrend fortsetzen. Die noch andauernde Testpause kommt uns bei der Weiterentwicklung des Fahrzeugs zwar nicht entgegen, aber das Rennen in Ungarn hat gezeigt, dass die neue Nase und das optimierte Startverhalten wie erwartet funktionieren. Auf dieser Basis kann man aufbauen. Die kommenden beiden Grands Prix, Belgien und Italien, sind auch für die BMW P84 Motoren besondere Herausforderungen. Für Spa gilt dies insbesondere aufgrund der Steigungen. In Monza ist es die lange Gerade, die für den höchsten Volllastanteil im Grand-Prix-Kalender sorgt.



Zahlen und Fakten
  • In Spa-Francorchamps wurden 37 der 49 Großen Preise von Belgien ausgetragen. Zehn Mal startete die Formel 1 in Zolder, zwei Mal in Nivelles.
  • Im Jahr 1920 war die Idee zu der Rennstrecke am berühmten Kurort Spa geboren worden. Man wollte das Dreieck der Verbindungsstraßen zwischen Malmedy, Stavelot und Francorchamps nutzen. Im August 1921 waren die Vorbereitungen zwar abgeschlossen, allerdings konnte das erste Autorennen nicht stattfinden, weil sich nur ein einziger Teilnehmer angemeldet hatte. Schließlich wurde die Rennstrecke von Motorrädern eingeweiht, ehe 1922 tatsächlich Autos starteten.
  • 1924 wurde erstmals das 24-Stunden-Rennen ausgetragen. Das erste bedeutende Monoposto-Rennen folgte 1925 mit dem Großen Preis von Europa. Sieben Fahrzeuge nahmen teil, es gewann Antonio Ascari auf Alfa Romeo.
  • Wegen des Zweiten Weltkrieges ruhte der Rennbetrieb sieben Jahre lang bis 1947. Im Jahr 1970 fand das letzte Rennen auf dem bis dato 14 Kilometer langen Kurs statt. Die Autos waren mittlerweile zu schnell für diese Strecke geworden, die Fahrer weigerten sich, das Risiko einzugehen. 1979 wurde der aktuelle Kurs eröffnet.
  • Im Jahr 2003 gastierte die Formel 1 nicht in Spa. Zwischenzeitlich wurde im Bereich der alten Bus-Stop-Schikane umgebaut, der Kurs wurde um zehn Meter länger und misst nun 6,973 Kilometer. Spa-Francorchamps ist die längste Rennstrecke im F1-Kalender.
  • Die wohl berühmteste Passage ist Eau Rouge. Das ist eine Links-Rechts-Kombination in einer Senke, die auch nach einigen entschärfenden Maßnahmen noch als Mutkurve gilt. Um sie mit Vollgas durchfahren zu können, muss die Fahrzeugabstimmung dafür perfekt passen.
  • Andere bekannte Streckenabschnitte sind die schnelle Passage Blanchimont oder La Source, die Haarnadel nach dem Start, in der sich 1998 der größte Massencrash der Formel-1-Geschichte ereignete, der zum Glück glimpflich abging.
  • WilliamsF1 erzielte in Spa bis dato vier Siege (1981, 1986, 1993, 1994) sowie neun Polepositions. Die jüngste Poleposition der Erfolgsliste holte Juan Pablo Montoya 2001 für das BMW WilliamsF1 Team. Ralf Schumacher komplettierte ein perfektes Qualifyingergebnis mit Startplatz zwei. Im Rennen allerdings häuften sich die Unannehmlichkeiten. Mehrere Starts waren notwendig, einmal starb bei Montoyas Wagen der Motor ab, später musste sich auch Ralf Schumacher hinten anstellen, nachdem Reparaturarbeiten an seinem Fahrzeug nicht rechtzeitig abgeschlossen waren. Seit Beginn der Partnerschaft von BMW und WilliamsF1 im Jahr 2000 blieben dritte Plätze (Ralf Schumacher 2000, Montoya 2002) die besten Rennergebnisse.
  • Michael Schumacher gewann den Grand Prix im Jahr 2002. Er war in 1.43,726 Minuten auf die Poleposition gefahren und stellte im Rennen mit seinem Ferrari in 1.47,176 Minuten auch den jüngsten Rundenrekord auf.
  • Das Rennen startet am Sonntag, dem 29. August 2004, um 14 Uhr.
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Alt 28.08.2004, 22:01     #56
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GP Belgien - Freies Training (27.08.2004)

Wetter: trocken, bewölkt, 17-18°C Luft, 21-23°C Asphalt, 66-68% Luftfeuchtigkeit

Trotz dunkel verhangenem Himmel gingen am Freitag die ersten beiden freien Trainings zum Großen Preis von Belgien in Spa trocken über die Bühne. Antonio Pizzonia belegte für das BMW WilliamsF1 Team in der schnelleren zweiten Trainingssitzung Platz sieben. Juan Pablo Montoya wurde Zehnter.

Antonio Pizzonia:
Erstes Training: 9. (1.47,083 min), Zweites Training: 7. (1.45,559 min)
Chassis: FW26 07

Es lief gut bei uns heute. Für die Reifenwahl und die Rennvorbereitung war es sicher positiv, dass es trocken blieb. Ich war heute erstmals in Spa mit einem Formel-1-Wagen unterwegs, und das ist eine eigene Welt. In einigen Kurven fährt man mit anderen Autos natürlich Vollgas, aber bei den Geschwindigkeiten, die wir in der F1 erreichen, ist das nicht drin. Es ist eine Umstellung, aber ich werde mich bald daran gewöhnt haben. Ich denke, durch Eau Rouge fahren wir mittlerweile alle, ohne vom Gas zu gehen. Aber es ist trotzdem klasse und aufregend. Auf jeden Fall kann ich noch besser werden, und das Auto kann es auch.

Juan Pablo Montoya:
Erstes Training: 12. (1.47,560 min), Zweites Training: 10. (1.45,678 min)
Chassis: FW26 05 (T-Car FW26 06)

Ich bin nicht zufrieden, die Balance meines Autos gefällt mir noch nicht, wenngleich sie gegenüber dem ersten Training schon besser geworden ist. Das Fahrverhalten ist schon am Vormittag berechenbarer und stabiler geworden. Ich hoffe, dass wir am Samstag noch eine weitere Chance bekommen, auf trockener Strecke zu fahren.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Unser erster Tag hier verlief reibungslos. Wir hatten keine Defekte und haben unser Programm bezüglich Reifen und Bremsen wie geplant absolviert. Die Entscheidung für eine der beiden Reifenmischungen wird diesmal schwierig. Wir werden uns heute Abend intensiv mit den Daten auseinandersetzen. Im heutigen Training ist es trocken geblieben, aber für Samstag ist die Regenwahrscheinlichkeit hoch. So oder so ist es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, für diese Rennstrecke mit ihren schnellen, aber auch langsamen Passagen den optimalen Abstimmungskompromiss zu finden.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Es ist schön, nach zwei Jahren endlich wieder Formel-1-Autos auf dieser herrlichen Strecke zu sehen. Für uns war dies ein ordentlicher erster Trainingstag mit den üblichen Schwerpunkten Fahrzeugabstimmung und Reifenauswahl. Beide Fahrer sind dabei erkennbar vorangekommen. Antonio hat sich bei seinem ersten Formel-1-Auftritt in Spa gut geschlagen. Insbesondere in den Passagen Raidillon und Blanchimont ist Motorleistung gefragt.
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Alt 28.08.2004, 22:03     #57
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GP Belgien - Qualifikation (28.08.2004)

Wetter: überwiegend Regen, 17-18°C Luft, 19-20°C Asphalt, 88-92% Luftfeuchtigkeit

Wechselhaftes Wetter und Nebel führten dazu, dass die Trainingszeit zum Großen Preis von Belgien am Samstagvormittag von 90 auf 15 Minuten schrumpfte. Antonio Pizzonia rutschte dabei von der Strecke und beschädigte seinen FW26. Auch das Qualifying wurde von wechselnd starkem Regen beeinflusst. Juan Pablo Montoya wird das Rennen für das BMW WilliamsF1 Team am Sonntag von Startplatz elf aufnehmen, Pizzonia qualifizierte sich für Position 14.

Juan Pablo Montoya: 11. (1.59,681 min)
Chassis: FW26 05 (T-Car FW26 06)

Ich hatte heute Pech im Qualifying. Die Strecke trocknete ab, und wir haben uns für Intermediate-Reifen entschieden, wie Trulli, Alonso und Coulthard kurz vor mir. Aber schon auf meiner Einführungsrunde begann es wieder heftig zu regnen. Es war schwer, das Auto auf der Strecke zu halten, und natürlich habe ich viel Zeit verloren. Die Haftung war gleich null. Als es zuvor richtig geregnet hatte, waren wir durchaus konkurrenzfähig. In der Vorqualifikation war ich der zweitschnellste Fahrer mit Michelin-Reifen. Ich denke, dass wir für das Rennen gut aufgestellt sind. Wir haben einen guten Abstimmungskompromiss gefunden, und das wird sich morgen hoffentlich auszahlen.

Antonio Pizzonia: 14. (2.01,447 min)
Chassis: FW26 07

Mein Qualifying war eine absolute Enttäuschung. Die Verkürzung der Trainingszeit hat mir nicht geholfen, und dann bin ich sogar noch kurz vor Ende der Viertelstunde von der Strecke gerutscht. Das Team hat bei der Reparatur Großartiges geleistet und mein Einsatzauto rechtzeitig wieder fertig gehabt. Jetzt hoffe ich auf ein gutes Rennen. Die Strecke ist lang und bietet Raum zum Überholen.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Nach Antonios Unfall am Ende des verkürzten Trainings am Vormittag hatten wir alle Hände voll zu tun. Die Mechaniker haben hervorragend gearbeitet und das Auto gerade rechtzeitig zum Pre-Qualifying wieder einsatzbereit gehabt. Im zweiten Einzelzeitfahren hat Antonio auf seiner Runde ein paar Fehler gemacht. Juan hatte Pech mit dem Wetter. Kurz nachdem er mit Intermediate-Reifen aus der Box gefahren war, begann es wieder zu regnen. Unter diesen Bedingungen ist seine Rundenzeit eine gute Leistung. Wir hatten im Qualifying keinerlei Defekte, und wir freuen uns auf den Grand Prix morgen.

ario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Das Qualifying war eine Wetterlotterie mit entsprechend hohem Reifeneinfluss. Vom Wetter begünstigt waren die beiden Renault, Ergebnis ist die Poleposition von Jarno Trulli. Unsere Fahrer haben, wie einige andere auch, vor allem im Abschluss-Qualifying Pech gehabt. Jetzt geht es darum, im Rennen aus diesen ungünstigen Startpositionen das Beste zu machen.
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Alt 30.08.2004, 18:00     #58
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GP Belgien - Rennen - 29.08.2004

Wetter: trocken, bedeckt, 20-21°C Luft, 19-25°C Asphalt, 59-63% Luftfeuchtigkeit

Pech für das BMW WilliamsF1 Team beim GP Belgien in Spa. Nach einer starken Vorstellung in einem spannenden und ereignisreichen Rennen kamen weder Juan Pablo Montoya noch Antonio Pizzonia ins Ziel. Der Kolumbianer musste nach einem Reifenschaden aufgeben, der Brasilianer fiel mit einem Getriebeproblem aus. Beide hatten nach mehr als Dreiviertel der Distanz an dritter Stelle gelegen.

Juan Pablo Montoya: Ausfall (Runde 37, Platz drei, Reifenschaden)
Schnellste Runde: 1.46,547 min in Rd. 36 (sechstschnellste insg.)
Chassis: FW26 06

Das war Pech. Mein Auto war wirklich gut, mein Rennen lief prima. Ich lag an dritter Stelle, und es waren nur noch wenige Runden zu fahren. Dann ist der rechte hintere Reifen kaputt gegangen, wobei andere Fahrzeugteile Schaden nahmen. Ich musste aufgeben. Solche Dinge passieren, damit muss man leben. Aber es war ein gutes Rennen. Ich hatte einen guten Start und konnte einige Plätze gutmachen. Weil ich auch von Unfällen anderer profitiert habe, war ich nach ein paar Runden schon Fünfter und konnte rasch ganz vorn mitkämpfen. Dazu hat das Team mit sehr guten Boxenstopps und einer guten Strategie viel beigetragen. Es ist wirklich sehr schade, dass Antonio und ich heute so großes Pech hatten.

Antonio Pizzonia: Ausfall (Runde 32, Platz drei, Getriebe)
Schnellste Runde: 1.46,740 min in Rd. 26 (achtschnellste insg.)
Chassis: FW26 07

Es ist jammerschade! Ich hatte nicht den Hauch eines Problems mit meinem Auto, lag an dritter Stelle, und dann stand plötzlich kein Gang mehr zur Verfügung. Es ist ein bitterer Tag für das Team, zumal auch Juan ausgefallen ist. Ich kam mit der Vorstellung nach Spa, hier meinen ersten Podiumsplatz in der Formel 1 einfahren zu können. Dass es möglich gewesen wäre, habe ich bewiesen. Immerhin haben wir heute eine starke Vorstellung geboten, und das ist die Erkenntnis, die wir jetzt mit nach Hause nehmen müssen.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Das Rennergebnis ist enttäuschend für uns. Ermutigend dagegen war, wieder vorn mitkämpfen zu können, so lange unsere Autos im Rennen waren. Antonios Auto hatte plötzlich keinen Vortrieb mehr, er musste auf der Strecke anhalten. Antonio ist ein gutes Rennen gefahren, und Juan hat sein Können bei Überholmanövern erneut gezeigt. Juan ist mit einem Reifenschaden ausgefallen, bei dessen Wucht die hintere Radaufhängung und der Heckflügel beschädigt wurden. Er hat das Auto zwar noch zur Box zurückbringen können, musste dort aber aufgeben.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Es war ein mehr als ereignisreiches Rennen mit allen Dramen, die man sonst in einer halben Saison zu sehen bekommt und einem sehr unglücklichen Ausgang für uns. Unsere beiden Fahrer waren auf die Plätze drei und vier vorgefahren, da hatte Antonio plötzlich keinen Vortrieb mehr. Wenig später wurde Juan durch einen Reifenschaden gestoppt. Da hierbei das Fahrzeugheck beschädigt wurde, hat er das Rennen vorzeitig beendet. Die große Zahl der Reifenschäden ist sicherheitskritisch und bedarf einer genauen Analyse. Glückwunsch an Kimi Räikkönen zu einem überzeugenden Sieg und an Michael Schumacher zum Gewinn des siebten WM-Titels.

Test in Monza: 1.,2. und 3. September (Montoya, Pizzonia, Ralf Schumacher)
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Alt 03.09.2004, 18:21     #59
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GP Italien - Vorschau

Mit dem Großen Preis von Italien am 12. September in Monza geht die Europasaison der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2004 zu Ende. Der FW26 hat beim vorangegangenen Grand Prix in Belgien seine verbesserte Konkurrenzfähigkeit demonstriert. Mit erneuten Weiterentwicklungen am Fahrzeug hofft das BMW WilliamsF1 Team, diesen Aufwärtstrend in Monza auch in Punkte umsetzen zu können und die WM-Position zu festigen.

Obwohl seine Genesung gut fortgeschritten ist, kann mit Ralf Schumachers Rückkehr ins Cockpit erst nach dem GP Italien gerechnet werden. Nach seiner guten Vorstellung in Spa wird Antonio Pizzonia den Deutschen ein weiteres Mal ersetzen.


Juan Pablo Montoya:
Wir hatten drei produktive Testtage in Monza und konnten unser Programm wie geplant abarbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Italien ein gutes Rennwochenende haben werden. Die Strecke ist etwas Besonderes für mich, weil ich dort 2001 meinen ersten Formel-1-Sieg erzielt habe. Es war ein großartiges Gefühl, damals auf die höchste Stufe des Podests zu steigen, noch dazu in der Heimat von Ferrari.

Wir sollten auch diesmal eine gute Vorstellung abliefern können. Der Kurs passt zu unserem Motor und zu unserem Chassis, außerdem mögen Antonio und ich ihn sehr. Davon abgesehen reise ich immer gern nach Italien. Die Leute sind freundlich, das Wetter meistens schön, und die Küche ist einfach brillant. Nach dem enttäuschenden Ergebnis des belgischen Grands Prix bleibt es weiter unser Ziel, so viele Punkte wie irgend möglich zu erobern. Wir haben in Spa bewiesen, dass wir gute Platzierungen erreichen können, aber wir hatten letztlich kein Glück.


Antonio Pizzonia:
Nach der Enttäuschung darüber, dass aus meinem ersten Formel-1-Podiumsplatz in Spa doch nichts geworden ist, freue ich mich jetzt, dass ich einen weiteren Grand Prix fahren kann. Zumal in Monza, weil ich die Strecke mag. Ich bin dort bisher zwei Formel-3000-Rennen gefahren und kann meinen ersten Formel-1-Renneinsatz in Monza kaum erwarten. Nach drei Testtagen auf dem Kurs fühle ich mich sehr gut vorbereitet.

Der Große Preis von Italien ist eines der reizvollsten Rennen im Kalender, weil die Strecke viele Überholmöglichkeiten bietet. Beispielsweise auf der langen Geraden, wo man sich im Windschatten ansaugen und dann in der ersten Kurve angreifen kann. Für die Geraden haben wir einen starken Motor, und unser Auto liegt beim Überfahren der Randsteine und beim Bremsen wirklich gut. Das sind die wesentlichen Dinge, die man in Monza braucht.


Sam Michael (Technical Director WilliamsF1):
Die Rennstrecke von Monza ist heutzutage einzigartig im Formel-1-Kalender. Dort dominieren lange Geraden, es gibt ein paar Schikanen und lediglich vier entscheidende Kurven. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 370 km/h ist der Kurs der schnellste der Saison. Bei der Abstimmung trimmt man alles auf minimalen Luftwiderstand, daher kommen in Monza auch spezielle Front- und Heckflügel zum Einsatz, die ausschließlich dort funktionieren. Eine gute Balance für das Überfahren der Randsteine und die mittelschnellen Kurven ist außerdem wichtig.

Wir werden mit mechanischen Verbesserungen und einer Steigerung auf der Motorenseite zu diesem Rennen antreten. Ferner hat sich das Team beim Test intensiv mit den Bremsen befasst, die in Monza extrem gefordert werden. Unsere Starts waren in Spa zwar gut, aber wir haben auch in diesem Bereich an weiteren Fortschritten gearbeitet. Nach dem Reifenschaden an Juans Auto in Belgien hat Michelin ebenso hart gearbeitet und einen neuen, belastbareren Hinterreifen entwickelt. Die Arbeit von Michelin für Spa hat gezeigt, dass man bei der Gummimischung für das Rennen die richtige Richtung eingeschlagen hatte. Antonio wird nach seinem guten Rennen in Spa nun erneut an der Seite von Juan starten und versuchen, mit ihm gemeinsam das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Aus BMW Sicht ist die Rennstrecke von Monza ein besonderer Leckerbissen. Die Gerade ist mit 1236 Metern nach Indianapolis die zweitlängste im Formel-1-Kalender. Sie bedeutet 14 Sekunden Volllast am Stück, davon die Hälfte im siebten Gang, der höchsten Schaltstufe. Insgesamt hat Monza mit 68 Prozent den höchsten Volllastanteil aller GP-Kurse. Angesichts dieser Anforderungen haben wir in den vergangenen Jahren stets zu diesem Grand Prix den letzten Entwicklungsschritt unseres aktuellen Motors an den Start gebracht. Und das werden wir 2004 mit dem BMW P84 Motor genauso halten. Der Monza-Test verlief auch in dieser Hinsicht positiv. Zusammen mit der kontinuierlichen Chassis-Weiterentwicklung sollten wie in Monza gut aufgestellt sein.


Zahlen und Fakten
  • Neben Respekt einflößenden Spitzengeschwindigkeiten ist es die Tradition, wofür die Rennstrecke von Monza berühmt ist. Nirgendwo wurden mehr F1-Grands-Prix ausgetragen als in dem von hohen Mauern umgebenen Königlichen Park. 2004 startet die Formel 1 dort zum 54. Mal. Lediglich ein Großer Preis von Italien fand andernorts statt, 1980 in Imola.
  • Die Stadt Monza hat rund 120.000 Einwohner und liegt in der Provinz Mailand.
  • Die Rennstrecke wurde in ihrer langen Geschichte vielfach umgebaut. Überreste einer Steilwand sind stumme Zeugen ihrer frühen Zeit. Heute misst eine Runde auf dem Kurs 5,793 Kilometer, die Renndistanz beträgt 53 Runden (306,720 km).
  • Für WilliamsF1 stehen in Monza sechs Siege zu Buche, für BMW zwei. Den jüngsten Monza-Erfolg erzielten die beiden Partner gemeinsam: 2001 feierte Juan Pablo Montoya dort seinen ersten Formel-1-Sieg.
  • 2003 sprang in Monza kurzfristig Testpilot Marc Gené für Ralf Schumacher ein. Der Deutsche hatte sich von einem Testunfall eine Woche zuvor in Monza noch nicht auskuriert. Montoya und Gené qualifizierten sich für die Startplätze zwei und fünf und brachten diese Platzierungen auch ins Ziel. Mit diesem Ergebnis verteidigte das BMW WilliamsF1 Team im Vorjahr die Führung in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
  • Der Große Preis von Italien, der 15. von 18 Läufen zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2004, wird in Monza am Sonntag, dem 12. September, um 14.00 Uhr gestartet.
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Alt 12.09.2004, 11:09     #60
Albert   Albert ist offline
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GP Italien - Freies Training (10.09.2004)

Wetter: trocken, sonnig, 24-27°C Luft, 37-40°C Asphalt, 39-45% Luftfeuchtigkeit

Monza (ITA). Am ersten Trainingstag zum Großen Preis von Italien in Monza fuhren die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams die fünftschnellste (Antonio Pizzonia) bzw. siebtschnellste (Juan Pablo Montoya) Runde.

Antonio Pizzonia:
Erstes Training: 9. (1.22,159 min), Zweites Training: 5. (1.21,264 min)
Chassis: FW26 07

Wir haben unser typisches Freitagsprogramm abgearbeitet, das vor allem aus Reifenbewertung und Fahrzeugabstimmung besteht. Ich bin recht zufrieden mit dem Erreichten. Das Grip-Niveau war heute nicht ideal, vor allem im ersten Training war die Strecke sehr schmutzig. Aber wir hatten hier in der vergangenen Woche drei sehr produktive Testtage. Zwanzig Minuten vor Trainingsende ging in der Parabolica-Kurve beim Bremsen etwas schief. Zum Glück ist dort eine große Auslaufzone, und ich bin nicht zu hart angeschlagen,

Juan Pablo Montoya:
Erstes Training: 10. (1.22,232 min), Zweites Training: 7. (1.21,419 min)
Chassis: FW26 05 (T-Car FW26 06)

Unser heutiges Testprogramm lief soweit nach Plan, und ich bin recht zufrieden mit der Balance meines Autos. Die Informationen, die wir beim Test in der vergangenen Woche hier gesammelt haben, sind eine große Unterstützung. Außerdem bewähren sich die neuen Aerodynamik-Komponenten, die das Team für dieses Wochenende vorbereitet hat. Die Streckenbedingungen und folglich die Traktion wurden im Verlauf des Trainings stetig besser. Wir haben zwar noch etwas Arbeit vor uns, aber das gehört Freitag nun einmal dazu.

Sam Michael (Technical Director, WilliamsF1):
Nachdem wir in der vergangenen Woche hier schon viel Vorbereitungsarbeit erledigt haben, haben wir uns heute auf die Reifenwahl und die Feinjustierung der Flügel konzentriert. In der zweiten Trainingsstunde hatte Antonio einen heftigen Unfall. Zum Glück geht es ihm gut. Die Unfallursache war das Versagen der Bremsscheibe vorne links. Den Grund dafür untersuchen wir gerade.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Bis zum Unfall von Antonio war es ein ordentlicher Testtag. Wir haben das Standardprogramm absolviert, motorenseitig gab es keinerlei Probleme. Antonio war vor seinem Unfall dabei, einen Long-Run zu fahren, um das Verhalten der Reifen auf längere Distanz zu testen. Dennoch sollten wir genügend Daten für die Reifenauswahl gesammelt haben. Wir prüfen, ob der Motor an Antonios Auto beschädigt wurde, auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus.
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