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Alt 01.04.2003, 20:35     #1
Hermann   Hermann ist offline
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Interview mit Juan Pablo Montoya vor dem Großen Preis von Brasilien

Interview mit Juan Pablo Montoya vor dem Großen Preis von Brasilien am 6. April 2003 in Interlagos

1. Juan Pablo Montoya, was mögen Sie an Brasilien?

Juan Pablo Montoya: Na ja, ich weiß, dass ich mit meiner Hitliste eigentlich nicht mit etwas zu essen beginnen sollte, aber ich mag diese unglaublichen Churrascarias – Restaurants, in denen die Kellner mit frischen Fleischgerichten von Tisch zu Tisch gehen. In Kolumbien nennt man diese Art des Essens Rodizio. Wie auch immer sie wo heißt: Ich liebe das ganz einfach. Brasilien ist auf jeden Fall das Land aller Formel-1-Gastspiele, das mit meiner Heimat Kolumbien die meisten Gemeinsamkeiten hat. Es ist nicht nur nah, es ist in vielen Dingen auch sehr ähnlich - die Menschen, der dichte Straßenverkehr, die Atmosphäre und, ja, der Enthusiasmus der Fans. Stundenlang schwenken sie ihre Flaggen und singen, sie scheinen einfach nicht genug zu bekommen. Außerdem mag ich die Strecke, das Autodromo José Carlos Pace, wie die Latinos Interlagos nennen.

2. Haben Sie besondere Erinnerungen and den Brasilien GP?

Montoya: Da gibt es gemischte Gefühle. Schön und bitter zugleich ist die Erinnerung an meinen verpassten Sieg 2001. Ab der dritten Runde lag ich für 36 Runden in Führung. Ich war auf dem Weg zu meinem ersten Formel-1-Sieg, und das in meinem dritten Grand Prix. Dann wurde ich unglücklich von Jos Verstappen gerammt, und mein Rennen war vorbei. Dieser Tag hätte einer der schönsten meines Lebens werden können und hat sich unglücklicherweise in einen schlechten Tag verwandelt.

Eine sehr gute Erinnerung habe ich aus dem Vorjahr: Ich habe von Sid Mosca eine perfekte Nachbildung von Ayrton Sennas Helm bekommen. Sid Mosca hat früher Sennas Helme gestaltet und dieses Exemplar speziell für mich angefertigt. Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Ayrton Senna war und ist mein Idol.

3. Der Helm, den Sie beim GP Brasilien tragen werden, hat ein verändertes Design. Wie kommt das?

Montoya: Ich habe im zweiten Jahr in Folge einen Wettbewerb für kolumbianische Kinder ausgeschrieben. Er heißt „Échele cabeza al casco de Juan Pablo”, das bedeutet „Gestalte den Helm von Juan Pablo”. Die Kids hatten von August bis Ende Februar Zeit, ihre Zeichnungen einzusenden. Es gibt zwei Sieger, weil wir den Wettbewerb in zwei Alterklassen ausgeschrieben hatten, für sechs bis zwölf Jahre und für 13 bis 16 Jahre. Der Helm, den ich in Brasilien tragen werde, folgt dem Entwurf eines 16-jährigen Mädchens, Ivonne Olivia Vásquez aus Bogota. Sie und der andere Gewinner, Daniel René Olave, ein elfjähriger Junge, werden beim Grand Prix meine Gäste sein. Ich werde ihnen die Box zeigen und mit ihnen zum Abendessen gehen. Nach dem Rennen wird der Helm für wohltätige Zwecke versteigert.

4. Haben Sie auf dem Weg nach Brasilien in Kolumbien vorbeigeschaut?

Montoya: Ja klar. Ich hatte einige sehr geschäftige Tage mit Marketing- und Medienterminen. Seit ich in der Formel 1 bin, schaffe ich nur noch wenige Stippvisiten im Jahr in meiner Heimat, dadurch werden diese Tage dann immer sehr hektisch. Trotzdem gelingt es mir, ein bisschen Zeit für meine Freunde und meine Heimatstadt abzuzwacken. Es ist immer ein sehr schönes Gefühl, nach Bogota zurückzukehren.

5. Wie beurteilen Sie nach den ersten zwei Saisonrennen den Einfluss der neuen Qualifyingregeln?

Montoya: Auf jeden Fall kann ich sagen, dass es unter den neuen Regeln schwieriger ist, sieben Polepositions zu erzielen, wie mir das in der Saison 2002 gelungen ist. Im Vergleich zu früher ist die Poleposition jetzt weniger aussagekräftig. Das ist schade, denn die Zuschauer verstehen das System sicher noch nicht. Für sie ist das Qualifying nicht mehr so aufregend, weil die getankte Kraftstoffmenge eine so große Rolle spielt, dass man nicht sagen kann, wie gut wer wirklich ist. Ich glaube, dass es für das Publikum wichtig ist, zu sehen, wer der absolut Schnellste ist. Und dabei hilft das neue Format nicht. Gleichzeitig steht für mich fest, dass das Einzelzeitfahren die größere Herausforderung ist. Es fordert das gesamte Team. Mit einem Auto im klassischen Qualifikationstrimm ist es verhältnismäßig einfach, das Optimum zu erzielen. Mit einem Fahrzeug, das nicht speziell auf eine einzige schnelle Runde vorbereitet sein kann, beispielsweise viel Benzin an Bord hat, ist eine gute Zeit viel schwieriger zu erreichen. Man fährt ein weniger gut ausbalanciertes Auto und will trotzdem ganz nach vorn. Das verlangt einem Piloten mehr ab. Man weiß, dass man sich keinen Fehler erlauben darf, und das macht einen zu einem besseren Rennfahrer.

6. Wie schätzen Sie den FW25 ein?

Montoya: Ich glaube nicht, dass wir bei der Präsentation Ende Januar in Barcelona alle erwartet haben, dass der Wagen auf Anhieb megaschnell sein würde. Der FW25 ist ein viel besseres Auto als sein Vorgänger. Seine Gesamtkonstruktion und jeder einzelne Bereich sind erheblich besser, aber sein volles Potenzial haben wir noch nicht erschlossen. Dafür brauchen wir Zeit, wir müssen den FW25 erst richtig kennen lernen. Das Chassis wurde bei den Tests schrittweise besser, und das beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es sagt sich so leicht, dass die Aerodynamik noch optimiert werden muss, aber davon hängen in der heutigen Formel 1 etwa 70 Prozent der Rundenzeit ab. Jede kleine aerodynamische Veränderung wirkt sich stark aus. Es geht fast nur um eines: Um Abtrieb.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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