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Alt 28.11.2002, 23:29     #1
Hermann   Hermann ist offline
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Steigende Kundenansprüche stellen Herausforderung für Automobilindustrie dar-29.05.02

BMW Group Produktionsvorstand zeigt anlässlich eines Experten-treffens in Göteborg die hohen Anforderungen für eine erfolgreiche Automobilfertigung von morgen auf.

Der Kundenwunsch nach „maßgefertigten Fahrzeugen“ nimmt international zu. Enorm flexible Prozesse in der Fertigung, hohe Wandlungsfähigkeit und vernetze Produktion - schlicht agile und effiziente Produktionsstrukturen - sind Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Automobilfertigung der Zukunft.

In den 20er Jahren war es der industrielle Durchbruch, gemeint ist die Fließbandpro-duktion à la Henry Ford. Tausende Automobile liefen damals in gleicher Farbe und Ausstattung täglich von den Bändern. Doch viel hat sich seitdem verändert, vor allem die Kundenansprüche. Heute soll das Fahrzeug immer individuell nach Kunden-auftrag wie ein Maßanzug gefertigt werden. Ein Beispiel aus dem wichtigen Markt USA: Haben dort vor 10 Jahren unter 10 Prozent der BMW Kunden ein individuell zugeschnittenes Fahrzeug bestellt, so liegt heute diese Zahl bei über 30 Prozent.
Der Trend ist offensichtlich und die Weichen sind seitens der BMW Group schon gestellt.

Nach dem sogenannten Built-to-Order-Prinzip, also auftragsbezogen, fertigt die BMW Group schon seit Jahrzehnten. Welche Komplexität hier besteht, zeigt folgende Zahl: allein beim 7er BMW sind rein rechnerisch 1017, das ist eine Eins mit
17 Nullstellen, verschiedene Fahrzeug-Kombinationen möglich.

Wandlungs- und Vernetzungsfähigkeit ein Muss für den Erfolg von morgen

„Wandlungs- und Vernetzungsfähigkeit, also „atmende“ Strukturen, sind Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Fahrzeugproduktion von morgen. Ändern sich Rahmenbedingungen, dann muss sich das Unternehmen zukünftig noch schneller anpassen können, um im weltweiten Automobilmarkt langfristig erfolgreich zu bestehen“, so Produktionsvorstand Dr. Norbert Reithofer, bei einem Experten-kongress in Göteborg.

Das weltweite Produktionsnetzwerk der BMW Group zeichnet sich schon heute durch hohe Agilität aus. Die Auslastung der Werke richtet sich am Marktbedarf aus. Jeder Standort ist grundsätzlich so ausgelegt, dass er mehrere Modelle bauen kann. Ausnahmen: das Werk Oxford für den MINI und ab 2003 die Rolls-Royce Manufaktur in England. Hier zeigt sich ein weiterer fundamentaler Vorteil des BMW Group Netzwerks.

Von der Handmanufaktur in Goodwood mit insgesamt nur zwei Robotern bis hin zur hoch automatisierten und flexiblen Produktion in Oxford ist umfangreiche Expertise im Netz permanent vorhanden, wird stetig verfeinert und ausgebaut. Neues Wissen, wie es zum Beispiel mit dem Bau des BMW Werks Leipzig in seiner wegweisenden baulichen Struktur entsteht, fließt unmittelbar in das Netzwerk ein und kann sofort an allen Standorten genutzt werden. „So hat die BMW Group früh gelernt auf Netzwerke zu setzen, um die eigenen Ressourcen nicht nur zu optimieren, sondern zu verviel-fachen“, unterstreicht Produktionsvorstand Reithofer weiter. Die BMW Group investiert in den kommenden fünf Jahren rund 16 Milliarden Euro in ihr weltweites Netzwerk.

Flexibilität bei Produkt und in der Organisation

Doch die geforderte Flexibilität zielt nicht nur auf das Produkt ab, sondern betrifft vor allem auch die Organisation mit ihren Abläufen. So ist beispielsweise der Wunsch, Änderungen nach Fahrzeugbestellung ohne Einfluss auf den zugesagten Ausliefertermin vornehmen zu können, sehr groß. Das zeigt auch die Zahl 40.000 bei BMW, denn das ist heute die Änderungsanzahl, die monatlich seitens der Kunden nach Fahrzeugbestellung im Unternehmen bearbeitet und umgesetzt wird.

Diese veränderten Rahmenbedingungen fordern die Produktion und Arbeitsabläufe. Wegweisende Projekte, wie der Kundenorientierte Vertriebs- und Produktionsprozess (KOVP) sind die Antwort. So gelang es, die Prozessdurchlaufzeiten beim 7er BMW von in der Vergangenheit rund 28 Tagen auf 12 Tage zu verkürzen - ein Quantensprung innerhalb der Built-to-Order-Produktion. Als Ziel für zukünftige Modelle werden sogar 10 Tage avisiert. Des weitern setzt die BMW Group Benchmarks bei der Änderungsflexibilität für den Kunden. So ist es schon heute beim 7er BMW möglich, noch sechs Werktage vor Montagestart Änderungen in Farbe, Ausstattung und Motorisierung ohne Einfluss auf den Ausliefertermin vorzunehmen. Eine Flexibilität, die noch vor zehn Jahren kaum vorstellbar war.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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