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Alt 25.11.2002, 12:02     #1
Carsten   Carsten ist offline
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Großer Preis von Spanien - 26.-28. April 2002 - Vorschau

Der 4,73 Kilometer lange Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas ist eine schwierige Aufgabe für die Teams. Obwohl nirgendwo häufiger getestet wird als am Austragungsort des Großen Preises von Spanien, wird die Formel 1 dort immer wieder von wechselnden Bedingungen überrascht. Umschlagendes Wetter und häufig kräftiger Wind beeinflussen vor allem die Aerodynamik der Fahrzeuge.

In der elfjährigen Geschichte der Rennstrecke war kein Team dort so erfolgreich wie WilliamsF1 mit fünf Siegen und drei weiteren Podiumsplätzen seit 1991. Das bislang beste Ergebnis für das BMW WilliamsF1 Team fuhr Juan Pablo Montoya 2001 mit Platz zwei ein. Sieger wurde im Vorjahr Michael Schumacher im Ferrari, nachdem Mika Häkkinen in der letzten Runde ausgefallen war.

Ralf Schumacher:
Ich gebe zu, dass ich in Imola sehr gerne gewonnen hätte, aber meine Enttäuschung war rasch verflogen. Ich schaue optimistisch in die Zukunft. Wir haben in Silverstone einige neue Teile am Auto getestet, und ich glaube, dass wir auf Barcelona gut vorbereitet sind.

Es ist sehr schwierig, mit der Strecke in Barcelona richtig klarzukommen. Dort zeigt sich, wer wirklich gut ist und wer nicht, da trennt sich die Spreu vom Weizen. Bei den Tests am Beginn der Saison haben wir recht gut ausgesehen, doch müssen wir im Vergleich zum neuen Ferrari natürlich noch etwas aufholen.

Juan Pablo Montoya:
In Barcelona habe ich vergangenes Jahr zum ersten Mal einen Formel-1-Grand-Prix zu Ende fahren können und meine ersten Punkte für das BMW WilliamsF1 Team geholt. Das war wichtig, und daran erinnere ich mich natürlich gern. Es war immerhin schon mein fünftes F1-Rennen, noch dazu auf einer Strecke, die uns nicht besonders lag. Ich bin gespannt, wie wir in diesem Jahr abschneiden.

Nach Silverstone ist Barcelona die Strecke, auf der wir am meisten testen. Folglich kenne ich den Kurs gut. Die Strecke gehört nicht zu meinen Favoriten, obwohl sie recht schnell ist. So oder so fahre ich gerne nach Spanien. Ich mag das Land und verbringe dort einen großen Teil meiner Freizeit.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Der Circuit de Catalunya ist für die Fahrer und Ingenieure eine der schwierigsten Aufgaben, wenn es darum geht, eine ausbalancierte Fahrzeugabstimmung zu finden. Wir testen zwar häufig auf dieser Strecke, aber die wechselnden Bedingungen führen dazu, dass man selbst am Rennwochenende beim Set-up noch neue Wege beschreiten muss. Vier Hochgeschwindigkeitskurven verlangen wegen der erhöhten Abnutzung härtere Reifen und geben der aerodynamischen Effizienz besondere Bedeutung.

Bei den letzten Grands Prix in Barcelona waren mehrere Boxenstopps die Regel. Weil das Überholen extrem schwierig ist, sind die Leistungen im Qualifying und die Boxenstrategie leicht rennentscheidend. Michelin hat gute Fortschritte gemacht bei der Entwicklung von Reifenmischungen für diese Art Rennstrecken, wir werden sehen, wie sich das am Rennwochenende auswirkt.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Ferrari hat mit dem neuen Auto die Messlatte höhergelegt und damit unser ganzes Team zusätzlich motiviert, unser Entwicklungsprogramm voranzutreiben. Wir haben uns mit einem Test mit zwei Fahrzeugen in Silverstone und paralleler Prüfstandarbeit in München intensiv auf dass nächste Rennen vorbereitet. Barcelona zählt zwar nicht zu den Strecken, auf denen wir uns besonders große Chancen ausrechnen, aber für den weiteren Verlauf der Saison sehen wir uns gut gerüstet.

Wir sind mit der Ausbeute der ersten vier Saisonrennen mehr als zufrieden. Die Tatsache, dass wir mit Ferrari um die WM-Führung kämpfen, übertrifft klar unsere Erwartungen. Und wir freuen uns, dass wir obendrein das derzeit zuverlässigste Team sind. Niemand ist mehr Rennrunden gefahren als wir, und die Runden, die uns zu den hundert Prozent fehlen, haben wir nicht wegen eines Defektes sondern wegen Ralfs Unfall in Australien verloren. Gerade in der frühen Phase der Saison ist diese Konstanz nicht selbstverständlich.

Das Rennen:
Der 46. Große Preis von Spanien wird am Sonntag, dem 28. April, um 14 Uhr gestartet. Das Rennen wird über 65 Runden à 4,730 km ausgetragen. Berücksichtigt man den Versatz der Startaufstellung, beträgt die Renndistanz 307,323 km. Die traditionell häufigste Strategie sind zwei Stopps, der erste zwischen Runde 20 und 25, der zweite ab Runde 40.

2001 siegte Michael Schumacher im Ferrari von der Poleposition aus (1.18,201 min) und stellte den aktuellen Rundenrekord mit 1.21,151 Minuten auf. Die schnellste Qualifyingrunde drehte Jacques Villeneuve 1997 in 1.16,525 min.
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Alt 25.11.2002, 12:03     #2
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GP Spanien - Freies Training

Wetter: trocken und sonnig, 22°C Luft, 24°C Strecke

Mit den Plätzen 15 und 17 für Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya fiel das Ergebnis des ersten Trainingstages zum Großen Preis von Spanien für das BMW WilliamsF1 Team bescheiden aus.

Ralf Schumacher: 15.
Chassis: FW24 04
Schnellste Runde: 1.21,409
Wie bereits erwartet, liegt uns diese Strecke nicht sonderlich. Wir haben noch starke Probleme mit der Abstimmung des Autos, wir haben noch nicht die richtige Balance gefunden. Ich habe zwei unterschiedliche Reifen ausprobiert, aber auch da haben wir noch keine endgültige Lösung gefunden. Wir müssen noch viel tun.

Juan Pablo Montoya: 17.
Chassis: FW24 05 (T-Car FW24 02)
Schnellste Runde: 1.21,623
Wir haben unser normales Freitagsprogramm mit der üblichen Abstimmungsarbeit abgespult und unter anderem zwei Reifensorten ausprobiert. Wie meine Rundenzeiten deutlich zeigen, bin ich noch nicht zufrieden mit der Abstimmung meines Autos. Wir haben noch einige Felder zu beackern, um für das morgige Qualifying ein gutes Set-up zu finden.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Das Training war heute schwierig für uns. Wir haben uns schwer getan, eine gute Balance für die Autos zu finden. Aber wir haben an einigen Abstimmungsvarianten gearbeitet und gegen Ende des Trainings begonnen, bessere Wege einzuschlagen. Bis morgen liegt noch viel Arbeit vor uns, wir müssen sehen, wie wir uns verbessern können.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor):
Es ist ein typisches Freitagstraining gewesen, es ist schwer einzuschätzen, wer unter welchen Voraussetzungen gefahren ist. Wir sind jedenfalls noch nicht zufrieden, obwohl wir wussten, dass diese Strecke unserem Auto nicht besonders liegt. Aber ich gehe davon aus, dass wir in der Startaufstellung doch weiter vorne landen werden, wenngleich wir diesmal wohl kaum um die Pole kämpfen werden.
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Alt 25.11.2002, 12:04     #3
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Großer Preis von Spanien - Qualifikation

Wetter: trocken und sonnig, 21°C Luft, 21°C Strecke

Die beiden Fahrer des BMW WilliamsF1 Teams, Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya, starten am Sonntag aus der zweiten Reihe zum Großen Preis von Spanien. Nach einem schwierigen Training am Freitag war es dem Team gelungen, die Abstimmung der beiden FW24 deutlich zu verbessern.

Ralf Schumacher: 3.
Chassis: FW24 04
Schnellste Runde: 1.17,277
Auch wenn das Bild nach dem gestrigen freien Training vielleicht etwas getäuscht hat, weil wir uns mit Rennvorbereitungen beschäftigt hatten, konnten wir dennoch nicht erwarten, heute in der zweiten Startreihe zu stehen. Das Team hat über Nacht großartig gearbeitet und einiges am Auto verändert, was uns diese Fortschritte ermöglicht hat. Wir sind recht zufrieden mit den Michelin-Reifen und sehen uns diesbezüglich auch für das Rennen gut gerüstet. Positiv ist auch, dass die Zeiten von Juan Pablo und mir so nah beieinander liegen, wenngleich wir noch weit weg von den Ferrari-Zeiten sind. Von unseren Startplätzen aus können wir Punkte und vielleicht sogar einen Podiumsplatz anpeilen.

Juan Pablo Montoya: 4.
Chassis: FW24 05 (T-Car FW24 02)
Schnellste Runde: 1.17,425
Wenn man bedenkt, wie das Qualifying für mich begonnen hat, bin ich mit Position vier sehr zufrieden. Sofort nach dem ersten Verlassen der Box spürte ich, dass der Motor Fehlzündungen hatte, weshalb ich auf das T-Car umgestiegen bin. Anfangs lief es mit dem Ersatzauto nicht so gut. Auf meiner letzten schnellen Runde ist es mir einfach gelungen, das bestmögliche herauszuholen. Ich weiß nicht wie, aber es hat funktioniert.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Wir stehen direkt hinter den beiden Ferrari, und das war heute unser Ziel. Die Ingenieure und die Fahrer haben gute Abstimmungsarbeit geleistet, um beide Autos in die zweite Startreihe zu bringen. Es gibt Weiterentwicklungen für dieses Rennen, und sie funktionieren. Aber wir müssen noch weiter daran arbeiten, den Rückstand auf Ferrari aufzuholen. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Rennvorbereitungen für morgen. Ich denke, wir werden wettbewerbsfähig sein.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Mit beiden Autos in der zweiten Startreihe sind wir hochzufrieden. Juan Pablo meldete auf seiner Einführungsrunde über Funk Zündaussetzer, deren Ursache anhand der Daten nicht unmittelbar zu finden war. In der Situation des Qualifyings haben wir von weiteren Nachforschungen abgesehen und uns darauf konzentriert, Juan drei schnelle Runden zu ermöglichen. Deshalb ist er auf das Ersatzauto umgestiegen. Angesichts dieses Wechsels hat er mit Platz vier eine hervorragende Leistung geboten. Bei Ralf lief alles nach Plan, auch er hat gute Arbeit geleistet.
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Alt 25.11.2002, 12:06     #4
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Großer Preis von Spanien - Rennen

Wetter: trocken und sonnig, 20°C Luft, 21°C Strecke

Das BMW WilliamsF1 Team erlebte einen turbulenten Großen Preis von Spanien. Nach Zwischenfällen mit beiden Fahrern kam Juan Pablo Montoya als Zweiter ins Ziel und sicherte dem Team sechs weitere WM-Punkte. Ralf Schumacher fuhr im ersten Renndrittel an zweiter Position, fiel nach einem Ausrutscher auf Platz elf zurück und kam letztlich wegen eines Motordefektes nicht ins Ziel. Die beiden Mechaniker, die in den Zwischenfall beim Boxenstopp verwickelt waren, sind wohlauf und bereits wieder bei der Arbeit.

Juan Pablo Montoya: 2.
Chassis: FW24 05
Schnellste Runde: 1.21,740 in Rd. 47 (zweitschnellste insgesamt)
Es war ein schwieriges Rennen für uns. Wir haben das ganze Wochenende hier hart gekämpft, und jetzt bin ich sehr froh, Zweiter geworden zu sein. Wir haben einen deutlichen Rückstand auf Ferrari. Bei meinem zweiten Boxenstopp hat mir unser Chefmechaniker das Signal zum Losfahren etwas zu früh gegeben. Weil der Tankvorgang noch nicht ganz abgeschlossen war, hat er dann versucht, mich aufzuhalten. Ich habe auch sofort gebremst, war ihm aber schon über den Fuß gefahren. Er ist ok. Wir hatten Glück, die Sache hätte schlimmer ausgehen können.

Ralf Schumacher: Ausfall letzte Runde an Position elf
Chassis: FW24 04
Schnellste Runde: 1.22,697 in Rd. 27 (neuntschnellste insgesamt)
Das war heute überhaupt nicht mein Tag. Erst habe ich selber Mist gebaut, was selten vorkommt und mich deshalb umso mehr ärgert, und zum Schluss gab es auch noch einen Defekt. In der Kurve kurz vorm Boxeneingang ist mir das Auto ausgebrochen, und abseits der Strecke habe ich mir Teile unterm Auto abgerissen. Deshalb musste ich zur Box. Insgesamt hat wohl jede Abteilung von uns heute ein paar Hausaufgaben aufbekommen: Ich genauso wie BMW, WilliamsF1 und Michelin.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Platz zwei ist ein gutes Ergebnis nach einem Rennen, das sowohl auf der Strecke als auch in der Boxengasse derartig ereignisreich war. Juan ist unter diesen Umständen ein gutes Rennen gefahren, und auch Ralf war sehr gut platziert, bis ihm sein Missgeschick unterlief. Nach vier GP mit sehr guten Boxenstopps hatten wir heute einige Probleme, die wir nun genau analysieren werden.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor):
Mit dem Ausgang dieses turbulenten Rennens können wir zufrieden sein. Mehr war heute nicht drin. Ralf hat einen kleinen Fehler gemacht, der große Folgen hatte. Er musste nach einem Ausrutscher den Frontflügel wechseln lassen. Damit war sein Rennen gelaufen. Insofern schmerzte es nicht, dass er in der letzten Runde offenbar wegen Motorschadens ausfiel. Durch Juans zweiten Platz liegen wir nur sieben WM-Punkte hinter Ferrari, das ist beruhigend. Der Zeitrückstand gegenüber Ferrari war hier jedoch beunruhigend.

Test in Valencia: 30.04./01.05. Antonio Pizzonia, 02./03.05. Juan Pablo Montoya
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