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Alt 06.05.2009, 21:47     #1
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Rede von Dr. Friedrich Eichiner, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen

Rede von Dr. Friedrich Eichiner, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2009

* 06.05.2009
* Rede

Meine Damen und Herren,
auch von meiner Seite einen guten Morgen.
Unser Quartalsergebnis ist Ausdruck unserer operativen Anstrengungen bei anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen. Es ist auch der Erfolg eines konsequenten Finanz- und Kostenmanagements, das wir frühzeitig umgesetzt haben.

Die Situation auf den weltweiten Absatzmärkten hat sich im ersten Quartal nicht grundlegend verbessert. Der konjunkturelle Abschwung hält weltweit an.
Wir haben in den ersten drei Monaten die Automobil-Produktion erneut deutlich gedrosselt. Wir haben rund 138.000 Einheiten oder ein Drittel weniger Fahrzeuge produziert als im ersten Quartal 2008. Das Produktionsvolumen lag knapp 10.000 Fahrzeuge unter dem Absatzvolumen.
Wir haben Lagerbestände weiter reduziert, Forderungen und Verbindlichkeiten konsequent auf Ziel gebracht und unser Nettoumlaufvermögen im Segment Automobile um mehr als 1 Mrd. Euro verringert. Der operative Cashflow im Segment stieg um 5,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Anders als viele Wettbewerber konnten wir im ersten Quartal einen positiven Free Cashflow von 220 Mio. Euro ausweisen.

Das EBIT im Segment Automobile war mit -251 Mio. Euro im ersten Quartal stark vom Absatzrückgang geprägt.
Angesichts der Marktrückgänge haben wir jedoch auf der Kostenseite eine Reihe von Maßnahmen mit großer Disziplin weitergeführt. In allen Bereichen der Group wurden die Fixkosten weiter abgesenkt. In der Verwaltung und der Produktion wurden Prozessverschlankungen umgesetzt. Zudem wurden weitere Schritte zur Hebung langfristiger Kostenpotenziale unternommen – beispielsweise die Initiativen Industriebaukasten und Variantenmanagement fortgeführt. Dadurch konnten die Materialkosten im ersten Quartal weiter gesenkt werden.

Zudem profitierten wir von niedrigeren Rohstoffpreisen.

Bei allem, was wir dieses Jahr umsetzen, stehen noch mehr Effizienz und eine straffe Kostendisziplin auf dem Plan. Unser Ziel für 2009 ist auch eine höhere Kapitaleffizienz. Wir werden die Investitionen gegenüber 2008 um rund 10 Prozent absenken – notwendige Aufwendungen für Zukunftstechnologien und für die Entwicklung von Innovationen sind davon nicht betroffen.
Unsere Personalkosten profitierten von den Maßnahmen des vergangenen Jahres. In den ersten drei Monaten sind weitere 900 Personen ausgeschieden – davon ca. 300 Mitarbeiter, die schon 2008 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hatten und im Verlauf des ersten Quartals das Unternehmen verlassen haben. Darüber hinaus haben wir die natürliche Fluktuation zum weiteren Kapazitätsabbau genutzt.

Jetzt noch Anmerkungen zu weiteren Kostenpositionen: Aufgrund von Zulieferinsolvenzen mussten wir im ersten Quartal einen zweistelligen Millionenbetrag aufwenden. Damit haben wir in Einzelfällen Produktion verlagert und so unsere Versorgung sichergestellt.
Eine Herausforderung stellt im Augenblick das hohe Verkaufsincentives-Niveau in wesentlichen Märkten dar. Unsere Wettbewerber mussten in den ersten drei Monaten stark ihre Überbestände reduzieren. Dies hat das Preisniveau gedrückt. Die Preise werden auch weiterhin stark unter Druck stehen – damit sind für uns wie auch für die anderen Hersteller Ergebnisrisiken verbunden. Wir arbeiten aktuell an der Stabilisierung des Deckungsbeitragsniveaus und haben dazu im ersten Quartal einige Initiativen aufgesetzt.
Wir betrachten den Rückgang dieses hohen Incentive-Niveaus als entscheidenden Schritt zur Marktnormalisierung und als wichtigen Einflussfaktor für die weitere Ergebnisentwicklung.
Wir steuern weiterhin vorausschauend. Unsere Liquiditätspositionen haben wir zum Quartalsende auf insgesamt 10,0 Mrd. Euro im Konzern erhöht.
Wir haben Zugang zu allen wesentlichen Kapitalmärkten, um auch in diesen herausfordernden Zeiten das Finanzdienstleistungsgeschäft mit vergleichsweise akzeptablen Risikoprämien zu refinanzieren. Wir haben rund 80 Prozent unserer Fälligkeiten aus Anleihen und Private Placements in diesem Geschäftsjahr bereits per Ende April bedient.
Über Anleihen und Private Placements haben wir rund 4 Mrd. Euro aufgenommen. Wir konnten dabei von den gesunkenen Risikoaufschlägen für die BMW Group profitieren. Nach der Spitze im Dezember 2008 haben sich unsere Credit Default Swaps reduziert, liegen aber dennoch weiter auf hohem Niveau.

Unsere Finanzbeschaffung wird sich künftig an den neuen Credit Ratings orientieren, die die allgemeine Entwicklung des Automobilmarktes reflektieren: Moody’s hat Anfang April die BMW Group beim Kurzfrist-Rating von P-1 auf P-2 herabgestuft. Beim Langfrist-Rating vergab Moody’s die Einstufung A3/ Ausblick Negativ.
Unsere Refinanzierung wurde dadurch nicht wesentlich erschwert. Zum einen hatte der Kapitalmarkt diese Entscheidung bereits erwartet und entsprechend in unsere Konditionen eingepreist. Zum anderen konnten wir weiterhin auf Commercial Paper zugreifen.
Der umsichtige Umgang mit unseren finanziellen Mitteln zeigt sich auch im Nettofinanzvermögen im Segment Automobile: Das Nettofinanzvermögen erhöhte sich gegenüber dem vierten Quartal um 119 Mio. Euro auf knapp 9,2 Mrd. Euro.
Unser Finanzmanagement beweist: Die BMW Group ist besser aufgestellt als viele Wettbewerber. Wir steuern mit Augenmaß durch die Herausforderungen dieses Jahres. Wir stellen damit jetzt die Weichen, um beim kommenden Aufschwung aus einer optimalen Position zu starten.

Damit zum Segment Motorräder: Hier erzielten wir trotz des Absatzrückgangs im ersten Quartal ein positives Ergebnis. Das EBIT lag mit 28 Mio. Euro 22 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Wir rechnen damit, dass sich die Absatzsituation auch in den kommenden Monaten nicht wesentlich verbessern wird und haben Produktionskürzungen vorgenommen.

Das Segment Financial Services hat das erste Quartal ebenfalls mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen: Wir konnten das Geschäftsvolumen gegenüber dem 31.12.2008 um 0,5 Prozent auf 61 Mrd. Euro steigern und ein EBT von 72 Mio. Euro erzielen.
Aufgrund der anhaltend schwierigen Konjunkturbedingungen ist eine gesamthafte Entspannung der Restwertrisikosituation derzeit noch nicht absehbar. Die Entwicklungen sind aktuell regional sehr unterschiedlich.
In den ersten drei Monaten haben sich die Restwerte für Gebrauchtwagen in den Vereinigten Staaten erholt. Laut Manheim-Index ist der Durchschnittspreis für BMW Gebrauchtwagen in unserem wichtigsten Markt zwischen Dezember und März um mehr als 14 Prozent gestiegen. Für Gebrauchtwagen des Premiumsegments wurden durchschnittlich 12 Prozent mehr bezahlt.
Zur Stabilisierung der Gebrauchtwagenpreise in den USA hat auch die bewusste Verlagerung von Volumina in unser Premium-Gebrauchtwagen-Programm „Certified pre-owned“ beigetragen. Wir haben im ersten Quartal den Absatz an CPO-Fahrzeugen um knapp 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigern können. Insgesamt wurden fast 29.000 CPO-Fahrzeuge verkauft. Eine leichte Markterholung beobachteten wir auch in Großbritannien und Kanada. Hingegen gaben die Gebrauchtwagenpreise in Deutschland als Folge der Abwrackprämie weiter nach.
Vor dem Hintergrund der negativen, konjunkturellen Rahmenbedingungen wirken sich auch die Kreditrisiken weiterhin Ergebnis belastend aus. Die Kreditverlustrate im Einzelkunden- und Händlergeschäft stieg im ersten Quartal auf 0,77 Prozent an.
Dieser Entwicklung begegnen wir mit einer weiteren Intensivierung des Forderungsmanagements. Wir rechnen kurzfristig nicht mit einer Entspannung in diesem Geschäftsbereich.
Insbesondere durch das geringere Neugeschäft im Leasing-Bereich, das heißt durch die positiven Effekte aus der Auflösung von Zwischengewinnen, verbesserten sich die Konsolidierungen auf 151 Mio. Euro.
Bitte entnehmen Sie weitere Kennzahlen zu den einzelnen Segmenten unserem Quartalsbericht.

Meine Damen und Herren,
unser Ergebnis des ersten Quartals zeigt, dass es uns gelungen ist, das Unternehmen auf den gebremsten Absatz einzustellen. Wir fahren auch den Rest des Jahres auf Sicht. Trotz erster positiver Signale ist ein stabiler Aufwärtstrend in den Märkten bislang noch nicht erkennbar. Natürlich hoffen wir auf deren Erholung im zweiten Halbjahr. Wir machen uns aber nicht davon abhängig.
Wir stellen uns auf anhaltende Volatilität in den Märkten ein und reagieren flexibel. Unser Ziel ist es, in einem rückläufigen Marktsegment Marktanteile zu gewinnen. Wie bei der Bilanzpressekonferenz genannt, sind wir auf einen Marktrückgang in der Bandbreite von 10 bis 20 Prozent eingestellt.
Aufgrund der getroffenen Maßnahmen besitzen wir im derzeit rückläufigen Markt eine stabile Position. Die Vorbereitungen für den kommenden Aufschwung laufen. Das Management der BMW Group ist zuversichtlich, weiter „top of the league“ zu bleiben.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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