BMW-Treff   der Treffpunkt fuer alle BMW-Fans- und -Fahrer
 
BMW-Treff Forum   Alle Werbepartner anzeigen - hier klicken




Home Hilfe Features Regeln Impressum Registrieren
Zurück   BMW-Treff Forum > Rund ums Automobil > Fahrberichte
Kalender Alle Foren als gelesen markieren

 
Gehe zu  

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 21.06.2008, 00:25     #1
freakE46   freakE46 ist offline
Power User
  Benutzerbild von freakE46

Threadersteller
 
Registriert seit: 10/2005
Beiträge: 12.600

DD-
Fahrbericht Audi A3 2.0 TDI Sportback

Ein Fahrbericht vom A3 2.0 TDI ist von mir hier ja schon zu lesen – von der weniger praktischen, dreitürigen Version. Ein paar Eindrücke, die ich vor einem Jahr gewonnen habe, muss ich allerdings revidieren.

Zunächst wieder mal...
Die wichtigsten Daten:

• Audi A3 2.0 TDI DPF 'Ambition' Sportback (5-Türer)
• Hubraum: 1968cm³
• Leistung: 103kW/140PS bei 4000U/min
• Drehmoment: 320Nm bei 1750-2500U/min
• Vmax: 207km/h
• 0-100km/h: 9,7s
• Leergewicht: 1370kg
• 6-Gang-Schaltgetriebe

• EZ 3/2008
• Farbe: Lavagrau Perleffekt
• Stoff Matrix schwarz-grau, Dekoreinlagen Matt schwarz
• km-Stand bei Übergabe: 20.503km
• km-Stand bei Rückgabe: 21.087km
• gefahrene Strecke: 584km
• Bereifung: 225/45 R17 (vorn/hinten)
• Verbrauch (gesamt): 7,8 l/100km (BC), 7,8 l/100km (errechnet)
• Nutzungsprofil: 95% Autobahn bei hohem Volllastanteil, 4% Stadt, 1% Überland
• Grundpreis: 25.250€ (2.0 TDI 'Attraction')
• Listenpreis mit Extras: 32.415€


Ausstattung

• Ambition-Paket: LM-Räder 17", BC, NSW, Sportfahrwerk, Sportsitze
• 2-Zonen-Klimaautomatik
• Metalliclack
• Navigationssystem mit MMI-Bedienlogik + Radio/CD
• Sitzheizung vorn
• Tempomat
• Durchlade
• elektrische Fensterheber vorn/hinten
• Dachreling, Aluminium eloxiert
• Mittelarmlehne vorn


Karosserie/Platzangebot

Es ist zwar sehr subjektiv, darf aber nicht unerwähnt bleiben: Das Design des A3 Sportback ist über jeden Zweifel erhaben. Er wirkt zwar im Vergleich zum 1er eher langweilig, überzeugt aber mit einer sportlichen Front und Stilsicherheit, innen wie außen. Der kleine Audi, der sich auf 4,29m streckt, verwöhnt seine Gäste zwar nicht mit einem fürstlichen Platzangebot, kneift aber auch nicht an allen Ecken. Hinten wie vorn lässt es sich bequem reisen. Die Sportsitze sind straff gepolstert und damit langstreckentauglich, könnten aber durchaus noch etwas mehr Seitenhalt für die flotte Kurvenhatz bieten – das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Der Knieraum ist für Fondpassagiere größer als im 1er. Die zusätzlichen Türen des A3 sind groß und praktisch. Das Platzangebot ist im Sportback dank ein um über 7cm verlängertes Außenmaß insgesamt besser. Für einen vergleichsweise kleinen Aufpreis bekommt man auch ein etwas keckeres Heck, das nicht ganz ungewollt auch der große A6 Avant in recht ähnlicher Form trägt. Ein Ästhet wählt den Sportback. Positiver Nebeneffekt: Die Übersichtlichkeit fällt spürbar besser aus, da sich die C-Säule nicht ganz so breit macht und je Seite ein zusätzliches Fenster Ausblick gewährt. Zum dezenten Lavagrau, das sehr in Richtung Schwarz schielt, passt die Dachreling in eloxiertem Aluminium wie die Faust auf's Auge.

Im Heck bekommt man mit Leichtigkeit Dinge des Alltages unter, auch wenn die nicht allzu niedrig angesetzte Ladekante eine kleine Hürde darstellt. Der A3 entspricht mit einem Kofferraumvolumen von 370 Litern vollauf dem Niveau seiner Fahrzeugklasse. Der Sportback ist ja kein Kombi im eigentlichen Sinne. Vorn allerdings stören die Bügel zwischen Schaltarmatur und Mittelkonsole ein wenig. Aber sie geben dem Cockpit den letzten Schliff und greifen das Design der Türtafeln auf.

Was man etwas vermissen könnte, sind Ablagen. Man müsste das Ablagenpaket für 115€ bestellen, um für die Rückseite der Vordersitze ein Netz zu erhalten. Erfreulicherweise bietet die Mittelarmlehne etwas Stauraum und ermöglicht nebenbei eine lümmelnde Haltung.

Man kann es sehen, wie man will: Der Audi ist sauber verarbeitet und die Materialauswahl dem Fahrzeugpreis angemessen. Damit pariert er den 1er BMW der ersten Serie klar. Das sanft geschäumte Armaturenbrett fühlt sich gut an und auch das stellenweise verwendete Hartplastik hat keine schlechte Haptik. Die Spaltmaße sind außen wie innen erfreulich gering. Funktionsgeräusche, die von Schaltern, Tasten und Hebeln herrühren, zeugen zudem von einem gehobenen Anspruch. Mehr kann man in dieser Fahrzeugklasse wohl nicht erwarten.


Technik/Bedienkomfort

Wer zum ersten Mal in den A3 einsteigt, wird sich schnell zurecht finden. Vieles erklärt sich von selbst. Manche Funktionen sind jedoch ein wenig unlogisch angeordnet, was sich insbesondere bei der Navi-/Radiobedienung zeigt. Ein kleiner Drehknopf muss gedrückt und gedreht werden. Die Richtungswahl ist aber oft die falsche - da ist iDrive intuitiver. Die Zieleingabe gerät fast zur Farce. Hat man das gewünschte Ziel endlich Buchstabe für Buchstabe gewählt, muss man mehrmals bestätigen, bis das Navigationssystem endlich seinen Dienst aufnimmt. Die Arbeitszeit ist recht lang. Sucht man ein Sonderziel, dreht man sich am Rädchen dumm und dusselig. Die Liste ist bei großen Städten elendig lang und eine Direktwahl auf einen bestimmten Anfangsbuchstaben nicht möglich. Am Layout des einfachen Navigationssystems hat sich seit 2007 nichts geändert: Informationen werden weiterhin monochrom in roter Schrift dargestellt und sind auch im Audi-Fahrerinformationssystem abrufbar. Eine Kartendarstellung fehlt. Die Position des Bildschirms könnte jedoch etwas mehr im Blickfeld des Fahrers liegen. An der akustischen Zielführung gibt es nichts zu Meckern. Allerdings scheint das Navigationssystem nebenberuflich Touristenführer zu sein – es hat mir eine umständlichere Route heraus gesucht, als die, die ich favorisiert hätte.

Die Radiobedienung fällt schon besser aus. Die Senderauswahl erfolgt durch Drehwahl und Bestätigen via Tastendruck. Den winzigen Lautstärkeregler muss man erst einmal suchen – er befindet sich rechts neben der Tastenleiste, die unter Anderem Zugang zu Navigation, Radio oder Telefon bietet. Wer hat sich das nur ausgedacht? Der Klang ist für ein einfaches Radio ziemlich gut, auch wenn die Höhen wie kastriert wirkten und die Tiefen etwas unsauber vermittelt wurden. Bei vollem Bass hat förmlich der ganze Wagen vibriert. Die Leistung der Boxen kann überzeugen.

Das FIS (Fahrerinformationssystem) ist die Bezeichnung für den Bordcomputer. Er weist alle nötigen und sinnvollen Informationen auf, die man erwartet – Durchschnittsgeschwindigkeit, Durchschnittsverbrauch, Momentanverbrauch, Fahrtdistanz und Fahrtzeit. Zusätzlich lässt sich ein Menü und – im Falle des Navigationssystems – Pfeilnavigation aufrufen. In großen Zahlen wird auf Wunsch die aktuelle Tachogeschwindigkeit digital angezeigt. Leider stehen alle Informationsposten stets allein, so dass man dazu genötigt wird, sich fortwährend über einen kleinen, unauffälligen Taster durch den Bordcomputer zu klicken. Die analogen Instrumente bestechen ebenfalls durch eine klare und anmutende Darstellung.

Die Mittelkonsole ist mit unzähligen Schaltern überfrachtet. Auf die Schnelle findet man nicht die gewünschte Taste, erst recht nicht im Dunkeln. Die Drehregler der Klimaanlage sind ziemlich weit unten angebracht. Noch weiter darunter findet man die Einstellung für die Sitzheizung. Gut, dass wir gerade Sommer haben. Nichts zu meckern gibt es aber bei den ergonomisch angebrachten Fensterheberschaltern.

Der Tempomat wirft keine Fragen auf: Aktivert wird über eine kleine Taste, Tempoerhöhung durch Hochdrücken und Deaktivieren durch Wegdrücken. Eine Anbringung am Lenkrad würde sich jedoch anbieten. Auch in einem Kompaktklasse-Modell kann der Tempomat eine sinnvolle Investition sein. Der rechte Fuß hat vorerst Sendepause, wird in seiner Beweglichkeit aber leider durch Kunststoffbügel an der Mittelkonsole eingeschränkt.


Motor/Getriebe

Hier wurde im Grunde schon alles im vorangegangenen Bericht gesagt. Zum Modelljahr 2009, das eine umfangreiche Auffrischung in Form eines Facelift darstellt, wird der 2.0 TDI auf Common-Rail-Technik umgestellt. Ich bin noch das alte Modell mit ruppiger Pumpe-Düse-Technik gefahren, den ich bereits bestens kenne und auch jedem 1.9 TDI vorziehen würde – vor Allem aus akustischen Gründen. Das A3 Facelift kommt demnächst in den Handel.

Der Pumpe-Düse-Motor ist zwar keine Ausgeburt von Laufkultur und Drehfreude, aber Passagiere bekommen davon nur wenig mit. Knurrig verrichtet er seinen Dienst. Bei Vollast im mittleren Drehzahlbereich kann das sogar gut klingen. Dann klingt der 2.0 TDI fast wie ein wild gewordener Grizzly. Genauso ungestüm und angsteinflößend...

Nach einem kleinen Turboloch kommt das 2-Liter-8V-Triebwerk so richtig in Fahrt. Eine Anfahrschwäche habe ich nicht wirklich festgestellt. Dreht man vor dem Kuppeln den Motor auf ungefähr 2000 U/min, fällt er zwar erst mal ab, tourt dann aber ziemlich flott hoch, ohne lange zu verweilen. Ab 2000 U/min ist der Diesel in seinem Element. Das richtige Feuer findet man aber nur im Bereich zwischen 2500 und 3500 U/min, das sollte man wissen. Danach müht sich der 2.0 TDI redlich. Wer es unbedingt will, kann den Standardsprint in nur rund 10 Sekunden hinter sich bringen – ich habe es mal aus Neugier getestet. Die Gänge klicken unverzüglich ein, die Wege sind kurz, die Kupplung spricht sehr sauber an und vermittelt viel Gefühl. Kupplung wie Getriebe sind Glanzpunkte des A3, da es quasi nicht besser geht.

Bei Höchstgeschwindigkeit verweilt die Nadel irgendwo bei 4050 U/min. Das entspricht 221km/h nach Tacho - Audi verspricht glaubwürdige 207km/h. Auch bergab mit viel Anlauf sind nicht mehr als Tacho 233 möglich. Ab 4200 U/min siegen die Fahrwiderstände über den schwächelnden Motor.
Der Pumpe-Düse-Motor ist zwar relativ unharmonisch, aber das hat auch seinen Reiz. Man kommt sich eigentlich nie zu schwach motorisiert vor, auch wenn man am liebsten eine bessere Ansprechbarkeit des Turboladers hätte. Auf der Autobahn ist man mit dem 140PS starken 2.0 TDI unter den Schnelleren unterwegs.

Auf meiner Fahrt wurde das Potenzial – wo es erlaubt war – weitenteils voll ausgeschöpft. So kam es dazu, dass der Bordcomputer einen Verbrauch von 8,9 Litern ausgab. Das finde ich für die Fahrleistungen, die sich oft über 200km/h abspielten, völlig in Ordnung. Bei Tempo 200 saugt er sich immerhin 11,5 Liter je 100km aus dem kleinen Tank – hier kann man dem Antrieb aber keine Vorwürfe machen. Insgesamt ergab sich ein Verbrauch von 7,8 Litern. Erstaunlicherweise war diesmal der errechnete Verbrauch sehr genau widergegeben. Langsam Fahren geht natürlich auch! Dann sind Werte um die 5 Liter-Marke mühelos erreichbar – auch in städtischen Gebieten. Das Umweltgewissen wird zudem durch den seit April 2006 serienmäßigen DPF und Euro4-Klassifikation hinreichend befriedigt.


Fahrwerk/Sicherheit

Die 225mm breiten Reifen des Ambition bieten zwar einen hohen Rollwiderstand und erhöhen damit den Verbrauch, erlauben aber auch eine forcierte Fahrweise. Hohe Kurvengeschwindigkeiten quittiert der A3 mit einem leichten Heckschwenk, bleibt ansonsten sehr ruhig und ohne Tücke. Das Fahrwerk ist so sicher abgestimmt, dass auch bei deaktiviertem ESP keine Unruhe aufkommt. Einen Unterschied konnte ich nicht feststellen. Bei Aktivität greift es, genauso wie die daran gekoppelte ASR, sehr dezent ein, ohne dem Fahrer eine Predigt zu halten.

Sicherheit vermitteln auch 6 Airbags ab Werk und die hochfeste Karosserie. Das Halogenlicht ist aber kein Ruhmesblatt. Man wünscht sich mehr Reichweite und eine hellere Ausleuchtung. So kann man schnell mal etwas übersehen. Zum Glück packen die Bremsen sehr gut an, haben einen sauber definierbaren Druckpunkt und bringen den A3 in Bestzeit zum Stehen. Die Dosierbarkeit ist exzellent.

Schade, dass die Lenkung nicht ganz mit dem Fahrwerk mithalten kann. Zwar überzeugen die hohen Lenk- und Rückstellkräfte und das Sport-Lederlenkrad liegt optimal in der Hand, die Mittellage erscheint aber etwas gefühllos. Das ist umso ärgerlicher, weil die Lenkung sehr direkt und präzise arbeitet. Die perfekte Spur in schnellen Autobahnkurven zu halten, bleibt eine Herausforderung. Bei stärkeren Einlenkwinkeln kann die Lenkung vollauf überzeugen.

Der Fahrkomfort ist trotz Sportfahrwerk und komfortmindernden 17“-Niederquerschnittsrädern immer noch in akzeptablen Maß vorhanden. Kleine Stöße werden dankbar gefiltert, große Stöße steigern sich dagegen in eine merkliche Aufwährtsbewegung. Ein penetrantes Hoppeln ist aber nicht zu verzeichnen, auch auf schlechten Wegen fühlt sich das Fahrwerk nicht zu hart an. Es ist sportlich, aber diskret.


Preis

Audi versteht sich als Premiummarke. Der A3 ist jedoch in Grundausführung gar nicht mal so viel teurer als die angestammte Konkurrenz. Vernünftige Diesel-Modelle mit Business-Ausstattung lassen sich bei Ford oder Opel auch gut bezahlen. Allerdings mangelt es an Ausstattung, die nur gegen einen hohen Obulus hinzugefügt werden kann. Damit steht er dem 1er in nichts nach.
Bestellt werden kann aktuell nur das brandneue Facelift-Modell. Hohe Rabatte sind also nicht mehr zu erwarten. Wer Premium will, muss Premium bezahlen...

Einen Vorteil muss die unangenehme Preisproblematik haben: Der Wertverlust ist gering. Bei der heutigen Dieselpreisentwicklung stellt sich die Frage, ob das auch auf den beliebten TDI zutrifft.


Fazit

Warum muss es immer ein Golf sein? Der kleine Ingolstädter ist nicht ganz so profan, profitiert aber von den Vorzügen aus dem Hause VW. Der A3 ist mit dem 2.0 TDI dieselseitig ideal motorisiert – an dieser Aussage muss ich weiterhin festhalten. Seine Fahrdynamik ist für einen Fronttriebler überragend. Am meisten Spaß macht er in der Stadt, wo er durchaus auch sehr sparsam unterwegs ist. Um seiner Sportlichkeit gerecht zu werden, empfiehlt sich das Ausstattungspaket 'Ambition'.

Der A3 selbst ist gerade in Form des Sportback ein Siegertyp. Es bleibt eine Frage des persönlichen Geschmackes, ob man nicht doch dem 1er den Vorzug gibt. Beide Modelle sind qualitativ auf einem Niveau angesiedelt. Der A3 leistet sich kaum Schwächen, auch wenn er weder ein Schnäppchen noch ein Platzriese ist. Freuen darf man sich wohl auf den neuen Common-Rail-Motor, der den Spatzenverbrauch im Teillastbereich gegen Laufkultur eintauscht.


Und so sah er aus:



Der Verbrauch kann leicht über den rechten Fuß dirigiert werden. So kann man sich mühelos zwischen Himmel...



...und Hölle entscheiden. Bei diesem Verbrauch ist man dann aber auch teuflich schnell unterwegs.

__________________
Just because you're paranoid, don't mean they're not after you.

Geändert von freakE46 (24.10.2008 um 18:29 Uhr)
Userpage von freakE46
Mit Zitat antworten

Zu viel Werbung? Registriere Dich / Melde Dich an.




Antwort Zurück BMW-Treff Forum > Rund ums Automobil > Fahrberichte

Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu






Alle Partner anzeigen - hier klicken

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:54 Uhr.