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Alt 02.07.2007, 02:10     #1
freakE46   freakE46 ist offline
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DD-
Fahrbericht Renault Mégane CC

Ich hatte vor wenigen Tagen das zweifelhafte Vergüngen, einen Mégane CC bewegen zu dürfen (eigentlich wollte ich etwas völlig anderes mieten, aber naja ). Ich muss zugeben: das ist das erste Cabrio, welches ich bisher bewegt habe. Aber ist es denn überhaupt ein waschechtes Cabrio? Von der Optik her gibt es von mir ein klares "Nein" . Der Mégane zählt für mich in dieser Version zu den hässlichsten Vertretern - da finde ich den 307 CC optisch um einiges attraktiver (das will was heißen ). Selbst die ansehnlichen 17"er (auf 205/50 R17) und das dezente, aber wirksame Facelift von Januar 2006 konnten nicht mehr viel bewirken. Eine Seitenschutzleiste könnte das missratene Heck in der Seitenansicht kaschieren. Die Proportionen stimmen leider nicht. Als "echtes" Cabrio ohne (oftmals undichtem) Blechfaltdach würde er allemal besser aussehen, wie auch der Vorgänger gezeigt hat. Ein Coupé ist es leider auch nicht. Der Kofferraum wirkt geschlossen wie ein Fremdkörper. Der Dachverlauf disharmoniert mit der restlichen Form. Irgendwo ist es aber immer ein Kompromiss...

Das gefahrene Objekt war genauer gesagt ein Mégane CC 2.0 16V (99kW/135PS) in der Version 'Dynamique' mit EZ vom 26.2.2007 und 16.455km auf der Uhr. Gut eingefahren . Dem Wagen hat man dies aber nicht angesehen. Nur das knallrote Leder wirkte leicht ausgeblichen und ein paar Vögel haben sich verewigt. Die Materialauswahl und Verarbeitung ist erstaunlich gut. Die Ausstattung des gefahrenen Mégane war erstaunlich umfangreich. Einzig Xenon-Scheinwerfer hätte ich vermisst. Und wie man weiter unten lesen kann, nicht ohne Grund...

Grundpreis (2.0 16V Dynamique): 25.350€ (bereits gut ausgestattet)

• Confort-Paket: FH, Klimaanlage, NSW, Regensensor
• Luxe-Paket: Klimaautomatik, Keyless Entry & Drive
• Style-Paket: 17"-Leichtmetallräder, Sitzheizung
• elektrisches Verdeck
• Karten-Navigationssystem
• Radio/CD
• Metalliclack (Platingrau Metallic)
• Bordcomputer
• ESP
• Isofix
• ZV
• Geschwindigkeitsregelanlage
• Leder (Dynamique rot)
• Parksensoren hinten
• Reifendruckkontrollsystem
(das sollte glaube ich alles gewesen sein)

Listenpreis des gefahrenen Wagens: 30.960€ - dies wäre zumindest der günstigste Weg. Ohne Style- und Luxe-Paket verlangt Renault mit den selben Zutaten immerhin 32.080€.

Gefahren wurde hauptsächlich auf der Autobahn (A4/A14/A2/A1) bei wenig ausgeglichener Fahrweise. Auf der A14 und auf der A2 wollte ich bei den offenen Strecken wissen, was denn das gute Stück so alles kann (160-210km/h). Schnelles Fahren ist aber überaus unvernünftig, wenn man das mühsam gewonnene Tempo wegen Einscherer wieder vernichten muss. Der Verbrauch schnellte schnell auf 9,5 Liter hoch. Danach bemühte ich mich um etwas mehr Sparsamkeit und legte den Tempomaten bei ~120-160km/h ein. Ab 170km/h säuft er verständlicherweise. Im kurzwährenden Stadtverkehr konnte sich der Verbrauch wieder erholen .

Das Wetter war leider nicht das typische Cabrio-Wetter. Das war mir aber egal . So lange es nicht regnet, hat man offen eine Menge Spaß. Der Moment des Entblätterns hat auch heute immer noch wahren Show-Effekt - unglaublich . Auch offen wird man gut wahrgenommen - ich ahnte die neidvollen Blicke förmlich . Aber dennoch kommt wahres Cabrio-Feeling "dank" der schrägen und nahe des Kopfes befindlichen Windschutzscheibe nur bedingt auf. Im Gegenzug dazu wird es bereits ab mäßigem Landstraßentempo (ab reellen 70km/h) windig und der Gurt flattert im Takt mit dem Haar des Fahrers. Bei Tempo 100 darf der Friseur wieder Hand anlegen, denn dann herrscht mittlerer Sturm um das Haupthaar der Frontpassagiere. Aber auch geschlossen zeigt sich der Mégane von einer interessanten Seite. Sein Glasdach lässt den Innenraum sehr luftig erscheinen. Die stoffähnliche Sonnenabschirmung (bei Bedarf) ist allerdings dürftig, da sie kaum Wirkung erzielt.

Wie es im offenen Zustand hinten abgeht, will ich nicht gar nicht erst wissen - sollte sich da aufgrund der quälenden Enge überhaupt jemand verirren. Zu allem Übel müssen die sperrigen Überrollbügel quasi als Kopfstütze dienen. Vorne indes hat das Fahrerbein genug Spielraum. Lediglich die Ledersitze unterstützen eilige Kurvefahrten nur bedingt und könnten etwas mehr Langstreckenkomfort bieten.

Die Sitze passen aber vollauf zum Charakter des Wagens: er ist ein sanfter Gleiter. Das Fahrwerk ist sehr komfortabel, aber wenig agil ausgelegt. Meinen Geschmack trifft es deshalb nicht ganz. Mit der Lenkung konnte ich mich auch nach 628km nicht anfreunden - sie wirkt äußerst synthetisch und vermittelt wenig fahrdynamische Präzision. An die Rückstellkräfte muss man sich erst gewöhnen. Gewöhnungsbedürftig ist auch der Handbremshebel, der an einen Schubhebel eines Flugzeugs erinnern soll. Das ist wirklich ein netter Design-Gag, aber eben äußerst ungewöhnlich (wenngleich mir der Mégane II schon vorher bekannt war) und wohl auch etwas unpraktisch. Beim Loslassen muss der Hebel erst leicht nach oben geschoben werden und erst dann lässt sich die Handbremse lösen. Die Hand muss dabei auch unnatürlich verschränkt werden.

An einen anderen Gag konnte ich mich aber komischerweise schnell gewöhnen. Die Rede ist von Keyless&Go. Hierbei benötigt man lediglich eine flache, schwarze Chip-Karte, die man z.B. in die Jacken- oder Gesäßtasche steckt. Ich persönlich halte prinzipiell wenig von solchen Spielereien. Jedoch finde ich es äußerst lässig, den Wagen mit nur einer Bewegung zu ver- und entriegeln - ungewohnt und deshalb durchaus amüsant . Umständlich finde ich dagegen das Starten und Stoppen des Motors per Druckknopf. Warum denn nicht ein einfacher Dreh am Zündschlüssel? Für diese "Technologie" bin ich kaum zu begeistern...

Die Schaltwege des 6-Gang-Getriebes sind zwar kurz, aber nicht sehr exakt geführt. Den sportlichen Glanzpunkt bildet die gelochte und rutschfeste Alu-Pedalerie. Der Rest deutet eher auf einen typischen Cruiser hin. Offen und gemütlich macht er sich wahrlich gut. Die schnell ansprechende Sitzheizung darf dann natürlich nicht fehlen.

Der muntere, kultivierte und geräuscharme Reihenvierer passt hervorragend zur gelassenen Gangart des offenen Franzosen, da er bereits aus niedrigen Drehzahlen sauber herausbeschleunigt und eine schaltfaule Fahrweise ermöglicht. Ab 2000U/min hat er schon ordentlich Kraft und sorgt mitunter für leichten Schlupf beim zügigen Anfahren. Die Fahrleistungen bewegen sich auf einem guten Niveau. Laut Hersteller soll er 205km/h Spitze erreichen sowie 9,9 Sekunden für den Sprint auf Landstraßentempo benötigen. Überschäumendes Temperament darf man allerdings nicht erwarten. Ich habe ihn nur auf Tacho 212 getrieben. In den oberen Drehzahlregionen wurde der Votrieb äußerst zäh und die Akustik wanderte ins Dröhnen ab. Jedoch glänzt der Motor mit einem günstigen Verbrauch: bei normaler Fahrweise (mit geöffnetem Verdeck) steht eine 7 vor dem Komma. Der nicht unerheblich schwächere und zudem leichtere 116i benötigt stets rund einen Liter mehr auf 100km. Über die gesamte Distanz habe ich laut Zentraldisplay durchschnittlich 8,7 Liter/100km durch die Ansaugschläuche gejagt (errechnet: 9,0 Liter Super/100km).

Der Mégane ist leider nicht gerade ein Leichtgewicht. Ein weiterer Punkt, der gegen das Klappdach spricht, wäre der direkt winzige Kofferraum bei offenem Dach: 190 Liter bleiben dann übrig. Ob das für den Ausflug zu zweit reicht? Fraglich. Zum Glück bleibt noch Platz auf den Rücksitzen, die allenfalls für Kinder ausreichend ist. Geschlossen bietet er satte 490 Liter Stauvolumen. Dieser Pluspunkt geht jedoch klar auf Kosten der Optik und der Kopffreiheit im Fond. Das offene Fahren würde ich jederzeit bevorzugen.

Innen trifft er dagegen eher meinen Geschmack. Das etwas zu große Leder-Lenkrad war in der gefahrenen Version bicolor gehalten - überaus schick! Aber der Rest erschlägt zunächst: meiner Meinung nach ist der Mégane nicht ohne Studium der Bedienungsanleitung bzw. einer längerminütigen Expermientierphase zu bedienen. Intuitiv ist wirklich etwas anderes! Vielleicht lag es auch daran, dass ein klappbares Navi-System verbaut war, welches nach dem Start auch erst über einen winzigen Knopf aktiviert werden musste (zusammen mit dem Radio). Die Anordnung der Bedientasten für Radio und Navigation erscheinen weniger logisch. Auch die Steuerung des Abblend- und Fernlichts findet nicht links vom Lenkrad über einen mittlerweile gängigen Drehschalter, sondern am links positionierten Lenkradstock statt. Die Halogenscheinwerfer sind äußerst mies, leuchten den rechten Fahrbahnrand kaum aus und strahlen auch in der höchsten Position nicht sehr weit. Dafür ist der Klecks vor dem Fahrzeug recht homogen und nicht zu schwach.

Die Sitzheizung ist meines Erachtens nicht ideal positioniert. Der Schalter dazu befindet sich unter dem Handbremshebel. Die Kontrollleuchte bleibt dabei nicht im Blickfeld des Fahrers. Glücklicherweise heizt sie ausreichend schnell. Den Bordcomputer würde ich wohl überarbeiten. Man tippt sich dauernd durch sämtliche Anzeigeoptionen wie die Restreichweite, Tageskilometer, Spritverbrauch (absolut), Spritverbrauch (pro 100km) oder Tempomatfunktion. Ich empfand es als äußerst umständlich. Die Instrumente selbst könnten auch einen Hauch besser abzulesen sein. Aber hauptsache es sieht gut aus...

Der Tempomat dagegen befindet sich - klein und versteckt - auf der linken Seite hinter dem Lenkrad und muss quasi blind bedient werden. Zum Glück betrifft dies nur die Aktivierung/Deaktivierung. Die Steuerung über 4 Lenkradtasten ist dagegen ein echter Glücksgriff und auch ohne Studium der Betriebsanleitung zu verstehen (die Nutzung eines Tempomats war mir ohnehin neu). Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten erfolgte die Bedienung des Navigations-Geräts prompt und mühelos. Die Kartendarstellung ist übersichtlich und klar erkennbar, zeigt jedoch hauptsächlich in Fahrrichtung (nordrichtungsgebunden wäre mir weitaus lieber). Nicht vergessen werde ich das kleine "Malheur", als das Gerät meine Position falsch berechnete und ich quasi inmitten der Pampa statt weiterhin auf der A2 herumdüste. Geschadet hat es zwar nicht, aber mit der Zeit war es nicht mehr lustig, sondern nervig. Erneutes Aus- und Wiedereinschalten hat nichts erbracht. Nach fast einer Stunde hat es sich wieder gefangen...

Trotz aller negativen Punkte hat Renault ein ordentliches Paket auf die Räder gestellt. Antriebsseitig wird er zwar sportliche Naturen kaum begeistern können, ruhigere Fahrer werden aber bestens angesprochen.


Kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke:

Pro:
• offener Fahrspaß zu zweit
• munterer und sparsamer Antrieb
• gute Kartendarstellung des Navis
• guter Komfort, trotzdem nicht zu weich ausgelegt
• günstiger Preis/umfangreiche Serienausstattung
• niedrige Ladekante
• viel Platz vorn (zumindest bis ca. 1,75m).
• ordentliche Ablagen, große Verstaumöglichkeit unter der Mittelarmlehne.

Contra:
• Design
• Bedienung
• wenig Gefühl vermittelnde Lenkung
• Kofferraumnutzbarkeit (offen)
• wenig bis kein Platz hinten
• schlechtes Abblendlicht
• eingeschränkte Übersichtlichkeit
• zu viel Technologie, die das Fahren nicht wirklich einfacher macht
• starke Windgeräusche an den Fugen des Blechdachs bei Autobahntempo

Und hier das Bildmaterial:

__________________
Just because you're paranoid, don't mean they're not after you.

Geändert von freakE46 (09.07.2007 um 17:00 Uhr)
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