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Alt 13.05.2005, 14:18     #1
Albert   Albert ist offline
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BMW eröffnet neues Werk in Leipzig

Leipzig / München. Mit einem Festakt eröffneten heute Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, Helmut Panke, im Beisein der Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Leipzig das neue BMW Werk Leipzig.

Im Zuge der Produkt- und Marktoffensive hat die BMW Group in den zurückliegenden Jahren ihre Fahrzeugpalette auf inzwischen zehn Modellreihen deutlich erweitert. Damit nahm der Fahrzeug-Absatz auf über 1,2 Mio. Automobile im Jahr 2004 zu. Bis 2008 ist ein weiterer Anstieg auf 1,4 Mio. Fahrzeuge geplant. Für diese Entwicklung stellt das neue BMW Werk Leipzig die notwendigen Kapazitäten zur Verfügung. Mittelfristig ist das Werk auf die Produktion von täglich 650 Fahrzeugen ausgelegt, damit werden bei Vollauslastung an dem Standort 5.500 Arbeitsplätze geschaffen.

Im Rahmen der offiziellen Eröffnung wies Panke auf die Bedeutung Deutschlands für die Automobilindustrie hin: "Die Summe der Qualitätsmerkmale des Standorts Deutschland versetzt uns nach wie vor in die Lage, Spitzenprodukte unserer Industrie zu erzeugen. Dazu gehören eine gute Ausbildung, Infrastruktur, Qualität und Motivation der Mitarbeiter, Qualität der Zulieferindustrie, Tradition und ein gutes, konstruktives Gesprächsklima mit den Arbeitnehmervertretern auf betrieblicher Ebene."

In das neue BMW Werk in Leipzig wurden 1,3 Mrd. Euro investiert. Für diese Anfangsinvestition wurden von der Europäischen Kommission Regionalbeihilfen mit einem Fördervolumen von 360 Mio. Euro bewilligt. Zusätzlich zu dem Engagement in Leipzig hat die BMW Group seit 2001 - dem Jahr der Entscheidung für Leipzig - weitere 5,4 Mrd. Euro in das weltweite Produktionsnetzwerk investiert; etwa 4,0 Mrd. Euro davon flossen in den Ausbau der bestehenden Werke in Deutschland.

Panke: "Auch wenn heute unser neues Werk in Leipzig mit einer Investition von rund 1,3 Mrd. Euro im Mittelpunkt steht, sollte man nicht übersehen, dass wir seit 2001 zusätzlich das Dreifache davon in die anderen Standorte der BMW Group in Deutschland investiert haben."

Ein wesentlicher Faktor für die Standortwahl war der hohe Grad an Flexibilität, der für den Betrieb des Werks erreicht werden konnte. "Gemeinsam mit der Arbeitnehmer-Vertretung haben wir die BMW Formel für Arbeit entwickelt. Mit innovativen Arbeitszeitmodellen können wir ein Höchstmaß an Flexibilität und damit Auslastung des Werks erreichen und so bestehende Kostennachteile der Fertigung in Deutschland zu einem Teil wieder ausgleichen," so Panke.

Mit der BMW Formel für Arbeit kann auf Basis des Flächentarifvertrags die Produktionszeit des Werkes zwischen 60 und 140 Stunden pro Woche variieren. Panke: "Dieses Modell zeigt, dass mit intelligenter Planung und gutem Willen aller Beteiligten erfolgreiches Wirtschaften in Deutschland nach wie vor möglich ist."

Die Region Leipzig/Halle konnte sich im Juli 2001 unter über 250 Alternativen in ganz Europa als Standort für das neue BMW Werk durchsetzen. Maßgeblich für die Standortauswahl war die Erfüllung folgender Kriterien:

1. Wirtschaftlichkeit und Flexibilität
2. Ideale Beschaffenheit und Lage des zukünftigen Werksgeländes
3. Verfügbarkeit von qualifiziertem und gut ausgebildetem Fachpersonal
4. Nutzung vorhandener Strukturen hinsichtlich bestehender Werke, Zulieferer und Logistik
5. Infrastruktur für Verkehr, Versorgung und Entsorgung
6. Anbindung an das Vertriebsnetz
7. Schneller und reibungsloser Umsetzungsprozess

Diese Kriterien wurden in Summe in der Region Leipzig / Halle am besten erfüllt. Die Nähe zu den bayerischen Automobilwerken der BMW Group und die hohe Dichte an erstklassigen Zulieferern im süd- und mitteldeutschen Raum waren dabei maßgebliche Argumente. Auch die große Zahl an hochqualifizierten Arbeitskräften hat für die Region Leipzig / Halle gesprochen.

Das BMW Werk Leipzig ist Bestandteil des Produktionsnetzwerkes der BMW Group mit insgesamt 22 Produktionsstätten. Mit 80.000 Mitarbeitern von weltweit 106.000 liegt der Produktionsschwerpunkt der BMW Group in Deutschland. Internationale Standorte wie Südafrika, USA oder China dienen vor allem der Erschließung weltweiter Absatzmärkte. Der Tradition der Marken MINI und Rolls-Royce entsprechend ist die Produktion der Fahrzeuge dieser Marken in Großbritannien beheimatet.
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Alt 13.05.2005, 14:19     #2
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Eröffnung BMW Werk Leipzig: Rede von Dr. Helmut Panke Vorsitzender des Vorstands der BMW AG

Pressekonferenz Leipzig, 13. Mai 2005

- Es gilt das gesprochene Wort -



Meine sehr verehrten Damen,
meine Herren,

ich darf Sie hier in unserem neuen Werk in Leipzig ganz herzlich begrüßen.

Es mag heute eher ungewöhnlich sein, dass ein deutsches Unternehmen ein neues Automobilwerk errichtet. Erst recht mag es heute ungewöhnlich sein, dass ein deutscher Hersteller dies hier am Standort Deutschland tut.

Ich möchte mich daher auf zwei Aspekte konzentrieren:

1. Warum baut die BMW Group ein neues Werk?
und
2. Warum baut die BMW Group ein neues Werk hier in Leipzig?

Direkt zur ersten Frage:

Die naheliegende Antwort auf die Frage nach der Notwendigkeit dieses neuen Werkes lautet: Die BMW Group baut ein neues Werk, weil sie neue Produktionskapazitäten benötigt, um die international steigende Nachfrage nach Automobilen der Marke BMW zu bedienen.

Das klingt ganz kurz und plausibel, aber das neue Werk in Leipzig ist Baustein einer langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie.

Die BMW Group hat eine Produkt- und Marktoffensive gestartet mit dem Zwischenziel, den Absatz des Unternehmens bis zum Jahr 2008 deutlich auf 1,4 Millionen Automobile zu steigern. Dieses Ziel haben wir bereits im Jahr 2003 kommuniziert.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss die BMW Group rechtzeitig und langfristig planen. Nur um Ihnen einen Eindruck davon zu geben, in welchen Dimensionen wir dabei zu denken haben:

Kein Hersteller kann ein Automobil über Nacht entwickeln. Und er produziert auch nicht Automobile dafür, dass sie nur für kurze Zeit auf dem Markt sind. In der Regel dauert allein die Serienentwicklung eines neuen Fahrzeugs rund 30 Monate. Anschließend wird ein Automobil rund sieben Jahre auf den Märkten verkauft. Und selbst danach ist es noch viele Jahre auf den Straßen anzutreffen.

Ähnlich sieht es bei Produktionsstrukturen und Prozessen aus: Unternehmen müssen lange im Vorfeld planen, wo sie wie viele Automobile produzieren wollen. Natürlich kann man dabei seine Strukturen sehr flexibel gestalten. Nur: Unternehmen können ihre Produktionskapazitäten nicht von einem Tag auf den anderen verdoppeln.

Denken Sie in diesem Zusammenhang allein daran, dass es knapp vier Jahre von der Entscheidung bis zur Fertigstellung dauert, ein neues Werk wie dieses hier in Leipzig aufzubauen und dass hohe Investitionen damit verbunden sind. Und denken Sie vor allem daran, für welche Laufzeit ein solches Werk geplant wird. Wir sprechen hier über Jahrzehnte.

Unser klares Bekenntnis lautet: Das neue BMW Werk hier in Leipzig spielt in unserer langfristig angelegten Produkt- und Marktoffensive eine wichtige Rolle. Wir treffen Entscheidungen von dieser Tragweite nicht aus kurzfristigen Erwägungen heraus. Wenn wir uns wie in diesem Fall für Leipzig entscheiden, dann tun wir das ganz bewusst und sehen das auch als Verpflichtung.

Schließlich hat die BMW Group ihre Wurzeln in Deutschland. Rund drei Viertel unserer Mitarbeiter arbeiten hier, mehr als die Hälfte unseres Einkaufsvolumens stammt aus Deutschland. Rechnet man die zentral eingekauften Umfänge für Produktionsmaterial, Ausrüstungsgegenstände und Dienstleistungen zusammen, so kauft die BMW Group in Deutschland jährlich alles in allem Waren und Dienstleistungen für rund 15 Milliarden Euro ein. Dieses ist weitaus mehr als der Umsatz, den wir in Deutschland erzielen.

Meine Damen und Herren,

damit zur zweiten Frage: Warum baut die BMW Group dieses Werk hier in Leipzig?

Wir hatten insgesamt rund 250 sehr gute Angebote aus ganz Europa - unter anderem auch aus anderen deutschen Bundesländern. Es war nicht leicht, am Ende eine Entscheidung zu treffen.

Zu den wichtigsten Kriterien der Standortauswahl zählten:

1. Die Wirtschaftlichkeit und die Flexibilität.
2. Die ideale Beschaffenheit und Lage des zukünftigen Werksgeländes.
3. Die Verfügbarkeit qualifizierten Fachpersonals.
4. Die Nutzung vorhandener Strukturen hinsichtlich bestehender Werke, Zulieferer und
Logistik.
5. Die Infrastruktur für Verkehr, Versorgung und Entsorgung.
6. Die Anbindung an unser Vertriebsnetz und unsere Kunden.
7. Der Prozess der Umsetzung.

Leipzig hat nicht bei allen diesen sieben Kriterien - aber in Summe - am besten abgeschnitten. Speziell die Nähe zu den bayerischen Automobilwerken der BMW Group, welche die Region Leipzig/Halle bietet, ist hier ein starkes Argument. Damit in engem Zusammenhang steht die hohe Dichte an erstklassigen Zulieferern im süd- und mitteldeutschen Raum. Auch die große Zahl an hochqualifizierten Arbeitskräften hat für einen Standort in Deutschland gesprochen. Es gibt wenige Standorte weltweit, die uns diese Vorteile in dieser Ausprägung bieten können.

Pointiert möchte ich sagen: Der Standort Deutschland hat nach wie vor die Voraussetzungen für Erfolg im internationalen Wettbewerb.

Wir müssen daran arbeiten - hart daran arbeiten - dass dies so bleibt, dass diese Position weiter gestärkt wird. Denn es ist unbestreitbar, dass wir im internationalen Vergleich mit hohen Kosten zu kämpfen haben, und dass dieser Standort teilweise überreguliert ist.

Darüber hinaus gewinnen wir manchmal den Eindruck, dass in der öffentlichen Diskussion, leichtfertig sowie aus nicht-sachlichen und nicht nachvollziehbaren Überlegungen heraus, wichtigen Industriezweigen wie der Automobilindustrie und dem Standort Deutschland insgesamt aus kurzfristig-populistischen Überlegungen Schaden zugefügt wird.

Es wäre aus meiner Sicht wesentlich sinnvoller, zu einer sachlichen Auseinandersetzung zurückzukehren, als ideologische Debatten zu führen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass wir die internationale Wettbewerbsposition der Automobilindustrie wie auch der deutschen Industrie insgesamt nicht nur schützen und erhalten, sondern weiter stärken.

Dazu gehört aus unserer Sicht in Deutschland ein Höchstmaß an Flexibilität der Arbeitsbedingungen, die gerade in unserer Industrie für den Erfolg entscheidend ist. Ein sehr gutes Beispiel sehen wir hier in Leipzig: Mit ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten dieses Standorts war es, dass die Arbeitnehmervertreter und die Unternehmensleitung in konstruktiver Zusammenarbeit die "BMW Formel für Arbeit" vereinbart haben.

Diese Formel erlaubt - je nach Produktionsvolumen und Kundennachfrage - eine Betriebsnutzungszeit von 60 bis 140 Stunden pro Woche. Verschiedene aufeinander abgestimmte Arbeitszeitmodelle entkoppeln die persönliche Arbeitszeit der Mitarbeiter von den Maschinenlaufzeiten des Werkes. Damit können wir die Nutzung der installierten Kapazitäten bei Bedarf um bis zu 40 Prozent erhöhen. Das ermöglicht uns wiederum ein Höchstmaß an Flexibilität und trägt wesentlich dazu bei, dass wir trotz der bestehenden Standortnachteile in Leipzig eine wettbewerbsfähige Produktivität erreichen.

Die Tatsache, dass wir dieses Werk hier und heute in Leipzig eröffnen, ist auch ein klares Signal dafür, dass am Standort Deutschland mit einer hohen Flexibilität sehr viel bewegt werden kann.

Ja, die BMW Group hat für dieses Werk in Leipzig auch Fördermittel erhalten. Dies zeigt, dass sich die Europäische Union darüber im Klaren ist, dass im Sinne einer ausgewogenen Wirtschaftsstruktur in der EU auch am Standort Deutschland vorhandene Nachteile ausgeglichen werden dürfen.

Selten sind solche Fördermittel besser angelegt: Wir haben hier in Leipzig nicht nur ein Montagewerk errichtet, sondern ein vollständiges Werk mit allen Kerntechnologien der Automobilproduktion. Wir haben in dieses Werk Leipzig als Anfangsinvestition 1,3 Milliarden Euro investiert. Dies ist jedoch nicht alles: Mit jedem Modellwechsel werden weitere Investitionen folgen, die über die Laufzeit des Werkes summiert deutlich höher sein werden als diese Anfangsinvestition.

Darüber hinaus haben wir parallel zum Bau des neuen Werkes unser bestehendes Produktionsnetzwerk weiter ausgebaut und auf dem höchsten technischen Stand gehalten. So haben wir seit 2001 - dem Jahr der Entscheidung für Leipzig - 4 Milliarden Euro in den Ausbau unserer bestehenden Werke in Deutschland investiert. Wohlgemerkt: Unsere Investition in Leipzig ist hier noch nicht enthalten. Und auch unsere Investitionen in unsere ausländischen Werke sind hier noch nicht mit eingerechnet.

Meine Damen und Herren,

im Jahr 1973 eröffneten wir unser Werk in Dingolfing und viele dachten, damit wäre das letzte Automobilwerk in Europa entstanden. 1986 kam das Werk Regensburg hinzu mit einer ähnlichen Resonanz aus der Öffentlichkeit. Als wir dann 1994 ein Werk in Spartanburg, in den USA eröffneten, fanden sich viele bestätigt, die immer schon sagten, dass die Produktion in Europa schon am oberen Limit und ein Wachstum nur noch im Ausland möglich sei.

Dabei muss man sagen: Seit der Inbetriebnahme unseres Werkes in Spartanburg haben wir unseren US-Absatz mehr als verfünffacht. Die Steigerung der Absatzzahlen in den USA betrifft dabei vor allem in Deutschland gebaute BMW Modelle wie zum Beispiel 5er und 7er. Dies belegt: Unsere starke Position im Ausland sichert und schafft über zusätzliche Nachfrage Arbeitsplätze zu Hause.

Doch für uns war auch mit Spartanburg die Entwicklung nicht abgeschlossen.

Hier am Standort Leipzig eröffnet die BMW Group heute ein weiteres komplettes Produktionswerk und bekennt sich zu einer langfristigen Partnerschaft. Wir schaffen hier auf dem Werksgelände - bei Vollauslastung - 5.500 neue Arbeitsplätze und sorgen darüber hinaus auch im Umfeld für weitere Beschäftigung.

Und wir widerlegen damit diejenigen, die immer wieder skeptisch auf unsere Branche geblickt haben. Die Automobilindustrie hat unverändert Zukunft - bei einem Höchstmaß an Flexibilität auch hier am Standort Deutschland.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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Alt 13.05.2005, 14:20     #3
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Eröffnung BMW Werk Leipzig: Rede von Dr. Norbert Reithofer Mitglied des Vorstands der BMW AG

Pressekonferenz Leipzig, 13. Mai 2005

- Es gilt das gesprochene Wort -


Meine Damen und Herren,

Wenn wir heute das neue Werk Leipzig eröffnen, sei ein Blick zurück erlaubt: Wir waren angetreten, eines der modernsten Automobilwerke der Welt in Leipzig zu errichten. Vor wenigen Wochen, am Morgen des 1. März 2005, ist hier der erste BMW 3er vom Band gerollt, der an einen Kunden aus Leipzig übergeben wurde. Für uns war das ein historischer Moment.

Ich freue mich über Ihr Interesse an der Eröffnung des Werks Leipzig und möchte mich in meinen Ausführungen auf zwei Punkte konzentrieren:

· Welche neuen Strukturen und Prozesse dieses neue BMW Werk auszeichnen,
und
· wie es in unser internationales Partner- und Produktionsnetzwerk eingebettet ist.

Die BMW Group ist für Premium-Qualität und Agilität bekannt. Ein neues Werk zu planen, ist immer auch eine Chance, bestehende Produktionssysteme weiter zu verbessern.

Herr Dr. Panke hat die Zahl gerade genannt: 1,3 Milliarden Euro sind investiert worden. Weit mehr "Kapital" steckt aber in Form von Know-how aus dem gesamten Produktionsnetzwerk hier in Leipzig!

Wir haben diesen Neubau genutzt, um Erfahrungen aus den übrigen Werken in Leipzig zusammenzuführen und natürlich neue Wege zu gehen.

Unser Ziel war es, langfristig flexible Strukturen bereitzustellen, um auch künftige Fertigungstechnologien umsetzen zu können. Das Werk sollte flexibel auf Anforderungen des Marktes in punkto Stückzahlen und zusätzliche Produkte reagieren können. Wir haben in diesem neuen Werk eine Reihe von Strukturen und Prozessen neu aufgesetzt, die sich dazu eignen, dass wir sie in Zukunft in die übrigen Werke transferieren.

Ich möchte dazu einige Beispiele nennen, auf die wir besonders stolz sind. Das eine oder andere werden Sie vorhin beim Werksrundgang selbst entdeckt haben.

Das erste Beispiel schwebt im Zentralgebäude über Ihren Köpfen. Hier bringt ein Fördersystem die fertigen Karosserien vollautomatisch in ein Hochregallager. Aus diesem Speicher werden sie von der Lackiererei abgerufen. Fast alle Pressteile für die Karosserien beziehen wir übrigens von den Partnern im Produktionsnetzwerk in München, Dingolfing und Regensburg. Dadurch, dass die Karossen durch das Verwaltungsgebäude schweben, ist der direkte Bezug zum Produkt für jeden Mitarbeiter gegeben.

Das zweite Beispiel finden Sie in der Lackiererei. Dort setzen wir natürlich unsere moderne und besonders umweltschonende Pulverklarlack-Technologie ein. Damit werden wir unserem Grundsatz der "Clean Production" gerecht.

Die Montage, das ist mein Beispiel drei, zeichnet sich durch einen einmaligen Grundriss aus, dem eine Fingerstruktur zugrunde liegt. Viele Mitarbeiter aus anderen Werken haben mit ihrer Erfahrung beigetragen, dass wir unser System optimieren konnten. Dazu ist die Montage mit einem weitgehend variantenneutralen Hauptband ausgelegt worden. Investitionsintensive Anlagen, wie beispielsweise automatisierte Stationen, stehen in der Hauptlinie an so genannten Fixpunkten. Von diesen Fixpunkten zweigt die Montagelinie in einzelne Finger ab. Wenn die Montagelinie nun verlängert werden muss, z. B. wegen zusätzlichen Arbeitsinhalten oder Kapazitätsbedarf, wird ein Finger verlängert ohne die Fixpunkte zeit- und kostenaufwändig verändern zu müssen. Ein Gruppenleiter aus unserer Montagetechnologie hat diese Fingerstruktur erfunden, die inzwischen patentiert und weltweit ohnegleichen ist.

Beispiel Nummer vier: Das neue Versorgungszentrum setzt Maßstäbe für die Logistik von Automobilwerken. Die Montage muss zeitgerecht mit Teilen versorgt werden. Um Bauteile und Komponenten zur rechten Zeit und in der exakt benötigten Reihenfolge der individuellen Fahrzeugausstattungen ans Band zu bringen, haben wir einige Lieferanten direkt auf dem Werksgelände angesiedelt. Sie produzieren einzelne Module im Versorgungszentrum entsprechend der Auftragsreihenfolge und liefern diese Module sequenzgenau zur Montage an das Hauptband. Beispiele für solche Module sind das Cockpit- oder das Sitz-Modul.

Diese Komponenten sind vollautomatisch über eine Elektrohängebahn direkt zur Montage unterwegs. Wenn die geplanten Stückzahlen erreicht sind, werden wir am Tag rund 7.000 Kubikmeter an Modulen zur Montage bringen, das sind immerhin 70 Prozent unseres Anliefervolumens. Es fallen deutlich weniger Lkw-Fahrten an, weil die Einzelteile natürlich auch weniger Platz benötigen als voluminöse Module. Das spart Kosten und schont die Umwelt - und vor allem: Das Versorgungszentrum auf dem Werksgelände führt zu einer wesentlich höheren Versorgungssicherheit. Kurze Transportwege zum Band minimieren das Ausfallrisiko und verkürzen die Qualitätsregelkreise.

Und das letzte Beispiel für neue Strukturen und Prozesse in Leipzig: Qualität steht hier auch optisch im Mittelpunkt. Wir wollen, dass das Thema Qualität jedem Mitarbeiter auch im Werk Leipzig stets im Bewusstsein bleibt. Die BMW Group steht für Premium Automobile. Deshalb können unsere Kunden erwarten, dass sowohl die Auslieferqualität als auch die Zuverlässigkeit unserer Produkte premiumgerecht sind. Um die Zufriedenheit unserer Kunden auf hohem Niveau zu halten, ist Qualität in allen internen Zielvereinbarungen im Produktionsressort festgeschrieben.

Bei der Werksführung heute morgen haben Sie im Zentralgebäude schon den zentralen Messraum gesehen. Gleich gegenüber befindet sich die zentrale Auditpräsentationsfläche. Hier läuft jeder Mitarbeiter vorbei. Für jeden im Werk sichtbar, werden dort die Qualitätsthemen an auditierten Fahrzeugen gezeigt. Ein schnelleres Instrument, um einen Fehler in der Serienproduktion zu vermeiden, kann ich mir kaum vorstellen!

Meine Damen und Herren, zum ersten Mal in der Geschichte der BMW Group haben wir mit dem BMW 3er ein neues Produkt fast zeitgleich parallel in vier Werken anlaufen lassen. Unser internationales Produktionsnetzwerk wächst mit der Inbetriebnahme von Leipzig heute auf 22 Standorte in zwölf Ländern an.

Die Entscheidung für Leipzig basierte auf unserer Strategie "Produktion folgt dem Markt". Wir errichten dort Produktionsstätten, wo ein entsprechender Markt bedient werden kann. Die BMW Group bereitet sich intensiv auf die EU-Osterweiterung vor. Unsere Vertriebsgesellschaften rechnen nach dem Beitritt weiterer osteuropäischer Staaten in die Europäische Union mit höherem Absatz. Leipzig ist dafür ideale Basis, ohne den Standort Deutschland zu verlassen. Ein wichtiger Vorteil ist auch, dass wir damit keine Sprachbarrieren überwinden mussten.

Mit besonderer Freude haben wir registriert, wie bereitwillig unsere neuen Mitarbeiter in Sachsen von ihren bayerischen Kollegen gelernt haben. Rund 1.500 Mitarbeiter in Leipzig waren an anderen Werksstandorten im Einsatz, um sich für die neue Aufgabe zu qualifizieren. Sie haben dabei oft lange Trennungen von ihren Familien in Kauf genommen.

Erfahrungen untereinander auszutauschen, die jeweils beste Lösung an einem Standort nach dem Prinzip von Best Practice auch an anderen Standorten zur Verfügung zu stellen, verstehen wir unter Zusammenarbeit in einem internationalen Produktionsnetzwerk. Und der Erfolg gibt uns recht. Gemeinsam mit unseren Zulieferern arbeiten wir ständig an der Verbesserung unserer Prozesse und Strukturen, um unsere Effizienz zu steigern. Durch aktiven Know-how Transfer stärken wir den Produktionsstandort Deutschland! Dieses Werk wurde in intensiver Kooperation mit Regensburg und München hochgefahren, wo der BMW 3er gleichzeitig gefertigt wird.

Wir wollen die produzierten Stückzahlen in diesem Werk zügig auf bis zu 650 Einheiten pro Tag hochfahren. Und wir haben das Werk von vornherein so flexibel und nachhaltig ausgelegt, dass wir hier fast alle heutigen und künftigen BMW Modelle produzieren können.

Vielen Dank!
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Alt 13.05.2005, 14:21     #4
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Zeitleiste Entscheidung für das BMW Werk Leipzig

Juni 2000
Entscheidung des Vorstands ein neues Automobilwerk zu bauen

Oktober 2000
Ende der Bewerbungsfrist
Eingang von über 300 Anfragen und über 200 Bewerbungen mit ausgefülltem Erhebungsbogen

November 2000
Abschluss Machbarkeitsuntersuchung und Auswahl von 50 Standorten

Februar 2001
Abschluss der vertiefenden Untersuchung und Auswahl von 24 Standorten

31. Mai 2001
Auswahl von 12 Standorten aufgrund eines umfangreichen Bewertungssystems

7. Juni 2001
Reduzierung auf 5 Standorte: Leipzig, Schwerin, Augsburg, Kolin (Tschechische Republik), Arras (Frankreich)
Darauf folgend: Durchführung weiterer Analyse- und Detailarbeiten zusammen mit den örtlichen Stellen

18. Juli 2001
Standortentscheidung


25. Juli 2001
Unterzeichnung Ansiedlungsvertrag

1. August 2001
In der Torgauer Straße in Leipzig wird ein Büro bezogen, dort werden u.a. Bewerber- und Informationsgespräche geführt und die Personalauswahltage finden statt.

13. August 2001
Beginn Baufeldfreimachung durch die Stadt Leipzig

30. August 2001
Die BMW Group stellt sich und ihr geplantes neues Werk in der Region vor
Die ersten Auszubildenden beginnen im September mit ihrer Ausbildung in den bayerischen Werken.

22. März 2002
Eine aus elf Preisrichtern bestehende Jury wählt die Gewinner des Realisierungswettbewerbs zur Gestaltung des Zentralgebäudes für das BMW Werk Leipzig. Der erste Preis geht an das Team der Architektin Zaha Hadid, London und das Landschaftsarchitekturbüro Gross.Max, Edinburgh für die Gestaltung der Außenanlagen.
Insgesamt hatten sich 208 nationale und internationale Teams für die Teilnahme beworben, 24 Teams nahmen schließlich teil.

07. Mai 2002
Erster Spatenstich

30. Juli 2002
Beginn des Hochbaus mit der Errichtung der ersten Stützen für die Lackiererei

8. November 2002
Eröffnung des infocenter auf der Baustelle.

29. April 2003
Grundsteinlegung für das Zentralgebäude

07. Mai 2003
Richtfest

30. Januar 2004
Erhalt der dritten und letzten Teilgenehmigung zur Errichtung und zum Betrieb des BMW Werks Leipzig, Übergabe durch den Leipziger Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach

01. Juli 2004
Start Erprobungsbetrieb

01. März 2005
Start der Serienproduktion der BMW 3er Limousine

13. Mai 2005
Offizielle Werkseröffnung
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