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Alt 24.06.2004, 15:16     #11
Hermann   Hermann ist offline
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BMW Motorenproduktion. BMW Motorenzentrum Steyr.

Die BMW Motoren GmbH in Steyr, die 2004 ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, ist das größte Motorenwerk im weltweiten Produktionsnetzwerk der BMW Group. Es ist gleichzeitig das Kompetenzzentrum für die Entwicklung der BMW Dieselmotoren-Technologie.

Bereit für weiteres Wachstum.

Das BMW Werk in Oberösterreich hat seit 1982 über 7,5 Millionen Motoren produziert und sich gleichzeitig den steigenden Stückzahlen und Anforderungen durch die zunehmende Komplexität der Produkte und Prozesse angepasst. Seit der Gründung wurden rund 2,6 Milliarden Euro in den Aufbau und die Erweiterung des Werkes, in neue Produktionstechnologien sowie in Forschung und Entwicklung investiert.

Die jetzige Ausbaustufe VII wertet den Standort weiter auf. Im Fokus standen dabei die Erweiterung der mechanischen Fertigung, die Motorenmontage, aber auch die Dieselmotorentwicklung, der Umweltschutz und die Logistik. Mit dem Ausbau vergrößerte die BMW Motoren GmbH ihre Werksfläche um rund ein Drittel und steigerte damit zugleich die Produktions- und Kapazitätsflexibilität.

Kompetenzzentrum für Dieseltechnologien.

Die im Werk Steyr konzentrierte BMW Dieselmotorenentwicklung hat sich als Kompetenzzentrum für die gesamte BMW Group etabliert. So wurden von hier aus Innovationen wie die erste vollelektronische Regelung von Dieselmotoren, der erste V8-Diesel-Direkteinspritzer in einem Pkw oder der neue Variable Twin Turbo Diesel Sechszylinder-Motor mit 200 kW/272 PS auf den Weg gebracht. Außerdem entwickelten die Steyrer Spezialisten einen Rußpartikelfilter, der serienmäßig in die Dieselmodelle der BMW 5er Reihe eingebaut wird und ohne Additivzusatz die Partikel im Abgas eliminiert.

Mechanische Fertigung.

Mit Hilfe modernster Produktionstechnologien entstehen die wichtigsten Motorenkomponenten auch für die neue Generation von BMW Sechszylinder-Benzinmotoren.

Die gewichtsoptimierten Kurbelgehäuse sowie die Kurbelwellen, Zylinderköpfe und Pleuel werden als Rohlinge angeliefert. Die Bearbeitung erfolgt dann jeweils auf hochmodernen Fertigungsanlagen. Allein im vergangenen Jahr wurden in Steyr etwa acht Millionen Motorenteile mit höchster Präzision gedreht, gefräst, gebohrt, geschliffen und gehont.

Bei der neuen BMW Motorengeneration geschieht dies überwiegend in den 120 flexiblen Bearbeitungszentren. Das sind hochmoderne Fertigungsanlagen, die ohne Umrüsten abwechselnd verschiedene Teilevarianten bearbeiten und gleichzeitig mehrere Bearbeitungsvorgänge durchführen können. Auf den zusätzlichen Transferlinien erfolgt schließlich in aufeinander folgenden Prozessen die Oberflächenbearbeitung. Die anfallenden Späne werden nach Werkstoffen getrennt und zu 100 Prozent wieder dem Materialkreislauf zugeführt.

Prozesssicherheit und Qualität.

Die ausgereiften Prozesse in der mechanischen Fertigung mit einem Automatisierungsgrad von annähernd 100 Prozent werden von ausgebildeten Fachkräften programmiert, gesteuert und überwacht.

Das reibungslose Management von Millionen von Teilen funktioniert aber nur mit einem eng geknüpften logistischen Netzwerk. Es gewährleistet die Versorgung mit Rohteilen und die termingerechte Bereitstellung der fertigen Komponenten für die Motorenmontage.

Für maximale Transparenz sind die Kernkomponenten mit einem speziellen Matrix-Code versehen. Dieser ermöglicht es, sämtliche Fertigungsdaten auf einer Datenbank zu hinterlegen. Zur Qualitätssicherung können diese Daten abgerufen und der Werdegang jedes einzelnen Bauteils genau verfolgt werden.

Die Maßhaltigkeit und Güte der bearbeiteten Teile wird im laufenden Prozess ständig überwacht. Zusätzlich werden Stichproben entnommen und im Feinmesslabor untersucht. Dabei werden die Toleranzen mittlerweile in tausendstel Millimetern 1m (1∕1000 mm) gemessen.

Flexible Montage.

Maximale Kundenorientierung und kurze Vorlaufzeiten erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Nur so kann die BMW Group auf wechselnde Marktanforderungen reagieren und gleichzeitig den Kunden höchste Änderungsflexibilität zusichern.

Vom Auftragseingang aus den Fahrzeugwerken bis zum Einbau eines Motors ins Fahrzeug verstreichen innerhalb Europas lediglich vier Tage.

Bei BMW in Steyr laufen Dieselmotoren mit vier und sechs Zylindern sowie Sechszylinder-Benzinmotoren über die Montagebänder. Bei einem Automatisierungsgrad von rund 60 Prozent ergänzen sich moderne Produktionstechnik und das handwerkliche Geschick der Mitarbeiter. Im Jahr 2003 lag der Diesel-Anteil an der Gesamtproduktion in Steyr bei fast 60 Prozent.

Die Komplexität der Prozesssteuerung wird beispielsweise daran deutlich, dass der neue Sechszylinder-Dieselmotor im BMW 535d aus rund 400 Einzelteilen und Komponenten besteht. Darüber hinaus ergeben sich in der Montage je nach Fahrzeugtyp, Länderausführung, Getriebe und Sonderausstattung eine Vielzahl verschiedener Motorvarianten.

In der Montage werden die Kernteile wie Kurbelgehäuse, Kurbelwelle, Pleuel, Nockenwelle und Zylinderkopf zum so genannten Rumpfmotor aufgebaut. Der Zylinderkopf und Teile des Kurbeltriebs werden in einer separaten Montagelinie vormontiert.

Prüfsysteme, die in die Fertigungslinien integriert sind, sorgen für eine konstante Produktqualität auf höchstem Niveau. So ist zum Beispiel durch einen motorspezifischen Strichcode, der an jeder Montagestation eingelesen wird, gewährleistet, dass keine falschen Bauteile oder Werkzeuge verwendet werden. Die Motoren werden dann auftragsbezogen mit fahrzeugspezifischen Anbauteilen komplettiert.

Die Motoren werden erst dann einem Kundenauftrag zugeordnet, wenn sie mit den fahrzeugspezifischen Anbauteilen komplettiert werden. Der Aufbau erfolgt sequenziell, d. h. bereits in jener Reihenfolge, in der die Kundenfahrzeuge den Montageprozess im Fahrzeugwerk durchlaufen. Das weltweite Logistiknetzwerk der BMW Group sorgt dann dafür, dass jeder Motor am Montageband punktgenau auf das richtige Fahrzeug trifft.

Umweltschonender Kalttest.

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist auch im BMW Werk Steyr oberstes Gebot. Deshalb wurde in der Montage mit dem so genannten Kalttest für alle fertigen Motoren ein computergesteuerter Funktionsprüflauf eingeführt. Dabei werden bei hoher Zuverlässigkeit die Mechanik, Akustik, Dichtheit sowie die einwandfreie Funktion der Einspritzanlage und elektronischen Bauteile überprüft, ohne den Motor mit Kraftstoff befeuern zu müssen. Dieses umweltverträgliche Verfahren entlastet die Umwelt durch die Einsparung von rund 559 000 Litern Kraftstoff pro Jahr.

Erfolgsfaktor Mensch.

Die hohe Qualifikation und das Engagement der Mitarbeiter sind wesentliche Faktoren für den Erfolg des Standortes. Die BMW Motoren GmbH ist nicht nur der größte Arbeitgeber, sondern auch der größte Ausbildungsbetrieb der Region. Rund 100 junge Menschen lernen derzeit in kaufmännischen und gewerblich-technischen Ausbildungsberufen.

Durch verschiedene innovative Arbeitszeitmodelle werden die Maschinenlaufzeiten von der persönlichen Arbeitszeit entkoppelt und gleichzeitig die Anlagenauslastung sowie die Flexibilität der Produktion erhöht.

Motorenproduktion im Netzwerk.

Die BMW Group ist mit ihren Automobilen und Motorrädern in rund 160 Ländern der Erde präsent und verfügt derzeit über 23 Produktionsstätten auf vier Kontinenten. Zu diesem Produktionsnetzwerk zählen acht Fahrzeugwerke für BMW und MINI, drei Motorenwerke und vier Fertigungsstandorte u. a. für Komponenten. Darüber hinaus fertigt das Tochterunternehmen Rolls-Royce Motor Cars Ltd. in England den Rolls-Royce Phantom.

Elementare Bausteine des Motorennetzwerks.

Die drei BMW Motorenwerke in Steyr, München und Hams Hall sind elementare Bestandteile des Produktionsnetzwerkes der BMW Group. Sie werden ergänzt durch Kapazitäten aus dem Jointventure Tritec Motors, Curitiba, Brasilen für die Marke MINI.

Zusammen stellten sie im vergangenen Jahr mehr als eine Million Motoren her, die weltweit an alle Fahrzeugwerke geliefert wurden.

Die im Motorenwerk in Hams Hall produzierten Vierzylindermotoren mit VALVETRONIC sind für die Fahrzeuge der BMW 3er und ab Herbst auch die BMW 1er Reihe bestimmt.

Der Motorenbau im BMW Werk München fertigt Sechszylinder- und Achtzylinder-Benzinmotoren sowie Sondermotoren in kleinen Stückzahlen wie zum Beispiel das Triebwerk für den neuen BMW M5. Motoren aus München sind in nahezu allen BMW Modellreihen zu finden.

Das größte BMW Motorenwerk in Steyr stellt alle Dieselmotoren mit vier und sechs Zylindern sowie die aktuelle und künftige Generation von Sechszylinder-Benzinmotoren her. Die Triebwerke aus Steyr sind in der neuen BMW 1er, der BMW 3er, BMW 5er, BMW 6er und BMW 7er Modellreihe wie auch im BMW X3, BMW X5 sowie im BMW Z4 zu finden.

Überblick: Wo wird was gebaut?

BMW Motorenwerk Steyr - konzernweites Entwicklungszentrum für BMW Dieselmotoren
  • 4-Zylinder (Diesel)
  • 6-Zylinder (Benziner und Diesel)

    BMW Motorenwerk München
  • 6-, V10-, V12-Zylinder (Benziner)
  • V8-Zylinder (Benziner und Diesel)
  • Sondermotoren für BMW M Fahrzeuge

    BMW Motorenwerk Hams Hall (GB)
  • 4-Zylinder (Benziner)
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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