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Alt 02.05.2004, 22:43     #6
Hermann   Hermann ist offline
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European Touring Car Championship 2004 - 5. und 6. Lauf, 1./2. Mai

BMW feiert zwei Siege in Magny-Cours.

Magny-Cours (Frankreich). Das Rennwochenende der FIA European Touring Car Championship (ETCC) auf dem Circuit de Nevers von Magny-Cours hätte für die BMW Teams kaum erfolgreicher verlaufen können. Dirk Müller vom BMW Team Deutschland sicherte sich im ersten Rennen den Sieg, Andy Priaulx (BMW Team Great Britain) setzte sich im zweiten Lauf gegen die komplette Konkurrenz durch. Beide Fahrer erzielten jeweils ihren ersten Sieg in der laufenden Saison.

Jörg Müller sorgte mit seinem zweiten Platz in Rennen eins zudem für den ersten Doppelsieg des BMW Team Deutschland im Jahr 2004. Dirk Müller verbesserte seine ETCC-Erfolgsbilanz damit auf sechs Laufsiege, Andy Priaulx stand zum vierten Mal ganz oben auf dem Treppchen. SEAT konnte seine guten Leistungen im Qualifying im Rennen nicht bestätigen. So war einmal mehr Alfa Romeo der Hauptkonkurrent in den beiden spannenden Rennen. Augusto Farfus Jr. platzierte sich jeweils auf Rang drei, Gabriele Tarquini wurde Zweiter im zweiten Rennen.

Nach der starken Vorstellung auf der 4,411 Kilometer langen Strecke im Herzen Frankreichs hat BMW mit 80 Punkten wieder die Führung in der Markenwertung übernommen. Alfa Romeo folgt mit zwei Punkten Rückstand auf Rang zwei. In der Fahrerwertung liegt weiterhin Titelverteidiger Gabriele Tarquini vorn (40 Punkte), dicht gefolgt von Jörg Müller (35) und Dirk Müller (34).

Sowohl Priaulx als auch Dirk Müller erlebten je ein einfaches und ein schwieriges Rennen. In ihren weniger erfolgreichen Läufen arbeiteten sich beide Fahrer jedoch in beeindruckender Manier vom Hinterfeld in die Punkteränge nach vorn. „Es ist ein tolles Gefühl, hier nach zwei sehr harten Wochenenden in Monza und Valencia den ersten Saisonsieg errungen zu haben“, sagte Dirk Müller: „Wir haben hart gekämpft, und mit ein bisschen Glück konnte ich an Jörg vorbeigehen. Etwas Öl und Wasser haben die Strecke sehr rutschig gemacht. Da Jörg die Stelle zuerst überquerte, wusste ich, welche Linie ich wählen musste. So bekam ich die Gelegenheit zum Überholen. Das zweite Rennen verlief völlig anders. In der ersten Runde bekam ich einen harten Schubser und musste mich vom 20. bis auf den sechsten Platz nach vorne arbeiten. Das hat großen Spaß gemacht."

Priaulx hatte in der Eröffnungsrunde des ersten Laufs ähnliches Pech. Im Anschluss an seinen Sieg im zweiten Rennen sagte der Engländer: „Nach dem ersten Lauf und dem Zwischenfall mit Frank Diefenbacher war ich ziemlich enttäuscht. Ich will mir unbedingt die Videoaufnahmen ansehen, um zu wissen, was genau da passiert ist. Wie Dirk gelang es mir, mich von hinten durchs Feld zu arbeiten. Schließlich wurde ich Achter. Im zweiten Rennen konnte ich dann einfach davonfahren. Mit meiner Gesamtleistung an diesem Wochenende bin ich zufrieden. Die Fahrt im zweiten Lauf hat mich ein wenig an die Wintertests erinnert. Es ging darum, den Rhythmus zu finden, einen Vorsprung herauszufahren und zu entspannen.“


RENNEN 1

Wetter: leichte Bewölkung, aber trocken - 14°C


Das erste Rennen gehörte den beiden Fahrern vom BMW Team Deutschland. Jörg Müller und Dirk Müller gelangen gute Starts, und das Duo führte das Feld über die gesamte Renndistanz von zwölf Runden an. Spannung kam an der Spitze erst auf, als Dirk Müller in Runde acht an seinem Teamkollegen vorbeizog. Er hielt die Führung bis ins Ziel. Weiter hinten im Feld ging es wesentlich enger und spektakulärer zu. In der ersten Runde resultierte eine Berührung zwischen Priaulx und SEAT-Fahrer Diefenbacher darin, dass sich der BMW Pilot drehte und bis auf den 20. Platz zurückfiel. Er arbeitete sich jedoch im Klassement wieder nach oben. Am Ende belegte Priaulx den achten Platz und sicherte sich damit die Poleposition für den zweiten Lauf.

Als bester Alfa-Pilot sah Farfus Jr. als Dritter die Zielflagge, dicht gefolgt von Antonio Garcia (BMW Team Italy-Spain). Der Spanier hatte sich lange Hoffnungen auf den dritten Podestplatz gemacht, musste sich am Ende aber mit Rang vier zufrieden geben. Tom Coronel erwischte einen perfekten Start und fuhr am Ende der ersten Runde auf dem fünften Platz. Wegen einer gebrochenen Antriebswelle musste der Niederländer das Rennen in der dritten Runde allerdings vorzeitig beenden und tatenlos zusehen, wie Michele Bartyan in seinem Alfa den Sieg bei den Privatfahrern errang. Das Pech von SEAT verschonte auch Rickard Rydell nicht. Der Schwede musste das Rennen in der sechsten Runde mit einem Motorproblem aufgeben und konnte zum zweiten Lauf nicht starten. Auch für Alessandro Zanardi vom BMW Team Italy-Spain verlief das Rennen nicht wunschgemäß. Der Italiener fuhr über Trümmerteile, die seit der Kollision zwischen Diefenbacher und Priaulx auf der Strecke lagen. Zanardi drehte sich und musste zur Sicherheit einen Boxenstopp einlegen.


RENNEN 2

Wetter: stark bewölkt mit drohendem Regen - 14°C


Obwohl ein paar Regentropfen auf dem Circuit de Nevers niedergingen, als die Fahrer ihre Startplätze einnahmen, konnte das zweite Rennen unter trockenen Bedingungen gestartet werden. Erst nach der Siegerehrung öffnete der Himmel seine Schleusen. Priaulx startete von der Poleposition ins Rennen und nutzte diesen Vorteil gekonnt aus. Er ging als erster Fahrer in die erste Kurve und gab seine Führung bis zur Zielflagge nicht mehr ab. Jordi Gené (SEAT) hatte die Verfolgung von Priaulx aufgenommen, ehe ihn ein Motorenproblem in Runde zwei zurückwarf und einen Umlauf später zur Aufgabe zwang. Dirk Müller war an einem Zwischenfall in der ersten Runde beteiligt, als er erst einige Kontrahenten von der Strecke abkommen sah und schließlich selbst einen heftigen Stoß versetzt bekam. Er hatte Glück, überhaupt weiterfahren zu können. Anders erging es García, der seinen BMW 320i nach einer Kollision mit Fabrizio Giovanardis Alfa Romeo in der Adelaide-Kurve vorzeitig abstellen musste.

Priaulx profitierte an der Spitze davon, dass sich in Tarquini, Giovanardi und Farfus Jr. gleich drei Alfa-Piloten einen Kampf um Position zwei lieferten. Jörg Müller verfolgte diese Auseinandersetzung von Platz fünf aus. In der elften Runde gelang es ihm schließlich, an Giovanardi vorbeizuziehen. Dessen Teamkollegen konnte der 34-Jährige jedoch nicht mehr angreifen. Coronel konnte sich für den enttäuschenden ersten Lauf revanchieren, indem er von ganz hinten bis auf den achten Platz vorfuhr und dabei alle seine Gegner in der Independents Trophy überholte. Kurt Mollekens, der erstmals in einem BMW 320i vom BMW Team Belgium-Luxembourg an den Start ging, lernte sein Auto im Verlauf des Wochenendes besser kennen und bestätigte seine Fortschritte mit dem siebten Platz im zweiten Rennen.

Ergebnisse und Platzierungen:

BMW Team Deutschland - Schnitzer Motorsport


Nr. 42 - Jörg Müller (DEU): Startplatz 1, Rennen 2. und 4. (10 Kilogramm Zusatzgewicht)

Nr. 43 - Dirk Müller (DEU): Startplatz 2, Rennen 1. und 6.

BMW Team Great Britain - RBM

Nr. 11 - Andy Priaulx (GBR): Startplatz 4, Rennen 8. und 1.

BMW Team Belgium Luxembourg - RBM

Nr. 12 - Kurt Mollekens (NLD): Startplatz 13, Rennen 11. und 7.

BMW Team Italy-Spain - Ravaglia Motorsport

Nr. 4 - Alessandro Zanardi (ITA): Startplatz 14, Rennen 20. und 16.

Nr. 5 - Antonio Garcia (ESP): Startplatz 8, Rennen 4. und Ausfall

BMW Privatteams

Carly Motors - Nr. 20 - Tom Coronel (NLD): Startplatz 11, Rennen Ausfall und 8.

Carly Motors - Nr. 22 - Klaas Zwart (NLD): Startplatz 25, Rennen 17. und Ausfall

Proteam Motorsport - Nr. 25 - Stefano D'Aste (ITA): Startplatz 19, Rennen 10. und 9.

Crawford Racing - Nr. 27 - Carl Rosenblad (SWE): Startplatz 20, Rennen 12. und 11.



Rennen 1

1. Dirk Müller (DEU/BMW 320i) 22:14,381 min

2. Jörg Müller (DEU/BMW 320i) 22:15,152 min

3. Augusto Farfus Jr. (BRA/Alfa Romeo) 22:23,539 min

4. Antonio Garcia (ESP/BMW 320i) 22:24,739 min

5. Gabriele Tarquini (ITA/Alfa Romeo) 22:25,411 min

6. Fabrizio Giovanardi (ITA/Alfa Romeo) 22:33,519 min

7. Jordi Gené (ESP/SEAT) 22:34,171 min

8. Andy Priaulx (GBR/BMW 320i) 22:34,502 min



Rennen 2

1. Andy Priaulx (GBR/BMW 320i) 22:14,529 min

2. Gabriele Tarquini (ITA/Alfa Romeo) 22:19,530 min

3. Augusto Farfus Jr (BRA/Alfa Romeo) 22:20,765 min

4. Jörg Müller (DEU/BMW 320i) 22:23,801 min

5. Fabrizio Giovanardi (ITA/Alfa Romeo) 22:24,679 min

6. Dirk Müller (DEU/BMW 320i) 22:26,711 min

7. Kurt Mollekens (BEL/BMW 320i) 22:29,020 min

8. Tom Coronel (NLD/BMW 320i) 22:31,244 min

Meisterschaftsstand:

Fahrer


1. Tarquini 40

2. Müller J 35

3. Müller D 34

4. Giovanardi 33

5. Priaulx 31

6. Farfus 24

7. Garcia 10

8. Coronel 9

9. Diefenbacher 6

10 Gené 4

11. Tavano 3

12. Mollekens 2

13. Zanardi 1

13. D’Aste 1

13. Rangoni 1

Hersteller

1. BMW 80

2. Alfa Romeo 78

3. SEAT 10

Michelin Independents Trophy

1. Coronel 44

2. D’Aste 41

3. Balzan 31

4. Tavano 23

5. Bartyan 21

6. Rosenblad 12

7. Ruokonen 12

8. Asch 11

9. Harrison 10

10. Rangoni 9

11. Klenke 8

12. Zwart P 7

13. Grunert 4

14. Zwart K 1
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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