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Alt 04.04.2004, 12:36     #7
Hermann   Hermann ist offline
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Teams und Fahrer.

BMW Team Italy-Spain – Ravaglia Motorsport.

Alessandro Zanardi (ITA) – Startnummer 4.

Antonio Garcia (ESP) – Startnummer 5.

Es war einer der emotionalsten Augenblicke der Motorsportgeschichte, als Alessandro Zanardi 2003 nach seinem fürchterlichen Unfall zwei Jahre zuvor wieder zu einem Rennen startete. Und kaum jemand wird die Rolle vergessen, die das BMW Team Italy-Spain dabei spielte. Das Comeback hatte mit der Umrüstung von BMW Straßenfahrzeugen für Zanardis Bedürfnisse begonnen. Teamingenieur Roberto Trevisan, der bereits in der Formel 3000 mit Zanardi gearbeitet hatte, schlug dem ehemaligen Formel-Ass und dem Teamchef Roberto Ravaglia vor, dass man dieselben Modifikationen doch auch an einem Renntourenwagen vornehmen könne. Die Dinge nahmen ihren Lauf.

Zur großen Freude der Fans, die zu Tausenden die Rückkehr des Stars feierten, blieb es nicht bei dem einen Einsatz in Monza. Zanardi ist immer noch Racer durch und durch. 2004 wird er die komplette ETCC bestreiten.

Sein Teamkollege ist der junge Antonio Garcia. Der Spanier fuhr bereits 2003 für das Team, damals an der Seite von Fabrizio Giovanardi, der mittlerweile zu Alfa Romeo zurückgekehrt ist. Das BMW Team Italy-Spain erlebte 2003 Höhen und Tiefen. Erfreulich waren zwei Podiumsplätze beim Saisonauftakt in Barcelona und Garcias Poleposition in Brünn, aber der ersehnte Sieg wollte sich nicht einstellen. Garcia war von Anfang an schnell, musste aber einige Enttäuschungen hinnehmen. Giovanardi, einer der routiniertesten Tourenwagenfahrer überhaupt und damals Titelverteidiger, konnte an seine Leistungen der Saison 2002 nicht anknüpfen. Gewonnen hat die Mannschaft dennoch: Erfahrung, die sie 2004 umsetzen will.

Teamchef Ravaglia weiß sehr gut, wie sich Siege anfühlen. Er ist einer der erfolgreichsten Tourenwagenpiloten, die es je gegeben hat. 1987 wurde er Tourenwagen-Weltmeister, zwei Mal gewann er die Tourenwagen-EM und obendrein die Meisterschaften in Deutschland und Italien – stets am Steuer von BMW Tourenwagen. Als er 1997 seinen Helm an den Nagel hängte, sich aber bald wieder im Rennsport engagieren wollte, war ein eigenes BMW Tourenwagen-Team geradezu eine logische Konsequenz.


Teamname: BMW Team Italy-Spain – Ravaglia Motorsport

Anschrift: Via E Fermi 1, 35020 Lagnaro (PD), Italien

Teamchef: Roberto Ravaglia

E-Mail: motorsport.padova@tiscalinet.it

Teammitglieder: 15

Gründungsjahr: 2001

Größte Erfolge:

2001
  • 1. Platz Fahrerwertung ESPC mit Peter Kox (BMW 320i)
  • 2. Platz Teamwertung ESPC (BMW 320i)
2002
  • 8. Platz ETCC-Fahrerwertung mit Jordi Gené (BMW 320i)
2003
  • 4. Platz ETCC-Teamwertung,
  • 8. und 9. Platz ETCC-Fahrerwertung mit Antonio Garcia und Fabrizio Giovanardi
Alessandro Zanardi (ITA) – Startnummer 4.

Er ist zweifelsohne einer der bewundernswertesten Rennfahrer überhaupt. 2001 hing sein Leben nach dem Horrorunfall beim deutschen CART-Lauf am seidenen Faden. Nachdem er beide Beine verloren hatte, beeindruckte er die Welt mit seiner Entschlossenheit, wieder ein normales Leben führen zu wollen. Er lernte wieder, zu laufen, später Auto zu fahren und schließlich sogar Rennen zu bestreiten. Er hatte die Kraft, zum Schauplatz des Unfalls zurückzukehren, sogar wieder in einen Monoposto zu klettern und jene Runden nachzuholen, die ihn an jenem schwarzen Tag, dem 15. September 2001, noch von der Zielflagge getrennt hatten.

„Nach meinem Unfall“, erinnert sich Zanardi, „war mein größter Traum, einmal wieder meinen Sohn auf den Schultern tragen zu können. Dazu hat mir ein unglaublich gutes Ärzteteam verholfen. Mein nächster Traum war, einmal wieder ein Rennauto zu fahren. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich soweit kommen würde, als ich seinerzeit wegen eines Umbaus für ein Straßenauto bei Ravaglia Motorsport war.“ Bei seinem Einsatz mit dem BMW Team Italy-Spain beim ETCC-Finale in Monza 2003 wollte er herausfinden, ob er noch mithalten kann. Er konnte. Und zur Freude seiner gigantischen Fangemeinde in aller Welt fand er mit seinen alten Freunden, Teamchef Roberto Ravaglia und Ingenieur Roberto Trevisan, den Weg zurück ins Cockpit für eine ganze Saison. „Und die neuem Fahrzeugumbauten sind hervorragend“, ergänzt Zanardi, „ich habe ein gutes Fahrgefühl, ich werde mithalten können.“

Sein fahrerisches Talent muss Zanardi gewiss niemandem mehr beweisen. Er gewann zahllose Rennen und Titel im Kartsport, stieg erfolgreich in die Formel 3 und die Formel 3000 auf. Seine ersten Formel-1-Einsätze in den frühen 90er Jahren litten unter Engagements bei wenig konkurrenzfähigen Teams. Er ging nach Amerika und eroberte die CART-Serie im Sturm. Bis heute ist er der einzige Fahrer, der den Titel „Rookie of the Year“ und zwei Meistertitel in aufeinander folgenden Jahren gewann.

Umso unerklärlicher schien es, dass sein Formel-1-Comeback 1999 mit WilliamsF1 nicht von Erfolgen gekrönt wurde. Er war Teamkollege von Ralf Schumacher, der mittlerweile sechs Siege mit dem BMW.WilliamsF1 Team erzielte. Zum Saisonende verließ Zanardi das Team in gegenseitigem Einvernehmen. Nach einem Jahr Pause kehrte er in die CART-Serie zurück. Er hatte soeben Fuß gefasst und führte endlich ein Rennen an, als er in einen der schlimmsten Unfälle der Motorsport-Geschichte verwickelt wurde.

Doch mit bewundernswerter Kraft schaffte er den Weg zurück in ein normales Leben. Kollegen und Fans zollten ihm größten Respekt und bereiteten ihm bei seinem Einsatz in Monza 2003 einen begeisternden Empfang. Auch zwei seiner besten Freunde aus der CART-Serie, Jimmy Vasser und Tony Kannaan, scheuten die weite Anreise an einem ihrer raren rennfreien Wochenenden nicht und genossen diese Tage mit ihm.

Geburtstag/-ort: 23. Oktober 1966/Bologna (ITA)

Wohnort: Monaco

Familienstand: Verheiratet mit Daniella, ein Sohn: Niccolo

Website: www.alex-zanardi.com
  • 1980–1984 Kartsport
  • 1985 1. Platz italienische Kartmeisterschaft
  • 1986 1. Platz italienische Kartmeisterschaft
  • 1987 1. Platz Kart-Europameisterschaft
  • 1988 12. Platz italienische Formel-3-Meisterschaft
  • 1989 7. Platz italienische Formel-3-Meisterschaft, zwei Polepositions und zwei zweite Plätze;Debüt Int. FIA Formel-3000-Meisterschaft in Dijon
  • 1990 2. Platz italienische Formel-3-Meisterschaft, zwei Siege;1. Platz Le Mans Formel-3-Europa-Cup;Poleposition beim Formel-3-Grand-Prix Monaco
  • 1991 2. Platz Int. FIA Formel-3000-Meisterschaft, zwei Siege;drei Formel-1-Rennen für Jordan (Spanien, Japan, Australien)
  • 1992 Formel-1-Testfahrer für Benetton, drei GP für Minardi (nur in Deutschland qualifiziert)
  • 1993 Formel-1-Saison mit Lotus, 6. Platz in Brasilien, musste nach einem schweren Unfall in Spa die letzten vier GP auslassen
  • 1994 Formel-1-Test- später Stammfahrer (ab Monaco) für Lotus
  • 1995 Britische Produktionswagen-Meisterschaft (Lotus Esprit), ein Sieg in der GT2-Klasse
  • 1996 3. Platz IndyCar World Series (Chip Ganassi Racing), drei Siege, Rookie of the Year
  • 1997 1. Platz CART World Series (Chip Ganassi Racing), vier Siege, Auszeichnung: PPG Colourful Character Award
  • 1998 1. Platz CART World Series (Chip Ganassi Racing), sechs Siege
  • 1999 Formel 1 (WilliamsF1)
  • 2001 CART Meisterschaft (Mo Nunn Racing), erlitt als Führender in der 16. Runde, als er nach einem Boxenstopp wieder auf den Ovalkurs des EuroSpeedway Lausitz fuhr, am 15. September einen schweren Unfall, bei dem er beide Beine verlor
  • 2003 Comeback beim Finale der ETCC in Monza mit dem BMW Team Italy-Spain (BMW 320i)
Antonio Garcia (ESP) – Startnummer 5.

Der Benjamin unter den BMW Fahrern hat im Vorjahr seine Rennreife in der ETCC bewiesen. Den ersten Achtungserfolg erzielte der Spanier, der im Juni 24 Jahre alt wird, 2003 mit einem dritten Platz bei seinem Heimrennen in Barcelona. Eine Poleposition in Brünn lenkte erneut die Blicke auf Garcia. Es sprach sich herum: Dieser junge Fahrer nimmt sein sonst so zurückhaltendes Wesen nicht mit ins Cockpit.

2003 war zwar seine erste Saison in der ETCC, mit den LG Super Racing Weekends war er aber bereits vertraut. 2002 hatte er mit einem Porsche die Gruppe-N-GT-Klasse in der FIA GT-Meisterschaft bestritten. Dabei eroberte er drei Polepositions und kam sowohl in Oschersleben als auch in Donington als Zweiter ins Ziel.

Antonio Garcia begann seine Laufbahn als Achtjähriger im Kartsport und wurde 1994 Kartweltmeister. Sein großes Ziel ist seither unverändert: Er will es bis in die Formel 1 schaffen.

Geburtstag/-ort: 5. Juni 1980/Madrid (ESP)

Wohnort: Barcelona (ESP)

Familienstand: Ledig

Website: www.antoniogarcia.com
  • 1988–1996 Kartsport – zahlreiche Titel, darunter der Gewinn der Weltmeisterschaft 1994 in der Klasse Inter A
  • 1997 3. Platz Formel Campus Renault Elf, drei Siege; 1. Platz Kart-Europameisterschaft, Formel A
  • 1998 6. Platz Open Fortuna by Nissan, zwei Siege; 8. Platz Kart-Weltmeisterschaft, Formel Super A
  • 1999 5. Platz Euro Open Moviestar by Nissan, ein Sieg
  • 2000 1. Platz Open Telefonica, fünf Siege, zehn Podiumsplatzierungen
  • 2001 13. Platz FIA GT-Meisterschaft, Klasse N-GT, Teilnahme an vier Rennen, Klassensieg bei den 24 Stunden von Spa;FIA Formel-3000-Meisterschaft
  • 2002 5. Platz World Series by Nissan, ein zweiter Platz in Interlagos (BRA); FIA GT-Meisterschaft, Klasse N-GT, drei Polepositions, zwei zweite Plätze
  • 2003 8. Platz ETCC (BMW 320i), eine Poleposition, vier Podiumsplatzierungen, eine schnellste Rennrunde
BMW Team Great Britain – RBM.

Andy Priaulx (GBR) – Startnummer 11.


Das BMW Team Great Britain setzt auf Kontinuität und tritt mit der eingespielten Mannschaft aus der Saison 2003 an. RBM-Teamchef Bart Mampaey und der britische Fahrer Andy Priaulx (29) hatten rasch ihre Gemeinsamkeiten entdeckt. Die beiden Männer verbinden Ehrgeiz, hoher Arbeitseinsatz und eine ausgeprägte Liebe zum Detail. Oft trifft man sie noch spät am Abend gemeinsam mit dem Team über Daten brütend in der Box an, wenn andere Garagen längst dunkel sind.

Bart Mampaeys Rennsportanfänge reichen in die 70er und 80er Jahre zurück. Damals betrieb sein Vater, Julian Mampaey, mit BMW das erfolgreiche Team Juma Racing in der Tourenwagen-Europameisterschaft. Allein drei Mal siegte Juma beim 24-Stunden-Rennen in Spa. RBM steht für Racing Bart Mampaey, wurde 1994 gegründet und ein würdiger Nachfolger von Juma: 1998 trug sich Mampaey junior mit RBM in die Siegerliste der 24 Stunden von Spa ein.

Bart Mampaey eignete sich einen umfangreichen Erfahrungsschatz in Europa und in Amerika an: In der Saison 2000 arbeitete für das Oreca Chrysler Viper Team in der FIA GT-Meisterschaft und in der American Le Mans Series. 2001 stand er in Diensten von Schnitzer Motorsport und Ravaglia Motorsport. 2002 setzte er erstmals sein eigenes Team in der ETCC ein – das BMW Team Belgium mit Fredrik Ekblom als Fahrer. In der Debütsaison gelangen Mampaey und seiner achtköpfigen Crew zwar noch keine Siege, 2003 dafür aber gleich drei, erzielt mit Andy Priaulx. Neben dem ETCC-Engagement baut RBM für BMW Belgien die Fahrzeuge für die MINI Challenge auf.

Teamname: BMW Team Great Britain – RBM

Anschrift: E. Walschaertstraat 2A, 2800 Mechelen, Belgien

Teamchef: Bart Mampaey

Teammitglieder: 9

Gründungsjahr: 1994

Größte Erfolge:
  • 1994–1997 BMW Compact Cup
  • 1997 1. und 2. Platz Gruppe N 24 Stunden Spa (BMW)
  • 1998 1. Platz 24 Stunden Spa (BMW Fina Bastos Team)
  • 1999 4. Platz 24 Stunden Spa (Nissan)
  • 2002 6. Platz ETCC (Fredrik Ekblom, BMW 320i)
  • 2003 3. Platz ETCC (Andy Piaulx, BMW 320i), 3. Platz Teamwertung, drei Siege, eine Poleposition, zwei schnellste Rennrunden
Andy Priaulx (GBR) – Startnummer 11.

Er kam 2003 direkt aus der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft (BTCC) in die ETCC. Trotz einer bereits beachtlichen Rennsportlaufbahn war Andy Priaulx dort doch für die meisten eine unbekannte Größe – auch für sein Team. Doch mit der Art, mit der er seine Aufgabe anging und sich in das Team einbrachte, verdiente er sich schnell Anerkennung von allen Seiten. Die intensive Zusammenarbeit mit dem gesamten RBM Team und Teamchef Bart Mampaey trug Früchte: Priaulx hatte bis zum Finale Titelchancen.

Seine Motorsport-Laufbahn zeugt von Abwechslungsreichtum. Als Sechsjähriger begann der Spross einer dem Motorsport stark verhafteten Familie auf der britischen Kanalinsel Guernsey im Motocross. Inzwischen hat er alle erdenklichen Rennmaschinen bewegt – vom Kart über Power-Boote bis hin zu einem Formel-1-Rennwagen.

Besonders stolz ist er darauf, zwei Meisterschaften als einziger Fahrer mit einer hundertprozentigen Erfolgsquote abgeschlossen zu haben: 1995 gewann er in der Britischen Bergmeisterschaft alles, was zu gewinnen war, und 1999 gelang ihm im Renault Spider Cup das gleiche Meisterstück.

2002 stieg er in die BTCC ein und erzielte dort den ersten Sieg für Honda. Als ihn das Angebot erreichte, 2003 in der ETCC zu starten, wurde er schlagartig hellwach – es war mitten in der Nacht, er bereitete sich gerade in Australien auf ein Langstreckenrennen vor. 2004 will er in der Europameisterschaft an seine im Vorjahr errungenen Erfolge anknüpfen.

Geburtstag/-ort: 8. August 1974/Guernsey (Kanalinseln)

Wohnort: Guernsey (CI)

Familienstand: Verheiratet mit Joanne,

ein Sohn: Sebastian, eine Tochter: Daniella

Website: www.andypriaulx.com
  • 1984 Kartsport auf den Kanalinseln
  • 1985–1990 Motocross
  • 1990 1. Platz Motocross-250 ccm-Meisterschaft auf den Kanalinseln
  • 1991–1995 Bergrennen
  • 1995 1. Platz RAC MSA britische Bergmeisterschaft mit maximaler Punktzahl und 14 Siegen in zwei Saisons
  • 1996 Einsätze in der Formel Renault
  • 1997 Förderkandidat in der britischen Formel-3-Meisterschaft
  • 1998 Einsätze im Renault Spider Cup, eine Poleposition und drei Podiumsplatzierungen, 2. Platz Formel Palmer Audi Winterserie
  • 1999 1. Platz Renault Spider Cup, 13 Siege von Poleposition; BTCC-Testfahrer für Renault Williams, Vauxhall und Ford. Auszeichnungen: BARC President’s Cup für außergewöhnliche Leistungen, Guernsey-Botschafter des Jahres
  • 2000 Britische Formel-3-Meisterschaft für Renault UK, drei Podiumsplatzierungen, Poleposition in Silverstone. F3-Rennen in Macau und Korea für Manor Motorsport
  • 2001 Britische Formel-3-Meisterschaft, zwei Siege, zwei Polepositions und zehn Podiumsplatzierungen.2. Platz von der Poleposition beim F3 Super Prix in Korea; Startplatz sechs beim F3-Grand-Prix in Macau. 2. Platz und Poleposition beim Einladungsrennen für Vauxhall in der BTCC
  • 2002 5. Platz britische Tourenwagen-Meisterschaft, erster Sieg für Honda, drei Polepositions, Teilnahme an den australischen Langstreckenrennen „Bathurst 1000“ und „Queensland 500“ (Holden TWR)
  • 2003 3. Platz ETCC (BMW 320i), drei Siege, eine Poleposition, zwei schnellste Rennrunden
BMW Team Deutschland – Schnitzer Motorsport.

Jörg Müller (DEU) – Startnummer 42.

Dirk Müller (DEU) – Startnummer 43.

Jahr für Jahr wächst die Erfolgsliste jener Fahrer, die mit BMW Tourenwagen von Schnitzer Motorsport antreten. Von den 20 ETCC-Läufen der Saison 2003 gingen sieben Siege auf das Konto von Piloten der als BMW Team Deutschland startenden Mannschaft. 2004 bleibt die Fahrerbesetzung dieselbe: Dirk Müller und Jörg Müller, weder verwandt noch verschwägert, steuern die beiden BMW 320i.

Schnitzer Motorsport wurde vor vier Jahrzehnten in Freilassing in Süddeutschland, nahe der österreichischen Grenze, gegründet und ist längst ein Synonym für BMW Erfolge im Motorsport geworden. Zu den Früchten der langen Zusammenarbeit zählt die Tatsache, dass Schnitzer für BMW Motorsport als Test- und Entwicklungsteam des BMW 320i ETCC fungiert.

Schnitzer hat im BMW Auftrag fast zwei Dutzend Titel gewonnen – darunter drei Tourenwagen-Europameisterschaften und Championate in Deutschland, England, Italien, Japan und Südostasien. Ein Ausflug in das Sportwagen-Metier wurde 1999 vom Gesamtsieg bei dem Langstreckenklassiker schlechthin, dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans, mit dem offenen Prototypen BMW V12 LMR gekrönt. Weitere Triumphe in der American Le Mans Series (ALMS) folgten. 2001 knüpfte Schnitzer in der ALMS mit dem BMW M3 GTR an diese Erfolge an und gewann die GT-Klasse der Langstreckenmeisterschaft. Mit dem Namen Schnitzer ist der von Teammanager Charly Lamm untrennbar verbunden. Der begnadete Stratege führte das Team zu Erfolgen auf der ganzen Welt.

2004 startet das Team im dritten Jahr in Folge in der ETCC, erneut mit den beiden Müllers. Zwei Mal beendete das BMW Team Deutschland die ETCC bereits auf Platz zwei der Fahrer- und der Teamwertung. 2003 fehlte Jörg Müller am Ende nur ein einziger Punkt auf den Meister. Die beiden deutschen Fahrer steuerten beinahe die Hälfte der Punkte zum Gewinn der Markenmeisterschaft bei. BMW ließ Alfa Romeo mit 41 Punkten Vorsprung hinter sich.

2003 trat Schnitzer Motorsport zudem das erste Mal seit 1992 wieder für BMW beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an und brachte dort zwei der in Amerika so erfolgreichen BMW M3 GTR an den Start. Auch 2004 übernimmt das Team zusammen mit BMW Motorsport den Einsatz der bulligen M3 GTR bei dem Klassiker auf der Nürburgring-Nordschleife (12./13. Juni), zusätzlich steht das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps auf dem Programm (31. Juli/1. August).

Teamname: BMW Team Deutschland – Schnitzer Motorsport

Anschrift: Görlitzer Straße 2a, 83395 Freilassing, Deutschland

Teamchef: Herbert Schnitzer (Teammanager: Charly Lamm)

Teammitglieder: 19

Gründungsjahr: 1963

Website: www.schnitzer.de

Größte Erfolge:
  • 1966 1. Platz Deutsche Meisterschaft (BMW 2002 ti)
  • 1975 1. Platz Formel-2-EM (Martini BMW)
  • 1976 2. Platz GT Markenweltmeisterschaft (BMW 3.5 CSL)
  • 1978 1. Platz Deutsche Rennsportmeisterschaft (BMW 320)
  • 1980–1998 Neun Siege Tourenwagenrennen in Macau (BMW 320, BMW 635 CSi, BMW M3, BMW 320i)
  • 1983, 1986, 1988 1. Platz Tourenwagen-EM (BMW 635 CSi, BMW M3)
  • 1985, 1986, 1988 1. Platz 24-Stunden-Rennen Spa1990, 1995 (BMW 635 CSi, BMW M3, BMW 320i)
  • 1987 1. Platz Tourenwagen-Weltmeisterschaft (BMW M3)
  • 1989, 1991 1. Platz 24-Stunden-Rennen Nürburgring (BMW M3)
  • 1989 1. Platz DTM (BMW M3)
  • 1989, 1990 1. Platz Italien. Tourenwagen-Meisterschaft (BMW M3)
  • 1993 1. Platz Britische Tourenwagen-Meisterschaft (BMW 318i)
  • 1994 1. Platz Asien-Pazifik-Meisterschaft (BMW 318is)
  • 1995 1. Platz Japanische Tourenwagen-Meisterschaft (BMW 320i), 1. Platz ADAC Super-Tourenwagen-Cup (BMW 320i)
  • 1998 1. Platz Deutsche Supertourenwagen-Meisterschaft (BMW 320i)
  • 1999 1. Platz 24-Stunden-Rennen Le Mans (BMW V12 LMR); 1. Platz 12-Stunden-Rennen Sebring (BMW V12 LMR)
  • 2001 1. Platz GT-Klasse American Le Mans Series (BMW M3 GTR)
  • 2002 2. Platz ETCC Teamwertung (BMW 320i), sieben Siege,2. und 4. Platz ETCC-Fahrerwertung mit Jörg und Dirk Müller
  • 2003 2. Platz ETCC-Teamwertung (BMW 320i), sieben Siege, zwei Polepositions, acht schnellste Rennrunden, 2. und 5. Platz ETCC-Fahrerwertung mit Jörg und Dirk Müller
Jörg Müller (DEU) – Startnummer 42.

2003 wurde Jörg Müller zum zweiten Mal in Folge Zweiter in der ETCC, diesmal nur noch durch einen einzigen Zähler vom Meister getrennt. Jörg Müller ist ein Bilderbuchbeispiel für Frohnatur. Doch hinter seinem lockeren Auftreten steckt ein Rennfahrer mit Biss. Er gewann 2003 fünf von 20 Rennen und lieferte in Donington die wohl bemerkenswerteste Aufholjagd der Saison. Nach einem Unfall im freien Training am Samstag war sein Auto ein Wrack. Doch der augenscheinliche Totalschaden war weder für ihn noch für die Mechaniker des Teams ein Grund zum Aufgeben. In einer Nachtschicht bei einem ortsansässigen BMW Händler wurde der BMW 320i wieder hergerichtet und gerade so eben fertig zum Warm-up am Sonntag. Müller gab alles: Im ersten Lauf holte er vom letzten auf den vierten Platz auf, den zweiten gewann er.

2004 ist für Müller die 21. Rennsaison. Er begann als 15-Jähriger im Kartsport, gewann Titel in der Formel Ford, Formel 3, Formel 3000, profilierte sich als Formel-1-Testfahrer für Arrows, BMW und Sauber. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans trat er für BMW, Nissan und Porsche an. In der American Le Mans Series feierte er Siege mit dem BMW V12 LMR und gewann dort 2001 die GT-Klasse mit dem BMW M3 GTR.

Er gibt zu, dass ihm die Umstellung von den stärkeren Fahrzeugen auf den BMW 320i ETCC anfänglich schwer fiel. Seine Ergebnisse beweisen: Diese Phase ist längst überwunden. Dennoch hat er den Einsatz des BMW M3 GTR beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2003 genossen. 2004 wird er dies wiederholen und außerdem bei den 24 Stunden von Spa antreten.

Zusätzlich ist Jörg Müller für BMW in der Talentförderung tätig: Er ist Chefinstruktor des Formel BMW Racing Centers in Valencia.

Geburtstag/-ort: 3. September 1969/Kerkrade (NLD)

Wohnort: Monaco

Familienstand: Verheiratet mit Julia

Website: www.joerg-mueller.org
  • 1984 1. Platz Saisonfinale ADAC Kart-Junioren
  • 1985 1. Platz Gaumeisterschaft ADAC Kart-Junioren; 1. Platz Dt. Kart-Teammeisterschaft ADAC Junioren
  • 1987 1. Platz ADAC-Kart-Gaumeisterschaft
  • 1988 1. Platz Deutsche Formel-Ford-Meisterschaft
  • 1989 1. Platz Deutsche Formel Opel Lotus Challenge
  • 1990 1. Platz Formel-Ford-Europameisterschaft; 5. Platz Deutsche Formel-3-Meisterschaft
  • 1991 1. Platz Formel-3-Grand-Prix in Monaco
  • 1992 7. Platz Deutsche Formel-3-Meisterschaft
  • 1993 9. Platz Deutsche Formel-3-Meisterschaft , vier Rennen, ein Sieg; 1. Platz Formel-3-Grand-Prix in Macau
  • 1994 1. Platz Deutsche Formel-3-Meisterschaft
  • 1995 BMW Werksfahrer im ADAC Supertourenwagen-Cup
  • 1996 1. Platz Formel-3000-Europameisterschaft; BMW Werksfahrer im ADAC Supertourenwagen-Cup; 1. Platz 24-Stunden-Rennen Spa (BMW 318is)
  • 1997 Formel-1-Testfahrer für Arrows; 24-Stunden-Rennen Le Mans (Nissan GT1)
  • 1998 Formel-1-Testfahrer für Sauber; 2. Platz 24-Stunden-Rennen Le Mans (Porsche GT1)
  • 1999 BMW Werks- und F1-Testfahrer: ein ALMS-Sieg; 24-Stunden-Rennen Le Mans (BMW V12 LMR)
  • 2000 5. Platz ALMS, zwei Siege (99er BMW V12 LMR)
  • 2001 1. Platz GT-Kl. ALMS, vier Siege (BMW M3 GTR)
  • 2002 2. Platz ETCC, vier Siege (BMW 320i)
  • 2003 2. Platz ETCC, fünf Siege (BMW 320i)
Dirk Müller (DEU) – Startnummer 43.

Er erzielte 2003 den ersten Saisonsieg mit dem BMW 320i, und zwar am zweiten Rennwochenende in Barcelona. Wenngleich keineswegs humorlos, so wirkt er doch neben seinem Teamkollegen als der Ernsthaftere von beiden. Müller gegen Müller war ein Verfahren, das zwar auf der Rennstrecke stattfand, aber die Freundschaft der Namensvetter nicht nachhaltig beeinträchtigte. Als Dirks Titelhoffnungen passé waren, unterstützte er Jörg nach Kräften.

Platz fünf in der Meisterschaft war für Dirk Müller eine Enttäuschung. Er war buchstäblich einige Male zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen und hatte den Kürzeren gezogen. Eine der übelsten Situationen trug sich beim Finale in Monza zu. Dirk Müller hatte Glück, diesen Hochgeschwindigkeitsunfall unverletzt zu überstehen. Dass dem Unfallverursacher aus dem Alfa Romeo-Lager der Sieg aberkannt wurde, war ein schwacher Trost. Müllers Auto war nach dem ersten Lauf nicht mehr zu gebrauchen.

Während er sich auf seine Titelambitionen in der ETCC konzentriert, erinnert er sich auch gern an sein tollstes Fahrerlebnis: Ende 2002 testete er den WilliamsF1 BMW FW24 in Barcelona.

Dirk Müller begann seine Laufbahn als 14-Jähriger im Kartsport. Es war ein relativ später Einstieg und durch die tatkräftige Unterstützung von Eltern, Bruder und Schwester praktisch eine Familienangelegenheit. Später sammelte er sowohl im Formelsport als auch mit Sportwagen Erfolge. Wie im Fall seines Teamkollegen Jörg Müller steht auch in seiner Erfolgsliste ein Titelgewinn in der GT-Klasse der American Le Mans Series. Und auch er wird 2004 mit dem BMW M3 GTR an den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps teilnehmen.

Geburtstag/-ort: 18. November 1975/Burbach (DEU)

Wohnort: Monte Carlo

Familienstand: Verheiratet mit Daniela

Website: www.dirk-mueller.com
  • 1989, 1990 Einstieg in den Kartsport
  • 1991 3. Platz ADAC-Pop-Kartmeisterschaft
  • 1992 2. Platz Formel König
  • 1993 2. Platz Formel König, vier Siege; 12. Platz deutsche Formel Opel
  • 1994 3. Platz deutsche Formel Opel, zwei Siege
  • 1995 sporadische Einsätze Formel Opel Euroserie; erstes Formel-3-Rennen
  • 1996 halbe Saison Deutsche Formel-3-Meisterschaft, ein Sieg
  • 1997 Aufnahme im Porsche Junior Team; 5. Platz Porsche Carrera Cup, ein Sieg
  • 1998 1. Platz Porsche Carrera Cup, vier Siege; 2. Platz 24 Stunden von Daytona (Porsche GT1)
  • 1999 2. Platz 24 Stunden Daytona (Porsche GT2); 4. Platz 12 Stunden Sebring (Porsche GT1); 2. Platz GT-Kl. 24 Stunden Le Mans (Porsche GT3R); 1. Platz GT-Wertung Petit Le Mans (Porsche GT3R)
  • 2000 1. Platz GT-Kl. ALMS, vier Siege (Porsche GT3R)
  • 2001 6. Platz GT-Kl. ALMS, ein Sieg (BMW M3 GTR)
  • 2002 4. Platz ETCC, drei Siege (BMW 320i)
  • 2003 5. Platz ETCC, zwei Siege (BMW 320i)
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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