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Alt 11.12.2003, 13:22     #8
Hermann   Hermann ist offline
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Die BMW Cabrio-Tradition: Das neue 6er Cabrio und seine legendären Vorbilder.

Für viele ist es die schönste Form des Reisens: das Fahren im offenen Cabriolet. Die Ursprünglichste ist es auf jeden Fall – die ersten Automobile kamen allesamt ohne Dach daher. Später, als die Automobiltechnik ihre Kinderkrankheiten hinter sich gelassen, die Piloten sich unter ein schützendes Dach geflüchtet und die Massenfabrikation den Autos ihre Exklusivität genommen hatte, erinnerte man sich ihrer: Cabriolets wurden zur Herzensangelegenheit einer Minderheit, die es sich leisten konnte, neben das „praktische“ Auto für den Transport von Mensch und Gut die „dachlose“ Variante für die Freude am Fahren zu stellen – schick im Aussehen, kraftvoll motorisiert und genussvoll zu fahren.

Cabriolets verbinden das naturnahe Fahrgefühl eines Roadsters mit den Annehmlichkeiten und dem Komfort einer Limousine oder eines Coupés. Im Gegensatz zum Roadster verfügen sie über mehr als zwei Sitze und über ein hochwertiges, gefüttertes Verdeck mit stabilem Gestänge, das in geschlossenem Zustand nahezu den Schutz eines festen Daches bietet. Cabriolets waren immer exklusiver als Limousinen, sie verströmen das Flair von Luxus und Genuß – man verbindet mit ihnen das Reisen in südliche Gefilde und das Flanieren auf den großen Boulevards.

Schon in den 20er Jahren gab es BMW Cabriolets.

Von Anfang an offerierte BMW seinen Kunden Cabriolets: Beginnend mit dem Typ 3/15 von 1929 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs ergänzten offene Versionen ausnahmslos die Limousinen- und Coupé-Baureihen der Marke. Darunter war auch eines der exklusivsten Vorkriegsmodelle von BMW, das 327 Cabriolet von 1937. Mit seinem für damalige Verhältnisse kraftvollen 55 PS-Zweilitermotor erreichte es auf der Autobahn fast 130 km/h Spitzengeschwindigkeit. Auf Wunsch konnte das Cabrio sogar mit dem 80 PS Sportmotor aus dem legendären Roadster 328 ausgerüstet werden, mit dem Ernst Henne 1936 das Eifel-Rennen in der Zweiliter-Klasse gewonnen hatte. Zusammen mit dem BMW 335 Cabriolet, dem größten und stärksten BMW der Vorkriegszeit überhaupt, stellen diese Modelle wohl die Urahnen des aktuellen 6er Cabrios dar.

In den 50er Jahren standen die BMW Limousinen 501, 502 und 503 mit ihren Achtzylindermotoren für das deutsche Wirtschaftswunder. Finanzstarke Kunden orderten den V8 auch als zwei- und viersitziges Cabriolet. Allerdings baute BMW die entsprechende Karosserie nicht selbst, sondern überließ dies der Firma Baur in Stuttgart. Mit bis zu 140 PS Leistung, 190 km/h Höchstgeschwindigkeit, Lederausstattung und Zweifarbenlackierung gehörten sie zu den exklusivsten und sportlichsten Autos der 50er Jahre.

Die vier Jahrzehnte bis heute pflegte BMW das Klientel der „Genussfahrer“, auch wenn es, im Vergleich zum heutigen 6er Cabriolet der automobilen Oberklasse, ganz klein anfing: Hier sind etwa das BMW 700 Cabrio und das BMW 1600 Cabriolet aus der legendären 02-er Reihe zu nennen. Und schließlich der 3er, der ab 1977 als Hardtop-Cabriolet, seit 1985 als Vollcabrio, zum Inbegriff des anspruchsvollen, viersitzigen Cabriolets wurde.
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Viele Grüße Hermann

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