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Alt 11.12.2003, 13:20     #6
Hermann   Hermann ist offline
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E63 645Ci, E36 318i Cabrio, E39 523i Touring und Piaggio
Karosserie und passive Sicherheit: Innovative Ideen für höchste Dynamik und maximalen Schutz.

Ein geringes Eigengewicht stärkt Dynamik, Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Komfort des Autos. Doch ist Leichtbau beim Cabrio noch schwieriger zu verwirklichen als bei geschlossenen Fahrzeugen, bei denen die Dachstruktur wesentlich zur Verwindungssteifigkeit des Fahrzeugs beiträgt. Das neue 6er Cabrio schlägt nun ein neues Kapitel auf mit der Überschrift „Intelligenter Leichtbau“. Intelligent, weil sich diese Bauweise gleich mehrfach positiv bemerkbar macht: Erstens wird durch Materialeinsparung Gewicht reduziert, wo immer dies vertretbar ist. Zweitens werden Elemente und Baugruppen durch eine andere Formgebung so verstärkt, dass trotz Materialeinsparung mindestens die gleiche Funktionalität gewährleistet ist. Drittens werden konventionelle Materialien durch leichtere Werkstoffe ersetzt. BMW ist der erste Hersteller, der mit dem neuen 5er die „Mischbauweise“ in Großserie einsetzt. Der neue 6er profitiert als erste Baureihe von diesem Know-how.

Der neuartige Vorderbau ermöglicht eine ideale Achslastverteilung.

Ein Musterbeispiel stellt der GewichtsReduzierte AluminiumVorderbau (GRAV) dar, übrigens eines der wenigen gemeinsamen Karosserie-Komponenten mit dem BMW 5er. Denn hinsichtlich der Fahrzeugstruktur ist das 6er Cabrio ein eigenständiges Fahrzeug. Der GRAV wiegt mit etwa 45 Kilogramm rund ein Fünftel weniger als ein herkömmlicher Stahl-Vorderbau und trägt so entscheidend zur idealen Achslastverteilung von nahezu 50:50 bei und damit zur hervorragenden Fahrdynamik des neuen Cabrios.

Die Federstütze, in der Vorderachsfeder und Stoßdämpfer gelagert sind, besteht aus einer Aluminium-Druckguss-Legierung. Aus Aluminium sind auch die Türen, das Überrollschutzsystem und die Frontklappe. Innenblech und Außenhaut der Klappe sind mit einer Zweikomponenten-Klebung verbunden. Hierdurch kann die Dicke beider Alubleche reduziert werden. Dennoch ist sie extrem steif, was wiederum Windgeräusche minimiert.

Moderne Kunststoffe sind leicht und lassen sich besser formen.

Die vorderen Seitenwände bestehen aus Thermoplast, die Heck- und die Verdeckklappe aus SMC (Sheet Moulding Compound), einem duroplastischen Kunststoff. Dies bringt Gewichtsvorteile mit sich und trägt so zur hervorragenden Fahrdynamik des Cabrios bei. Außerdem bieten sie den Designern mehr Gestaltungsfreiheit. So ist die Heckklappe mit einer einteiligen Außenhaut hergestellt, in der die Strömungsabrisskante gleich integriert ist. Dank SMC können die Antennen für das Audio-, das Kommunikations- und das Navigationssystem in der Heckklappe „unsichtbar“ integriert werden. Empfangstechnisch ist dies bei einer konventionellen Heckklappe aus Stahl nicht möglich. Schließlich sind die Kunststoffe unempfindlich gegenüber Bagatellschäden und sie korrodieren nicht.

Tailored Rolled Blanks – Dynamik sogar im Blech.

Auch bei den gewalzten Teilen wird kräftig Gewicht eingespart. Tailored Rolled Blanks, dynamisch gewalzte Platinen, heißt ein Verfahren, bei dem das Blech für besonders beanspruchte Stellen von vornherein so gewalzt wird, dass es nur dort dicker ist, wo dies die Belastung erfordert. Im 6er sind dies die Sitzquer- und -längsträger sowie die Fersenträger. Die Folgen sind eine Gewichtseinsparung und eine erhöhte Sicherheit vor allem beim Fersenträger.

Materialmix spart Gewicht und erhöht Crashsicherheit.

Die in Mischbauweise zusammengesetzte Rohkarosserie des neuen 6er Cabrios ist maßgeblich verantwortlich für das Eigengewicht von nur 1815 Kilo für das Topmodell 645Ci Cabrio. Trotzdem ist seine Struktur steifer und fester als die vergleichbarer Cabriolets. Erreicht wird dies mit speziellen Trägerstrukturen, zum Beispiel Zug- und Druckstreben oder der so genannten Schwelleraufdoppelung. Im Ergebnis ist der Schwingungswert nicht nur der Klassenbeste, sondern ähnelt dem extrem steifer zweisitziger Roadster. Dies schlägt sich in präzisen fahrdynamischen Reaktionen nieder, im besten Schwingungskomfort seiner Klasse und in einer sehr hohen Crashsicherheit.

Premiumklasse auch bei der passiven Sicherheit.

Auch in der passiven Sicherheit gehört das 6er Cabrio zur Premiumklasse. Um seinen kompromisslosen Anspruch hier umzusetzen, verfügt es über hochbelastbare Trägerstrukturen. Die Deformationslängen im Front- und Heckbereich werden optimal genutzt. Die Frontend-Struktur ist kompatibel ausgelegt, um bei Kollisionen mit anderen Pkw bestmöglich zu schützen. Hierzu werden hoch- und höchstfeste Stähle, Aluminium, Duroplast und SMC gezielt eingesetzt. So reduzieren zwei v-förmig angeordnete Strangpress-Streben aus Aluminium in den Türen die Intrusion beim Seitencrash deutlich.

Eine steife Fahrgastzelle erhält selbst bei schweren Unfallbedingungen den zum Schutz der Passagiere erforderlichen Innenraum. Beim neuen BMW Cabrio werden im Frontscheibenrahmen IHU-Profile, in den A-Säulen zusätzlich hochfester Stahl eingesetzt. Die A-Säulen mit dem Frontscheiben-rahmen bilden mit dem Überrollschutz hinter den Fondkopfstützen die „Fahrgastzelle“. Tailor-rolled blanks werden am Fersenträger hinten, an den Sitzträgern und an den SGS-Längsträgern verarbeitet, um in den Bereichen der Lasteinleitung die Wandstärken zu erhöhen. Hochfeste Stähle verstärken den Seitenrahmen innen, in der Mitte und in der Schwellerverlängerung vorn.

Beim neuen 6er Cabrio war ein Entwicklungsziel, das hohe Niveau des Überrollschutzes des BMW 3er Cabrio noch einmal zu verbessern, die Fahrzeugsteifigkeit zu erhöhen und Gewicht einzusparen. Deshalb erstreckt sich das aus hochfester Aluminiumlegierung bestehende Überrollschutz-system über fast die ganze Fahrzeugbreite. Es beinhaltet einen massiven Querträger, nimmt die eigentlichen Überrollbügel auf und erhöht als Verbund mit der Rohbautrennwand die Fahrzeugsteifigkeit insgesamt. Gleichzeitig stellt das System die Trennung zum Kofferraum dar, wodurch die sonst übliche doppelte Rohbautrennwand auf eine einzige reduziert wird.

Im Zusammenwirken mit den Rückhaltesystemen, den A-Säulen und dem Windlauf sichert das reversible Überrollschutzsystem den Überlebensraum für die Passagiere bei einem Überschlag: Innerhalb von Sekundenbruchteilen fahren die Überrollbügel aus dem Modul hinter den Fondkopfstützen heraus und verrasten formschlüssig. Sensiert beziehungsweise ausgelöst werden sie durch einen Teil des Steuergeräte-Systemverbunds ASE. Dieses gibt in Abhängigkeit von der Fahrzeuglage und deren Veränderung ein Signal zur präventiven Ansteuerung der Überrollbügel und der Gurtstrammer. Kommt es doch nicht zum Überschlag, fahren die Überrollbügel zurück in ihre Ausgangsposition und die Gurte werden wieder frei gegeben.

Gurtsysteme, damit im Fall der Fälle jeder an seinem Platz bleibt.

Das hocheffiziente Rückhaltesystem des 6er Cabrios garantiert seinen Passagieren bestmöglichen Unfallschutz. Alle Sicherheitsgurte sind mit Gurtkraftbegrenzern, die mit integrierten Gurten ausgestatteten Vordersitze auch mit Gurtstrammern ausgerüstet. Die Vordersitzlehnen sind so verstärkt, dass alle auftretenden Kräfte über den Sitz in die Bodengruppe geleitet werden. Weil der obere Gurtumlenkpunkt mit der Kopfstütze verbunden ist und dadurch mit dieser an die Körpergröße des Insassen angepasst wird, sind eine optimale Gurtgeometrie und ein stets idealer Gurtlauf gewährleistet.

Für Fahrer und Beifahrer stehen je ein zweistufiger Frontairbag parat. Diese passen ihr Aufblasverhalten der Unfallschwere an, was ein eventuelles Verletzungsrisiko minimiert. Der Beifahrer-Airbag befindet sich hinter einer für die Insassen unsichtbaren Aufrisslinie in der Instrumententafel, so dass die Innenraumgestaltung nicht durch eine sichtbare Aufrissnaht gestört wird. Für Fahrer und Beifahrer stehen Seitenairbags zur Verfügung. Bei einem seitlichen Aufprall reduzieren sie das Verletzungsrisiko im Brust- und Beckenbereich. Die US-Versionen sind zusätzlich mit Knieairbags ausgestattet. Sie halten den Insassen bei einem Aufprall ideal frühzeitig im Beckenbereich zurück. Dies reduziert das Verletzungsrisiko besonders bei nicht angegurteten Insassen.

Steuerungssystem ASE: optimaler Schutz zur richtigen Zeit. Unterstützt werden die einzelnen Sicherheitskomponenten von dem innovativen Sicherheits- und Informationssystem Advanced Safety Electronics (ASE), ein vernetztes Airbag-Steuerungssystem mit Lichtwellenleitern, das durch dezentrale Satelliten eine genaue Crasherkennung ermöglicht und die Rückhaltesysteme äußerst schnell und zielgerichtet aktiviert.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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