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Alt 16.08.2003, 10:29     #50
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Ungarn – 22.-24. August 2003 – VORSCHAU

Hochspannung: Vier Läufe zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2003 stehen noch aus, und das BMW WilliamsF1 Team hat Chancen im engen Kampf um die Titel in der Konstrukteurs- und der Fahrer-WM. Beim Großen Preis von Ungarn am 24. August 2003 zählt jeder Punkt.

Das BMW WilliamsF1 Team und die Piloten Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher haben auf dem Hungaroring vergleichbaren Rennstrecken in dieser Saison bereits starke Leistungen gezeigt. Die Schwierigkeit, auf der engen Rennstrecke bei Budapest zu überholen und normalerweise hochsommerliche Temperaturen werden die heiße Phase der Weltmeisterschaft einläuten.

Juan Pablo Montoya:

Ich war immer gern in der Stadt Budapest. Der Hungaroring zählt zwar nicht zu meinen Favoriten, aber die Umbauten sollten ihn verbessert haben. Das muss ich mir allerdings erst einmal vor Ort anschauen. Ich rechne dort wieder mit Hitze, und das ist positiv für uns. Unsere Michelin-Reifen arbeiten sehr gut bei hohen Temperaturen, und mir macht die Hitze nichts aus. Ich habe in den zurückliegenden Monaten und auch in der vergangenen Woche in Miami hart trainiert. Ich fühle mich fit und unter allen Bedingungen startklar.

In der Vergangenheit haben wir in Budapest nicht sehr gut abgeschnitten, aber unser Auto ist viel besser geworden, wir sollten dort in diesem Jahr gut abschneiden. Ich weiß, dass das Team und unsere Partner ebenso hoch motiviert sind wie ich. Über den Ausgang der WM mag ich nicht reden. Titel gewinnt man, indem man sich voll und ganz auf das jeweils nächste Rennen konzentriert, und das tue ich.

Ralf Schumacher:

Was meine Erwartungen für das Rennen in Ungarn betrifft, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel sagen, da die Verhandlung des Protests gegen meine Strafe nach dem Start-Unfall in Hockenheim noch aussteht. Ein Rückversetzen in der Startaufstellung würde die Lage natürlich um einiges erschweren, da der Kurs in Ungarn dafür bekannt ist, dass Überholen nur sehr schwer möglich ist. Doch nichts ist unmöglich, schließlich gibt es ein paar Änderungen am Hungaroring. Noch in Hockenheim habe ich mir Pläne der neuen Strecke besorgt, so ist zum Beispiel die Start-Ziel-Gerade um etwa 250 Meter verlängert worden, was die Aufgabe des Überholens vielleicht ein wenig vereinfacht.

Prinzipiell freue ich mich auf das Ungarn-Wochenende, weil ich an das Vorjahr sehr gute Erinnerungen habe. Wir hatten das Auto gut abgestimmt, und am Ende ist mir Platz drei gelungen, wobei ich wahrscheinlich das beste Rennen der Saison gefahren bin. Diesmal, mit dem kürzeren Radstand, sollte unser Auto noch besser zur Strecke passen. Außerdem sollten wir bei den heißen Temperaturen, die meistens zu diesem Zeitpunkt in Ungarn herrschen, durch unsere Michelin-Reifen einen Vorteil haben.

Sam Michael (WilliamsF1, Chief Operations Engineer):

Nachdem wir in Hockenheim derart überlegen unseren vierten Saisonsieg erzielt haben, fahren wir natürlich zuversichtlich nach Budapest. Leistungsfähigkeit ist das eine Ziel, das andere ist die Fortsetzung unserer Zuverlässigkeit. Wir sind das einzige Team, das 2003 bisher in jedem GP gepunktet hat.

Der Hungaroring hat seit dem Vorjahr zwei Veränderungen erfahren. Die Start-Ziel-Gerade wurde erweitert und eine andere Passage gestreckt, so wurde der Kurs auch insgesamt länger. Der Hungaroring ist technisch anspruchsvoll, viele Kurven gehen ineinander über, für die Fahrer ist es deshalb extrem wichtig, den richtigen Rhythmus zu finden.

Bei der Abstimmung wird man auch nach dem Umbau auf maximalen Abtrieb setzen. Die Strategie spielt eine besonders große Rolle, weil das Überholen auf diesem Kurs sehr schwierig ist. Wir haben seit dem Deutschland GP einige mechanische und aerodynamische Verbesserungen am Fahrzeug umgesetzt. Auch Michelin hat intensiv weitergearbeitet. Auch in Zeiten, in denen kein F1-Team auf einer Rennstrecke testen darf, sind Verbesserungen machbar.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Vier Grands Prix vor Saisonende echte Titelchancen zu haben, ist eine neue Situation für uns. Sie erhöht natürlich den öffentlichen Erfolgsdruck, steigert die Motivation aber in gleichem Maße. Die Prüfstands- und Entwicklungsarbeit für den aktuellen BMW P83-Motor und den P84 für 2004 läuft auch in der Testpause auf Hochtouren. Wir hoffen darauf, dass Ralf in Ungarn von der Startposition aus antreten darf, die er sich dort im Qualifying erobert. Zwei Top-Piloten vorn zu haben, ist für uns wertvoller denn je.

Auf dem Hungaroring werden die Triebwerke in der Regel extremen thermischen Belastungen ausgesetzt. Das liegt nicht nur an den meist hohen Außentemperaturen, sondern vor allem am Fehlen langer Geraden. Es gibt sozusagen keine Kühlluft-Erfrischungspausen für die Motoren. Die Verlängerung der Start-Ziel-Geraden um 250 Meter wird an der thermischen Belastung nicht viel ändern, sollte aber das Überholen erleichtern und uns damit entgegen kommen. Die Reise zum Hungaroring war in den vergangenen Jahren für unser Team eher ernüchternd. Aber in der starken Form der letzten Rennen sollten wir diesmal gute Chancen auf einen Platz auf dem Podium haben.

Zahlen und Fakten
  • 1872 wurden die beiden rechts und links die Donau säumenden Orte Buda und Pest vereinigt. Das enge Burgviertel und die Uferzone von Pest wurden mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Buda zeichnet sich durch großzügige klassizistische Bauten und Anlagen aus. Eines der Wahrzeichen ist die beide Stadtteile verbindende Kettenbrücke. Heute zählt Budapest über zwei Millionen Einwohner, besitzt sechs Universitäten und zahlreiche Museen. Budapest ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Ungarns. Die Stadt besitzt einen wichtigen Handelshafen. Der Hungaroring liegt etwa 20 Fahrminuten nordöstlich der Innenstadt.
  • Der Große Preis von Ungarn wird seit 1986 und damit 2003 zum 18. Mal ausgetragen. Jünger im Formel-1-Kalender ist nur der GP von Malaysia, der 1999 Premiere hatte.
  • Vor der Zeitrechnung der aktuellen Formel-1-WM wurde in einem Park an der Stadtgrenze von Budapest 1936 ein Rennen ausgetragen. Sieger war Tazio Nuvolari mit einem Alfa Romeo.
  • WilliamsF1 hat in Budapest Höhen und Tiefen erlebt. Das Team gewann 1986 mit Nelson Piquet den ersten Grand Prix von Ungarn und siegte bei sieben der 17 dort ausgetragenen GP. Nigel Mansell brachte in Ungarn 1992 seinen Titel unter Dach und Fach, schied allerdings 1987 aus, nachdem er 70 von 76 Runden geführt hatte und dann kurz vor dem Ziel ein Rad verlor.
  • Die bis dato beste Platzierung auf dem Hungaroring in der bald vierjährigen Geschichte des BMW WilliamsF1 Teams erzielte Ralf Schumacher im Vorjahr mit Platz drei hinter den Ferrari von Rubens Barrichello und Michael Schumacher. Montoya war nach einem Ausrutscher im Duell mit Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) nicht über Platz elf hinausgekommen. Ralf Schumacher und Montoya hatten sich für die Startplätze drei und vier qualifiziert.
  • Der Hungaroring wurde seit 1986 wiederholt und nun erneut umgebaut. Im Vorjahr betrug die Streckenlänge noch 3,975 Kilometer, nun sind es 4,384 Kilometer. Diese Variante ist der längste Hungaroring, den es je gab. Selbst die erste, von 1986 bis 1988 befahrene, Streckenführung maß nur 4,014 Kilometer.
  • Damit sind die bestehenden Rekorde keine Richtwerte mehr. 2003 hatte sich Barrichello in 1.13,333 Minuten für die Poleposition qualifiziert, Michael Schumacher war in 1.16,207 Minuten Rennrundenrekord gefahren.
  • Der Große Preis von Ungarn wird 2003 über 70 Runden (306,873 Kilometer) ausgetragen.
  • Der Start erfolgt am Sonntag, dem 24. August 2003, um 14 Uhr.

Mit 118 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team derzeit den zweiten Platz in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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