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Alt 25.07.2003, 17:50     #46
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Deutschland – 1.-3. August 2003 – VORSCHAU

Nachdem das BMW WilliamsF1 Team vergangene Woche beim britischen Grand Prix einen weiteren Podiumsplatz erzielt hat, konzentriert sich die Mannschaft nun darauf, in der Heimat von BMW beim Großen Preis von Deutschland am 3. August in Hockenheim eine gute Figur zu machen. Die FIA Formel-1-Weltmeisterschaft geht in ihre entscheidende Phase. Die geringen Abstände in den vorderen Punkterängen der Fahrer- und der Konstrukteurswertung versprechen Spannung pur für den Großen Preis von Deutschland.

Juan Pablo Montoya:
Es ist ein gutes Gefühl, mit ein paar Punkten mehr im Gepäck zum deutschen Grand Prix zu kommen. Ich bin jetzt Meisterschaftsdritter, das ist positiv, aber der Rückstand auf die Spitze ist noch immer erheblich. Ich muss in jedem Rennen gut punkten, wenn ich aufschließen will. Immerhin liegt noch knapp ein Drittel der Saison vor uns.

Seit dem Umbau im vergangenen Jahr bietet Hockenheim mehr Überholmöglicheiten, leider auch weniger Hochgeschwindigkeitspassagen. Aber unterm Strich sollte unser Auto auch auf dem neuen Kurs eine gute Figur abgeben. Bislang waren wir dort recht konkurrenzfähig, obwohl unser Auto nicht so gut war, wie es heute ist. Von daher sehe ich keinen Grund, weshalb wir nicht zuversichtlich sein sollten, in Deutschland eine gute Vorstellung abzuliefern.

Ralf Schumacher:
Die Niederlage in Silverstone habe ich verdaut. Es war zwar klar, dass die Punkteserie irgendwann einmal abreißen würde, dass es aber ausgerechnet in so einem wichtigen Rennen passieren musste, ist sehr schade. Egal, dafür werde ich jetzt auf dem Hockenheimring wieder voll angreifen. Die Gedanken an die WM sind weit, weit weg, aberbei meinem Heimrennen will ich um den Sieg mitfahren.

Im Vorjahr wurde ja zum ersten Mal auf dem neuen Kurs gefahren, und seit damals bin ich total begeistert von der Strecke. Die langen Waldgeraden von früher habe ich keine Sekunde vermisst, denn das neue Layout ist sowohl für Fahrer als auch für Zuschauer wesentlich faszinierender. Es gibt vor der Haarnadel die Möglichkeit, zu überholen, und die Kurven im Infield machen im Ausgang nicht zu, wie wir sagen, sondern auf. Das heißt, du behältst deinen Rhythmus und kannst schön flüssig fahren.

Sam Michael (WilliamsF1, Chief Operations Engineer):
Der Kurs in Hockenheim hat durch den umfassenden Umbau im Vorjahr an Attraktivität und Überholmöglichkeiten gewonnen. Die lange Gerade zwischen der zweiten und der dritten Kurve mit der weiträumigen und asphaltierten Auslaufzone ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man eine Strecke so verändern kann, dass Überholvorgänge erleichtert werden und somit die Spannung erhöht wird.

In Hockenheim überwiegen langsame und mittelschnelle Kurven, dadurch wird die Fahrzeugabstimmung am Wochenende bestimmt. Gute Traktion und die richtige Reifenwahl sind weitere entscheidende Faktoren. Die Datenaufzeichnungen vom Vorjahr belegen, dass der Reifenverschleiß in Hockenheim kritisch sein kann. Von daher wird die Entscheidung in Zusammenarbeit mit Michelin besonders entscheidend. Die anspruchsvollste Komponente dürfte die Strategie werden, wobei die Leistung unserer Boxenmannschaft eine Schlüsselrolle einnimmt. Nachdem wir gerade gesehen haben, welchen Zeitvorteil die Boxen-Crew unseren Fahrern während der Safety-Car-Phase in Silverstone verschafft hat, sind wir zuversichtlich, diesbezüglich auch in Deutschland gut abzuschneiden. Seit dem britischen GP haben wir einige Veränderungen am FW25 vorgenommen, die uns hoffentlich erlauben werden, in Hockenheim an der Spitze zu kämpfen und weitere Punkte zu sammeln.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Hockenheim war für uns in den vergangenen beiden Jahren ein gutes Pflaster. 2001 starteten dort erstmals beide Piloten aus der ersten Reihe, und Ralf gewann sein Heimrennen. Im vergangenen Jahr wurden Juan Pablo und er Zweiter und Dritter. Ich hoffe, dass wir 2003 unsere positive Hockenheim-Bilanz fortschreiben und an die jüngsten Saisonerfolge unseres Teams anknüpfen können. Auf dem früheren Hockenheimring mit den langen Waldgeraden konnte sich ein starker Motor natürlich besser in Szene setzen als auf dem heutigen Kurs. Jetzt zählt die Qualität des Gesamtpaketes mehr als die pure PS-Komponente. Dennoch liegt der Volllastanteil mit rund 65 Prozent im Vergleich der Grand-Prix-Kurse im oberen Viertel, das gleiche gilt für die Höchstgeschwindigkeit. Durch den Umbau wurde der Stadioncharakter der Rennstrecke mit der einzigartigen Atmosphäre im Motodrom noch weiter verstärkt. Außerdem erleben wir 2003 einen extrem engen WM-Kampf. Für uns wie auch für die Fans ist es die spannendste Formel-1-Saison seit Jahren, wir freuen uns auf ein gutes Rennen vor großer Kulisse.

Zahlen und Fakten
  • Die Stadt Hockenheim zählt rund 19.000 Einwohner und liegt in der Oberrheinebene im Bundesland Baden-Württemberg. Die Region im Badischen ist auch als Spargelanbaugebiet bekannt.
  • Am 29. Mai 1932 wurde als Eröffnungsveranstaltung auf dem damaligen – nicht asphaltierten - Dreieckskurs das erste Motorradrennen gestartet. 1938 wurde die Strecke zum ovalförmigen „Kurpfalzring“ umgebaut. 1957 wurde erneut modernisiert und auch das Motodrom gebaut. Am 2. August 1970 fand der erste Formel-1-GP statt, es siegte Jochen Rindt. 1977 wurde der Große Preis von Deutschland dauerhaft ins Badische verlegt, lediglich 1985 kehrte er noch einmal auf den Nürburgring zurück. Zu ihrem 70-jährigen Jubiläum präsentierte sich die Rennstrecke 2002 in neuer Form und mit neuem Namen: Der „Hockenheimring Baden Württemberg“ hat nun nicht mehr die berühmten langen Waldgeraden, an denen keine Zuschauer Platz hatten, sondern neue Abschnitte. Wo es früher in den Wald ging, biegt das Feld nun scharf rechts ab (zweite Kurve nach Start und Ziel) in die extrem lang gezogene Highspeed-Linkskurve „Parabolika“. Sie mündet in eine Spitzkehre, die mit extremem Lenkradeinschlag im ersten Gang durchfahren wird. Nach der Haarnadel führt eine Rechts-Links-Rechts-Kombination zurück auf bekanntes Terrain – das stadionartige Motodrom.
  • 2003 beträgt die Streckenlänge 4,574 Kilometer. Das Rennen wird über 67 Runden ausgetragen, die Renndistanz beträgt 306,458 Kilometer.
  • WilliamsF1 hat bis dato acht Siege in Hockenheim erzielt. Den ersten im Jahr 1979 – damals gewann Alan Jones die zweite der bis heute 111 Siegestrophäen für die Mannschaft. BMW erzielte – zusammen mit WilliamsF1 – 2001 seinen bisher einzigen Hockenheimsieg. Insgesamt stehen für BMW 17 Siege zu Buche.
  • 2002 qualifizierten sich Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya für die Startplätze zwei und vier. Das erste Mal in der Geschichte starteten zwei Deutsche und noch dazu ein Bruderpaar beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim aus der ersten Reihe – Michael Schumacher (1.14,389 min) vor Ralf. Im Rennen kam Montoya als Zweiter hinter dem Weltmeister ins Ziel. Ralf Schumacher, zuvor stabil an Position zwei fahrend, hatte vier Runden vor Rennende noch einmal die Box ansteuern müssen, weil Luft für die pneumatische Ventilsteuerung des BMW V10 nachgefüllt werden musste. So fiel er auf Rang drei hinter seinen Teamkollegen zurück.
  • Michael Schumacher fuhr in 1.16,462 Minuten im vergangenen Jahr die schnellste Rennrunde auf dem neuen Kurs.
  • Das Rennen wird am Sonntag, dem 3. August 2003, um 14.00 Uhr gestartet.
Mit 108 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team derzeit den zweiten Platz in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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