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Alt 20.06.2003, 20:12     #34
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Europa – 27.-29. Juni 2003 – VORSCHAU

Das BMW WilliamsF1 Team ist weiter auf dem Vormarsch: Nach Poleposition und Sieg in Monaco folgten in Kanada die Startplätze eins und zwei, nach dem Rennen standen Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya als Zweiter und Dritter gemeinsam auf dem Podium. Beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring (27. bis 29. Juni 2003) will das Team seinen Aufwärtstrend fortsetzen.

Der erneut leicht modifizierte und nun 5,148 Kilometer lange Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings verlangt Spitzenleistungen in den Disziplinen Abtrieb, Balance, Bremsverhalten und Traktion. Zünglein an der Waage spielt in der Eifel häufig das Wetter.

Ralf Schumacher:

Nach den jüngsten Ergebnissen fahre ich besonders motiviert zu meinem Heim-Grand-Prix. Von Kerpen, wo ich aufgewachsen bin, bis zum Ring ist es nur ein Katzensprung. Entsprechend oft war ich früher am Ring und habe, sobald ich den Führerschein hatte, auch gern meine Runden auf der Nordschleife gedreht. Unvorstellbar, dass die früher mit der Formel 1 dort entlang gefahren sind. Es sind über 20 komplizierte Kilometer ohne vernünftige Auslaufzonen, heutzutage wäre ein Formel-1-Rennen dort undenkbar. Der Grand-Prix-Kurs ist dagegen eine moderne und gute Strecke. 17 Mal bin ich da bislang gestartet. 1993 habe ich auf dem Ring mein erstes Rennen nach dem Kartsport gewonnen, übrigens mit einem BMW Motor im Formel Junior. Im Formel 1 bin ich bisher nicht über Platz vier hinausgekommen. Ich hoffe, ich schaffe es diesmal auf das Podium. Letztes Jahr wurde ein neuer Streckenabschnitt eingeweiht, doch um ehrlich zu sein, ist er mir etwas zu langsam ausgelegt, was aber meine Vorfreude auf das Heimrennen in keiner Weise trübt.

Juan Pablo Montoya:

Die Stimmung im Team wird nach unseren starken Vorstellungen in Monaco und Kanada immer besser, und das betrifft alle Bereiche. Jeder im Team setzt sich ein, um diesen Lauf fortzusetzen. Das war auch bei unserem jüngsten Test in Silverstone zu spüren. Das sind zweifelsohne die richtigen Voraussetzungen, um weitere gute Resultate zu erreichen. Wir gehen die nächsten beiden Rennwochenenden mit großem Optimismus an. Ich ganz besonders, weil ich den Nürburgring mag. Vor zwei Jahren bin ich dort Zweiter geworden, und im Vorjahr starteten Ralf und ich aus der ersten Reihe. Ich bin zuversichtlich, dass wir 2003 am Nürburgring ein gutes Ergebnis einfahren können.

Sam Michael (WilliamsF1, Chief Operations Engineer):

Mit nur einer wirklich schnellen Passage erfordert der Nürburgring maximalen Abtrieb sowie gute Traktion und Grip bei vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten. Die Eifel ist außerdem für ihre Wetterkapriolen berüchtigt, was die Reifenwahl kompliziert. Aufgrund relativ weniger Überholmöglichkeiten könnte das Rennen leicht in der Box entschieden werden. Folglich ist die richtige Rennstrategie entscheidend. Wir haben ganz offensichtlich Fortschritte mit unserem FW25 gemacht, die jüngsten Steigerungen in den Ergebnissen belegen das. Wir sind zuversichtlich, dass wir diesen Aufschwung bei den nächsten Europarennen fortsetzen und in Punkte umwandeln können.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Das Heimrennen auf dem Nürburgring ist für uns natürlich etwas Besonderes. Umso mehr hoffen wir, dort an unsere jüngsten Erfolge anknüpfen zu können. Der Kurs in der Eifel stellt an das Chassis völlig andere Anforderungen als die beiden nicht permanenten Rennstrecken in Monte Carlo und Montreal. Wenn unser Auto auch hier schnell ist, hat sich die erfolgreiche Entwicklungsarbeit der letzten Monate endgültig bestätigt. Für den BMW P83 wird der Nürburgring ein erneuter Härtetest werden. Das bisher stärkste Stück aus unserer Münchner Motorenschmiede hat auch in der Zuverlässigkeit seine Vorgänger übertroffen.

Zahlen und Fakten
  • Nach dem umfangreichen Umbau für den GP 2002 wurde der Nürburgring erneut leicht modifiziert. Die Schikane vor der letzten Kurve, die zuletzt statt einer S-Form eher die Gestalt eines Z hatte, wurde durch zwei spitze Kurven und eine kurze Gerade dazwischen so verändert, dass die Piloten nicht mehr wie bisher extrem über die Randsteine fahren sollten. Außerdem wurde die Ausfahrt der 2002 eröffneten „Mercedes-Arena“ abgewandelt und verbreitert. Insgesamt verlängerten die Umbaumaßnahmen die Strecke um drei Meter auf nun 5,148 Kilometer.
  • Der GP-Kurs des Nürburgrings liegt in direkter Nachbarschaft zur geschichtsträchtigen alten Strecke, jenes hügeligen Kurvenlabyrinths, das als Nordschleife bekannt ist und zu seiner Zeit als Formel-1-Kurs unglaubliche 22,83 Kilometer lang war. Die Formel 1 fuhr dort letztmals 1976. Nach dem schweren Feuerunfall Niki Laudas wurde die Strecke aus Sicherheitsgründen aus dem Grand-Prix-Kalender gestrichen.
  • Auf der Nordschleife werden heute noch Tourenwagenrennen ausgetragen, an den meisten Tagen des Jahres kann man dort allerdings gegen Gebühr im Privatwagen seine Runden drehen.
  • BMW gelang auf dem Nürburgring bislang kein Grand-Prix-Sieg. Insgesamt verbuchten die Bayern bis dato 15 GP-Siege, WilliamsF1 109, davon zwei auf dem Nürburgring, 1996 und 1997 mit Jacques Villeneuve.
  • 2002 fuhren auf dem Nürburgring beide Fahrer des BMW WilliamsF1 Teams in die erste Startreihe, Montoya erzielte die Poleposition. Im Rennen kämpften beide mit Handlingsproblemen. Der Kolumbianer fiel nach einer Kollision mit David Coulthard an vierter Position fahrend aus. Schumacher kam als Vierter ins Ziel.
  • 1993 gewann Ralf Schumacher auf dem Nürburgring sein erstes Formelrennen – damals pilotierte er einen Formel BMW Junior. Bisher blieb es für ihn bei diesem einen Sieg auf seiner Heimstrecke. Die Junior-Rennen, die Formel-3-Starts und die Formel-1-Grands-Prix zusammengenommen, bestritt Ralf bereits 17 Rennen auf dem Eifelkurs.
  • Auf der neuen GP-Strecke fuhr die Formel 1 erstmals beim Großen Preis von Europa 1984. 1985 wurde dort bis dato zum letzten Mal ein Großer Preis von Deutschland ausgetragen. Insgesamt fanden auf dem Nürburgring 23 GP Deutschland statt, sieben GP Europa und zwei GP Luxemburg.
  • Die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH rechnet für die gesamte Veranstaltung mit 300.000 Zuschauern.
  • Der Große Preis von Europa 2003 wird über 60 Runden ausgetragen, die Renndistanz beträgt 308,863 Kilometer. Start ist am Sonntag, dem 29. Juni 2003, um 14 Uhr.
Mit 64 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team derzeit den dritten Platz in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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