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Alt 09.06.2003, 22:03     #5
Hermann   Hermann ist offline
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E63 645Ci, E36 318i Cabrio, E39 523i Touring
5. Die Karosserie:Richtungweisender Leichtbau mit Mischbauweise.

Die Highlights.
  • Erstmals Stahl-Aluminium-Mischbauweise.
  • Hohe Sicherheit bei niedrigem Gewicht.
  • Mehr Platz innen, wenig Wachstum außen.
  • Klimakomfort-Verglasung.
  • Schutzverglasung.
Als erster Automobilhersteller der Welt wendet BMW beim neuen 5er eine neue, zukunftsträchtige Form der Mischbauweise im Karosserie-Rohbau an, bei der Stahl- und Aluminiumstrukturen kombiniert werden: die Verbindung eines Aluminium-Vorderbaus mit der restlichen Rohkarosserie aus Stahl im Bereich der A-Säulen. Zusätzlich sind auch die vorderen Seitenwände und die Frontklappe in Aluminium ausgeführt. Zu einem wesentlichen Teil ist es dieser Technologie zu verdanken, dass das gesamte Fahrzeug je nach Modell um bis zu 75 kg leichter wurde als das Vorgängermodell. Mit dieser Mischbauweise leitet BMW einen neuen Trend im Karosserie-Leichtbau ein.

Eine Herausforderung war die neue Bauweise speziell im Verbindungsbereich des gewichtsreduzierten Aluminium-Vorderbaus mit der Stahl-Rohkarosserie. Darüber hinaus wurde beim Einsatz von Aluminium Neuland betreten: So besteht die Federstütze, in der Vorderachsfeder und Stoßdämpfer gelagert sind, aus Aluminium-Druckguss. Der Werkstoff der Federstütze besteht aus einer Legierung, die sich hauptsächlich aus Aluminium und geringen Anteilen von Magnesium, Silizium und Mangan zusammensetzt. Dieser Werkstoff verbindet hohe Festigkeiten mit hohem Formänderungsvermögen.

Innovative Produktionsverfahren ermöglichen Metallmix.

Allerdings erfordert die Mischbauweise besondere Maßnahmen. So treffen bei Stahl und Aluminium unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten aufeinander. Mit einem gewährleisteten Stanznietabstand von 50 Millimeter bleiben Spannungsspitzen und Verformungen jedoch innerhalb der Grenzwerte. Stahl und Aluminium besitzen außerdem unterschiedliche elektrochemische Potentiale. Für einen korrosionssicheren Mischbau wurde deshalb eine vollständige Füllung der aneinanderstoßenden Flansche mit einem neu entwickelten, isolierenden Klebstoff notwendig. Auch die Flansche sind speziell gestaltet. Diese Klebstofffüllung ist in der Produktion automatisiert und kameraüberwacht. Da hier keine weiteren Fügetechniken eingesetzt werden, sind Reparaturen dennoch in allen Werkstätten möglich.

Hohe Passive Sicherheit bei weniger Gewicht durch Mischbauweise.

Die Karosseriestruktur des neuen 5ers bietet den Insassen größtmögliche Sicherheit bei gleichzeitig deutlicher Gewichtsreduzierung durch die Mischbauweise. Die Verwendung von hochfesten Blechen in großvolumigen Trägerstrukturen mit gezielt eingesetzten Verstärkungen ermöglicht im Zusammenspiel mit dem im wesentlichen aus Aluminium bestehenden Vorderbau einen hohen strukturellen Schutz bei allen Kollisionsarten. Die hohe Torsionssteifigkeit der Karosserie ist zudem eine wesentliche Voraussetzung für präzise fahrdynamische Reaktionen.

Maßkonzept: Mehr Platz innen, wenig Wachstum außen.

Schon im Pflichtenheft für den neuen 5er war eine deutliche Radstand_vergrößerung vorgegeben, um damit unter anderem Kundenanforderungen nach einem deutlich verbesserten Raumangebot im Fond Rechnung zu tragen. So wuchs der Radstand um 62 mm, und insbesondere die Fond_passagiere profitieren davon gegenüber dem Vorgänger mit einer Vergrößerung der Beinfreiheit um 46 mm. Das absolute Wachstum des 5ers in der Länge beträgt mit 66 mm kaum mehr als die Radstandverlängerung. Hier war es das Bestreben der Konzept-Ingenieure, das Auto so kompakt wie möglich zu halten. Mit einer Karosseriebreite von 1847 mm ist der neue 5er um 48 mm breiter als sein Vorgänger, davon profitiert besonders die Schulterfreiheit der Fondinsassen.

Bei der Auslegung des Innenraumes wurden dabei sowohl die Körpergrößen der 5-Prozent-Frau als auch des 95-Prozent-Mannes – bezogen auf die prognostizierte Population des Jahres 2003 – berücksichtigt. Dement_sprechend wuchs die Fahrzeughöhe um 40 mm auf 1468 mm um eine großzügige Kopffreiheit zu gewährleisten. Der Zuwachs an effektivem Kopfraum für Fahrer und Beifahrer beträgt 10 mm und für Fondpassagiere 7 mm.

Gepäckraum mit mehr Nutzvolumen.

Bei der Konzeption des Gepäckraumes standen vor allem das große Nutz_volumen und die einfache Beladung mit großen Gegenständen im Vordergrund. Der neue 5er bietet Stauraum für vier 46-Zoll-Golfbags oder zwei großvolumige Koffer übereinander sowie zusätzlich drei mittlere bis kleine Koffer. Mit Standard-Quadern befüllt beträgt das Nutzvolumen 520 Liter. Das sind 60 Liter mehr als beim Vorgängermodell. Werden statt der serien_mäßigen Ausstattung mit Normalreifen die Runflat-Tires gewählt, entfällt das Notrad und das Nutzvolumen erhöht sich durch die Nutzbarkeit der Reserveradmulde um weitere 35 Liter auf 555 Liter.

Komfortoption: Klimakomfort-Verglasung.

Einfallendes Sonnenlicht heizt gerade im Stand den Innenraum des Fahrzeugs stark auf. Nicht nur die hohe Lufttemperatur, sondern auch die Strahlungswärme der heißen Sitz- und Armaturenbrettoberflächen sind dabei sehr unangenehm für die Insassen. Die Luft kann zwar mit Hilfe der Klimaautomatik schnell gekühlt werden, die Oberflächen jedoch bleiben längere Zeit sehr heiß. Auf Wunsch bietet BMW für den neuen 5er deshalb eine infrarotreflektierende Verglasung an, die rundum alle Scheiben umfasst. Im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Basisverglasung ist die Innenluft_temperatur bei einem in der Sonne geparktem Fahrzeug mit Klimakomfort- Verglasung um rund 5 °C niedriger. Die Oberflächentemperatur ist in diesem Vergleich um etwa 10 °C niedriger. Die von der Haut empfundene Strahlenwärme ist ebenfalls geringer.

Folge ist, dass die Klimaautomatik schon zu Fahrtbeginn und dann auch während der Fahrt mit weniger Leistung kühlt. Dadurch kann das Gebläse auf einer niedrigeren Stufe laufen, die Insassen werden weniger stark „angeblasen“, Gebläsegeräusche und der Verbrauch werden reduziert. Beim Fahren steigert die reduzierte Wärmeeinstrahlung nicht nur den Komfort, sondern auch die Konditionssicherheit.

Sicherheitsoption: Schutzverglasung.

Einzigartigen Schutz vor begehrlichen Langfingern gewährt die auf Wunsch lieferbare Einbruchhemmende Verglasung (EHV), die den hervorragenden Diebstahlschutz des 5er weiter verbessert. Das speziell entwickelte Verbund_glas besteht aus zwei Lagen Glas mit einer Zwischenschicht aus Polycarbonat, das in TPU-Folie eingebettet ist. Polycarbonat ist ein hochzäher Werkstoff und stammt aus dem Flugzeugbau, wo es seit Jahren erfolgreich der Verstärkung von Jet-Fenstern dient. Dank dieser Folie kann das durchsichtige Sandwich Energie in so hohem Maße aufnehmen, dass es selbst mit Hammer oder Axt nicht zu durchschlagen ist. Eine zusätzliche Splitterschutzfolie schützt den Innenraum außerdem vor Glaspartikeln. Alle Seitenfenster setzen sich bei der Sonderausstattung aus dem Spezialglas zusammen, passend dazu bestehen Front- und Heckscheibe aus Verbundglas mit mehrfachen Folienlagen mit ebenfalls hoher Widerstandsfähigkeit.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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