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Alt 15.04.2003, 21:20     #14
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von San Marino – 18.-20. April 2003 - VORSCHAU

Nach der Wetterlotterie in Brasilien hofft das BMW WilliamsF1 Team, beim Großen Preis von San Marino in Imola am 20. April 2003 repräsentativere Bedingungen vorzufinden, um das Potenzial des FW25-Chassis und des BMW P83-Motors unter Beweis stellen zu können. Das Team will beim Auftakt der Europa-Saison seine Wettbewerbsfähigkeit zeigen.

Juan Pablo Montoya:

Ich bin froh, dass die Rennsaison in Europa beginnt und freue mich besonders auf Imola. Mir ist dort zwar bislang kein Podiumsplatz gelungen, aber der GP San Marino ist ein Rennen, auf das sich das ganze Team freut.

Der bemerkenswerteste Unterschied zu den ersten drei Saisonrennen, auf den wir zu reagieren haben, werden deutlich geringere Außentemperaturen sein. Aber diese sollten kein Problem für uns darstellen, denn Michelin hat die Reifen auch für kühlere Witterung beträchtlich verbessert. Wir hatten nicht gerade den besten Saisonstart, es war eine Mischung zwischen Pech, schwierigen Umständen und Fehlern. Ich denke, der FW25 sollte in Imola gut genug funktionieren, damit wir davon etwas wettmachen können.

Ralf Schumacher:

Den Ärger über das für mich unglückliche Rennen in Brasilien habe ich längst verdaut, meine ganze Konzentration gilt dem, was jetzt kommt. Imola wird schwer genug. Ich erinnere mich, dass wir dort im vergangenen Jahr nicht den Hauch einer Chance gegen Ferrari hatten. Dieses Mal sind die Umstände anders, und der jüngste Test in Le Castellet hat uns wieder einen Schritt weitergebracht. Testfortschritte sind wichtig, denn jetzt geht es nicht mehr nur darum, Ferrari einzuholen, sondern vor allem darum, McLaren daran zu hindern, den Vorsprung weiter auszubauen.

Unterm Strich mag Imola nicht die perfekte Rennstrecke für unser Auto sein, aber es ist immer wieder schön, an den Platz seines ersten F1-Sieges zurückzukehren. Vielleicht hilft mir dieses gute Gefühl auf dem Weg zu einem guten Ergebnis.

Sam Michael, WilliamsF1 Chief Operations Engineer:

Nach dem Regenrennen von Brasilien haben wir auch auf der französischen Rennstrecke Paul Ricard mit Ralf Schumacher und Marc Gené auf nasser Fahrbahn getestet. Außerdem haben wir dort an der Fahrzeugabstimmung und an Aerodynamik-Entwicklungen gearbeitet.

Auch in San Marino kann es recht kühl und nass werden. Der Kurs erfordert Abtrieb, Motorleistung und eine mechanische Fahrzeugabstimmung, die das Überfahren der Randsteine ohne zu großen Stabilitätsverlust erlaubt. Die Strecke in Imola hat mittelschnelle bis sehr schnelle Kurven sowie einige Schikanen und verlangt den Bremsen viel ab. Abgesehen von den technischen Anforderungen, ist sie auch für die Fahrer eine große Herausforderung.

Aufgrund der relativ kurzen Boxengasse war Imola traditionell Schauplatz von Mehr-Stopp-Strategien, wie sich die neuen Regeln diesbezüglich auswirken, wird man sehen. Unsere bisherigen Leistungen 2003 haben gezeigt, dass wir bei den Stopps ein gutes Team waren.

Wir haben viele Reifentests durchgeführt, um uns gegenüber der Konkurrenz zu verbessern. Dabei haben wir unseren vor der Saison durchgeführten Imola-Test als Basis genommen. Es wird spannend zu sehen, wie groß unsere Fortschritte tatsächlich sind.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:

Nach den sehr turbulenten Rennen in Übersee wünschen wir uns für den Auftakt der Europa-Saison einen 'normalen' Grand Prix. Damit meine ich ein Rennen unter repräsentativen Bedingungen, das einen unverfälschten Vergleich mit der Konkurrenz erlaubt. Es gibt für uns verschiedene gute Gründe, sich auf Imola zu freuen: Wir werden dort erstmals in der Saison 2003 nicht mehr aus und in Containern arbeiten müssen, sondern endlich wieder unsere Trucks und Motorhomes zur Verfügung haben. Das erleichtert die Logistik und verbessert die Arbeitsbedingungen. Außerdem ist die Freude über unseren ersten Sieg nach dem Wiedereinstieg durch Ralf Schumacher im Jahr 2001 unvergessen. Nicht nur für die Bremsen, sondern auch für die Motoren ist Imola eine anspruchsvolle Strecke. Hoher Abtrieb und Bergauf-Passagen sorgen dafür, dass starke Motoren hoch im Kurs stehen. Wir werden in Italien mit der gleichen Ausbaustufe des BMW P83 an den Start gehen, die sich zunächst in den Freitags-Qualifyings in Australien und Malaysia bewährt hat und nun in Brasilien auch ihre Feuertaufe im Rennen erfolgreich bestanden hat.

Zahlen und Fakten
  • Das geschichtsträchtige Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola war 1952, elf Jahre nach seiner Eröffnung, erstmals Austragungsort eines Formel-1-Rennens. 1970 wurde die Rennstrecke Dino Ferrari gewidmet, der Name Enzo Ferraris wurde nach dessen Tod im Jahr 1988 ergänzt.
  • Die 63.300 Einwohner zählende Stadt Imola liegt in der Emilia-Romagna und gehört zur italienischen Provinz Bologna.
  • Neben der brasilianischen Rennstrecke Interlagos ist Imola die zweite im F1-Kalender, auf der gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird.
  • Die Streckenlänge beträgt 4,933 Kilometer, die Renndistanz ist auf 62 Runden bzw. 305,609 Kilometer festgelegt.
  • Der Große Preis von San Marino wird am Sonntag, dem 20. April 2003, um 14 Uhr gestartet.
  • Rubens Barrichello (Ferrari) stellte im vergangenen Jahr in 1.24,170 Minuten den gültigen Rundenrekord auf.
  • Michael Schumacher (Ferrari) sicherte sich 2002 die Poleposition in 1.21,091 Minuten und gewann auch das Rennen.
  • Für das BMW WilliamsF1 Team brachte ein unspektakulärer GP von San Marino 2002 solide Resultate: Ralf Schumacher belegte Platz drei, Juan Pablo Montoya wurde Vierter. Dieser Zieleinlauf entsprach ihren Startpositionen.
  • Am 15. April 2001 feierte das BMW WilliamsF1 Team in Imola den ersten Sieg der deutsch-englischen Partnerschaft. Es war auch für Ralf Schumacher sein erster Formel-1-Sieg.
  • Für WilliamsF1 stehen seit 1987 insgesamt acht Imola-Siege zu Buche.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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