Thema: 3er / 4er allg. DSC - wunderbar
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 30.01.2003, 20:27     #11
Optical   Optical ist offline
User ist gesperrt

Threadersteller
 
Registriert seit: 08/2002
Beiträge: 1.406

Aktuelles Fahrzeug:
M12 mit Gasturbine und Bremsfallschirm; Skateboard,

#1337
Wenn ihr auf ERlebnisstorys steht ladies, dann kann ich auch was dazu beitragen - Winter und E36 sind die Hauptpersonen.
Kurz nach Weihnachten im Jahr 2002.
Abends 19.30 - die dunkelheit hat sich über die weiss glänzende Lanschaft gelegt und hüllt die Umgebung in ein farbspiel aus schwarzem Himmel, weissen, glänzenden Boden und einem lustigen Tanz aus millionen von Schneeflocken, die langsam zum Boden taumeln.
Da, plötzllich reisst mich unvermittelt ein piepen aus meinen Gedanken - Telefon durzuckt es mich. Bevor ich wusste was ich tat hatte ich schon den hörer am Ohr und ich hörte die vertraute stimme meines besten freundes.
Ob ich nochmal vorbeikomme wollte er wissen. In meinem jugendlichen Leichtsinn war ich so tollkühn und begab ich auf diese Abenteurliche Tour, von der ich nicht wusste wie sie enden würde.
Dick eingemümmelt stapfte ich auf meinen E36 3er Compact zu der zu diesem Zeitpunkt unter einer dicken schicht schnee lag.
Mit gezielten Wischen über das Türschloss legte ich dieses frei und führte den schlüssel langsam ein (hihi). Zack, umdrehen und die Tür war auf. Nun schnell den kleinen Besen rausgeholt und mit sorgfalt das bmw baby von seinem kalten, weissen gefägniss befreit. Schnell reingehüpft und und den Zündschlüssel umgedreht - ein dumpfes, warmes blubbern ertönte aus richtung motorhaube und signaliserte mir das mein Baby für jede schandttat bereit war.
Die ersten Meter fuhr ich rückwärts aus unsrer Hofeinfahrt - ich dachte ich wäre auf einer Buckelpiste. Das Auto schwankte und wankte und die knirschgreäusche unter den reifen signalisierten mir das da wohl einiges an schnee runergekommen ist. Nachdem ich diese Hürde mit Bravour gemeistert habe gings auf die normale strasse raus - Schock - Nichts geräumt, nichts gestreut. Na denn, wer nicht wagt der nicht gewinnt dachte ich mir als ich vorsichtig in die kalte Nacht hinausfuhr. Bergab wohlgemerkt -aber dazu später mehr.
Nachdem ich ungefähr 3500 der 4000m zu meinem Kumpel zurückgelegt hatte, tauchte vor mir, im wüsten schneetreiben der erste berg auf. Attacke - Augen auf und durch. Mein vorhaben den Berg zu erklimen wurde jäh gestoppt als die Hinterräder das durchdrehen anfingen und das ganze auto das rumzappeln anfing. Mehrere erfoglose anfahrtsversuche hab ich abgebrochen und habe das car schlieslich nach links driften lassen wo es einige parkplätze gab. Na gut dann eben nicht - ich werde die letzten paar meter zu fuss gehen.
Nachdem ich auch diese Abenteuer heil überstanden hatte, traf ich wohlbehalten bei meinem Kumpel ein.
Was dort geschah ist vollkommen irrelevant und absolut uninteressant.
Leider versäumte ich es auf die Uhr zu schauen und es war ca gegen 23.30 als ich mich wieder auf den Heimweg machte.
Der Fussweg zu meinem abgestellten Auto gestaltete sich als Hindernissrennen. Tonnenschwere Schneemassen prasselten von den Bäumen und drohten jeden zu erschlagen der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ich war einer dieser armen Teufel.
Trotzdem schaffte ich es irgendwei heil zum Auto zurückzugelangen. Dort wieder das selbe spiel - Auto vom Schnee befreien.
Tollkühn und frohen Mutes warf ich den Motor an und fuhr richtung Heimat - immer im Hinterkopf das ich dort wohl bald ein Drama abspielen würde.

Die Stadt war relativ schnell durchfahren unf ich gelangte in meinen Stadtteil der auf einem Berg liegt. Die Bergaktion zu meinem Kumpel noch Hinterkopf, beschloss ich diesmal die Sache anders anzugehen.
Voll beschleunigen und dann das Baby den Berg hochjagen und hoffen das ich es bis oben hin schaffe - ich wohne ganz oben am Berg und die strasse beschreibt ein U um mein Haus herum.
Also Gib gummi Baby dacht ich als ich die sache anging. Mit 60 oder 70 kmh erklomm ich den Berg. Dieser war ca 400m lang und wurde immer steiler und ich immer langsamer. Komm Baby, wir schaffen das sprach ichmir und dem BMW immer wieder Mut zu. Noch 200 m bis zur Wende - noch 100m bi szur Wende, noch 50, 40, 30, 20,10,5m bis zur rettenden wende - Zack. Ende aus. Da stand ich nun 5m vor der Wende, fast am "gipfel" des Berges
Es ging nix mehr - keinem Meter mehr weiter. Jeder Anfahrtsversuch wurde vom schnee und eis im Keim erstickt. Am ende stand ich fast quer auffer Strasse, fluchend und zetend - 5 m hätte ich noch gebraucht. "Oh jesus" dacht ich mir, "so kannst nit stehnbleiben - fahr das Auto wenigsten auf den nebengelegenen Parplatz". K gedacht getan. Auch diese Aktion war recht Halsbrecherisch, glat es doch mannshohe schneewehenn und Wassergräben zu beachten. Das der Schnee mehr als 30 cm hoch auf dem zugeschneiten Parkplatz lag, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nit. Rückwärts hab ich mich langsam auf den Parkplatz zurollen lassen. Das Auto ächzte und bebte als es die gewaltigen Schneemassen mit seinen 4 REifen, den Schnee gnadenlos zermalmte und blättete.
Genauso Gnadenlos wurde ich dann aber von den gigantischen schneemassen auf den Parkplatz gebremstals ich auf diesen aufahren wollte. Schaukel, wipp, durchdreh...das volle programm eben. Es ging nichts mehr - weder vorwärts noch rückwärts. "na prima" dachte ich als verzeifelt versuchte die Fahrertür aufzumachen. Aber die Fahrertür war zu und fast nicht aufzubekommen. "Mein Gott, morgen werden die passanten als verhungertes Skelett in deinem Auto finden" "In eigenen Auto ERfroren und verhungert". "Junge stirbt einen grausamen schneetod" wird morgen in der Zeitung stehen. NEIN. Mein Lebenswile war stärker - ich warf mich mit meinen 65 kilo gegen die Fahretür und - sie öffnete sich. Als ich ausstieg versank ich buchstäblcih im schnee. Bis zu den Türen reichte der Schnee auf dem parkplatz den ich todesmutig vorher als rettung ansah.
Da das Auto absolut nicht mehr zu bewegen war beschloss ich die letzten Meter nach Hause zu Fuss zurückzulegen und mein geliebten BMW in der grausamen Nacht seinem Schicksal zu überlassen. Am nächsten Tag frühs wollte ich mich der Sache wieder annehmen und meine Baby freischippen.
Tjo mit der tatkräftigen unterstützung meines Dads, einsatz von 3 Flammenwerfen, 47 Schneeschippern und eines Räumfahrzeugs, gelang es uns schliesslich in einer mehrstündigen, anstrengenden aktion mein Compact vom schnee zu befreien.Überglücklich umklammert ich das lenkrad als ich das Triebwerk zündete und vorsichtig von der Todesfalle Parkplatz holperte.

Fin

Fazit: Ohne DSC im BMW - hast oft probleme im Schnee
Mit Zitat antworten