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Alt 18.07.2001, 14:45     #2
Danny M3   Danny M3 ist offline
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Leipzig erhält den Zuschlag für das BMW-Werk

ap MÜNCHEN/LEIPZIG. Den Ausschlag habe das Arbeitskräftepotenzial, die zur Verfügung stehende Fläche, die gute Infrastruktur und die Nähe zu den bayerischen BMW-Werken gegeben, sagte ein Sprecher. Außerdem kann BMW mit hohen Subventionen rechnen. Als Standort für das neue Werk hatten sich mehr als 200 Städte in ganz Europa beworben. Neben Leipzig waren zuletzt noch Augsburg, Schwerin, das tschechische Kolin und das französische Arras übrig gewesen.
In der etwa zwei Mrd. DM (rund eine Milliarde Euro) teuren Fabrik sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2004 die BMW 3er-Reihe produziert werden. Das Werk Regensburg, in dem die 3-er heute gefertigt werden, wird für die Produktion des geplanten kleinen 1-er BMW gebraucht. Im BMW-Werk in Leipzig sollen über 3 000 Arbeitsplätze entstehen, in den Zulieferfirmen in der Region Leipzig/Halle weitere 7 000. Der Leipziger Wirtschafts-Beigeordnete Detlef Schubert sagte, die Entscheidung von BMW habe das verarbeitende Gewerbe in Leipzig gerettet. "Wir sind ein exzellenter Logistik-Standort und haben professionelle Arbeit geleistet. Der Kampf ging bis heute."Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums kann BMW mit einer Förderquote von 30 bis 33 % rechnen.

"Ohrfeige für Miesmacher des Standorts"

Der bayerische IG-Metallchef Werner Neugebauer sprach von einer "schallenden Ohrfeige für alle Miesmacher des Industriestandorts" Deutschland. BMW werde nach dem Flächentarifvertrag und unter hiesigen Produktions- und Sozialstandards erfolgreich Autos bauen. "Ohne die guten Rankingwerte, die nicht nur auf niedrige Lohnkosten reduziert worden sind, wäre diese Entscheidung nicht möglich geworden", sagte Neugebauer, der auch BMW-Aufsichtsrat ist.

BMW-Chef Joachim Milberg informierte den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Augsburg sei an den um mehrere hundert Mill. DM höheren Kosten für den Grunderwerb gescheitert. Der von Stoiber favorisierte Standort Hof sei nun aber für Zulieferer in einer günstigen Lage. Nähere Erläuterungen will Milberg am Nachmittag auf einer Pressekonferenz in München geben.

Bundesregierung begrüßt Entscheidung

Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung für Leipzig. Staatsminister Rolf Schwanitz sagte in Berlin, das sei ein klares Signal für den Standort Ostdeutschland und werde zur Angleichung zwischen Ost und West beitragen. Das Unternehmen findet hier hoch qualifizierte und -motivierte Arbeitskräfte, eine moderne Infrastruktur und sehr gute Investitionsförderbedingungen vor.

Zudem sei eine hervorragende Nähe zu den Märkten gegeben. In der Region werde ein neuer industrieller Kern entstehen. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, sagte: "Das ist ein großer Schritt nach vorn für den Wirtschaftsraum Halle/Leipzig."

In Mecklenburg-Vorpommern dagegen platzte mit der Niederlage gegen Leipzig nach Transrapid und Airbusmontage ein weiterer Traum. Schwerins Wirtschaftsdezernent Norbert Claußen sagte, die Stadt habe sich aber mit ihrem Platz unter den letzten fünf europaweit für Investoren empfohlen. Der Hauptgeschäftsführer der Schweriner IHK, Klaus-Michael Rothe sagte: "Enttäuschung ja, aber keine Resignation, denn wir haben einen einmaligen Industriestandort europaweit ins Blickfeld gerückt." Das werde sich früher oder später auszahlen.

Hoffentlich werden die BMW's jetzt nicht auch aus Plastik gebaut


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gruss
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