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Alt 30.11.2002, 20:19     #1
Hermann   Hermann ist offline
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ConnectedDrive: Virtueller Beifahrer mit dem siebten Sinn - 16.10.2002

Die BMW Group entwickelt den siebten Sinn fürs Auto: ConnectedDrive heißt das Konzept, das in Zukunft dem Autofahrer ein intelligenteres und individuelleres Fahrzeug mit noch mehr Sicherheit und noch mehr Komfort zur Verfügung stellt. Die neue Intelligenz entsteht dadurch, dass gewissermaßen die Nervensysteme eines Autos miteinander verknüpft, mit der Welt verbunden und zu neuen Fähigkeiten genutzt werden. Zwei Beispiele, die bereits in einem Forschungsfahrzeug erprobt werden: Stop-and-go-Verkehr wird dank ConnectedDrive müheloser, weil der Fahrer das ständige Abbremsen an sein Auto delegieren kann. Und unübersichtliche Landstraßen werden – insbesondere bei Nacht – sicherer, weil vor engen Kurven ein wachsender Gegendruck des aktiven Gaspedals weniger Tempo empfiehlt.

Die Beispiele zeigen, dass ConnectedDrive kein neues System ist, sondern ein übergreifendes Konzept: Es verknüpft und ergänzt die bisherigen Einzelbausteine aus den Bereichen Telematik, Onlinedienste und Fahrer-assistenzsysteme, greift unterstützend ein und gibt dem Fahrer gezielte Informationen. ConnectedDrive ist damit wie ein virtueller Beifahrer, der dem Fahrer im richtigen Moment die richtigen Informationen richtig aufbereitet liefert. Und damit wird ein weiterer, entscheidender Vorteil des Konzeptes der BMW Group offensichtlich: Der Fahrer wird nicht zwangsläufig mehr, sondern besser informiert, also ent- statt belastet.

Mit ConnectedDrive leistet BMW einen umfassenden Beitrag zur Verbesserung der Mobilität. Das Konzept bietet exzellente Möglichkeiten, die Schonung der Umwelt, die Optimierung des Gesamtsystems Verkehr, eine Erhöhung der Sicherheit sowie die sprichwörtliche „Freude am Fahren“ miteinander zu vereinen. Der jüngste ConnectedDrive Baustein ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Über BMW Online lotst der internetbasierte Parkinfodienst den Fahrer zu einem Parkhaus mit freier Kapazität.
Dadurch entfällt die Parkplatzsuche, und Autofahrer, Verkehr und Umwelt werden gleichzeitig entlastet. Er ergänzt die dynamische Navigation mit Stauumfahrung, die bereits jetzt durch die Verknüpfung von Navigations-system, Verkehrsmeldediensten und dem Telematikdienst BMW Assist möglich ist und damit die gleichen umfassenden Vorteile bietet. „Wir wollen den Autofahrer aus seiner Isolation befreien und ihm alle Informationen zugänglich machen, die für ihn wichtig oder wünschenswert sind“, so BMW Group Vorstandsmitglied für Entwicklung und Einkauf Dr. Burkhard Göschel. „Der Schlüssel dazu ist die Vernetzung mit ConnectedDrive.“

Anfänge von ConnectedDrive: Navigation nutzt ABS-Signale.

Bereits vor Jahren haben die BMW Entwickler die Grundlagen für ConnectedDrive gelegt und auch schon in ersten Ansätzen in die Praxis umgesetzt. So dienen heute die Signale der Raddrehzahl-Sensoren nicht nur der Bremsensteuerung, sondern auch als Hilfsgrößen zur Strecken-messung für die Navigation, wenn zum Beispiel in einem Tunnel der Kontakt zu Satelliten nicht möglich ist. Die Signale der Airbagelektronik werden ebenfalls bereits für den automatischen Notruf von BMW Assist mit benutzt.

BMW Assist: Zukunftsweisender ConnectedDrive Dienst bereits nutzbar.

Ein wichtiger Bestandteil von ConnectedDrive ist der bestehende Telematikdienst BMW Assist. Dieses Angebot umfasst

• Notruf/Automatischer Notruf bei schweren Unfällen,

• Bereitschaftsdienst,

• Real-Time Verkehrsinformationen sowie

• mobilitätsbezogene Auskunftsdienste

mit einer Vielzahl von Points of Interest.


In Deutschland bietet BMW mit BMW Assist seinen Kunden bereits seit 1999 eine Datenrückübertragung, bei der gewünschte Navigationsdaten, zum Beispiel von Tankstellen, Hotels oder jede beliebige Adresse von extern aus einem BMW Call-Center in das Navigationssystem eines fahrenden Autos übertragen werden können. Dies gilt auch für angefragte Telefonnummern: Durch einfaches Anklicken einer angefragten Nummer stellt das Autotelefon eine Verbindung mit dem Gesprächspartner her.

BMW Online: Zieleingabe aus dem Internet – per Fingerdruck.

Mit der Markteinführung der neuen 7er Reihe bietet BMW über ein eigenes Portal erstmals internetbasierte Dienste im Auto an. Alleinstellung erlangt BMW Online durch die tiefe Integration in die Fahrzeugelektronik. Dieser Dienst bietet die Möglichkeit, über BMW Assist hinaus weitere Dienstleistungen via Internet zu übertragen, verbunden mit zusätzlichen Vorteilen und Möglichkeiten. So kann der BMW Kunde nicht nur auf umfangreiche Datenbanken wie zum Beispiel Branchendienste, Hotelnachweise, neueste Nachrichten oder Börseninformationen zurückgreifen, sondern auch persönliche Dateien wie Adressenlisten vom PC aus vertraulich hinterlegen. Aus dem Auto kann er dann sowohl auf die allgemein zugänglichen als auch die privaten Daten zugreifen und gegebenenfalls neue Zieladressen übernehmen. Für die Übertragung in das bordeigene Navigationssystem genügt ein einziger Fingerdruck.

Das Online Dienste-Portfolio kann jederzeit flexibel an neue Anforderungen angepasst und ergänzt werden – ganz einfach per Software-Update. Dadurch war auch die Integration des neuen Dienstes problemlos möglich, der – wie beschrieben – freie Parkhausplätze in Ballungsräumen auflistet. Die dem Parkinfodienst angeschlossenen Parkhausbetreiber sind dafür mit dem BMW Online Portal vernetzt und melden permanent ihre freien Kapazitäten. Die Anzahl der angebundenen Parkhäuser wächst dabei kontinuierlich. Weitere Informationen zu dieser Dienstleistung finden sich im Internet unter www.parkinfo.com

Gebündelte Komfort- und Serviceleistungen aus dem Web.

BMW Online bietet bereits heute die Dienste

• E-Mail Account,

• Adressbuch,

• Auskunftsdienst,

• aktuelle Nachrichten aus Politik, Sport, Kultur und Wirtschaft sowie Regionalnachrichten,

• aktuelle Unternehmensnachrichten,

• Börsenkurse,

• City Guide, Reiseinformationen,

• Wetterinformationen,

• 3D-View, die Darstellung des Standortes aus der
Vogelperspektive.

Jeder Kunde kann zudem am heimischen PC auf dem BMW Portal individuelle Lesezeichen anlegen, um dann im Fahrzeug schnell auf die gewünschten Dienste zugreifen zu können. Der Zugriff auf das BMW Portal kann nicht nur aus dem Fahrzeug oder vom heimischen PC aus erfolgen, sondern auch vom Handy.

Um Informationsbedürfnis, Sicherheit und Komfort möglichst optimal zu verbinden, sind alle Online-Dienste auf die Bedienung im Auto zugeschnitten. Das BMW Portal bietet beispielsweise Nachrichten, Wirtschaftsnews, Branchenauskunft oder das aktuelle Wetter am Start- und am Zielort – verkürzt auf Stichworte und Schlagzeilen, die Fahrer und Beifahrer in Sekunden-bruchteilen wahrnehmen können.

Floating Car Data: Autos tauschen vollautomatisch Wissen aus.

Rechtzeitige und präzise Verkehrsinformationen erhöhen die Sicherheit und den Komfort für den Autofahrer. Voraussetzung dafür ist eine umfangreiche Verkehrsdatenerfassung. Zukunftsweisende Erfassungsmethoden nutzen schon heute Fahrzeuge als mobile Sensoren. Seit September 2001 nehmen alle BMW Automobile, die mit dem Telematikdienst BMW Assist ausgestattet sind, am sogenannten Floating Car Data-System (FCD) teil – sofern der Fahrer es will. Damit werden BMW Fahrzeuge im Verkehr nicht nur als Empfänger, sondern auch als Sammler und Übermittler von Verkehrsinformationen eingesetzt. Weitergeleitet werden – selbstverständlich anonym – Position und gefahrene Geschwindigkeit. Aus beidem lässt sich die aktuelle Verkehrsbelastung relativ zuverlässig errechnen. BMW Fahrer, die am FCD-System teilnehmen, geben und erhalten somit kostenlos Informationen zu Verkehrsbehinderungen, die beispielsweise auch die Autobahn-Sensoren nicht erfassen. Und das ist auch der Vorteil: Die Erfassung des Verkehrsgeschehens ohne zusätzliche Infrastruktur. So können von jedem beliebigen Punkt auf dem digitalisierten Straßennetz Angaben über den Verkehrsfluss anonym gesammelt und weiterverarbeitet werden.

Die Fahrzeuge leiten dabei die im ConnectedDrive Bord-Netzwerk erfassten Informationen über die Verkehrslage via BMW Assist automatisch an einen Meldungspool. Dort werden diese mit Daten anderer Verkehrsteilnehmer und mit weiteren Verkehrsinformationen abgeglichen, verarbeitet und umgehend per SMS über das Autotelefon an das Navigationssystem der BMW Fahrzeuge weitergeleitet, die mit BMW Assist ausgestattet sind. Sollte es auf der vorgesehenen Route Verkehrsbehinderungen geben, wählt der Navigations-rechner sofort eine Alternativroute aus und bietet sie dem Fahrer optional an.

BMW Automobile mit FCD können damit ohne zusätzliche Sensoren auch auf Schnell- und Landstraßen sowie innerhalb von Ortschaften Informationen über den Verkehrsfluss generieren. Die dynamische Routenführung, die Verkehrsbehinderungen gezielt ausweicht, beschränkt sich dadurch nicht länger auf Autobahnen, sondern wird im gesamten digitalisierten Straßennetz verfügbar.

ConnectedDrive Projekt XFCD: BMW Group entwickelt erweiterte Datenerfassung.

Geschwindigkeit und gefahrene Strecke sind für eine detaillierte Beurteilung der Verkehrslage und ihrer weiteren Entwicklung allerdings nur rudimentäre Daten. Die BMW Group entwickelt deshalb die erweiterte fahrzeuggenerierte Verkehrsdatenerfassung (Extended Floating Car Data, XFCD), die wesentlich präzisere Verkehrsinformationen erlauben wird.

Dafür liegen in einem modernen Automobil über die Geschwindigkeit hinaus auch eine Vielzahl weiterer Daten des Fahrzeugsystems vor. Die Einführung moderner Bordnetze, von Fahrdynamikregelung und Fahrerassistenzsystemen bietet ein weites Spektrum verfügbarer Daten, die zur Gewinnung von Informationen zur Verkehrslage, zum Straßenzustand und zur aktuellen Wetterlage herangezogen werden können. Dazu zählen Daten von Abblend-, Fern- und Nebellicht, ABS, ASC oder DSC, Außenthermometer und Klimaanlage, Bremse, Navigationssystem, Regensensor oder Scheibenwischer.

Die erweiterten Verkehrsdaten (XFCD) werden – analog zur FCD Erfassung – im Fahrzeug zu Ereignis-, Verkehrszustands- und Straßenzustandsmeldungen verarbeitet. Damit kann auf Verkehrs- und Gefahrensituationen wie starker Regen, Aquaplaning, Glatteis, Sichtbehinderung oder Nebel geschlossen werden. So würde eine ASC Regelung in Verbindung mit einer niedrigen Außentemperatur, einer Scheibenwischeraktivität und der entsprechend langsamen Fahrzeuggeschwindigkeit beispielsweise auf eine lokale Rutschgefahr hinweisen.

Das weit gespannte Spektrum von ConnectedDrive sieht aber nicht nur die Kommunikation zwischen Fahrer, Fahrzeug und einer stationären Infrastruktur vor. So ist es in Zukunft auch denkbar, dass Fahrzeuge direkt miteinander kommunizieren – ohne Umweg über eine Meldezentrale.

ConnectedDrive Projekt ALC: Intelligentes Licht erhöht Sicherheit.

Die eingangs erwähnten Beispiele Stop & Go-Assistent und aktives Gaspedal sind nur zwei einer ganzen Reihe von Funktionen, die dank der Zusammen-arbeit der Systeme im ConnectedDrive Konzept in Zukunft zur Verfügung stehen werden. Ein weiteres Beispiel ist die sogenannte Adaptive Light Control (ALC), die kurz vor der Serienreife steht. Sie erhält ihre Informationen unter anderem vom Navigationssystem und richtet zwei mitlenkende und in ihrer Lichtverteilung variable Scheinwerfer auf den Straßenverlauf aus. Vor und in Kurven kann der Fahrer dadurch den vor ihm liegenden Fahrbahnabschnitt besser und damit sicherer überblicken. Vor Kreuzungen wird der Lichtkegel verbreitert, so dass die kreuzenden Straßen und Gehwege besser einsehbar sind.

ALC erkennt dabei, wohin der Fahrer das Fahrzeug steuern wird und erlaubt so die Ausleuchtung auch scharfer Kurven durch die schwenkbaren Scheinwerferelemente. Gesteuert wird das System über Fahrzeug- bzw. ConnectedDrive-Informationen wie Lenkwinkel, Geschwindigkeit und Querbeschleunigung. Ebenfalls können GPS-Satellitennavigation und elektronische Straßenkarten genutzt werden. Über diese intelligente Verarbeitung und Vernetzung von Fahrzeuginformationen wird es durch ALC möglich, in jeder Fahrsituation eine optimierte Ausleuchtung der Fahrbahn zu erhalten. In der Stadt erhöht ein breiter Lichtkegel die Sicherheit auch für andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger. Auf der Autobahn bietet ALC dem Fahrer ein starkes, gebündeltes Leuchtband, das eine größere Reichweite und damit höhere Sicherheit gewährleistet.

In USA schon Serienausrüstung: Brake Force Display.

Die intelligenten Scheinwerfer der Adaptive Light Control finden ihr Pendant im Brake Force Display, das in den US-Ausführungen des neuen 7er BMW bereits zur Serienausrüstung gehört. BMW führt damit die weltweit erste dynamische Bremsverzögerungsanzeige ein. Sie signalisiert eine Gefahrenbremsung dadurch, dass die Schlussleuchten zusätzlich zu den Bremsleuchten hell aufleuchten. Im Falle einer Verzögerung über 5 m/s–2 oder eines ABS-Eingriffs vergrößert sich so die leuchtende Fläche und warnt den Fahrer des nachfolgenden Fahrzeugs. Durch das neue Signalbild kann er schneller reagieren und dadurch den Anhalteweg verkürzen. Da die Steuerung der Funktion über die Fahrzeugsignale erfolgt, kann ein absichtlicher Missbrauch ausgeschlossen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Zulassungsbestimmungen steht der Ersteinsatz des Brake Force Display in Europa noch nicht fest.

ConnectedDrive Projekt Pixelscheinwerfer: Lichtgrafiken als Wegweiser.

Eine völlig neue, punktgenaue Lichtverteilung ermöglicht der revolutionäre Pixelscheinwerfer. Diese neue, frei programmierbare Scheinwerfertechnologie basiert auf dem sogenannten DMD-Prinzip (Digital Micromirror Device), bei dem mikrokleine, steuerbare Spiegel die Aufgabe des herkömmlichen Scheinwerferreflektors übernehmen. Das erlaubt völlig neue Funktionen wie zum Beispiel das blendfreie Permanentfernlicht, bei dem der Bereich um die Augenlinie eines entgegenkommenden Verkehrsteilnehmers ausgeblendet wird. Auch können Fahrbahnmarkierungen besonders intensiv ausgeleuchtet werden.

Darüber hinaus arbeiten die Entwickler der BMW Group an der Einblendung von Informationssignalen, beispielsweise von Lichtfeldern in Form von Abbiegepfeilen als Navigationshinweise. Damit kann der Fahrer seine Routenempfehlung direkt in sein Blickfeld eingeblendet bekommen. Das Pixellicht gestattet zudem eine noch bessere dynamische Leuchtweiten-regulierung bis hin zu individuellen Aufgaben wie Kurven-, Stadt-, Landstraßen-, Autobahn- und Schlechtwetterlicht.

ConnectedDrive Projekt Bluetooth: Drahtlose Kommunikation im und ums Auto.

Alle Informationsverbindungen, die bisher mit Kabeln hergestellt werden, laufen in Zukunft drahtlos. Ermöglicht wird dies durch einen elektronischen Chip, der Stimmen und Daten drahtlos über kurze Entfernungen überträgt – die sogenannte Bluetooth-Technologie. Sie wird billig sein, weltweit einsetzbar, eine hohe Übertragungsrate bei geringem Energieverbrauch haben, mögliche Übertragungsfehler korrigieren können und für sensible Dokumente eine sichere Verschlüsselung bereithalten.



Die BMW Group wird mit dieser Technologie das Auto zur mobilen Informationsplattform weiterentwickeln. Der Einbau eines Bluetooth-Chips ermöglicht die problemlose Verbindung zwischen Navigationssystem, Audioanlage oder Autotelefon mit anderen Geräten wie Laptop, Handy oder Organizer. Einer der großen Vorteile ist hierbei die Unabhängigkeit vom jeweiligen Hersteller. „Die Lebenszeit eines Automobils ist heute um ein Vielfaches höher als die eines digitalen Geräts“, sagt Entwicklungschef Dr. Burkhard Göschel. „Mit dem Bluetooth-Standard kann der Kunde sich jederzeit ein neues Gerät kaufen und ohne weitere Installationen auch in seinem Auto nutzen.“

Im Auto eröffnet Bluetooth dem Benutzer viele Freiheiten.

Er kann beispielsweise:

• Daten der Reiseroute und zusätzliche Reiseinformationen zwischen dem Laptop und dem Navigationssystem oder Telefon austauschen. Sie sind damit auch außerhalb des Fahrzeugs verfügbar.

• Telefonnummern, Adressen und Navigationskarten aus der Datenbank des Organizer über das Autotelefon bzw. das Navigationssystem verfügbar machen.

• Termine aktualisieren.

• Das Handy über die Freisprecheinrichtung im Fahrzeug nutzen.

• Musik über einen portablen MP3 Player im Auto Hifi-System abspielen.

• Bequem auch außerhalb des Fahrzeuges mit einem Personal Digital Assistant ein elektronisches Fahrtenbuch führen.

Neben dem Kundennutzen bietet die Bluetooth-Technologie aber noch weitere Anwendungen in allen Bereichen der Autobranche, von der Herstellung bis zur Reparatur. Wenn jedes Fahrzeug einen Bluetooth-Chip erhält, lässt es sich zum Beispiel während der Produktion ständig drahtlos verfolgen. BMW stattet jedes Auto individuell nach den Wünschen des Kunden aus. Die hierfür nötige Logistik könnte in Zukunft über Bluetooth laufen. Der Chip kann anschließend im Auto verbleiben und weitere wichtige Funktionen übernehmen. Er kann etwa die Tests bei der Endabnahme im Werk vereinfachen, dem Händler bei seiner Bestandsaufnahme helfen und die Diagnose bei späteren Reparaturen unterstützen. Überall dort, wo heute noch Schnittstellen für jedes Automodell unterschiedlich sind, wird mit Bluetooth ein einheitlicher Standard eingeführt.

ConnectedDrive Projekt elektronischer Rückspiegel: Sicher Überholen und Abbiegen.

Kollisionen beim Abbiegen oder Spurwechsel zählen zu den häufigsten Unfallarten und enden für beteiligte Fußgänger oder Zweiradfahrer oft mit ernsten Konsequenzen. Ursache in den allermeisten Fällen: Der Fahrer hat den Beteiligten nicht gesehen.

Um diese Situation zu entschärfen, entwickeln die Ingenieure der BMW Group zwei ConnectedDrive Assistenzsysteme, die die entsprechenden Gefahrenräume mit optischen oder Radar-Sensoren selbständig überwachen: Beim Abbiegen schaltet der Fahrer mit dem Blinker gleichzeitig einen Überwachungssensor auf der Fahrzeugseite ein, der den Raum neben dem Fahrzeug in einem Winkel von rund 90 Grad abtastet. Erkennt er ein bewegtes Objekt, wird der Fahrer gewarnt.

Während dieses System auf den typischen Stadtverkehr zugeschnitten ist, kommt die Spurwechselassistenz primär auf mehrspurigen Schnellstraßen zum Einsatz. Dort sensiert sie permanent den seitlichen und rückwärtigen Bereich des Wagens. Hat das System ein aufschließendes Fahrzeug erkannt, auf dessen Spur der Fahrer wechseln will, erfolgt ebenfalls eine Warnung.

Zusammen ergeben beide Systeme den elektronischen Rückspiegel, der zwei der kritischsten und häufigsten Gefahrenquellen im heutigen Straßenverkehr entschärfen hilft.

ConnectedDrive Projekt Heading Control: Assistent erleichtert Spurführung.

Im Durchschnitt korrigiert ein Fahrer mindestens alle zwei Sekunden die Lenkradposition zumindest geringfügig. Der Grund hierfür liegt in einem aus der aktuellen Fahrzeugposition und Richtung geschätzten Fehler, der durch eine Lenkbewegung so korrigiert wird, dass das Fahrzeug mit einer individuellen Toleranz innerhalb der Fahrspur bleibt. Je enger die Fahrspur, desto genauer und damit auch häufiger werden solche Korrekturen, wie jeder aus eigener Erfahrung zum Beispiel beim Befahren von Autobahnbaustellen weiß.

Eine Kamera mit gekoppelter Bildverarbeitung ist andererseits heute bereits in der Lage, bei gut strukturierten Straßen den Straßenverlauf und die Straßenbegrenzung zu erfassen. Mit Kenntnis der aktuellen Fahrdynamik kann daraus sehr einfach die notwendige Lenkradstellung errechnet werden, die für eine optimale Spurführung erforderlich ist. Die derzeit entwickelte ConnectedDrive Funktion Heading Control übernimmt diese Assistenz in einer ebenso einzigartigen wie effektiven Art: Der Fahrer spürt diese Information am Lenkrad, also an dem Bedienelement, mit dem auch die Korrektur auszuführen ist. Droht zum Beispiel ein ermüdeter Fahrer auf der Autobahn von seiner Fahrspur abzukommen, weist eine sanfte
Gegenkraft am Lenkrad auf die drohende Unfallgefahr hin.

Wissen besser vermitteln: ConnectedDrive geht neue Wege der Informationsübertragung.

Die sogenannte haptische Information der Heading Control ist charakteristisch für einen weiteren Schwerpunkt von ConnectedDrive: Der Fahrer soll durch neue Informationen und Möglichkeiten nicht zusätzlich belastet werden. Insbesondere die im ConnectedDrive Konzept projektierten Funktionen mit Auswirkungen auf Fahrsicherheit verlangen, dem Fahrer die nötigen Informationen eindeutig und keinesfalls ablenkend zu übermitteln.

Das ist aber nur möglich, wenn die Informationsaufbereitung neue Wege geht.

ConnectedDrive hat sie eingeschlagen – mit ersten praktischen Ergebnissen: Das iDrive Konzept des neuen 7er BMW ist nach diesen Gesichtspunkten entstanden. Die wenigen für das Fahren tatsächlich wesentlichen Elemente sind im und um das Lenkrad platziert, einige häufig benutzte Basisfunktionen in der Mitte der Instrumententafel. Die meisten anderen Funktionen werden weltweit erstmalig mit einem in der Mittelkonsole integrierten und intuitiv zu bedienenden Controller im Dialog mit dem Control-Display aktiviert. Für den Fahrer bedeutet iDrive einfache, intuitive und sichere Bedienung.

Einzigartig: Control Center mit fühl- und sichtbarer Rückmeldung.

Der Controller des iDrive Bedien- und Anzeigekonzeptes im neuen 7er BMW ist ein handliches Bedienelement am vorderen Ende der Mittelarmlehne, so dass er immer mit einer optimalen Hand- und Armauflage betätigt werden kann. Fahrer oder Beifahrer wählen durch Schieben, Drehen und Drücken die gewünschte Funktion an, die simultan im ergonomisch optimal positionierten Control Display angezeigt wird. Außerdem gibt der Controller eine einzigartige Rückmeldung, die ihn intuitiv bedienbar macht: Die sogenannte variable Force-Feedback-Steuerung simuliert mit Hilfe eines Elektromotors zu- und abnehmende Steuerkräfte, Rast- und Endstellungen.

ConnectedDrive Projekte aktives Lenkrad und aktives Gaspedal: Spürbar mehr Sicherheit und Komfort.

Die Weiterentwicklung der sogenannten Mensch-Maschine-Schnittstellen im ConnectedDrive Projekt schafft für Fahrerassistenzsysteme noch mehr neue Möglichkeiten: Aktive Lenkräder und Gaspedale befinden sich derzeit in Testphase, um den Fahrer durch leichte Gegenkräfte notwendige Lenkkorrekturen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen anzudeuten.

Das aktive Lenkrad ist beispielsweise der bereits erwähnte Informant der komfortorientierten Heading Control, die den Fahrer bei der Einhaltung seiner Fahrspur unterstützen soll. Dabei wird mit Hilfe eines Elektromotors im Lenkrad eine Lenkkraft in die Richtung erzeugt, in die der Fahrer steuern soll. Dies reicht allerdings weder dazu aus, die Lenkung automatisch einzuschlagen, noch setzt das Lenkrad den Kräften des Fahrers großen Widerstand entgegen. Dadurch lässt es sich für Ausweich- oder Überholmanöver leicht übersteuern, so dass der Fahrer jederzeit die Kontrolle behält. Das System ist auch nur dann aktiviert, wenn der Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Es kann so zum Beispiel bei einem Sekundenschlaf unterstützend eingreifen.

Das aktive oder haptische Gaspedal funktioniert nach demselben Prinzip wie das aktive Lenkrad, indem es dem Fahrerfuß bei zu hoher Geschwindigkeit eine Kraft entgegensetzt. Diese Aufforderung, das Tempo zu drosseln, kann beispielsweise vom Navigationssystem ausgehen, wenn Kurven oder Ortseinfahrten unmittelbar bevorstehen. Aber auch durch Sensoren beobachtete kritische Fahrbahnoberflächen wie Nässe und Schnee oder langsamer vorausfahrende Fahrzeuge können diese Assistenzfunktion auslösen. Ebenfalls wie beim aktiven Lenkrad lässt sich die Kraft beispielsweise zum Überholen leicht überdrücken.

ConnectedDrive Projekt SAM: Intelligentes Antriebsmanagement senkt Verbrauch und Emissionen.

ConnectedDrive Informationen lassen sich auch zur Verbesserung der gesamten Fahrstrategie nutzen. Diesen Ansatz verfolgt das Situationsadaptive Antriebs-Management (SAM). Es soll dem Fahrer zukünftig helfen, Verbrauch und Emissionen zu senken, ohne dass er auf Komfort und Fahrgenuss verzichten muss. Im Mittelpunkt dieses projektierten Fahrerassistenzsystems steht die intelligente Verknüpfung von Informationen aus Verkehrsumfeld, Fahrzeug und Fahrerwunsch zur Bestimmung einer verbrauchsgünstigen Fahrstrategie. Denn das größte Potential für verbrauchs- und emissionsarme Fahrweise liegt beim Fahrer: Um gut 30 Prozent kann er den Wirkungsgrad seines Autos beeinflussen.

Die Daten, die das System benötigt, sind bereits heute verfügbar:
Über das BMW Bordnavigationssystem erfährt der SAM-Rechner die gespeicherte Reiseroute sowie streckenbezogene Informationen. Über die aktuelle Verkehrslage informiert sich das Antriebs-Management durch die Auswertung des tatsächlichen Fahrverhaltens und der Verkehrsdaten.

Aufbauend auf diesen Informationen berechnet SAM Empfehlungen, wie der Fahrer am verbrauchs- bzw. emissionsärmsten fahren kann. SAM handelt dabei als diskreter Assistent, der nur Vorschläge macht, die Verantwortung aber beim Fahrer lässt. Dabei ist das aktive Gaspedal die Schnittstelle zum Fahrer: Um „Gaswegnehmen“ zu empfehlen, veranlasst der SAM-Rechner am Gaspedal einen leichten, aber deutlich spürbaren Gegendruck. Gleichzeitig schlägt er mit der Gaspedalstellung am Druckpunkt die rechnerisch optimale Geschwindigkeit vor. Der Druck lässt sich jedoch leicht überwinden, Kontrolle und Verantwortung behält der Fahrer.

Mehr Wissen sammeln: ConnectedDrive mit neuen Sensoren und Diensten.

Die Funktionsweisen der in Entwicklung befindlichen Systeme machen deutlich, dass sich ConnectedDrive auf die Basis genauer und zuverlässiger Daten stützt. Zu den Sensoren, die bereits jetzt im Fahrzeug vorhanden sind, kommen in naher Zukunft noch weitere, die insbesondere die nähere Fahrzeugumgebung erfassen. Dazu werden neue Sensorkonzepte auf Basis von Radar-, Laser- und Bildverarbeitungstechnologien entwickelt.

Solche Sensoren benötigt etwa die geplante Reibwerterkennung, die den Zustand der Straßenoberfläche misst, was von elementarer Bedeutung für die aktive Sicherheit ist. Über optische Sensoren kann sie feststellen, ob Eis oder Schnee die Fahrbahn bedecken oder ob die Straße nass ist. Selbst die Dicke einer solchen Wasserschicht ist feststellbar, was beispielsweise für die Erkennung von Aquaplaning wichtig ist. Die Reibwerterkennung kann auf Basis dieser Werte entsprechende Fahrwerksregelsysteme und ABS vorkonditionieren und den Fahrer warnen.

ConnectedDrive Grundsatz: Der Fahrer bleibt verantwortlicher Mittelpunkt.

Dieses Warnen statt Eingreifen ist ein Grundsatz des ConnectedDrive Konzeptes: Der Fahrer hat und behält immer die Verantwortung über sein Fahrzeug. Genauso verhält es sich auch in der Natur beim Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd: Das Pferd trifft kaum aus eigenem Antrieb selbstständig wichtige Entscheidungen, wie zum Beispiel Richtungs-änderungen oder wie schnell welches Ziel angesteuert werden soll. Es folgt dabei in der Regel exakt den Vorgaben des Reiters. Dieser kann aber aus dem Verhalten und den Reaktionen des Pferdes eine Vielzahl von wichtigen Informationen ablesen, um individuell selbst die entsprechende Entscheidung zu treffen. Auf der anderen Seite aber reagiert das Pferd selbständig auf bestimmte Gefahrenmomente, zum Beispiel auf rutschigen Untergrund bei zu hohem Tempo, und nimmt in solchen Fällen die Geschwindigkeit selbständig zurück.

Gerade bei komplexeren Entscheidungen ist der Mensch unersetzlich, da er auch nach ethischen Grundsätzen entscheidet, was heute auch der hochentwickeltste Computer nicht kann. Die Maschine weiß beispielsweise nicht, dass ein Ausweichmanöver vor einem auf der Straße liegenden Hindernis vielleicht einen entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger gefährdet und in diesem Fall ein beschädigtes Fahrzeug die richtige Alternative wäre. Der Fahrer ist und bleibt das unverzichtbare Schlüsselelement, wenn man sich wie die BMW Group am Ideal des unfallfreien Fahrens orientiert.

Ebenso wie die Möglichkeiten der „künstlichen Intelligenz“ werden heute Versuche, chaotische Systeme wie den Straßenverkehr ganz oder teilweise zu automatisieren, sehr kritisch betrachtet. Dazu zählen auch Ansätze, die Maximalgeschwindigkeit des Fahrzeugs mit Hilfe von Telematikfunktionen auf die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit drosseln zu wollen. Eine solche Verlagerung der Verantwortung vom Fahrer weg zu einem übergeordneten System kann zu folgenreichen Kettenreaktionen führen. Darüber hinaus ist die Frage der Haftung bei eventuellen Unfällen trotz des Einsatzes solcher Systeme bislang völlig unbeantwortet. So sind Gefahren vorprogrammiert, wenn sich der Fahrer auf die vermeintliche Richtigkeit der von außen vorgegebenen Geschwindigkeit verlässt, diese jedoch nicht zur aktuellen Verkehrssituation passt oder das System einmal nicht richtig funktioniert.

Praxiserprobung mit BMW X5 als ConnectedDrive Technologieträger.

Als erstes praktisches Beispiel und als Technologieträger für die Umsetzung des ConnectedDrive-Konzepts dient der BMW Group Forschung ein speziell ausgerüsteter BMW X5. Durch die bereits beschriebenen, teils neuartigen Sensor- und Kommunikationssysteme ist das Fahrzeug über Straßenverlauf, Verkehrslage und -umgebung permanent informiert. Die für die Fahrt relevanten Details werden in dem rollenden Forschungslabor entweder als selbständige Reaktion, zum Beispiel bei der Adaptive Light Control, oder als eindeutige Information für den Fahrer, zum Beispiel beim aktiven Gaspedal, aufbereitet.

ConnectedDrive verknüpft Stärken von Fahrer und Fahrzeugtechnik.
Bei allen technischen Möglichkeiten verfolgt ConnectedDrive eine sinnvolle, zielgerichtete Aufgabenteilung durch Verknüpfung der jeweiligen Stärken von Fahrer und Fahrzeugtechnik. Jeder soll das tun, was er am besten kann. Während das Zusammenwirken der drei Bereiche Fahrer, Fahrzeug und Umwelt in der Vergangenheit meist dem Menschen und seiner Anpas-sungsfähigkeit überlassen war, findet mit ConnectedDrive ein Umdenken statt: Ziel ist es, so viele Informationen wie gewünscht und nötig so individuell und ergonomisch wie möglich für den Fahrer bereitzustellen.

Damit kann er, nach dem Assistenz-Prinzip entlastet statt weiter belastet, in seiner Aufgabe unterstützt und damit Sicherheit und Komfort erhöht werden. Der Fahrer bleibt aber in jedem Fall im Mittelpunkt allen Handelns und behält somit die volle Verantwortung für alle Fahrmanöver. Deshalb sind alle Teilprojekte von ConnectedDrive auch nur Angebote an den Fahrer – er kann, aber er muss sie nicht nutzen. Je nach Wunsch kann er sich jederzeit und individuell seinen Systemverbund zusammenstellen: Heute im Auto bequem reisen und dabei auf alle Informationen bis hin zum Auskunftsdienst zurückgreifen, morgen nur Informationen zur Sicherheitserhöhung nutzen und mit Tacho und Drehzahlmesser Fahrspaß pur genießen. ConnectedDrive macht die „Freude am Fahren“ noch intensiver.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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