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Alt 30.11.2002, 18:52     #1
Georg   Georg ist offline
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BMW entwickelt Head-up-Display für Helm von Ralf Schumacher

Weltneuheit aus dem Silicon Valley eröffnet neue Kommunikationswege und erhöht die Sicherheit

Mit einer neuartigen Technologie für die Formel 1 präsentiert sich das BMW Technology Office vor dem Großen Preis von Ungarn der Öffentlichkeit. Ein in den Helm von Ralf Schumacher integriertes Head-up-Display-System im Miniaturformat von 6x8 Millimetern ermöglicht die Darstellung von zahlreichen Informationen und Hinweisen. Mit diesem „visuellen Informationsfenster“ setzt BMW neue Maßstäbe beim Thema Sicherheit in der Formel 1: Die Rennfahrer können visuelle Informationen verarbeiten und sich gleichzeitig voll auf ihre Fahraufgabe konzentrieren.

Mit Hilfe der innovativen Technik kann dem Fahrer beispielsweise ein Hinweis auf einen Unfall in einem Streckenabschnitt oder einen Ölfleck in einer bestimmten Kurve angezeigt werden. „Damit ist BMW ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Sicherheit gelungen“, sagt Ralf Schumacher vom BMW WilliamsF1 Team. Das System entstammt dem BMW Technology Office in Palo Alto im Silicon Valley in Kooperation mit einem vor Ort ansässigen Partnerunternehmen der Elektronikbranche und dem deutschen Helmhersteller Schuberth. Ralf Schumacher will das Mini-Head-up-Display ab der nächsten Saison in seinem Helm einsetzen. Noch 2002 sollen die Tests abgeschlossen werden.

Die innovative Technologie eröffnet einen völlig neuen Kommunikationsweg zwischen Box und Fahrer. In einem im Helm integrierten Modul sind dazu verschiedene Hinweise und Bilder in einem Datensatz gespeichert, welche die Box per Funk aufrufen und dem Fahrer anzeigen kann. Das Miniatur-Head-up-Display projiziert das entsprechende „durchsichtige“ Bild durch das Visier auf die Höhe der Wagenfront. Der Fahrer kann die Informationen wahrnehmen, ohne vom Fahrgeschehen abgelenkt zu werden.

Das BMW Mini-Head-up-Display besitzt ein hoch auflösendes Echtfarben- Display. Es basiert auf der Technologie des „Active Matrix Liquid Crystal Display“ (AMLCD). Die Schlüsselfunktion des Displays liegt in einem einzigartigen Linsenelement, dem sogenannten Free Form Prism (FFP). Damit sieht der Fahrer das Bild immer gestochen scharf.

Formel 1 als ideales Anwendungs- und Testfeld

Das Mini-Head-up-Display erlaubt die Projektion beliebig vieler optischer Informationen direkt in das Sichtfeld des Fahrers. Für die Formel-1-Erprobung wurde das Mini-Display im Kinnschutz eines modifizierten Schuberth RF-1 Rennhelms integriert. Zusätzliche Wände und Polsterungen wurden nach den Angaben der SNELL-Foundation (Helmsicherheitsbehörde) hinzugefügt. Das System ist im peripheren Sichtbereich des dominierenden Auges des Fahrers platziert. Durch die einzigartige Konstruktion des Systems werden die Informationen in sein Sichtfeld projiziert, ohne dass der Fahrer seinen Blick auf das Display selbst richten muss. „Das Auge gewöhnt sich sehr schnell an diesen kleinen Fleck und ignoriert ihn wie einen Insektenklecks auf der Windschutzscheibe“, erklärt Jürgen Brügl, Projektingenieur bei BMW in Palo Alto.

Dem F1-Fahrer werden mit Hilfe des Mini-Displays vielfältige Informationen über das Rennen und Sicherheitsvorkehrungen aus der Box zugespielt. Somit ist der Fahrer stets über seine Position im Rennen informiert, erhält Instruktionen aus der Boxengasse während des Rennens und des Trainings, z.B. „go faster“, „come into the box“, „Öl in Kurve 2“ und wird stets über Flaggensignale und Notfallvorkehrungen z.B. „Pit Traffic“, „Oil Pump“ informiert. Des weiteren besitzt der Instruktor in der Box auch die Möglichkeit, über die bidirektionales Telemetrie dem Fahrer eine SMS zu senden. Die Information wird direkt ins Display übertragen. Zusätzlich können Informationen aus der Motorsteuerung (z.B. “oil pressure low“) dem Fahrer direkt und ohne Umweg über die Box angezeigt werden. Dies bedeutet einen wertvollen Zeitgewinn.

Im Rahmen der ConnectedDrive Philosophie der BMW Group ist es auch denkbar, die Head-up-Display Technologie von der Formel 1 in die Serie zu übertragen. Mit ConnectedDrive treibt die BMW Group die Vernetzung von Fahrer, Fahrzeug und Umwelt voran, um das Fahren sicherer, effizienter und komfortabler zu gestalten.

Netzwerkartiges Innovationsmanagement als Basis für technologischen Fortschritt

Entwickelt wurde das integrierte Head-up-Display im westlichsten Büro des BMW Group Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ), mitten in Palo Alto im Silicon Valley. 16 Mitarbeiter - Informatiker, Logistiker, Chemie- und Diplom-Ingenieure verschiedener Fachrichtungen - arbeiten seit 1998 an einem gemeinsamen Ziel: neueste Technologien möglichst frühzeitig ins Auto zu transferieren. „Mit dem Technology Office sind wir am Puls der Zeit und in der Lage, die rasanten Entwicklungsgeschwindigkeiten der Kommunikations- und Informationstechnologien im Silicon Valley für uns nutzbar zu machen“, sagt Dr. Burkhard Göschel, Vorstand der BMW Group, Entwicklung und Einkauf.

Das BMW Technology Office setzt vor allem auf neue Technologien mit hohem Innovationscharakter.
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