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Alt 28.11.2002, 23:40     #1
Hermann   Hermann ist offline
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BMW beim Festival of Speed - 03.07.2002

Lord March ruft, und alle, alle kommen: Das „Festival of Speed“ im südenglischen Goodwood zählt neben der Mille Miglia und dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este für BMW zu einem der Topevents im Klassikkalender 2002. Die BMW Group beteiligt sich auch dieses Jahr wieder mit einer Reihe von Pretiosen aus der Sammlung der BMW Mobile Tradition. Zwischen dem 12.07. 2002 und dem 14.07. 2002 sind 5 BMW Motorräder und 11 Sportwagen auf der Rennstrecke im historischen Park von Goodwood House zu bestaunen – pilotiert von großen Namen des Motorsports.

Das Goodwood Festival of Speed genießt einen herausragenden Ruf für die Liebhaber des Rennsports: Nur hier kann der Zuschauer sich an 100 Jahren Rennsportgeschichte in Aktion erfreuen. Über 100.000 Besucher verfolgen die Läufe der Motorräder und Sportwagen aller Klassen und Alterskategorien, die auf der knapp 1,2 Meilen langen Piste um die beste Zeit kämpfen.

Die BMW Group, vertreten durch die Mobile Tradition, geht in verschiedenen Rennklassen an den Start zum Hügel vor Goodwood House:

Zum 75-jährigen Jubiläum der Mille Miglia, dem historischen Langstreckenrennen der Vorkriegszeit, präsentieren sich drei BMW 328 Sportversionen – zwei Roadster und ein Coupé – die in den Jahren 1938 bis 1940 speziell für diese Veranstaltung aufgebaut wurden. Beim Coupé handelt es sich um das Siegerfahrzeug von 1940, in dem das Team Hanstein/Bäumer einen der größten Erfolge der BMW Vorkriegsgeschichte errang. Pilotiert werden die Fahrzeuge von Jim Proffit, dem Besitzer des Siegerfahrzeuges von 1940, Giuliano Cané, dem siebenfachen Gewinner der Mille Miglia Storica sowie vom Team Dr. Costantino Franchi – dem Organisator der Mille Miglia Storica – und Dr. Michael Ganal – dem für Vertrieb und Marketing verantwortlichen Mitglied des Vorstandes der BMW AG.

Ebenfalls 75 Jahre ist es her, seit am Nürburgring zum ersten Mal ein Rennen gestartet wurde: Neben dem BMW 2000 TI, mit dem Hubert Hahne 1966 erstmalig den Rundenrekord für Tourenwagen unter 10 Minuten drückte, ist in dieser Klasse auch der BMW X5 Le Mans am Start, ein Experimentalfahrzeug auf Basis des BMW X5, ausgerüstet mit dem 700 PS starken ungedrosselten Motor und der Bremsanlage des Siegerfahrzeugs von Le Mans 1999. Dieser Versuchsträger war bisher erst einmal im Fahreinsatz, als „Strietzel“ Stuck 2001 in einer Zeit von 7:49:92 um die alte Nordschleife peitschte. Mit Hubert Hahne und Hans-Joachim Stuck sind in Goodwood zwei Nürburgring-Legenden am Start.

Doch BMW ist in weiteren Kategorien präsent, um die Vielfalt der eigenen Motorsportgeschichte zu demonstrieren: „Rallye-Professor“ Rauno Aaltonen geht mit einem BMW 2002 Gr. 2 an den Start, Hubert Hahne ist mit einem Chevron BMW B21, der 1972 an der Sportwagen-Weltmeisterschaft teilnahm, unterwegs. Die siebziger Jahre werden durch Marc Surer und seinem March BMW 792, mit dem er 1979 Formel-2-Europameister wurde, und durch Bruno Giacomelli in seinem 1979er BMW M1-Procar komplettiert. Einmal wurde bisher der Titel eines Tourenwagen-Weltmeisters vergeben; dieser ging 1987 an Roberto Ravaglia. In Goodwood bewegt Andreas Bovensiepen das Siegerfahrzeug, einen BMW M3 (E-30) und damit den erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten.

Zu guter letzt wird noch ein weiteres Jubiläum in Goodwood zelebriert: Williams, als einer der erfolgreichsten Rennställe der Formel 1, feiert 25-jähriges Bestehen. Zum Gratulieren kommt am Samstag Ralf Schumacher, um im FW 23 der letzten Saison die Glückwünsche zu überbringen. Komplettiert wird das Auto-Starterfeld durch den BMW Alpina Roadster V8 und das BMW M3 Cabrio, die im Schaulauf der Supersportwagen zeigen, dass der Markenwert Dynamik nicht nur den BMW Rennsport-Piloten vorbehalten ist.

Dass sich die BMW Rennsportgeschichte nicht auf vier Räder beschränkt, zeigt ein Querschnitt erfolgreicher BMW Rennsportmotorräder: Die R 51 RS des ungarischen Meisters von 1939 dokumentiert die Zeit, in der BMW Motorräder allein durch ihre schwarze Lackierung bei ihren Fans für Identifikation sorgten. Das Privatengagement der siebziger Jahre demonstrieren Helmut Dähne und Herbert Enzinger mit der R 90 S, die 1976 die Production TT gewann, bzw. dem Motorrad, welches 1990 in der Battle of Twin für Aufsehen sorgte. Das jüngste BMW Rennsport-Engagement zeigen der aktuelle Langstrecken-Weltmeister Brian Morrison auf einer BMW Boxer Cup R 1100 S sowie BMW Motorrad-Rennsport-Chef Berthold Hauser auf einer BMW R 900 RR.

Zuschauer, die sich abseits der Rennstrecke ein Bild über die BMW Motorsportgeschichte machen wollen, haben die Möglichkeit, sich im BMW Pavillon – übrigens dem einzigen seiner Art beim Goodwood Festival of Speed – näher mit der bayerischen Erfolgsgeschichte auf zwei und vier Rädern zu befassen.

Publikumsmagnet der BMW Motorsport-Ausstellung wird auch in diesem Jahr wieder das aktuelle Formel1 Auto des BMW.WilliamsF1 Teams sein. Technisch Interessierten geben die ausgestellten Motoren einen Überblick über 25 Jahre BMW Hochleistungsmotoren.

Aus den fünfziger Jahren wird das Gespann präsentiert, mit dem das Duo Kraus/Huser 1950 die deutsche Motorrad-Meisterschaft errang sowie die aus Georg Meiers Vorkriegs-BMW abgeleitete Solomaschine des Jahres 1952. Die BMW R 68 – der erste deutsche „100-Meilen-Renner“, also ein Serienmotorrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, und sehr erfolgreich bei Geländewettbewerben – feiert in diesem Rahmen ihr 50-jähriges Jubiläum.

Ein weiteres Jubiläum sind „25 Jahre BMW Junior Team“: Ein viertel Jahrhundert ist es her, dass BMW den Rennsport-Nachwuchs demonstrativ förderte: Zeugen dieses Engagements sind der BMW 320 Gruppe 5, mit dem das Gründungsteam Eddie Cheever, Marc Surer und Manfred Winkelhock 1977 an den Start ging. Der March BMW Formel 2 von Bruno Giacomelli zeigt, dass die BMW Förderung schon damals auch den Formel-Rennsport nicht ausschloss.

Im symbolträchtigen Jahr 2002 darf der Urvater der kompakten und sportlichen BMW Limousinen natürlich nicht fehlen: Mit dem Schnitzer 2002 Turbo Gruppe 4 wird einer der potentesten Vertreter dieses Kult-Autos präsentiert, der seine ästhetische Ergänzung in der Studie des italienischen Designers Pietro Frua von 1969 findet. Das Bindeglied zur heutigen 3er Reihe im Motorsport ist der BMW 3.0 CSL, der sich als „Batmobil“ bei spektakulären Tourenwagenrennen der siebziger Jahre in die Erinnerungen der Fans eingebrannt hat.

Aus den frühen Siebzigern ist auch Helmut Dähnes BMW RS 750 auf Basis der legendären /5 Baureihe, mit der er sich vor allem bei Langstreckenrennen der Armada von Werksrennmaschinen stellte. Wie lange enge Beziehungen halten können, zeigt sich in Helmut Dähnes aktuellem Engagement für den BMW Boxer-Cup, wo er sich der weitaus jüngeren Konkurrenz mit Bravour stellt. Selbstverständlich können die Fans im BMW Pavillon auch den aktuellen „BMW Renner“ aus der Nähe betrachten.

Einen traurigen Hintergrund hat die ausgestellte BMW R 650 RR, handelt es sich doch hierbei um das Trainingsmotorrad von John Deacon, der einen Monat nach seinem spektakulären Auftritt beim letztjährigen „Festival of Speed“ bei der Master-Rallye tödlich verunglückte. Mit diesem Motorrad und dem aktiv eingesetzten Dakar-Boxer erweisen die Bayerischen Motoren Werke einem tadellosen Sportsmann ihre Reverenz.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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