Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 24.11.2002, 23:48     #1
Carsten   Carsten ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 03/2001
Ort: Stuttgart
Beiträge: 9.925

Aktuelles Fahrzeug:
BMW

S-
GP Australien 1.-3. März 2002 - Vorschau

Nach einem intensiven Wintertestprogramm, bei dem das BMW WilliamsF1 Team mehr als 20.000 Testkilometer auf verschiedenen europäischen Rennstrecken absolviert hat, läuft nun die Spekulationsfrist ab: Wenn sich in Melbourne erstmals alle Teams der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2002 treffen, werden die Karten aufgedeckt.

Der Einsatz in der Hauptstadt von Victoria gilt nicht nur als Highlight, weil dort die Saison beginnt. Der 5,303 Kilometer lange Straßenkurs am See des Albert Parks ist eine der schönsten Strecken im Rennkalender. Dort wollen die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams, Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya, an ihre starken Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpfen.

Ralf Schumacher:
Nach dem intensiven Testprogramm der letzten beiden Monate müssten wir besser vorbereitet sein als je zuvor, zumal wir auch einige Renndistanzen abgespult haben. Im ersten Rennen der Saison ist es in erster Linie wichtig, durchzukommen. Sollten wir ins Ziel kommen, dürften wir auch bei der Vergabe der Podiumsplätze ein Wörtchen mitreden können. Der Kurs in Melbourne gefällt mir sehr gut. Für eine nicht permanente Rennstrecke ist er sehr gelungen. Außerdem zählt Melbourne zu meinen Lieblingsstädten im Formel-1-Kalender. Ich fliege schon am Samstag nach Australien, um genügend Zeit zur Akklimatisierung zu haben.

Juan Pablo Montoya:
Ich muss zugeben, dass ich im vergangenen Jahr nicht besonders scharf darauf war, zum ersten Mal in Melbourne zu fahren. Aber nachdem ich kapiert hatte, worauf es dort ankommt, mochte ich die Strecke. Der Kurs hat einen eigenen Charakter, auf schnelle Geraden folgen langsame Kurven. Vor dem Saisonauftakt stehen große Fragezeichen hinter den Fähigkeiten aller, aber ich denke, dass wir gerüstet sind. Wir haben extrem viel getestet. Und dennoch: Vor dem ersten Rennen kann es nie genug sein.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
In Melbourne startet die Saison, und natürlich ist jedes Team ungeheuer gespannt darauf, nach der Winterpause endlich zu sehen, wo es steht. Der Albert Park ist ein Straßenkurs, das heißt normalerweise, dass das Grip-Niveau sehr niedrig ist. Das Layout ist beherrscht von einer Kombination aus langsamen und mittelschnellen Kurven, hat aber auch zwei Hochgeschwindigkeitsabschnitte, die bei der Fahrzeugabstimmung berücksichtigt werden müssen.

Gefragt ist maximaler Anpressdruck zusammen mit einer mechanischen Abstimmung, die beim Beschleunigen aus den langsamen Ecken eine gute Traktion bietet, ohne die Balance in der Kurvenmitte zu beeinträchtigen. Die Anzahl der Stellen, an denen aus hoher Geschwindigkeit verzögert werden muss, stellt hohe Ansprüche an die Bremsen - diesbezüglich ist die Strecke vielleicht nicht die härteste im Kalender, aber man darf das nicht unterschätzen. Ich bin sicher, dass Michelin im zweiten Jahr mit Fortschritten aufwarten wird.

Motorleistung ist wichtig, um die steilen Flügeleinstellungen zu kompensieren. Diese Konstellation macht das Überholen auch schwierig, wenngleich nicht unmöglich. In der Vergangenheit gab es ein paar ganz gute Manöver. Für zusätzliche Spannung werden die in Melbourne meist unterschiedlichen Rennstrategien sorgen.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor):
Wie in jedem Jahr befinden wir uns so kurz vor dem Saisonstart in der Phase der großen Spekulationen. Kein Team kann exakt abschätzen, wo es steht, da die neuen Autos der Topteams nicht am selben Tag unter den selben Voraussetzungen bei Testfahrten aufeinander getroffen sind. Daraus zieht der Saisonstart eine besondere Spannung. Da, bis auf Ferrari, alle Teams mit neuen Autos und neuen Motoren antreten, steht hinter dem Thema Standfestigkeit auch ein Fragezeichen. Das BMW WilliamsF1 Team hat sich mit einem außerordentlichen Testaufwand auf die Saison vorbereitet. Wir haben uns sowohl personell als auch materiell an der Grenze des Machbaren bewegt. Das gibt uns ein gutes Gefühl für Melbourne, jedoch keine Sicherheit. Da der Kurs im Albert Park keine permanente Strecke ist und dort nicht getestet werden kann, stehen auch die Reifenhersteller vor einer besonderen Herausforderung. Für Spannung ist also allemal gesorgt. Wir freuen uns auf die neue Saison.


Die Rennstrecke:
2002 ist das siebte Jahr in Folge, in dem Melbourne Gastgeber für einen Grand Prix ist. Das BMW WilliamsF1 Team hat gute und weniger gute Erinnerungen aus den vergangenen beiden Jahren: 2000 sorgte Ralf Schumacher mit Platz drei im Rennen für den besten Einstieg eines Motorenherstellers seit über 30 Jahren. 2001 dagegen kam keines der beiden Autos ins Ziel. WilliamsF1 hat eine siegreiche Vergangenheit in Australien: Vier Siege in Adelaide stehen zu Buche, und Damon Hill gewann 1996 in Melbourne. Das Rennen startet am Sonntag, dem 3. März 2002, um 14 Uhr Ortszeit, das ist vier Uhr morgens in Deutschland. Die Renndistanz beträgt 58 Runden bzw. 307,574 Kilometer.
__________________
"Multiple exclamation marks, he went on, shaking his head, are a sure sign of a diseased mind."
Terry Pratchett
Userpage von Carsten
Mit Zitat antworten