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Alt 26.09.2002, 22:03     #61
MelS   MelS ist offline
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135i N54 Stage 2
Ich glaube, dass man, um die Fahrleistungen eines Fahrzeugs für den automobilen Alltag realistisch zu quantifizieren, weder die Messwerte von 0 auf 100 oder auf 180 durchgeschaltet, noch 80 auf 120 im fünften Gang oder dergleichen heranziehen kann. Die Wahrheit liegt wohl irgendwie in der Mitte. Betrachtet man die absoluten Beschleunigungswerte, liegen gleichstarke Benziner zumeist knapp vor dem Diesel. Dies setzt aber voraus, dass ich vom ersten bis zum 2./3. Gang (bis 100) oder bis zum 5. Gang (bis 180) Gang alle Fahrstufen ausdrehe bis zum optimalen Schaltpunkt, d.h. oftmals bis an den Begrenzer. So fährt im Alltag jedoch niemand. Beim Durchzug hingegen ist der Diesel um Längen überlegen, weil die typischen Disziplinen der Fachpresse (wie 60 auf 100 im 4. Gang oder 80 auf 120 im 5.) dem Diesel voll in die Karten spielen, da in dem Geschwindkeitsbereich, wo die Messung beginnt, just der Turbolader eingesetzt hat, die Drehmomentkurve steil nach oben ansteigt. Jedoch auch hier der Einwurf: Niemand, der es wirklich eilig hat, beschleunigt im hohen Gang. Der Vorteil beim Diesel ist: Man kann es tun, ohne zum Verkehrshindernis zu werden. Beim wirklich interessanten Zwischenspurt, zum Beispiel aus Tempo 80 (Baustelle) auf 180 (angenehmes Reisetempo) oder beim Überholen auf der kurvigen Landstraße (wenn es wirklich schnell gehen muss, weil die Gerade kurz ist), fühle ich mich Diesel sehr gut aufgehoben. Ist ein bestimmte Drehzahl erreicht (bei mir knapp 1800 U/min, obwohl das max. Drehmoment bereits ab 1500 U/min anliegt), kommt er richtig zur Sache, schießt kraftvoll vorwärts (natürlich ein auch subjektiver Eindruck, keine Frage, der Gasfuß fühlt schließlich über 300 Nm), und der Schub hält an bis über 4000 U/min. Ein vergleichbarer Benziner muss hierbei im obersten Drehzahlbereich gehalten werden, um überhaupt mithalten zu können (das ist objektiv so der Fall). Liegt wohl daran, dass mein Diesel (TDI ) bereits bei 3000 U/min rund 100 kW zur Verfügung stellt, während ein vergleichbarer 320i (110 kW) dafür über 5000 U/min benötigt. Bei 2000 U/min sind es beim TDI 65 kW, diese liegen beim 320i erst bei rund 3500 U/min an (laut Werksangaben). Natürlich ist ein Diesel länger übersetzt, aber trotzdem glaube ich, dass er über weite Strecken spontaner antritt. Zumindest in den (relevanten) Bereichen, wie oben beschrieben. Einzig die passenden Zahlen, um das auch zu belegen, werden von der Fachpresse nicht geliefert.

Geändert von MelS (27.09.2002 um 16:34 Uhr)
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