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Alt 25.09.2011, 10:25     #9
Martin   Martin ist offline
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E89

BL-
Die Modellgeschichte: Erster seiner Art - und noch immer an der Spitze.


• 1985: Der BMW M5 der ersten Generation begründet ein neues Fahrzeugsegment - die High-Performance-Limousine.

• Das Erfolgskonzept: Motorsport-Technologie für den Alltag.

• Fortschritt im Zeichen des Buchstaben M: Motorleistung nahezu verdoppelt, Leistungsgewicht kontinuierlich reduziert.



Tourenwagen, Rallyefahrzeuge, Formel-2-Boliden und ein Supersportwagen für die neu gegründete ProCar Rennserie, dazu der Motor, der dem Brabham BMW Team 1983 den Weltmeister-Titel in der Formel 1 sicherte - was immer die BMW Motorsport GmbH in den Anfangsjahren nach ihrer Gründung im Mai 1972 an den Start schickte, war auf Sieg programmiert. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Strategie der BMW Konzernführung, die Kompetenz bei Entwicklung und Produktion von Rennfahrzeugen in einem Tochterunternehmen zu konzentrieren und konsequent auszubauen, um an die legendären sportlichen Erfolge der Marke aus der Vorkriegsära anzuknüpfen, auf beeindruckende Weise bestätigt. Und der Erfolg weckte neue Begehrlichkeiten - nicht nur innerhalb des Unternehmens. So war es kaum verwunderlich, dass motorsportaffine Enthusiasten unter den BMW Kunden immer häufiger den Wunsch nach zusätzlicher Leistung auf der Straße äußerten.

Die BMW Motorsport GmbH war darauf vorbereitet. Schon frühzeitig hatte sie die Konzeption, Konstruktion und Erprobung ihrer Sportwagen durch individuelle Entwicklungszentren für Motoren und Fahrwerkstechnik verstärkt und das Angebot um rennsportorientiertes Zubehör und eine kundenspezifische Fahrzeugindividualisierung erweitert. Jetzt folgte ein weiterer Schritt, und dieser führte direkt zu einem Serienfahrzeug, das Rennsporttechnologie im Alltagsverkehr erlebbar machen sollte. Dieses Konzept lag dem BMW M5 zugrunde, der im Februar 1985 als „neues, eigenständiges Automobil auf Basis der bewährten BMW 5er Reihe" erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.


Ein Sportmotor, eine Limousine, ein völlig neues Fahrzeugkonzept.

Der Motor des BMW M5 hatte seine überragenden Qualitäten in der Tat bereits eindrucksvoll auf der Rennstrecke unter Beweis gestellt. Das Reihensechszylinder-Triebwerk entstammte dem Mittelmotor-Sportwagen BMW M1 und mobilisierte jetzt in leicht modifizierter Form 210 kW/286 PS bei 6 500 min-1 - fast das Dreifache der Leistung, die im Basismodell der BMW 5er Reihe, dem BMW 518i, geboten wurde. Das maximale Drehmoment des 3,5 Liter großen Vierventilers betrug 340 Newtonmeter. Nach 6,5 Sekunden war so die Tempo-100-Marke erreicht.

Doch nicht nur im Antritt, sondern vor allem im Auftritt lag der besondere Reiz des BMW M5. Wer die dezenten Typenschilder an Front und Heck übersah, konnte ihn auf den ersten Blick kaum von einer konventionell motorisierten Limousine der BMW 5er Reihe unterscheiden. Umso mehr imponierten die Fahrleistungen, die nur von hochkarätigen Sportwagen übertroffen wurden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h war der BMW M5 die schnellste Limousine seiner Zeit und auch in ihrer sonstigen Charakteristik unvergleichlich. Für das auf Höchstleistung ausgerichtete, harmonische Gesamtkonzept sorgten unter anderem ein verstärktes Fünfganggetriebe, eine Differenzialsperre im Hinterachsgetriebe, ein tiefergelegtes Sportfahrwerk mit Einrohr-Gasdruckdämpfern, eine Hochleistungsbremsanlage mit neu abgestimmtem Antiblockiersystem sowie spezielle Reifen, die aufgrund ihrer verstärkten Flanken Vorreiter der heutigen Runflat-Reifen waren.

Die BMW Motorsport GmbH hatte so die bis heute gültige Grundcharakteristik aller M Automobile geschaffen und obendrein ein ganz neues Fahrzeugsegment ins Leben gerufen. Die High-Performance-Limousine war geboren. 2 200Exemplare des in Handarbeit gefertigten BMW M5 wurden innerhalb von nur drei Jahren abgesetzt.


Die zweite Generation: Noch stärker, noch individueller.

Nach dem Generationswechsel in der BMW 5er Reihe folgte 1988 auch eine Neuauflage des BMW M5. Dezente Modifizierungen im Karosseriedesign und spezifische Leichtmetallräder verhalfen dem zweiten BMW M5 zu einem individuellen, aber immer noch von Understatement geprägten Erscheinungsbild. Ein zunächst auf 3,6 und ab 1992 dann auf 3,8 Liter erweiterter Hubraum ermöglichte dem Reihensechszylinder-Motor eine Leistungssteigerung auf 232 kW/315 PS beziehungsweise 250 kW/340 PS, die jeweils bei 6 900 min-1 erreicht wurden. Das maximale Drehmoment betrug zunächst 360, später dann sogar 400 Newtonmeter. 6,3 beziehungsweise 5,9 Sekunden genügten für den Spurt auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit wurde nun elektronisch auf 250 km/h limitiert.

Auch der zweite BMW M5 war mit einem modellspezifischen Fahrwerk einschließlich Niveauregulierung an der Hinterachse und Differenzialsperre ausgestattet. Parallel zum leistungsstärkeren Motor erhielt er 1992 erstmals ein adaptives Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern. 1994 spendierten ihm die Ingenieure des kurz zuvor in BMW M GmbH umgetauften Unternehmens außerdem ein Sechsgang-Handschaltgetriebe sowie eine völlig neu konzipierte Hochleistungsbremsanlage. Das auch bei den aktuellen Compound-Bremsanlagen eingesetzte, aus dem Motorsport abgeleitete Konstruktionsprinzip beinhaltet eine radiale Gleitlagerung für den Bremsscheiben-Reibring. Dadurch wird bei hoher Beanspruchung und entsprechender Erwärmung eine freie Ausdehnung des Materials ermöglicht, die weder den Bremskomfort noch die Lebensdauer der Scheiben beeinflusst. Die zweite Generation der High-Performance-Limousine, optional auch mit einem besonders sportlich abgestimmten Nürburgring Fahrwerk erhältlich, wurde bis 1995 mehr als 11 000-mal verkauft.


1998: Der dritte BMW M5 - erstmals mit einem Achtzylinder-Motor.


Athletischer und eigenständiger denn je präsentierte sich 1998 der BMW M5 der dritten Generation. Front- und Heckschürze mit kraftvoller Formgebung, ausgeprägte Seitenschweller, aerodynamisch geformte M Außenspiegel, 18 Zoll große M Leichtmetallräder im Doppelspeichen-Design sowie vier Auspuffrohre gehörten zu seinen Erkennungsmerkmalen. Die beiden Endrohrpaare und die großen Lufteinlässe deuteten an, dass sich auch unter der Motorhaube Entscheidendes getan hatte. Erstmals lieferte nun ein V8-Motor dem BMW M5 jenes Maß an Leistung und Schub, das nötig war, um in dem mittlerweile auch von anderen Herstellern entdeckten Fahrzeugsegment die Spitzenposition zu behaupten.

Der 5,0 Liter große Achtzylinder schöpfte hinsichtlich Leistung und Drehmoment aus dem Vollen. Bei 6 600 min-1 lieferte er 294/kW/400 PS über das Sechsgang-Handschaltgetriebe an die Hinterräder. Das maximale Drehmoment betrug 500 Newtonmeter. Für die Beschleunigung von null auf 100 km/h benötigte der dritte BMW M5 nur noch 5,3 Sekunden. Auch sein Markterfolg setzte neue Bestmarken. Mehr als 20 000 Einheiten wurden bis 2003 weltweit verkauft.


Zehnzylinder-Motor, Sequenzielles M Getriebe Drivelogic: BMW M5 der vierten Generation mit Hightech aus dem Motorsport.

In einer nochmals konzentrierteren Form wurde das Prinzip, mit Rennsporttechnologie für faszinierende Fahrfreude im Alltagsverkehr zu sorgen, im 2004 vorgestellten BMW M5 der vierten Generation verwirklicht. Ein unmittelbar aus der Formel 1 abgeleiteter V10-Hochdrehzahlmotor mit einer Leistung von 373 kW/507 PS, das Sequenzielle M Getriebe Drivelogic mit sieben Gängen und Launch Control für maximale Beschleunigung aus dem Stand heraus, die variable, drehzahlfühlende M Differenzialsperre sowie die modellspezifische Fahrwerkstechnik einschließlich Elektronischer Dämpfer Control (EDC) und Compound-Bremsanlage sicherten ihm herausragende Performance-Eigenschaften. Die Premium-Charakteristik einer Oberklasse-Limousine kam unter anderem durch hochwertige Fahrerassistenzsysteme wie Adaptives Kurvenlicht und Head-Up-Display zum Ausdruck.

Der mit Einzeldrosselklappen und Doppel-Vanos ausgestattete Zehnzylinder des vierten BMW M5 erreichte seine Höchstleistung bei einer Drehzahl von 7 750 min-1 und mobilisierte ein maximales Drehmoment von 520 Newtonmetern. Seine unvergleichliche Schubkraft ermöglichte einen Beschleunigungswert von 4,7 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h und begeisterte Rennsport-Fans ebenso wie professionelle Tester. Gleich zweimal in Folge gewann das V10-Triebwerk 2005 und 2006 die Gesamtwertung beim „Engine of the Year Award". In den beiden Folgejahren belegte der Antrieb bei dem renommierten Wettbewerb jeweils Rang eins in der Kategorie der Motoren mit mehr als 4,0 Litern Hubraum. Der BMW M5 der vierten Generation beendete seine Produktionslaufzeit im Sommer 2010 nach mehr als 20 500 Einheiten.

Knapp 27 Jahre nach dem Start der Erstauflage übernimmt nun die fünfte Generation des BMW M5 die Spitzenposition im damals neu begründeten Segment der High-Performance-Limousinen. Permanente Innovation und das konsequente Festhalten am M typischen Prinzip eines harmonischen Gesamtkonzepts aus Motor, Fahrwerk und Karosserie sorgt auch beim jüngsten Modellwechsel dafür, dass die Faszination dieser Fahrzeuggattung eine neue Dimension erreicht und selbst die überragenden Eigenschaften des Vorgängers nochmals übertroffen werden.

In jeweils individueller Ausprägung bringt jeder der vier Vorgänger bis heute das unverwechselbare M Feeling zum Ausdruck. Gleichwohl lässt bereits ein Datenvergleich den kontinuierlichen technologischen Fortschritt erkennen, der im Verlauf von fünf Generationen erzielt wurde. Die Motorhöchstleistung des BMW M5 hat sich seitdem von einst 210 kW/286 PS auf nunmehr 412 kW/560 PS nahezu verdoppelt, das maximale Drehmoment ist von ehemals 340 auf 680 Newtonmeter sogar exakt um 100 Prozent gestiegen. Und dennoch hat sich der durchschnittliche Kraftstoffkonsum von 11,3 Liter für die erste Modellgeneration auf 9,9 Liter je 100 Kilometer beim neuen BMW M5 reduziert. Ebenso wurde auch ein weiterer, für das Fahrerlebnis besonders relevanter Wert optimiert. Das Leistungsgewicht betrug beim ersten BMW M5 noch 5,0 und liegt jetzt bei 3,3 Kilogramm pro PS.
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