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Alt 25.09.2011, 09:37     #1
Martin   Martin ist offline
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Der BMW 3er: eine Motorsport-Karriere ohnegleichen

Ein Blick im Renntempo auf die Stationen der beispiellosen Motorsport-Karriere der BMW 3er Reihe.



München. Die BMW 3er Reihe hat über die fünf Generationen seit ihrer Einführung eine beeindruckende Karriere hingelegt. Das gilt für ihren Markterfolg, aber gerade auch für ihre motorsportliche Laufbahn. In den zurückliegenden 35 Jahren haben die Modelle der BMW 3er Reihe mit den sprichwörtlichen Eigenschaften handliche Abmessungen, dynamische Motorisierung und sportliches Fahrwerk ganz wesentlich zu einem dynamischen Auftritt und zum Ruhm der Marke auf der Rennstrecke beigetragen. Diese Gene prädestinieren das Mittelklasse-Modell von BMW geradezu für den erfolgversprechenden Einsatz im Motorsport. Mit dem Wiedereinstieg in die DTM ab 2012, eine Topkategorie des internationalen Motorsports, will BMW mit dem in Entwicklung befindlichen BMW M3 DTM an frühere Erfolge anknüpfen.


Paukenschlag zum Auftakt: BMW 320i für das BMW Junior-Team.

Die BMW 3er Limousine der ersten Generation war gerade mal zwei Jahre auf dem Markt, da sorgte sie schon für unglaubliches Staunen an der Rennstrecke: Die Aufgabe war, die neue Baureihe durch einen erfolgreichen Einsatz im Motorsport zu einem Aushängeschild der Marke in Sachen Sportlichkeit zu machen. Die wenige Jahre zuvor zu diesem Zweck gegründete BMW Motorsport GmbH entwickelte den BMW 3er unter größter Konsequenz anhand eines äußerst anspruchsvollen technischen Reglements zu einem so genannten Gruppe-5-Renntourenwagen. Als Motorisierung stand ein bewährtes Renntriebwerk zur Verfügung: der seit mehreren Jahren in der Formel 2 dominierende 2,0-Liter-Vierzylinder mit vier Ventilen pro Zylinder, der schon zu Beginn seines Einsatzes im BMW 3er Rennwagen gut 300 PS stark war. Extrem auf Leichtbau, Verwindungssteifigkeit und mit riesigen Flügeln an Front und Heck auf gute Straßenlage getrimmt, waren die drei für das BMW Junior-Team (mit den Nachwuchsfahrern Manfred Winkelhock, Marc Surer und Eddie Cheever) in einem speziellen Design lackierten Fahrzeuge bei ihrem ersten offiziellen Renneinsatz am 13. März 1977 auf der belgischen Grand-Prix-Rennstrecke in Zolder Gesprächsthema Nummer eins. Als dann noch einer der drei BMW Junioren, der Schweizer Marc Surer, auf Anhieb der etablierten Konkurrenz das Nachsehen gab und siegte, war die Sensation perfekt. Der BMW 3er hatte auch auf der Rennstrecke einen Bilderbuch-Start absolviert.

In dieser Auftaktsaison sowie in den folgenden Jahren führte der Weg zum Sieg in seiner Klasse stets über den BMW 3er Renntourenwagen. Er wurde in zahllosen nationalen Meisterschaften eingesetzt und meist war in jener Zeit am Saisonende der Champion ein BMW Fahrer. Spitzenpiloten wie Hans-Joachim Stuck oder Ronnie Peterson zeigten in diesem Rennfahrzeug immer wieder ihre große Klasse. Auch in der Marken-Weltmeisterschaft kamen die Gruppe-5-Dreier erfolgreich zum Einsatz.

Die Deutsche Rennsport-Meisterschaft gewann 1978 eine von dem Freilassinger Team Schnitzer eingesetzte Turbo-Version. Ein ebenfalls mit dieser Technik ausgestatteter BMW Werkswagen mit 1,4-Liter-Hubraum und rund 410 PS bestärkte übrigens die Verfechter einer Idee für noch größere Taten: Der Motor dieses BMW 3er war sozusagen der Vorläufer jenes Triebwerks, mit dem der Brasilianer Nelson Piquet 1983 im Brabham BMW erster Turbo-Weltmeister der Formel-1-Geschichte geworden ist. Das spektakuläre Kapitel der Gruppe-5-Rennwagen ging 1982 zu Ende, doch das nächste Kapitel der BMW 3er Motorsport-Geschichte ließ nicht lange auf sich warten.



BMW M3: der erfolgreichste Tourenwagen der Welt.

Mit dem Ausbau der zweiten Generation des BMW 3er erblickte ab 1982 neben Cabrio, Touring, Compact, Diesel und Allrad noch eine ganz besondere Variante das Scheinwerferlicht von Öffentlichkeit und Rennsport. Der BMW M3. Und damals konnte noch niemand ahnen, dass dieser spezielle Dreier einmal der erfolgreichste Tourenwagen der Welt werden sollte. Damals wurde ein Basisauto gesucht, das alles beinhaltete, woraus sich ein siegfähiges Rennauto nach dem so genannten Gruppe-A-Reglement entwickeln ließ. Und es mussten nach den geltenden Regeln innerhalb eines Jahres 5.000 Einheiten davon gebaut werden. Dreh- und Angelpunkt war wieder einmal der Motor. Hier griff die BMW Motorsport GmbH auf einen früher schon praktizierten Trick zurück. Vom BMW M1 und dem BMW M 635 CSi existierte ein wunderbarer Reihen-Sechszylinder mit Vierventil-Technik. Dieser wurde, um es vereinfacht auszudrücken, um zwei Zylinder gekürzt. Heraus kam schließlich ein 2,3-Liter-Vierzylinder, dessen anfängliche 200 PS schon den serienmäßigen BMW M 3 ins Sportwagenfeld katapultierten. Nach einer an Siegen reichen Interimszeit mit dem BMW 323i ging 1987 erstmals der Renn BMW M3 mit fast 300 PS an den Start, um von diesem Tag an im Tourenwagensport alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gab. Zwischen 1987 und 1992 gab es kaum ein Rennwochenende, an dem nicht von irgendeinem Land auf dem Globus ein BMW M3 Sieg oder der Gewinn einer Meisterschaft nach München gemeldet wurde. Ob in Australien, in Finnland, in Frankreich oder Holland und Deutschland – überall heimsten M3-Fahrer Meistertitel ein, selbst im Rallyesport wurde ein Weltmeisterschaftslauf gewonnen. Allein in der heiß umkämpften DTM (Deutsche Tourenwagen Meisterschaft) sammelte der BMW M3 in jener Zeit 40 Siege und über 150 Podiumsplätze.

Herauszuheben sind die Welt- und -Europameister-Titel sowie die hart umkämpften Triumphe bei den 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife und in Spa-Francorchamps. Kurzum: Die Rennschlachten, die die Fahrer Ravaglia, Cecotto, Soper, Pirro oder Winkelhock (um nur die wildesten zu nennen) bestritten, gehören zu den Klassikern des Motorsports – und zu den Sternstunden der Sportler-Laufbahn à la BMW 3er.


Mit vier und sechs Zylindern und mit Diesel auf Erfolgskurs.

Die Sportkarriere der dritten BMW 3er Generation war geprägt von den Einsätzen in unterschiedlichen Ländern und Meisterschaften, die zum Teil nach sehr verschiedenen technischen Reglements ausgetragen wurden. So gingen zwischen 1993 und 1998 Fahrzeuge mit unterschiedlichen Modifikationen und Motoren an den Start. Die Palette der Rennautos reichte vom BMW 3er Coupé und der Limousine mit seriennaher Karosserie und etwa 300 PS starkem 2,0-Liter-Vierzylinder-Vierventiler bis zum BMW M3 in stark modifizierter Form. Die BMW 3er begeisterten gegen stärkste Konkurrenz, wo immer sie antraten. Siegfahrten in Deutschland – im STW Cup, in England oder Italien waren ebenso an der Tagesordnung wie Erfolge in Asien, Australien und Südamerika. All das wurde aber noch getoppt von einem Ergebnis in einer Disziplin, die schon seit langem eine Domäne von BMW ist – die Langstrecke: Beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring brachte 1998 ein BMW 320d mit 200 PS starkem Turbodiesel das Kunststück fertig, als Gesamtsieger über die Ziellinie zu fahren.



Auf Titeljagd in der Welt- und Europameisterschaft für Tourenwagen.

Auch bei der vierten Generation des BMW 3er diente wieder die viertürige Limousine als Basismodell für die Rennversionen für den Tourenwagen- und Langstreckensport. Neben vielen nationalen Meisterschaften standen für BMW die Tourenwagen-Europa- und später die Weltmeisterschaft im Mittelpunkt des Interesses. Die BMW Motorsport GmbH hatte seit 1999 den BMW 320i mit Vierventil-Reihen-Sechszylinder und anfangs rund 200 (später über 250) PS entwickelt. Ein Rennauto, das zum Erfolgsgaranten werden sollte: In schöner Regelmäßigkeit lieferten die schnellen Dreier mal die Fahrer-, mal die Markenwertung in der Münchner Sportabteilung ab. Highlight jener Jahre: 2005 wurde BMW mit dem BMW 320i Weltmeister in der neugeschaffenen Tourenwagen-WM; den Triumph komplettierte Andy Priaulx, nach BMW Mann Roberto Ravaglia zweiter Tourenwagen-Weltmeister in der Geschichte des Motorsports. Die zweite „Waffe“ auf Basis der vierten BMW 3er Generation war der BMW M3 GTR. Mit den hochkarätigen Rennwagen brillierte BMW bei Langstreckenrennen (u. a. Doppelsiege 2004 und 2005 beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring) ebenso wie in der populären American Le Mans Series (ALMS).


Die Zukunft hat schon begonnen.

Wie schon in den Jahren zuvor wurde auch bei der aktuellen fünften Generation des BMW 3er auf die Limousine und den BMW M3 gesetzt. Wieder stehen die großen Tourenwagen-Meisterschaften und Langstrecken-Rennen auf dem Programm. Beim BMW 320si kommt jetzt ein Vierzylinder zum Einsatz und für die internationalen und nationalen 24 Stunden-Klassiker fährt BMW ein ganz heißes Eisen auf: Die sportlichen Schlaglichter für die Rennautos dieser Generation sind die Jubelfahrten bei den 24 Stunden-Rennen mit dem bärenstarken und extrem zuverlässigen BMW M3 GT2. Höhepunkt: Gesamtsieg beim Eifel-Klassiker 2010 mit weit über 200 Startern. Weitere sportliche Höhepunkte: Weltmeister-Titel 2006 und 2007, zweiter Platz am Nürburgring 2011, dritter Platz bei den 24 Stunden von Le Mans und Hersteller-Titel 2010 in der ALMS.

Und schon hat die Zukunft für den BMW 3er im ganz großen Motorsport begonnen: Ab 2012 wird BMW mit drei Teams und dem BMW M3 DTM in die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft zurückkehren. Mitte Juli wurde das BMW M3 DTM Concept Car in München der Weltpresse präsentiert. Technische Eckdaten: CFK Monocoque mit Stahlüberrollstruktur, Achtzylinder-V-Saugmotor mit 4.000 ccm Hubraum und durch Luftmengenbegrenzer limitierte maximale Leistung von 480 PS. Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in rund drei Sekunden, Höchstgeschwindigkeit ca. 300 km/h. Auch die ersten BMW Werksfahrer für den spektakulären Einsatz gegen die Konkurrenz von Audi und Mercedes-Benz stehen schon fest: der mehrfache Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx (GB) und der Senkrechtstarter Augusto Farfus (BR).
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Geändert von Martin (25.09.2011 um 09:51 Uhr)
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