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Alt 23.10.2009, 13:17     #66
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

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BMW Sauber F1 Team - Großer Preis von Abu Dhabi - Vorschau

30. Oktober bis 1. November 2009

17. von 17 WM-Läufen - Finale


München/Hinwil, 23. Oktober 2009. Eine Premiere zum Finale: Am 1. November trägt die FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 ihren 17. und letzten Lauf auf dem neuen Yas Marina Circuit in Abu Dhabi aus. Die ganze Formel 1 freut sich auf die neue Anlage und sieht dem Debüt gespannt entgegen. Erstmals fahren die Piloten im Laufe der Renndistanz vom Tag in die Nacht.

Zwar sind die Titel in der Fahrer- und in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft vergeben, aber dahinter kann es noch zu Verschiebungen kommen. Für das BMW Sauber F1 Team, das sich durch Robert Kubicas zweiten Platz in Brasilien auf Rang sieben in der WM verbessert hat, ist maximal Platz sechs zu holen. Den belegt derzeit Williams mit 2,5 Punkten Vorsprung.

Für das BMW Sauber F1 Team fällt in Abu Dhabi die letzte Flagge. BMW hatte am 29. Juli den Formel-1-Rückzug zum Saisonende erklärt. Die Schweizer Mannschaft um Peter Sauber will 2010 antreten.


Robert Kubica:

„Ich war noch nicht auf der Rennstrecke von Abu Dhabi. Weil wir keinen Simulator haben, kenne ich den Kurs nur aus dem Internet und von ein paar Präsentationen. Die Strecke sieht sehr interessant aus. Vor allem die Anlage und die Gebäude ringsherum sind anscheinend etwas ganz Besonderes. Aber ehe ich eine Runde im Formel-1-Rennwagen gefahren bin, ist es wirklich schwierig, die Strecke zu beurteilen. Aber diese Situation kenne ich natürlich aus der Vergangenheit. 2008 waren Valencia und Singapur neu im Kalender. Zum Glück halte ich mich für einen Fahrer, der nicht lange braucht, um auf eine gute Rundenzeit zu kommen. Vermutlich werden am Freitag viele Autos auf der Strecke sein, weil jeder Fahrer den Kurs verstehen und möglichst viel lernen will. Ich freue mich sehr auf Abu Dhabi. Es wird mein letztes Rennen für das Team, für das ich sehr hoffe, dass es 2010 am Start steht.“


Nick Heidfeld:

„Ich freue mich richtig, noch einmal in den Sommer zu reisen und fliege auch schon einige Tage früher mit meiner Familie nach Abu Dhabi. Ich bin sehr gespannt auf die ganze Anlage. Alle, die schon vor Ort waren, haben sie als gigantisch beschrieben. Ich finde es immer toll, auf eine neue Strecke zu kommen. Dass wir keinen Simulator haben, habe ich bei anderen neuen Strecken bisher nicht als Nachteil empfunden, und das macht es noch spannender, wenn man das erste Mal aus der Garage fährt.

Es wird ein sehr spezielles Rennen für uns alle im Team. Bislang ist die Abschiedsstimmung bei mir irgendwie noch nicht angekommen. Aber das wird sich in Abu Dhabi sicher ändern und wahrscheinlich heftig werden. Ich wünsche der Mannschaft sehr, dass sie schnell einen Startplatz für 2010 bekommt.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:

„Wir fahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Abu Dhabi. Durch die gewonnenen acht Punkte in Brasilien haben wir eine Position in der Konstrukteurswertung gut gemacht. Auch im Saisonfinale werden wir hoch motiviert ans Werk gehen. Wir freuen uns auf den neuen Formel-1-Standort und sind sehr gespannt auf das Ambiente am Hafen.

Doch wir werden natürlich auch mit Wehmut dorthin aufbrechen. Schließlich wird dies unser 70. und letztes Formel-1-Rennen mit dem BMW Sauber F1 Team werden.

Mit Ausnahme unserer vierten und leider letzten Saison bin ich mit dem, was wir seit 2006 erreicht haben, mehr als zufrieden. In den ersten drei Jahren haben wir unsere selbst gesteckten Ziele allesamt erreicht – und sogar übertroffen. Gleich in unserer Premieren-Saison standen wir zwei Mal auf dem Podest, im darauf folgenden Jahr konnten wir uns als drittes Top-Team etablieren. Robert hatte in jenem Jahr seinen fürchterlichen Unfall in Montreal. Es vergingen gefühlte unendliche Minuten, bis wir die erlösende Nachricht erhielten: Robert ist wohlauf. So konnten wir den zweiten Platz von Nick gebührend feiern. Ein Jahr später haben wir in Montreal unseren größten Erfolg errungen. Als erst Robert und kurz darauf Nick auf den Plätzen eins und zwei die Ziellinie überquert hatten, gab es kein Halten mehr. Fast bis zum Saisonende waren wir eines von drei Teams im Titelkampf. Insgesamt verbuchten wir 2008 elf Podiumsplatzierungen. Unsere Zuverlässigkeit war exzellent.

Dass wir 2009 nicht daran anknüpfen und wie erhofft ein Wort im Titelkampf mitreden konnten, hat natürlich das gesamte Team enttäuscht. Aber die Tatsache, dass wir auch nach dem angekündigten Rückzug von BMW aus der Formel 1 nie aufgesteckt haben, zeigt den starken Charakter unserer Mannschaft. Ich hoffe, dass das Nachfolgeteam des BMW Sauber F1 Teams den erfolgreichen Weg in der Formel 1 konsequent weiter gehen wird.“


Willy Rampf, Head of Engineering:

„Grundsätzlich finde ich es immer spannend, auf einer neuen Strecke anzutreten. Der Kurs in Abu Dhabi wird einerseits geprägt durch eine ganze Reihe vorwiegend langsamer und mittelschneller Kurven, andererseits durch zwei sehr lange Geraden. Weil die Strecke auch sehr breit ist, kann man sich wohl auf zahlreiche Überholmanöver freuen.

Natürlich haben wir die üblichen Simulationen angestellt, aber eine Unbekannte bleibt dennoch: Wie verhalten sich die Reifen auf dem neuen Asphalt? Die Antwort darauf werden wir erst im Laufe des Wochenendes erhalten. Eine wichtige Rolle werden bestimmt die Temperaturen spielen. Obwohl das Rennen erst um 17 Uhr gestartet wird, ist mit Außentemperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius zu rechnen.

Nachdem wir in Brasilien erstmals das Potenzial des seit Singapur stark modifizierten Autos ausschöpfen konnten, rechnen wir auch in Abu Dhabi mit einem guten Resultat. Wir werden alles daran setzen, die Saison mit einen positiven Rennen zu beenden.“


Hintergrund:

Abu Dhabi ist die Hauptstadt und das größte der sieben Vereinigten Arabischen Emirate. Zu den lokalen Benimmregeln gehört das Verbot des Austauschs von Zärtlichkeiten zwischen Erwachsenen in der Öffentlichkeit – Händchen halten ist auch für Eheleute strafbar und kann sogar mit Inhaftierung enden. Die Lizenz zum Alkoholausschank ist Hotelrestaurants vorbehalten, Trunkenheit wird geahndet. Am Freitag, dem heiligen Tag, haben die Geschäfte eingeschränkte Öffnungszeiten. In Sachen Trinkgeld erwarten Taxifahrer, dass aufgerundet wird, Kellner rechnen mit zehn Prozent.

Der Yas Marina Circuit auf der künstlichen Insel Yas Island will alles bisher da gewesene übertreffen. Über 160 Hektar groß ist die gesamte Anlage, 40.000 Quadratmeter entfallen auf das Fahrerlager am Jachthafen.

Der Kurs rühmt sich, der einzige zu sein, auf dem alle Tribünen überdacht sind. 50.000 Zuschauer finden im Schatten Platz. Der 60 Meter hohe Sun Tower wird mit Solar-Energie gespeist und ist als Aufenthaltsort für Ehrengäste geplant. Es gibt eine Fahrschule, ein Zentrum für Drag Racing, ein Kartcenter, einen Business Park und ein Fünf-Sterne-Hotel mit 500 Zimmern. Das Pressezentrum ist für 600 Journalisten und Fotografen ausgelegt.
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