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Alt 09.10.2009, 12:56     #62
Martin   Martin ist offline
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BMW Sauber F1 Team - Großer Preis von Brasilien - Vorschau

16. – 18. Oktober 2009 16. von 17 WM-Läufen


München/Hinwil, 9. Oktober 2009.
Das BMW Sauber F1 Team blieb bei den beiden zurückliegenden Grands Prix in Asien hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Große Preis von Brasilien am 18. Oktober auf der anspruchsvollen Strecke von Interlagos bietet die nächste – und vorletzte – Chance, ein Ergebnis einzufahren, das der umfangreichen Weiterentwicklung des F1.09 gerecht wird.

Der brasilianische Grand Prix 2008 ging als Thriller in die Formel-1-Geschichte ein, die Weltmeisterschaft wurde buchstäblich in den letzten Sekunden des hoch spannenden Saisonfinales entschieden. Die Chancen, dass Interlagos auch 2009 Schauplatz der Titelentscheidungen wird, sind hoch.


Robert Kubica:

„In den vergangenen Jahren wurde in Brasilien das Saisonfinale ausgetragen, jetzt ist Abu Dhabi hinzugekommen, und das Rennen in Interlagos hat eine andere Bedeutung. Die Rennstrecke macht sehr viel Fahrspaß. Vor allem der erste Sektor mit den ersten drei Kurven ist spannend. Die erste Kurve ist nicht einsehbar, und deshalb ist es schwierig, dort den richtigen Bremspunkt zu finden. Der letzte Sektor ist eine lange Steigung mit mehreren Linkskurven.

In Brasilien fahren wir entgegen dem Uhrzeigersinn, das ist physisch ziemlich anstrengend, weil wir gewohnt sind, andersherum zu fahren. Wenn es regnet in Interlagos, wird es tückisch, weil dort dann sehr viel Wasser auf der Strecke steht. Ergo hoffe ich auf gutes Wetter.“


Nick Heidfeld:

„Interlagos ist eine tolle und sehr anspruchsvolle Rennstrecke. Weil sie entgegen dem Uhrzeigersinn befahren wird, ist die Nackenmuskulatur dort immer besonders gefordert. Früher war der Kurs ein Waschbrett, die Bodenwellen waren grausig. Die Neuasphaltierung vor dem Grand Prix 2007 hat viel gebracht, allerdings war der Belag 2008 schon wieder nicht mehr ganz so gut. Ich bin gespannt, wie er jetzt aussieht.

In den vergangenen beiden Jahren haben wir dort spannende WM-Entscheidungen gesehen, wobei das Wetter Zünglein an der Waage spielte. Beides könnte sich 2009 wiederholen, auch wenn Brasilien diesmal nicht Saisonfinale ist.

Zu São Paulo habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Die Churrascarias sind schon etwas Besonderes, und vermutlich hat die Stadt eine Menge zu bieten. Andererseits hört man jedes Jahr von Überfällen, und das ermutigt einen nicht gerade zu größeren Ausflügen. Ich freue mich darauf, Felipe (Massa) wieder im Fahrerlager zu sehen.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:

„In der Saison 2009 beginnt der Endspurt. In Brasilien steht noch einmal ein Traditionskurs auf dem Kalender, beim Finale in Abu Dhabi betreten wir alle Neuland. Während das BMW Sauber F1 Team 2008 bis zum vorletzten Rennen der Saison eine Rolle im Kampf um beide Weltmeisterschaftswertungen spielte, geht es für uns 2009 darum, das Maximale aus der Situation herauszuholen und möglichst viele Punkte mitzunehmen. Die Resultate der zurückliegenden Grands Prix beweisen: Unsere Entwicklungsarbeit trägt Früchte. Wir haben in fünf Rennen in Folge punkten können. Dennoch sind wir sowohl in Singapur als auch in Japan hinter unseren Möglichkeiten zurückgeblieben.

Interlagos liegt rund 800 Meter über dem Meeresspiegel. Durch die geringere Luftdichte verlieren alle Motoren circa acht Prozent an Leistung. Das bedeutet ein relatives Schonprogramm, denn der Kurbeltrieb wird etwas entlastet. Das kommt sicher nicht nur uns gelegen. Nick hat seit Singapur den neunten Rennmotor im Auto, Robert den achten. Natürlich wollen wir vermeiden, noch ein neues Triebwerk zu installieren, denn das würde eine Rückversetzung um zehn Startplätze nach sich ziehen.“


Willy Rampf, Head of Engineering:

„Interlagos ist einer von wenigen Kursen, die entgegen dem Uhrzeigersinn befahren werden. Der wichtigste Sektor ist der mittlere, wo Kurve auf Kurve folgt. Gefragt sind hier viel Abtrieb, eine gute Traktion und eine ausgewogene Balance. Berücksichtigen muss man bei der Abstimmung auch, dass die Luftdichte aufgrund der Höhenlage gering ist und die Motoren deshalb Leistung einbüßen. Vor allem im letzten Abschnitt, wo die Start-Ziel-Gerade steil ansteigt, ist hohe Motorleistung entscheidend.

Seit die Strecke neu asphaltiert wurde, ist sie deutlich weniger holprig als vorher. Das macht die mechanische Abstimmung der Autos etwas einfacher. Eine entscheidende Rolle kann in Interlagos das Wetter spielen, denn die Regenwahrscheinlichkeit ist um diese Jahreszeit recht hoch. Erschwerend kommt hinzu, dass sich auf der Strecke bei starkem Regen regelrechte Wasserläufe bilden. Aquaplaning ist die Folge. Nachdem wir sowohl in Singapur als auch in Japan durchzogene Rennwochenenden hatten, werden wir in Brasilien alles daran setzen, das Potenzial des stark modifizierten Autos voll auszuschöpfen und ein entsprechend gutes Resultat einzufahren.“


Historie und Hintergrund:

Interlagos bedeutet zwischen den Seen – und in der Tat lag die einst 7,96 Kilometer lange Rennstrecke einst malerisch vor den Toren São Paulos. Längst ist die Stadt an die Leitplanken herangewuchert. 1973 startete die Formel 1 erstmals in Interlagos. 2009 wird der 37. Große Preis von Brasilien ausgetragen. 1978 fand der Große Preis von Brasilien erstmals auf der Rennstrecke Jacarepagua bei Rio de Janeiro statt, wo insgesamt zehn Mal gefahren wurde. Seit 1990 wird das Formel-1-Rennen wieder in Interlagos ausgetragen.

Paulistaner Kaffeeplantagen begründeten das wirtschaftliche Wachstum der Region im Südosten Brasiliens, die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts sorgte für Reichtum, der allerdings ungleichmäßig verteilt wurde. Heute leidet die Bevölkerung São Paulos unter den Folgen krasser sozialer Unterschiede – bittere Armut und immenser Reichtum leben Tür an Tür, es herrscht hohe Kriminalität. São Paulo wurde 1554 gegründet und ist Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates sowie Finanz- und Handelszentrum Brasiliens. Über die Einwohnerzahl gibt es nur Schätzungen. Elf Millionen Menschen sollen in der Stadt selbst leben, 20 Millionen Menschen in der Metropolregion. Das Klima ist subtropisch.
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