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Alt 22.05.2009, 16:04     #11
Martin   Martin ist offline
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BL-
Klassenloses Auto mit Star-Qualitäten.

MINI als Mitglied der Society.



Für Alec Issigonis war der von ihm konstruierte Mini von Anfang an ein Auto für jedermann. Es sollte dazu beitragen, ganz alltägliche Probleme der individuellen Mobilität zu lösen. So war der ebenso kompakte wie wirtschaftliche Mini genau die richtige Antwort auf immer dichteren Verkehr in den Innenstädten und die Sorge um reduzierte Öllieferungen im Zuge der Sueskrise. Doch tatsächlich stellte sich bald heraus, dass der Mini weit mehr war. Sein Konzept fiel so überzeugend aus, dass er als Trendsetter angesehen wurde. Seine sportlichen Qualitäten ließen ihn zum Siegertypen werden, sein charmantes Design machte ihn zum Sympathieträger. Und plötzlich war der Mini zum Kultobjekt geworden. Sein innovativer und nonkonformistischer Charakter passte perfekt zum Zeitgeist der 1960er-Jahre. Fortschrittlicher Geist, Abenteuerlust und eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber gängigen Konventionen beherrschten das Denken. Ein Auto, das ganz anders war als andere, dennoch mehr zu bieten hatte und obendrein noch jede Menge Spaß bereitete, kam da gerade recht. Schnell ließen sich Modeschöpfer, Musiker und andere Künstler vom Stil des Mini begeistern. Die Stars entdeckten die Qualitäten des Mini, und die Welt erkannte seine Starqualitäten.

Einzigartig und auf Anhieb sympathisch eroberte sich auch der 2001 eingeführte neue MINI schnell eine große und vor allem breit gefächerte Fangemeinde. Weltweit genießen inzwischen auch zahlreiche Prominente den agilen Fahrspaß des modernen Kurvenkünstlers. Schon mehrfach hat es der MINI zudem bereits zu automobilen Hauptrollen in Hollywoodfilmen gebracht. Und auch in den privaten Fuhrparks vieler Schauspieler, aber auch Musiker, Modedesigner sowie weiterer Stars aus Showbusiness, Gesellschaft und Sport hat der MINI einen festen Platz.



Starthilfe von der Queen.

Schon früh erwarb sich der classic Mini den Ruf eines klassenlosen Automobils. Zwar sah Issigonis als Zielgruppe für den Mini vor allem praktisch denkende und auf wirtschaftliche Mobilität angewiesene Familien. Dennoch hatte er tatsächlich alle gesellschaftlichen Ebenen als potenzielle Mini Fahrer im Visier. Lord Snowdon, der mit Alec Issigonis befreundet war, gebührt die Ehre, den classic Mini in der Londoner Society salonfähig gemacht zu haben. Als einer der ersten Käufer des Kleinwagens fegte er, begeistert von den kompakten Abmessungen und dem hervorragenden Handling, durch die britische Hauptstadt. Als Ehemann von Prinzessin Margaret machte er seinen Einfluss geltend und sorgte dafür, dass Issigonis 1960 die Chance bekam, seiner Schwägerin Queen Elizabeth den Kleinwagen vorzuführen. Als sie neben Issigonis Platz nahm und sich eine Runde durch den großen Park von Schloss Windsor chauffieren ließ, hatte der classic Mini einen wahrhaft königlichen Durchbruch geschafft.

In den folgenden Jahren avancierte der classic Mini vor allem auf der britischen Insel zum Szenefahrzeug. Über alle gesellschaftlichen Schichten, Altersgruppen und Nationalitäten hinweg gewann der Mini an Beliebtheit. Und immer wieder waren es prominente Künstler, die den Ruf des Kleinwagens weiter beflügelten. Die Modeschöpfer Paul Smith und Mary Quant entdeckten ihre Liebe zum Mini, Stars der Pop- und Rockszene wie die Beatles, Eric Clapton und David Bowie legten ein offenes Bekenntnis zum britischen Kleinwagen ab.

Im „Swinging London“ der 1960er-Jahre entstanden jene Trends, die bald darauf nicht nur die Mode-, Kunst- oder Musikszene weltweit beeinflussten, sondern auch politische und gesellschaftliche Sichtweisen veränderten. Paul Smith, der unter anderem durch die Kombination klassischer Schnitte mit modernen, oftmals schrill-bunten Farbgebungen zu Großbritanniens berühmtestem Männermodedesigner wurde, kreierte in den 1990er-Jahren eine limitierte Sonderserie des Mini. Mindestens ebenso populär wurde ein Einzelstück des Mini, dem Smith eine Lackierung in dem für ihn typischen Multicolor-Streifen-Design verpasste. Auch Mary Quant, Stilikone der britischen Frauenmode und Erfinderin des Minirocks, ließ sich vom classic Mini inspirieren. Kurz nach dem Erwerb des Führerscheins bestellte sie einen schwarzen Mini, später entwarf auch sie eine Sonderedition – erkennbar unter anderem an schwarz-weiß gestreiften Sitzbezügen. Vom neuen MINI fühlte sie sich ebenso angezogen: „Er ist ein modisches, fröhliches und lächelndes Auto.“



„Keep on running!“ – der Mini und der Rock’n’Roll.

Ähnlich einflussreich wie die Mode- entwickelte sich auch die Musikszene der Insel seit den 1960er-Jahren. Auch ihre Protagonisten pflegten den unverkennbar britischen Stil in einer gänzlich revolutionären Ausprägung. Dass der Mini in seinem Charakter ganz ähnlich auftrat, ließ die Zuneigung der Stars zu ihm nachvollziehbar erscheinen. Als Botschafter einer neuen britischen Kultur sorgten Bands wie die Beatles, The Who oder die Spencer Davis Group ebenso weltweit für Furore wie der Mini.

Die Legenden und Anekdoten, die sich um den Mini und seine Rolle als Transportmittel der Stars ranken, faszinieren noch heute. John Lennon orderte 1964 einen Mini, obwohl er keinen Führerschein besaß. Sein Bandkollege George Harrison verlieh seinen Mini 1967 an Eric Clapton und erhielt ihn erst drei Jahre später zurück. Und über Spencer Davis wird berichtet, dass er den Titel zum größten Hit seiner Band während einer nächtlichen Fahrt mit fast leerem Tank durch die verregneten schottischen Highlands ersann. Die Kraftstoffanzeige seines Mini im Blick, habe er nur einen Gedanken gehabt: „Keep on running!“


Film ab: Der classic Mini erledigt den „Italian Job“, der MINI tut es ihm nach.

Niemand weiß, wie oft der classic Mini in Film und Fernsehen als Komparse oder Staffage eingesetzt wurde. Im Kultstreifen „Blow up“ von 1966 ist er ebenso zu sehen wie in den TV- und Kinoauftritten des Komikers Rowan Atkinson alias Mr. Bean. Darüber hinaus ist der britische Kleinwagen eines der ganz wenigen Automobile, die auch Hauptrollen spielten. So in dem 1969 mit Michael Caine gedrehten Klassiker „The Italian Job“. Der Streifen drehte sich praktisch nur um ein Thema, nämlich eine wilde Verfolgungsjagd mit drei Mini Cooper durch die italienische Stadt Turin. Gleich nach der Filmpremiere legte Rover eine Sonderserie von Fahrzeugen auf, die wie die Filmstars dekoriert waren und auch den Filmtitel trugen.

34 Jahre später kam „The Italian Job“ erneut in die Kinos. In der Neuauflage mit den Hollywoodstars Charlize Theron und Mark Wahlberg wurde die Geschichte um einen spektakulären Goldraub noch effektvoller und rasanter in Szene gesetzt. Beim „Casting“ der vierrädrigen Hauptakteure war die Wahl – wie konnte es anders sein? – auf den neuen MINI Cooper S gefallen, der seine Agilität und Sportlichkeit nun auf und sogar unter den Straßen von Los Angeles unter Beweis stellte.

Als ideales Fahrzeug für Verfolgungsjagden hatte sich schon im Jahr zuvor auch der MINI Cooper in der Agentenkomödie „Goldmember“ erwiesen. Drehbuchautor und Hauptdarsteller Mike Myers hatte für dieses grelle Kinospektakel nicht nur ein außergewöhnliches Aufgebot an Hollywoodstars – von Steven Spielberg über Tom Cruise, Michael Caine, Robert Wagner, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey und John Travolta bis zu Beyoncé Knowles und Ozzy Osborne –, sondern auch sechs MINI Cooper im Union-Jack-Dekor engagiert.

Hollywood-reif ist inzwischen auch das MINI Cabrio. Im Jahr 2007 eroberte es endgültig die Herzen der Kinozuschauer. In der Komödie „Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“ absolvierten die von Malin Akerman und Ben Stiller verkörperten Hauptfiguren mit dem MINI Cabrio ihre Hochzeitsreise. Dabei wurde der offene Viersitzer zur Kulisse für spritzige Dialoge und amüsante Auseinandersetzungen zwischen den beiden frisch Angetrauten.

Geändert von Martin (25.05.2009 um 08:51 Uhr)
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