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Alt 11.05.2009, 15:11     #1
Martin   Martin ist offline
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Europa-Saison der WTCC beginnt für die BMW Länderteams in Pau

München, 11. Mai 2009. In der FIA World Touring Car Championship (WTCC) geht es Schlag auf Schlag: Nur 14 Tage nach dem erfolgreichen Debüt in Marokko stehen am kommenden Wochenende schon die Läufe sieben und acht der Serie auf dem Programm. Nach den langen Geraden von Marrakesch (MA) erwartet die BMW Länderteams zum Auftakt der Europa-Saison in Pau (FR) nun ein echter Stadtkurs – mit hohen Randsteinen und vielen engen Kurven.

Auch nach den beiden Rennen in Afrika hat sich an der Verteilung des Kompensationsgewichts für BMW nichts verändert. Andy Priaulx (GB) vom BMW Team UK, die beiden BMW Team Germany Piloten Augusto Farfus (BR) und Jörg Müller (DE) sowie Sergio Hernández vom BMW Team Italy-Spain müssen auch in Frankreich 40 Kilogramm zuladen. Hernández’ Teamkollege Alessandro Zanardi (IT), der als einziger BMW Fahrer mit sequenziellem Sechsgang-Getriebe antritt, geht hingegen erneut mit einem 20 Kilogramm leichteren BMW 320si WTCC an den Start.

Andy Priaulx (BMW Team UK):
„Ich mag die Atmosphäre in Pau. Der Kurs ist eine Miniatur-Ausgabe von Monaco und toll für die Zuschauer. Im vergangenen Jahr lief es fantastisch für uns. Diesmal dürfte die Herausforderung etwas größer ausfallen. Das Auto muss mit den hohen Randsteinen zurechtkommen und eine gute Traktion bieten. Ein guter Startplatz ist entscheidend.“

Jörg Müller (BMW Team Germany):
„Seit wir mit der Tourenwagen-WM in Pau antreten, ist mir das Glück auf dieser Strecke nicht mehr hold. Als ich im Rahmen der Formel 3000 dort fuhr, stand ich ganz oben auf dem Treppchen. Mit diesen positiven Erinnerungen im Hinterkopf will ich in diesem Jahr endlich meine ersten Punkte in Pau einfahren.“

Augusto Farfus (BMW Team Germany):
„Pau ist für mich ein ganz besonderer Ort. 2007 hatte ich dort einen der härtesten Unfälle meiner Karriere, als ich mich im Qualifying überschlug. Dennoch habe ich das zweite Rennen gewonnen. Auch im vergangenen Jahr gelang es mir, dort ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Das zeigt, wie wohl ich mich in Pau fühle.“

Alessandro Zanardi (BMW Team Italy-Spain):
„2007 bin ich als Neunter in Pau einmal knapp an WM-Punkten vorbeigeschrammt. Das ist mein bisher bestes Resultat auf diesem Stadtkurs. Nach dem schwierigen Wochenende in Marokko will ich meine Bilanz nun wieder aufbessern. Ich mag den Kurs. Überholmanöver sind dort allerdings eine echte Rarität.“

Sergio Hernández (BMW Team Italy-Spain):
„Die Strecke in Pau sollte uns besser entgegen kommen als der Kurs in Marokko mit seinen langen Geraden und Schikanen. Das beweist auch ein Blick auf die Ergebnisse der vergangenen Jahre. Ich werde alles geben, um meinem Team endlich wieder Grund zum Jubeln zu geben.“

Historie und Hintergrund:
Augusto Farfus dominierte auf dem „Circuit de Pau Ville“ im ersten Lauf 2008 das Geschehen. Erst sicherte er sich die Poleposition, dann verwies er SEAT-Pilot Yvan Muller (FR) im Rennen mit dem Rekordvorsprung von 17,851 Sekunden auf Rang zwei. Dank seiner schnellsten Rennrunde machte Farfus den „Hattrick“ auf dem engen Stadtkurs perfekt. Im zweiten Lauf des Tages kam Andy Priaulx auf der mittlerweile regennassen Strecke am Besten zurecht und sicherte sich den Sieg.

Farfus hatte schon im Jahr davor die Schlagzeilen in Pau bestimmt. Mit einem spektakulären Überschlag im Qualifying sorgte er erst für eine Schrecksekunde und bescherte der Einsatzmannschaft von Schnitzer Motorsport Zusatzschichten. Umso größer war der Jubel nach dem zweiten Lauf, den er vor Priaulx für sich entschied.

Die beiden Rennen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft in Pau sind in dieser Saison die einzigen Läufe einer Serie mit FIA WM-Prädikat auf französischem Boden.

Der „Circuit de Pau Ville“ ist einer der geschichtsträchtigsten Kurse auf der ganzen Welt. Bereits 1901 wurde das erste Automobilrennen in den engen Straßen ausgetragen. 1930 war Pau Schauplatz des ersten „Grand Prix“ überhaupt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Bezeichnung noch Pferderennen vorbehalten. Seither ist der „Grand Prix de Pau“ eine Institution in der Motorsport-Landschaft Frankreichs. Er wird 2009 zum insgesamt 69. Mal ausgerichtet, zum dritten Mal dient die Tourenwagen-WM als Hauptveranstaltung.

Zwischen 1950 und 1963 gastierte die Formel 1 zehn Mal in Pau. Allerdings gehörten diese Läufe nicht zur offiziellen Weltmeisterschaft. Dennoch liest sich die Siegerliste wie ein „Who-is-who“ des Rennsports dieser Zeit: So triumphierten unter anderem Juan Manuel Fangio, Alberto Ascari, Jack Brabham und Jim Clark auf der heute 2,760 Kilometer langen Strecke.

Im Anschluss war Pau bis 1984 ein regelmäßiger Austragungsort für Läufe der Formel-2-Europameisterschaft, auf die ab 1985 die Formel 3000 folgte. Fortan waren es vor allem junge, aufstrebende Fahrer, die sich der Herausforderung des anspruchsvollen Stadtkurses stellten. Auch Jörg Müller hat am Steuer eines Formel-3000-Autos in Pau gute Erfahrungen gesammelt: 1996 trat er dort zum zweiten Saisonrennen an. Nach 72 Runden war Kenny Bräck der einzige Pilot, den der 39-Jährige noch nicht überrundet hatte. Schließlich überquerte Müller mit 5,274 Sekunden Vorsprung auf den Schweden als Sieger die Ziellinie – und gewann am Ende auch die Meisterschaft.

Pau hat gut 80.000 Einwohner und ist nach Bordeaux die zweitgrößte Stadt der Region Aquitaine. Aufgrund der Nähe zu den Pyrenäen ist Pau ein regelmäßiger Etappenort der „Tour de France“. Bereits über 60 Mal führte das berühmteste Radrennen der Welt durch die Stadt.

Die beiden WTCC-Rennen werden jeweils über 19 Runden ausgetragen. Dies entspricht einer Gesamtdistanz von 52,44 Kilometern. Der erste Lauf beginnt am Sonntag um 13.05 Uhr Ortszeit, Rennen zwei startet um 15.20 Uhr.
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