Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 09.04.2009, 13:10     #10
Martin   Martin ist offline
BMW-Treff Team
 

Threadersteller
 
Registriert seit: 11/2002
Ort: 72336-Balingen
Beiträge: 19.727

Aktuelles Fahrzeug:
E89

BL-
Großer Preis von China 17. – 19. April 2009 3. von 17 WM-Läufen Vorschau.

München/Hinwil, 9. April 2009. Nach dem spektakulären PETRONAS Großen Preis von Malaysia, der dem BMW Sauber F1 Team einen zweiten Platz durch Nick Heidfeld einbrachte, steht vom 17. bis 19. April der Große Preis von China auf dem Programm. Das Rennen, das bisher stets im Herbst ausgetragen wurde, findet nun erstmals im Frühjahr statt.


Robert Kubica: „Wir gehen zum ersten Mal in dieser Jahreszeit nach Shanghai, wo es eine hohe Regenwahrscheinlichkeit gibt. Das kann natürlich einen erheblichen Einfluss auf das gesamte Wochenende haben. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll mit langen Geraden und harten Anbremsmanövern. Zudem gibt es einige Hochgeschwindigkeitskurven, beispielsweise die leicht überhöhte Rechtskurve, die man fast mit Vollgas fährt und die auf die Gegengerade führt. Diese Gerade ist eine der längsten im gesamten Rennkalender. Und natürlich ist die Kombination der Kurven eins und zwei mit dem blinden Scheitelpunkt und dem langen Anbremsmanöver ganz besonders herausfordernd. Bisher hat mir Shanghai kein Glück gebracht, das versuche ich nun zu ändern.“


Nick Heidfeld: „Der Renntermin liegt in diesem Jahr viel früher als bisher, von daher könnten uns erheblich niedrigere Temperaturen erwarten, was speziell für die Reifen einen Unterschied bedeutet, aber auch eine andere Atmosphäre mit sich bringt. Wir haben in Shanghai schon einige gute Rennen gesehen, und ich hoffe, das wird auch 2009 so sein. Die erste Kurve ist das Highlight dieser Strecke. Man kommt mit hohem Tempo an, und zu Beginn geht die Kurve auch noch voll, aber dann zieht sie sich immer weiter zu. Man muss bis in den zweiten Gang runterschalten.

Spannend ist auch die Metropole Shanghai. Wir fahren dort jetzt seit 2004, und man kann wirklich zuschauen, wie sich die Stadt von Jahr zu Jahr verändert. Einerseits gibt es extrem arme Viertel, andererseits schicke Restaurants am Bund, von denen aus man die Aussicht auf den Pearl Tower und die Skyline genießen kann. Unangenehm ist der Straßenverkehr. Wir dürfen dort nicht selbst fahren, und im vergangenen Jahr hat mein Fahrer am Samstagabend einen Auffahrunfall auf der Autobahn gebaut. Dort stehen häufiger mal unerwartet Autos auf der Fahrbahn, und er konnte wohl nicht mehr rechtzeitig bremsen. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert, aber die Verkehrsverhältnisse in Shanghai sind wirklich übel.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „Nach einer kurzen Osterpause freuen wir uns nun auf das zweite Doppelpack der Saison. Shanghai ist eine boomende Millionen-Metropole, die Dimensionen der Rennstrecke und ihrer Anlagen sind unübertroffen. Aus Sicht von BMW als Automobilhersteller und all unserer Partner ist der GP China kommerziell von größtem Interesse. Diese Region hat ein enormes Wachstumspotenzial.

China ist unser größter Markt in Asien und der fünftgrößte weltweit. BMW verfügt in China seit 2004 auch über eine Produktionsstätte, in der BMW 3er und BMW 5er Modelle im Joint Venture hergestellt werden. Im Gegensatz zum Vorjahr findet das Rennen diesmal bereits am Anfang der Saison statt. Wir wollen in Shanghai an das gute Ergebnis aus Kuala Lumpur anknüpfen.“


Willy Rampf, Head of Engineering: „Der Kurs in Shanghai hat mehrere schnelle Kurven, die viel Abtrieb und eine hohe Fahrzeugstabilität erfordern. Aufgrund der seit dieser Saison eingeschränkten Aerodynamik werden wir wohl mit maximalem Abtrieb fahren. Gleichzeitig gibt es aber lange Geraden, wo die Höchstgeschwindigkeit eine entscheidende Rolle spielt. Weil die Strecke sehr breit ist und die Auslaufzonen an den meisten Stellen geteert sind, bedeuten kleine Ausrutscher nicht gleich das Aus. Das motiviert die Fahrer zum Überholen; wir können also mit einem spektakulären Rennen rechnen. Vor allem in der ersten Kurvenkombination ist eine gute Fahrzeugbalance gefragt. Die Piloten haben dort eine sehr hohe Ein¬gangsgeschwindigkeit und bremsen lange in die Kurve hinein. Diese Passage gehört fahrerisch zweifellos zu den Highlights der Saison. Insgesamt ist Shanghai eine sehr anspruchsvolle Strecke.“


Historie und Hintergrund:

Shanghai liegt im Jangtse-Delta am Ostchinesischen Meer. Die Angaben für die Einwohnerzahl der seit Jahren boomenden und dank Landgewinnung wachsenden Stadt variieren erheblich. Zehn Millionen im Stadtgebiet und fünf weitere Millionen Menschen in den Vororten sind ungefähre Mittelwerte.

Seit 2004 gastiert die Formel 1 in China. Die riesige Rennstreckenanlage wurde auf einem sumpfigen Gelände außerhalb der Stadt gebaut, das mit großem Aufwand trocken gelegt wurde. Bei der Streckenführung und der Gestaltung der Anlage hat man sich um Lokalkolorit bemüht. Das Layout greift das chinesische Schriftzeichen „Shang“ auf, das übersetzt etwa „hoch“ bzw. „über“ bedeutet. In die Architektur der gigantischen Boxengebäude und Tribünen wurden traditionelle chinesische Stilelemente integriert.
Userpage von Martin
Mit Zitat antworten