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Alt 03.10.2008, 12:30     #61
Martin   Martin ist offline
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BL-
Großer Preis von Japan. 10. – 12. Oktober 2008

16. von 18 WM-Läufen Vorschau.


München/Hinwil, 3. Oktober 2008. Der Berg ruft: Nach dem ebenso glamourösen wie im Ergebnis für das BMW Sauber F1 Team bescheidenen Nachtrennen von Singapur zieht die Formel 1 in die japanischen Alpen zum Rennen am Fuße des heiligen Vulkans Fujiyama. Inklusive des Großen Preises von Japan am 12. Oktober stehen noch drei Rennen auf dem Programm. Selten war eine Saison so abwechslungsreich und unberechenbar wie diese. Der Kampf um die Spitzenplatzierungen in den WM-Wertungen geht in die entscheidende Phase.


Nick Heidfeld: „In erster Linie hoffe ich, dass uns in Fuji nicht wieder derart heftiger Regen erwartet wie 2007. Ich fahre ja prinzipiell gern im Regen, aber bei dieser Sintflut ging nichts mehr. Die Sicht war null, und so kam es zu diversen Kollisionen. Mir ist auch jemand ins Auto gefahren, danach war es krumm. Trotzdem lag ich kurz vor Schluss in dem ganzen Chaos an sechster Stelle, bin dann aber noch wegen eines Motorproblems ausgefallen. Die Strecke macht Spaß. Es gibt viele Steigungen und Gefälle sowie einige Kurven, bei denen man den Scheitelpunkt nicht sehen kann. Trotzdem hat sie bei mir keinen leichten Stand, weil Suzuka immer mein Favorit unter den GP-Kursen war. Ein herausragendes Merkmal der Strecke in Fuji ist die extrem lange Gerade. Die Landschaft ist schön, die Straße vom Hotel zur Rennstrecke könnte eine erstklassige Rallye-Sonderprüfung abgeben. Ich hoffe, dass sich uns der Mount Fuji mal wieder zeigt. Insgesamt scheint in der Gegend nicht allzu viel los zu sein, das ist aber nach dem ganzen Rummel in Singapur auch mal wieder in Ordnung.“


Robert Kubica: „Wir kommen ja jetzt zum zweiten Mal nach Fuji, und an den Grand Prix von 2007 wird sich wohl jeder wegen des verrückten Wetters erinnern. Es war extrem viel Wasser, und die Sicht war armselig. Aus Fahrersicht ist der Kurs sehr interessant. Es gibt einige anspruchsvolle Kurven mit verschiedenen Radien und auch ein paar blinde Kurven. Im Trockenen hat mir die Strecke sehr gut gefallen, obwohl man im letzten Sektor mit seinen engen Kurven sehr langsam ist. Ich denke, die Fans werden, wie immer in Japan, für eine tolle Atmosphäre an der Strecke sorgen. Normalerweise kommen sie ganz früh am Morgen zur Strecke und gehen nach uns nach Hause.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „Die spektakuläre Nacht-Premiere in Singapur liegt hinter uns. Und auch für die beiden kommenden Rennen machen wir in Asien Station, zunächst in Japan und bereits eine Woche später in China. Einige Teammitglieder sind aus Singapur zurück nach München und Hinwil geflogen, andere bleiben in Asien und entspannen ein paar Tage; wiederum andere reisen nach Südkorea, wo Nick am Samstag und Sonntag Demonstrationsfahrten mit dem Formel- 1-Auto absolvieren wird. Der Fuji Speedway hat 2007 ein gelungenes Comeback im F1-Kalender gefeiert. Die Rennstrecke liegt malerisch in den japanischen Alpen, im Hintergrund erhebt sich majestätisch der Mount Fuji. Im Vorjahr war der heilige Berg allerdings nur am Freitag zu sehen und bei Sonnenschein das meistfotografierte Motiv. Dann verschwand er leider hinter einer dichten Wand aus Nebel und Regen und tauchte nicht mehr auf. Das Wetter hat das ganze Rennwochenende 2007 sehr beeinflusst.

Nachdem wir in Singapur schon zum zweiten Mal in der laufenden Saison Pech mit der Safety-Car-Regel hatten und in der Folge wichtige Punkte abschreiben mussten, wollen wir in Japan verlorenen Boden wieder gut machen. In der Fahrer- und Herstellerwertung liegt die Spitze weiter eng beieinander. Das verspricht viel Spannung für die noch verbleibenden Rennen.“


Willy Rampf, Technischer Direktor: „Nach dem spektakulären Nachtrennen in Singapur kehrt in der Formel 1 in Fuji wieder die Normalität ein. Wir sind dort im vergangenen Jahr zwar erstmals gefahren, allerdings vor allem bei nasser Strecke. Dennoch konnten wir einige Erkenntnisse in Bezug auf die Abstimmung gewinnen.

Mit rund 1,5 Kilometern Länge hat Fuji die längste echte Gerade aller Grand-Prix-Strecken. Überholen ist also durchaus möglich. Gleichzeitig benötigt man in den mittelschnellen und schnellen Kurven viel Abtrieb. Entsprechend ergibt sich bei der aerodynamischen Abstimmung ein Kompromiss. Wir fahren in Fuji ein mittleres Abtriebsniveau, vergleichbar mit jenem in Valencia. Bridgestone stellt die zwei mittleren Reifenmischungen zur Verfügung, was uns vor keine allzu großen Probleme stellen sollte.

Nach dem turbulenten Rennen in Singapur, bei dem uns die Safety-Car-Phase einen Strich durch die Rechnung machte, wollen wir hier wieder mit beiden Autos kräftig Punkte sammeln.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Fuji/2. Oktober 2008 Startzeit (lokal/UTC) 13:30 Uhr/04:30 Uhr (06:30 in Zentraleuropa)

Runde/Renndistanz 4,563 km/305,416 km (67 Runden)

Kurven 10 Rechts- und 6 Linkskurven

Sieger 2007 Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, 2:00.34,579 Stunden

Poleposition 2007 Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, 1.25,368 Minuten

Schnellste Runde 2007 Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, 1.28,193 Minuten


Daten 2007 (Rennen):

Volllastanteil: 60 %
Topspeed: 310 km/h
Längste Volllastpassage: 20 sec / 1445 m
Gangwechsel pro Runde: 44
Reifenverschleiß: mittel
Bremsverschleiß: gering
Abtriebslevel: mittel


Historie und Hintergrund: Die Rennstrecke von Fuji wurde 1966 eröffnet. Bereits 1976 und 1977 wurden auf ihr Formel-1-Rennen ausgetragen – und schon damals sorgte Regen für Berühmtheit: Beim Start des GP 1976, damals Saisonfinale, goss es in Strömen. Titelverteidiger Niki Lauda stellte seinen Ferrari wegen des Aquaplanings nach zwei Runden an der Box ab und gab auf. Mario Andretti gewann, und James Hunt wurde mit einem WM-Punkt Vorsprung Weltmeister. 2005 wurde die Anlage komplett umgebaut, um den von der FIA definierten Formel-1- Ansprüchen zu genügen, 2007 kehrte die Formel 1 zurück. Ab 2009 soll der Große Preis von Japan abwechselnd in Suzuka und Fuji ausgetragen werden. Namensgeber des Speedway ist der Fujiyama bzw. Fuji-san, wie er heute meist genannt wird. Sowohl yama als auch san können Berg bedeuten, je nachdem, ob man sich in der Kunyomi- oder der Onyomi-Aussprache artikuliert. Der Schichtvulkan ist mit 3.776 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans. Das Alter seines Gesteins wird auf 100.000 Jahre beziffert. Der Vulkan ist nicht nur begehrtes Fotomotiv, er ist auch weiterhin aktiv, wenngleich als harmlos eingestuft. Die letzte Eruption wurde 1707 verzeichnet. Der Berg liegt in den japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu, der Gipfel liegt auf der Grenze zwischen den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka. Geologisch betrachtet liegt der Fuji in der Berührungszone der eurasischen, der pazifischen und Philippinenplatte. Aufgrund seiner sanft ansteigenden Form ist der Vulkan relativ leicht zu besteigen. Als Erster tat dies 663 ein japanischer Mönch. Heute hat eine solche Expedition an Exklusivität eingebüßt, im Sommer teilen sich zuweilen angeblich Tausende den Gipfel.
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