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Alt 11.07.2002, 01:01     #14
Pardonner  
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DSC und ASC+T

Hallo!

Also meines Wissens ist es so: Wenn man die DSC-Taste einmal drückt, ist das DSC ausgeschalten (was diese beinhaltet seht ihr unten)! Wenn man die DSC-Taste länger drückt, wird eine Art Differenzialsperre aktiviert, die das Anfahren im Winter etc. leichter macht! Das Anti-Blockier-System (ABS) ist in keinem Falle ausgeschaltet! Egal ob ich die Taste lange oder nur kurz drücke!

Hier mal eine kurze Erklärung zu den Fahrwerkregelsystemen - viel Spass beim Lesen :

Automatische Stabilitäts Control + Traktion (ASC+T)
Dynamische Stabilitäts-Control (DSCIII)


Funktion:
ASC+T und DSC umfassen eine Reihe von Fahrwerkregelsystemen, welche die Fahrstabilität auch unter ungünstigen Fahrsituationen aufrecht erhalten.

ASC+T optimiert sowohl die Fahrstabilität beim Anfahren und Beschleunigen als auch die Traktion. DSC erkennt darüber hinaus instabile Fahrzustände wie Unter- oder Übersteuern und hilft, das Fahrzeug innerhalb der physikalischen Grenzen auf sicherem Kurz zu halten.

ASC+T und DSC leisten damit einen effizienten Beitrag zum Fahrkomfort und zur aktiven Fahrsicherheit.

ASC+T beinhaltet folgende Funktionen:
  • Anti Blockier System (ABS)
  • Cornering Brake Control (CBC)
  • Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
  • Automatische Differenzialbremse (ADB) bzw. bei Allradfahrzeugen (ADB-X)
  • Motor-Schleppmoment-Regelung (MSR)
DSC beinhaltet folgende Funktionen:
  • Automatische Stabilitäts Control + Traktion (ASC+T)
  • Dynamic Traction Control (DTC)
  • Dynamic Brake Control (DBC)

Technik:
Hochempfindliche Sensoren überwachen bei ASC+T die Raddrehzahlen, beim DSC zusätzlich:
  • die Fahrzeugdrehbewegung um die Hochachse
  • die Querbeschleunigung
  • die Stellung des Lenkrads
  • den Bremsdruck

Die Automatische Stabilitäts Control + Traktion (ASC+T) verhindert ein Durchdrehen der Antriebsräder und gewährleistet dadurch bestmögliche Fahrstabilität. Befindet sich dabei ein Rad der angetriebenen Achse auf griffigem und das andere auf glattem Untergrund, wird das zum Durchdrehen neigende Rad so weit abgebremst, bis das andere Antriebsrad wieder Antriebskräft auf die Fahrbahn übertragen kann. Durch die Vernetzung über Daten-Bus-Systeme kann ASC+T auch in das Motormanagment eingreifen. Die Regelung des Motormoments erfolgt dabei stufenweise über eine Reduzierung des Zündwinkels, der Einspritzmenge und der Drosselklappenstellung.

Das Anti-Blockier-System (ABS) verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen. Dabei wird der Bremsdruck an allen Rädern so geregelt, dass jedes Rad in einem optimalen Schlupfbereich läuft. Dabei wird der Schlupf so eingestellt, dass möglichst hoho Brems- und Seitenführungskräfte übertragen werden können.

Die Cornering Brake Control (CBC) ist eine Erweiterung des ABS, welche die Fahrstabilität besonders beim Bremsen in Kurven erhöht. Die Verlagerung der Radlasten bei Kurvenfahrten kann dazu führen, dass die Fahrstabilität verringert wird und das Fahrzeug beim Kurvenbremsen zum Eindrehen neigt. CBC wirkt dem entgegen und erzeugt bei leichtem Bremsen außerhalb des ABS-Regelbereiches durch einseitigen Aufbau des Bremdrucks ein stabilisierendes Gegenmoment.

Die Elektronische Bremskraftverteilung (EBV) regelt die Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Für kürzere Bremswege weisen moderne Fahrzeuge relativ groß dimensionierte Bremsen an der Hinterachse auf. Um in bestimmten Situationen ein Überbremsen der Hinterräder zu verhindern, überwacht das EBV permanent die Schlupfwerte und regelt den Schlupf an der Hinterachse in Abbhängigkeit von der Vorderachse.

Die Automatische Differenzial Bremse (ADB) kann durch Abschalten von ASC aktiviert werden und bildet die Funktion einer konventionellen Differenzialsperre nach. Durch Abbremsen eines einzelnen Antriebsrades kann das Antriebsmoment gezeilt an das andere Rad geleitet werden. Im Vergleich mit dem ASC+T lässt ADB etwas mehr Radschlupf zu. Dies erhöht die Traktion in besonderen Situationen wie z. B. beim Fahren auf verschneiten Strassen.

Die Motor-Schleppmoment-Regelung (MSR) verhindert beim Zurückschalten oder bei abruptem Gaswegnehmen, dass die Hinterräder auf glatten Fahrbahnen zum Blockieren neigen. Über die Raddrehzahl-Sensoren erkennt MSR die Blockierneigung bereits im Ansatz und verringert kurzzeitig des Motorschleppmoment durch leichtes Gasgeben. Die Antriebsräder behalten so auch im Schiebebetrieb ihre Seitenführungskräfte.

Die Dynamische Stabilitäts Control (DSCIII) behieht alle oben genannten Fahrwerkregelsysteme ein und kann zusätzlich Fahrzustände wie Über- und Untersteuern korrigieren. Hierzu müssen dem DSC folgenden fahrdynamische Parameter mitgeteilt werden:
  • die Gierrate als ein Maß für die Drehbewegung des Fahrzeugs um die Hochachse
  • die Querbeschleunigung als ein Maß für den Kurvenradius
  • die Geschwindigkeit
Zusätzlich wird der Fahrerwunsch aus dem Lenkradwinkel und dem Bremsdruck, den der Fahrer über das Pedal ausübt, erkannt. Darüber hinaus liefert das ABS die Information der einzelnen Räder.

Aus den zu Verfügung stehenden Messwerten wird der Ist-Zustand ermittelt, in dem sich das Fahrzeug im Moment bewegt. Dieser wird mit Sollwerten verglichen, die im DSC-Rechner gespeichert sind. Weichen die aktuellen Ist-Werte vom Sollzustand ab, wird DSC aktiv und greift aktiv in das Bremssystem bzw. das Motormanagment ein.

Das Fahrzeug kann somit durch einseitiges Bremsen gelenkt werden. DSC verhindert so gefährliche Schleudervorgäng bereits im Ansatz innerhalb der physikalischen möglichen Grenzen.

Die Dynamic Traction Control (DTC) kann durch Abschalten von DSC aktiviert werden und umfasst eine sportlichere DSC-Abstimmung sowie die Automatische Differenzialbremse (ADB). Bei aktiviertem DTC lässt DSC innerhalb definierter Gernzen einen höheren Schlupf an den Antriebsrädern zu. So wird ein sportlicherer Fahrstil zugelassen, und DSC greift erst spät ein, um kritische Situationen zu vermeiden.

Die Dynamic Brake Control (DBC) unterstützt den Fahrer aktiv bei Gefahrenbremsungen. Bei schneller Betätigung des Bremspedals erhöht DBC unabhängig vom Pedaldruck die Bremskraft so weit, bis die maximale Fahrzeugverzögerung erreicht wird. Dadurch wird bei Vollbremsungen der kürzest mögliche Bremsweg erreicht.

Die Vorteile:
ASC+T und DSC bieten durch aktive Motor- und Bremseingriffe eine hervorragende Fahrstabilität sowie eine ausgezeichnete Traktion in allen Fahrsituationen. DSC wirkt allen negativen, fahrdynamischen Kräften entgegen und schafft so innerhalb der physikalischen Grenzen ein Hochstmaß an aktive Sicherheit und Fahrkomfort!

Geändert von Pardonner (11.07.2002 um 01:05 Uhr)
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