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Alt 14.05.2008, 19:48     #4
Martin   Martin ist offline
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E89

BL-
Effizienz und Dynamik durch vorausschauende Fahrzeuge.

Die Ingenieure der BMW Group haben zusätzliche Entwicklungspotenziale aufgespürt und setzen alles daran, die Produkte der BMW Group noch dynamischer und gleichzeitig effizienter zu machen und so dem Unternehmen einen weiteren Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.


Das Fahrzeug mit Weitblick.

Autofahrer agieren heute noch situationsbedingt, das heißt, der Fahrer erkennt eine Veränderung in seinem Verkehrsumfeld, reagiert darauf und gibt seine Reaktion an das Fahrzeug weiter. Dort wird diese dann von zahlreichen Stellgliedern umgesetzt.

Die Ingenieure der BMW Group haben sich nun das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass das Fahrzeug nicht nur auf Befehle des Fahrers reagiert, sondern vorausschauend aktiv wird. Auf diese Weise lässt sich der Wagen schon vor einem bevorstehenden Ereignis konditionieren, sprich optimal vorbereiten, um dann mit einem Maximum an Effizienz und Dynamik zu agieren.

Ein Beispiel: Ein BMW fährt hinter einem Lkw auf einer Landstrasse. Weil der Wagen deutlich langsamer unterwegs ist als dort für einen PKW üblich, ermittelt der Bordrechner über einen komplexen Algorithmus eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Fahrer bald überholen möchte. Dazu wird vom Bordrechner eine Vielzahl von Daten herangezogen und verknüpft, die aus verschiedenen Subsystemen im Fahrzeug stammen. So kommen zum Beispiel die Informationen über den Streckenverlauf vom Navigationssystem. Über die Daten aus der Verkehrszeichen-Erkennung per Videokamera wird die zulässige Geschwindigkeitsdifferenz errechnet. Schließlich informiert die Motorelektronik über den momentanen Lastzustand, der ACC-Radar über den Abstand zum Lkw und der Regensensor und das DSC darüber, dass die Straße trocken und griffig ist.

Nun werden alle notwendigen Stellhebel, die ohnehin bereits im Fahrzeug vorhanden sind, aktiviert, um einen zügigen Überholvorgang vorzubereiten. Dazu wird unter anderem das Brennverfahren im Motor vom Magerbetrieb auf ein homogenes Gemisch umgestellt, die Motoröl- und Kühlmitteltemperatur angepasst, der Klimakompressor und Generator kurzfristig abgekoppelt und das Automatikgetriebe auf den bevorstehenden Schaltvorgang vorbereitet. Dies alles geschieht für den Fahrer nicht wahrnehmbar im Verborgenen. Doch sobald der Fahrer den Blinker setzt, aufs Gaspedal drückt und zum Überholen ansetzt, reagiert der Wagen mit beeindruckender Spontaneität und stellt die maximale Motorleistung zur Verfügung.

Was momentan noch wie Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald in den Produkten der BMW Group erlebbar werden. Denn die Entwicklungsingenieure arbeiten intensiv an der Umsetzung solch innovativer Lösungen, die dann an die bereits erzielten Erfolge von BMW EfficientDynamics anknüpfen werden.



Vorhandene Technik sinnvoll nutzen.


In jedem BMW und MINI ist bereits heute eine Vielzahl von Sensoren im Einsatz, die beispielsweise für die Motorsteuerung, die Dynamische Stabilitäts Control DSC oder die Aktive Geschwindigkeitsregelung ACC die notwendigen Daten liefern. Bislang wurden diese Signale aber nur für die jeweils direkt zugeordnete Anwendung genutzt, obwohl sich durch geschickte Verknüpfung untereinander zusätzliche Funktionen ableiten ließen.

Deshalb haben die Ingenieure der BMW Group eine Software entwickelt, die diese Signale so verknüpft, dass eine sehr präzise Beschreibung der momentanen Fahrzustände möglich macht.

Mehr Effizienz durch das vorausschauende Energiemanagement. Mit Hilfe dieser Beschreibung lassen sich bevorstehende Ereignisse prognostizieren und Regelstrategien aktivieren, um den Wagen entsprechend zu konditionieren. Wird der Fahrer beispielsweise bald von der Landstraße auf die Autobahn wechseln, werden vorab die Kühlmittel- und Öltemperatur abgesenkt, um mehr Motorleistung bereitzustellen. Bei Stadtfahrten hingegen wird die Kühlmittel- und Öltemperatur angehoben, da keine hohen Lasten erwartet werden, die eine besondere Kühlung erfordern. Das Ergebnis: weniger innermotorische Reibung und höhere Effizienz.

Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist das vorausschauende Energie-management. Nähert sich der Wagen zum Beispiel einer längeren Gefällestrecke, erfolgt eine entsprechende Meldung an den Bordrechner. Dieser veranlasst, dass schon im Vorfeld der Generator abgekoppelt und das Laden der Starterbatterie auf den Schubbetrieb bei Bergabfahrt verlagert wird.



Sparsamer durch den Stau kommen.

Auch in Stausituationen lässt sich mit dieser Innovation ohne Komforteinbußen der Energieverbrauch senken. Hat das Navigationssystem beispielsweise einen einige Kilometer entfernten Stau angekündigt, kann schon frühzeitig die Kühlmitteltemperatur soweit abgesenkt werden, dass im Stillstand des Motors der Elektrolüfter nicht sofort eingeschaltet werden muss. Außerdem wird schon im Vorfeld der Kältespeicher der Klimaanlage gefüllt und die Starterbatterie vollständig geladen. So ist auch bei längeren Staus für Klimakomfort und Effizienz durch die Auto Start Stop Funktion des Motors gesorgt. Ein vergleichbares Szenario lässt sich auch auf ein Hybridfahrzeug übertragen, das auf der Autobahn mit dem Verbrennungsmotor auf den Stau zufährt. Hat das Fahrzeug keine Staumeldung erhalten, ist die Batterie für den Elektromotor im normalen Ladezustand, also nicht vollkommen geladen. Hat der Fahrer das Stauende erreicht, wird der Verbrennungsmotor abgestellt und die langsame Fahrt zunächst im reinen Elektrobetrieb fortgesetzt. Da der Ladezustand der Batterie aber nicht für eine längere Strecke ausreicht, muss der Verbren nungsmotor vorzeitig wieder gestartet werden.

Erhält dasselbe Fahrzeug aber frühzeitig die entsprechende Staumeldung, kann bis zum Stauende die Batterie für den Elektromotor voll geladen werden. So lässt sich die langsame Fahrt über eine deutlich längere Strecke im reinen Elektrobetrieb fortsetzen. Dadurch ist der Wagen im Stau wesentlich sparsamer und in diesem Moment auch emissionsfrei unterwegs. Die neuen Funktionalitäten, die das vorausschauende und energieoptimierte Fahren mit sich bringt, steigern erlebbar den Kundennutzen und das Fahrerlebnis. Denn der Kunde stellt beim Tanken fest, dass der Wagen noch sparsamer ist, obwohl er sich auch spürbar agiler und dynamischer fährt.
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There are three types of people in this world: those who make things happen, those who watch things happen and those who wonder what happened.

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Geändert von Martin (14.05.2008 um 20:45 Uhr)
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