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Alt 14.03.2008, 14:52     #8
Hermann   Hermann ist offline
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Offen für Neues: die dynamische HMI Generierung
Entwicklungsprojekt der BMW Car IT zur Integration nachladbarer Dienste in bestehende Anzeige- und Bediensysteme


München. Elektronik bestimmt nahezu alle Innovationen im Fahrzeug. Dabei wächst vor allem das Angebot an Infotainment- und Assistenzsystemen stetig: Radio, Navigation, Telefon, Sprachdialog, TV oder MP3 sind längst genauso selbstverständlich wie Park- oder Spurassistent. Alle Systeme, die Benutzereingaben erlauben, werden bei den Premium-Fahrzeugen der BMW Group über das typische „automotive HMI“ (Human Machine Interface) bedient. Dieses für das Fahrzeug optimierte Anzeige- und Bedienkonzept soll künftig auch die Integration von Infotainmentdiensten ermöglichen, die erst nach der Auslieferung des Fahrzeugs entwickelt werden. Damit soll die Differenz zwischen der hohen Lebensdauer der Fahrzeuge und den sehr kurzen Innovationszyklen von Consumer-Electronics-Applikationen überwunden werden. Die modellbasierte HMI-Entwicklung der BMW Group wird dieser Dynamik gerecht, in dem sie das Fahrzeug für „dynamisch nachladbare Dienste“, also mobile Endgeräte, Webapplikationen oder Software-Downloads, öffnet. Der Kunde kann diese Dienste somit in Zukunft schnell und unkompliziert fahrzeugspezifisch bedienen. Fahrzeugspezifisch bedeutet bei der BMW Group: intuitiv, ablenkungsfrei und ergonomisch perfekt. Die Vorteile für den Kunden sind neben dem Komfort der kontinuierlichen Nutzungsmöglichkeit der Geräte eine erhöhte Sicherheit und Gesetzeskonformität.

Flexibilität durch semantische Informationen

Die Dynamik diverser Steuerungsmöglichkeiten und Fahrerinformationen wird dadurch erreicht, dass nachladbare Dienste eine semantische Beschreibung ihrer Benutzerinteraktion mitliefern. Aufgrund von Generierungsregeln können dann fahrzeugtypische grafische Bedienelemente erzeugt werden. Dabei werden Konzepte aus dem „Semantic Web“ verwendet, um eindeutige Begriffe für die HMI-Beschreibung des Dienstes und dessen Bedienanforderungen zu schaffen. Der Autor der HMI-Beschreibung des Dienstes liefert detaillierte Informationen über die Art des Services und dessen Anzeige und Bedienung. Dabei braucht er nicht zu wissen, in welchem Fahrzeugmodell (und damit auf welcher sogenannten Head Unit) diese Informationen in Form einer konkreten Bedienoberfläche umgesetzt werden. So kann sich beispielsweise ein beliebiger Music Player als „Audio-Abspiel-Service“ identifizieren, woraufhin die HMI Bedien-Buttons für die entsprechenden Bedienoperationen „play“, „stop“, „pause“, etc. bereitstellt. Die Beschreibung der Benutzerinteraktion des Dienstes muss dabei nur ein einziges Mal erstellt werden und kann für alle Fahrzeugmodelle verwendet werden.


Ein weiterer Nutzen der semantischen Informationen ist, dass sie auch eine Interaktion zwischen Diensten ermöglicht, die sich vorher nicht kennen. Sie müssen lediglich wissen, mit welcher Art Service sie interagieren können. Zum Beispiel kann sich ein „Location-based-search“-Service als Lieferant von geographischen Adressen anmelden. Dadurch kann der Benutzer die Suchresultate, also Adressen, per Knopfdruck als Zieladresse an das Navigationssystem übernehmen. Liefert der Service zusätzlich auch Telefonnummern, werden diese automatisch dem Telefonservice bereitgestellt. Auf diese Weise ermöglicht das dynamische HMI dem Benutzer, eine beliebige Anzahl von Diensten vielfältig zu kombinieren, und dies selbst für diejenigen Dienste, die zur Produktionszeit des Fahrzeugs noch gar nicht existierten.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist

Geändert von Martin (15.03.2008 um 15:06 Uhr)
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