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Alt 28.11.2007, 19:24     #6
Martin   Martin ist offline
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Im Gespräch mit Major-Sieger Michael Campbell

Neuseelands bester Profigolfer coacht die Teilnehmer des BMW Golf Cup International

Frage: Es ist schön, dass Sie sich Zeit für die Teilnehmer des BMW Golf Cup International Weltfinales nehmen. Überhaupt engagieren sie sich stark an der Basis. Warum widmen Sie diesem Aspekt des Spiels so viel Aufmerksamkeit?
Campbell: „Ich war schon immer bestrebt, den Amateur-Golfsport zu fördern. Denn ich weiß, wie viel Glück ich hatte, dass ich die Unterstützung bekam, die ich damals erhielt. Und damit meine ich nicht nur als Jugendspieler, sondern auch als Jungprofi. Davon etwas zurückzugeben ist mir wichtig, und es gehört auch zur Kultur der Maori. Wir werden mit zwei Händen geboren. Eine, um zu nehmen, und eine, um zu geben. In meinem Leben habe ich sehr viel Glück gehabt und viele wunderbare Dinge bekommen. Nichts tut so gut, wie davon etwas zurückzugeben, sei es im Golfsport oder in anderen Aspekten meines Lebens. Ich hatte die Unterstützung von großartigen Menschen, die mir auf meinem Weg geholfen haben. Einer davon ist Vijay Singh. Vor den US Open 2005 hat er mir den fantastischen Trick gezeigt, mit dem er sich so sauber aus Bunkern aufs Grün befreit - und dieser Kniff sollte sich als sehr nützlich erweisen. Oft scherzen wir, was ich ihm dafür schulde!“

Frage: Auf der Tour treffen Sie auf Spieler verschiedener Nationalitäten und mit sehr unterschiedlichem Hintergrund. Auch am Weltfinale nehmen mittlerweile Spieler aus 43 Nationen teil, so dass sich unterschiedliche Menschen kennen lernen können, die die Liebe zum Golfsport teilen. Ist es dieser Aspekt des Golfsports, den Sie besonders schätzen?
Campbell: „Absolut. Ich bin seit fast 15 Jahren Mitglied der European Tour, und in dieser Zeit ist die Tour gewachsen, es gibt Turniere in China, Singapur, Hongkong, Dubai, Thailand, Südafrika und Abu Dhabi. Diese Vielfalt an Austragungsorten und alle Menschen, denen wir begegnen ist eine Seite des Sports, die ich wirklich genieße. Pro-Am-Turniere und Events wie das Weltfinale sorgen dafür, dass Golfer unterschiedlichster Spielstärken zusammenfinden. Ich hoffe, dass ich den Amateuren bei diesen Gelegenheiten helfen kann, ihr Spiel zu verbessern. Im Gegenzug bekomme ich die Chance, neue Menschen zu kennen zu lernen und etwas über ihr Leben zu erfahren. Das ist faszinierend.“

Frage: Das Turnier wird auf zwei Golfplätzen, New South Wales Golf Club (NSW) und St Michael's ausgespielt. Wie charakterisieren Sie diese beiden Kurse?
Campbell: „Ich muss zugeben, dass ich St. Michaels nie gespielt habe, aber der NSW ist eine große Herausforderung. Die Weltfinalisten werden ihr bestes Spiel benötigen, um zu bestehen. Weil der Kurs den Elementen stark ausgesetzt ist, kann man sich an einem ruhigen Tag glücklich schätzen. Wenn der Wind aber auffrischt, dann muss man seine Entscheidungen mit Bedacht treffen. Außerdem zählt der NSW zu den Golfplätzen mit einem der faszinierendsten Ausblicke der Welt - Sydneys Antwort auf Pebble Beach!“

Frage: Es ist davon auszugehen, dass bei den Weltfinalisten die Aufregung eine Rolle spielen wird. Wie gehen Sie mit dem Lampenfieber vor wichtigen Turnieren um?
Campbell: „Ganz wichtig ist es, auch vor großen Matches die gleichen Dinge zu tun, wie vor einem Freizeit-Fourball am Sonntag. Stretching, gründliche Vorbereitung, Zeit für ausführliches Aufwärmen auf der Range - und schon fühlt man sich am ersten Abschlag viel besser. Wenn es auf dem Grün nicht so gut läuft, ist es wichtig, diese Erfahrung zu vergessen und bis zum nächsten Abschlag aus den Gedanken zu verbannen. Beim Abschlag sollte man dann dieselbe Schlagvorbereitung wie immer machen, um zurück ins Spiel zu finden.“

Frage: Wobei macht der typische Amateur die meisten Fehler?
Campbell: „In der Zeitplanung. Ich sehe viele Spieler, die denken, je mehr sie spielen, desto besser. Meine Erfahrung ist aber, dass es mehr um Qualität als um Quantität geht. Training ist wichtig, aber Körper und Geist Pausen zu gönnen, spielt in diesem Sport eine ebenso große Rolle.“

Frage: "Drive for show and putt for dough" (Frei übersetzt: „Lange Abschläge für die Galerie, auf dem Grün geht es ums Geld"), so sagt man. Verwenden Pros tatsächlich viel mehr Zeit auf ihr Kurzes Spiel als Amateure?
Campbell: „Mit Sicherheit. Beim Aufwärmen widmen wir dem Kurzen Spiel, Chippen und Putten, viel mehr Zeit. Ich kann mich nur wiederholen: Oft sehe ich Amateure auf der Range, die immer und immer wieder mit dem Driver schlagen. Das ist beim Abschlag natürlich von Vorteil, aber über 18 Löcher ist es das Kurze Spiel, das einen guten Score ausmacht.“

Frage: Was war die größte Offenbarung, als sie vom Amateur- ins Profilager übergewechselt sind?
Campbell: „Dass da so viele grandiose Spieler unterwegs waren! Als Amateur hatte ich mich daran gewöhnt, viele Turniere zu gewinnen und stets in der Favoritenrolle zu sein. Als ich dann Profi wurde, musste ich feststellen, dass ich nur einer von vielen bin, und dass jeder Spieler mindestens genauso gut war, wie ich - wenn nicht stärker oder sogar viel stärker.“

Frage: Sie verbringen viel Zeit in Sydney. Was schätzen Sie an dieser Stadt besonders? Und was sollten die Weltfinale-Teinehmer Ihrer Meinung nach unbedingt tun?
Campbell: „Ich liebe Sydney, es ist eine fantastische Stadt. Was man nicht versäumen sollte, ist es, den Hafen zu verlassen. Mietet Euch ein Boot und entdeckt die versteckten Strände und Buchten, angelt ein bisschen und macht euch einen schönen Tag auf dem Wasser.“
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