Thema: 3er / 4er allg. Ölwechsel - Erst bei 25000km???
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Alt 17.06.2002, 00:07     #16
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...hier mal Antwort von einem der den Plan hat:

Geschrieben von Ingo Köth am 15. Juni 2002 15:08:52:

Als Antwort auf: Eine Frage zu den Pleuellagern,... geschrieben von Ck CK am 15. Juni 2002 12:11:37:

Eins will ich vorweg nehmen, diese Aktion ist sehr umstritten. Ich selbst habe 259 Stammkunden, das sind Kunden die mich über 4 mal kontaktierten und Autos warten liessen. Nicht bei 160tkm sondern bei 200tkm greife ich da die Dinger raus. Die Unterschiede sind wirklich gravierend, aber für mich nicht vorhersehbar. Am Schluss ist natürlich der junge Raser, an der Verschleissgrenze.
Der ruhige Fahrer der maximal bis 4000 dreht ist noch im Anfangsstadium der zweiten Lagerschicht(original sind es Dreischichtlager). Problem ist aber, oft hat der Motor in 10 Jahren verschiedene Fahrer erlebt, Opa der Oma Daisy durch die Welt gondelt, Vaddi der Söhnle zeigen will toll er fährt, dann wieder Mutti die einkaufen gurkt, dann 3 junge Kerle und einer war auch dabei der die Finger nicht vom Tacho lassen konnte und schon ist die Brühe am kochen.
Nun steht immer der Wert des Autos zB. 525i 90-91 2000-2500€ gegen einen Motorschaden der 2000-4000€ kosten kann. Die Kosten für den PL-Lagerwechsel betragen so im Schnitt 200-300€ incl. Ölservice jeh nach Ölsorte und Motortyp.
Das denke ich kann man investieren, einen neuen Motor das ist fast unmöglich das mit sich zu vereinbaren.
Am Schluss ist es immer eine Sache die man selbst entscheiden muss. 90% aller Motoren sterben aber an PL- Schäden und muss das sein? Ich sage nein und ich habe auch noch keinen Kunden wegen eines solchen Defektes verloren. Für mich ist das ein ganz klares Zeichen.
Das weitere ist die Ölentscheidung die die Kunden treffen, wenn das Öl heiss ist, kann es den Kontakt Lagerschale und Hubzapfen trennen (Druckaufnahme des Öles). Denn berührt die Lagerschale auch nur im Augenblick der Zündung eine Millisekunde den Hubzapfen, dann kommt es unweigerlich zum erhöhten Verschleiss. Das die neuen Ölempfehlungen der Motorentod schlechthin sind, zeigt sich an meinen Neukunden 79-90tkm schaffen die mit Ihren Triebwerken. (übrigens die PL- sind die selben wie im M40,M20,M50,M52 dort hielten sie!)
3Jahre sind vorbei und sie müssen die Kosten selber tragen. Also ich für meinen Teil habe entschieden, in diesen Punkt nicht den Weg von BMW mitzugehen. Ich habe mich für ein Teilsyntetisches 15W50 für Normalfahrer und ein 15W60 Vollsyntetic entschieden. Was anderes vergiesse ich nicht mehr. Die Veränderung der Viskosität und Ölsorte hat mir viele positive Rückmeldungen von meinen Kunden gebracht (ohne das sie es wussten). Heute hat sich das bewährt und hat viele Verbesserungen nach sich gezogen. Somit habe ich ein Öl für 6€ und ein 11€ Öl. Viele Probleme die es gab, Startprobleme bei älteren Motoren haben sich bei Einsatz des Le Mans sogar Probleme einfach aufgelöst. Weil da der Vorteil des Fettfilms welches der Öl nach abstellen aufbaut (das Öl gast, es hat einen sehr hohen Esteranteil und hat somit etwas mit dem BMW Motorsport gemeinsam, nur ist bei dem Öl der Anteil wesentlich höher). Ums noch mal zusammen zufassen:
-Drehzahlen über 4000 fördern den Verschleiss der PL
-Öle der Wasserkategorie
Am besten mal Seite 75 in der Bedienungsanweisung aufschlagen (Deutschlandtemperaturbereiche ausgucken und mal selbst sehen, welche SAE Kategorie Deutschlandwerte immer erfüllt. Und da wirst Du sogar feststellen, das ein 10W40 sogar schon für uns überfordert ist, da es bei Aussentemperaturen von 15-20° am Endanschlag ist. Ein 15W40 zB. hat eine SAE Grenze von 30° ein 15W50 von 40° Das heisst ein 15W50 deckt einen Temperaturbereich von -20° - +40° ab somit ein Öl was ich guten Gewissens vergiessen kann.
Ein 10W40 geht von -30°- +15° und somit ist es für Normalfahrer ok, für meine Kunden sehe ich da aber keine Einsatzgebiete. Übrigens, liess mal den Satz neben der Tabelle, da steht wörtlich:
Die Temperaturgrenzen der SAE Klassen können k u r z f r i s t i g (so ist es auch dort dargestellt!) über und unterschritten werden.
In der Werkstattanweisung *** von BMW gehen sie bei Ölspezifikationen sogar noch weiter. Wörtlich:
Die im Schaubild dargestellten Temperaturen dürfen kurzfristig über- oder unterschritten werden.
Bei niederviskosen Ölen- zB.SAE 5W20, SAE5W30-- sind bei Überschreiten der Temperaturgrenze hohe Motordrehzahlen und große Motorbelastungen über einen längeren Zeitraum zu vermeiden. (Scheinbar giessen die meinen Montoya immer das Öl rein!)

Und weisst Du wo die Temperaturobergrenze für das 5W30 Öl ist? Bei 10°! Und mehr haben wir ja in Deutschland nie!
Um es mit meinen Worten zu sagen, man kennt die Probleme. Es ist kein Wunder warum die Motoren mit 80tkm verrecken und dennoch wird schön weiter 5W30 vergossen ist ja nicht nur am Öl was zu verdienen. Und obwohl es jeder Werkstattmeister bei BMW nachlesen kann, empfehlen die Ihren Kunden so eine Sosse und dann auch noch das fahren über 25tkm damit. Aber eins ist gut, der Motor braucht nur 4 Ölservice bis er es in den BMW- Motorhimmel geschafft hat.
Es sei denn er trifft auf mich und wird zurückrekrutiert. Marsch ins Glied zurück und Vollgas Alter!!!
Tschüß Ingo
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