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Alt 18.05.2007, 15:08     #16
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Monaco - 24. – 27. Mai 2007 - Vorschau

München/Hinwil, 18. Mai 2007. Das prestigeträchtigste Rennen der Saison steht vor der Tür. Der Große Preis von Monaco hat seine eigenen Gesetze: Über 280 km/h in der Innenstadt sind erlaubt und die ultimative Herausforderung an fahrerische Präzision. Schiere Motorleistung bringt nicht viel, aerodynamischer Abtrieb hingegen schon. Überholmanöver sind Raritäten, ein guter Startplatz ist Gold wert. Freitag ist Ruhetag. Zahllose Gäste reisen mit Yachten an, die Bucht wird zu einem der edelsten Parkplätze der Welt und nahezu trittfest. Für die einen ist es Spaß und Show, für die anderen ist es Spitzensport und High-Tech. Das BMW Sauber F1 Team mit den Fahrern Nick Heidfeld und Robert Kubica will im Fürstentum seinen dritten Rang in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure festigen.

Nick Heidfeld:
„Ich freue mich auf Monaco. An diesem Rennen ist einfach alles spektakulär. Die Kulisse mit all den Yachten, die Stars und Sternchen, die Partys, die Preise leider auch, und natürlich die Strecke selbst. Man kann nicht wirklich in Worte fassen, wie das ist, mit einem Formel-1-Rennwagen durch diese Häuserschluchten zu fahren. Das Verhältnis von Enge zu Geschwindigkeit spottet einfach jeder Beschreibung, und es gefällt mir sehr. Vor zwei Jahren bin ich dort im Rennen Zweiter geworden. Im vergangenen Jahr hatten wir einen Defekt im Qualifying, ich bin von Platz 16 losgefahren und habe als Siebter noch zwei WM-Punkte geholt. Das zeigt: Das Wichtigste ist in Monaco, keine Fehler zu machen.

Nicht nur für uns Fahrer, auch für die Zuschauer ist der GP Monaco ein Highlight. Nirgendwo sonst kann man so dicht an die Strecke heran. Auf den modernen Kursen sitzen die Zuschauer ja ewig weit weg. Außerdem ist der Motorensound in der Stadt irre. Ich habe ein paar Jahre im Fürstentum gelebt und dort viel Spaß gehabt. Langfristig wollte ich privat eine ruhigere Umgebung, aber ich komme jedes Jahr sehr gern nach Monte Carlo zurück.“

Robert Kubica:
„Aus Fahrersicht ist der Große Preis von Monaco etwas wirklich Besonderes im Formel-1-Kalender. Der Spielraum für Fehler ist minimal, und man fährt fast die ganze Zeit am Limit. Auf diesen engen Straßen darf man sich keinen Schnitzer erlauben. Ich bin in Monte Carlo mit der World Series by Renault angetreten, aber in diesem Jahr wird es für mich ein Erlebnis werden, dort erstmals zum Formel-1-Rennen zu starten. 2006 bin ich den Formel 1 zwar am Freitag gefahren, aber wegen technischer Probleme nicht viel.

Zum ersten Mal seit dem Saisonauftakt in Melbourne ist wieder hoher Abtrieb gefragt, und das ist für mich ein weiterer Grund, mich auf dieses Wochenende zu freuen. Es wird sehr anspruchsvoll werden, und ich bin gespannt, wie gut wir uns schlagen. In der Vergangenheit kam ich auf Stadtkursen immer gut zurecht.“

Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
„Der Große Preis von Monaco ist faszinierend – Saisonhöhepunkt einerseits, Anachronismus andererseits. Für die Teams ist dieses Rennen aufgrund der Enge eine besondere Belastung, für die Fahrer durch die geforderte Präzision eine extreme Herausforderung und für die Zuschauer wegen der Nähe ein unvergleichliches Erlebnis. Kein Grand Prix ist so berühmt wie dieser und keiner so glamourös. Yachten und Partys sind Geschmacksache, aber auf jeden Fall unverzichtbar in Monaco.

Technisch zählen eine Aerodynamik mit maximalem Abtrieb und ein auch im niedrigen Drehzahlbereich gut fahrbarer Motor. Unsere beiden Fahrzeuge werden turnusgemäß mit frischen Triebwerken ausgestattet sein. Motorenseitig hatten wir in dieser Saison bislang keine Probleme. Den Getriebeschaden an Nicks F1.07 in Barcelona konnten wir noch am Renntag aufklären. Abhilfe-Maßnahmen kamen bereits beim Test in Paul Ricard zum Einsatz. Auch den verpatzten Boxenstopp von Nick haben wir aufgearbeitet und daraus für künftige Zwischenfälle gelernt.

Für uns kommt es in Monte Carlo darauf an, ein fehlerfreies Wochenende zu absolvieren und unseren dritten Rang in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure weiter zu festigen.“

Willy Rampf, Technischer Direktor:
„Monaco ist mit keiner anderen Strecke vergleichbar und immer für Überraschungen gut. Die bisher gültige Rangordnung der Teams kann hier durchaus anders aussehen. Nach dem positiven Test in Paul Ricard denke ich, dass wir gut vorbereitet sind. Monaco ist die Strecke mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit, deshalb fährt man maximalen Abtrieb. Hoher Anpressdruck ist wichtiger als Effizienz. Aus den vielen langsamen Kurven heraus ist vor allem gute Traktion gefragt.

Entscheidend ist zudem, dass das Auto absolut präzise und berechenbar reagiert, denn der kleinste Fehler bedeutet Kontakt mit Leitplanken und damit unweigerlich das Aus. Wir werden hier aerodynamische Modifikationen am Auto haben. Um in den engen Kurven wie der ehemaligen Loews-Kurve noch genügend Lenkeinschlag zu haben, setzen wir eine Vorderachse ein, welche nur für diesen Event entwickelt wurde.“

Zahlen und Fakten:
  • Strecke/Datum: Monte Carlo/27. Mai 2007
  • Startzeit (lokal/UTC) : 14:00 Uhr/12:00 Uhr
  • Runde/Renndistanz: 3,340 km/260,520 km (78 Runden)
  • Sieger 2006: Fernando Alonso, Mild Seven Renault F1 Team 1:43.43,116 Stunden
  • Poleposition 2006: Fernando Alonso, Mild Seven Renault F1 Team 1. 13,962 Minuten
  • Schnellste Runde 2006: Michael Schumacher, Scuderia Ferrari Marlboro 1.15,143 Minuten
  • Bestehender Rundenrekord: Michael Schumacher, Scuderia Ferrari Marlboro 1.14,439 min (2004)
Daten 2006 (Rennen):
  • Volllastanteil: 45 %
  • Topspeed: 281 km/h
  • Längste Volllastpassage: 8 sec / 500 m
  • Rechts-/Linkskurven: 12/7
  • Gangwechsel pro Runde: 48
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsverschleiß: niedrig bis mittel
  • Abtriebslevel: hoch
  • Griplevel: hoch
Das BMW Sauber F1 Team belegt nach vier von 17 WM-Läufen mit 23 Punkten Rang drei der Konstrukteurswertung.

Historie und Hintergrund:
  • Schon die Geschichte der Namensgebung des Fürstentums Monaco zeugt von Einzigartigkeit: Griechische Siedler errichteten im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt dort einen Tempel zu Ehren von Herakles „Monoikos“, was soviel wie Herakles „der Einzigartige“ bedeutet.
  • Monaco ist mit einer Fläche von 1,97 Quadratkilometern nach dem Vatikan der zweitkleinste unabhängige Staat der Welt. Er besteht aus den Vierteln Monte Carlo, La Condamine, Fontvieille, Le Larvotto, Les Moneghetti und Monaco Ville. Insgesamt leben 33.300 Einwohner in dem Land, das weder Einkommens- noch Erbschaftssteuer erhebt. 5.070 Einwohner sind echte Monegassen. Monaco hat die höchste Einwohnerdichte aller Staaten. Staatsoberhaupt der konstitutionellen Erbmonarchie ist Fürst Albert II.
  • Der Kurs in Monaco ist die kürzeste GP-Strecke (3,340 Kilometer). Nirgendwo werden im Rennen mehr Runden gefahren (78). 260,520 Kilometer sind die kürzeste Renndistanz der Saison.
  • Seit 1950 wurden in Monaco 53 Grands Prix ausgetragen. Die Streckenlänge variierte zwischen 3,145 km und 3,370 Kilometern. Bei den ersten 14 GP betrug die Renndistanz stolze 100 Runden. Mit sechs Siegen erfolgreichster Starter in Monaco ist bis heute Ayrton Senna.
  • Erst seit 2004 gibt es in Monaco entlang der Boxengasse auch Garagen für die Fahrzeuge. Zuvor hatten die Teams die Autos zwischen den Trainings und Qualifyings sowie zum Rennen stets zwischen den provisorischen Werkstätten im Fahrerlager und der Boxengasse hin- und herschieben müssen.
  • Freitags herrscht für die Formel 1 in Monaco stets Motorenruhe. Die ersten beiden freien Trainings werden daher bereits am Donnerstag ausgetragen.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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