Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 25.01.2007, 20:17     #2
Hermann   Hermann ist offline
Senior Guru
  Benutzerbild von Hermann

Threadersteller
 
Registriert seit: 03/2001
Beiträge: 8.177

Aktuelles Fahrzeug:
E63 645Ci, E36 318i Cabrio, E39 523i Touring
Das BMW Werk in Berlin-Spandau - Die Historie des BMW Werkes Berlin

Historie BMW Werk Berlin im Überblick (PDF)


Das Berliner BMW Werk zählt zu den traditionsreichsten Produktionsstandorten der BMW Group. In der Hauptstadt entstehen nicht nur die legendären BMW Motorräder. Im Rahmen des Produktionsnetzwerkes fertigen die Berliner Mitarbeiter auch Komponenten für sämtliche BMW Automobile.

Die Geschichte der Bayerischen Motoren Werke beginnt 1916 mit der Produktion von Flugzeugmotoren in München. Das erste BMW Automobil wurde allerdings in Berlin produziert: Am 22. März 1929 verließen die ersten BMW 3/15 PS – im Volksmund „Dixie“ genannt – die angemietete Produktionshalle in der Nähe des alten Flugplatzes Berlin-Johannisthal. Das erste BMW Motorrad, die R 32 mit luftgekühltem Zweizylinder-Boxermotor und Kardanantrieb, wurde bereits 1923 auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin vorgestellt. Dieses geniale Grundprinzip ist seit über 80 Jahren bis hin zur neuen Boxergeneration das typische Merkmal der meisten BMW Motorräder.

Das BMW Werk in Berlin war fast von Anfang an mit dabei: Wie im Münchener Stammwerk begann hier die Geschichte der BMW AG mit dem Bau von Flugmotoren. Seit der Fusion mit den Brandenburgischen Motorenwerken (Bramo)1939 arbeiten BMW Mitarbeiter in den roten Backsteinhallen am Juliusturm; unter anderem entstanden hier die Flugmotoren der legendären Ju 52. Das erste BMW Motorrad aus Berlin – eine BMW R 60/2 – rollte 1967 vom Montageband. Die Motorradgeschichte im Werk Berlin begann in dem ehemaligen Werk für Flugzeugmotoren bereits 1949: Ab diesem Zeitpunkt wurden hier die ersten Teile für die damals in München ansässige Motorradfertigung produziert. Im Laufe der Jahre erfolgte die stufenweise Verlagerung der Motorradfertigung von München nach Berlin. So wurde zum Beispiel 1958 der Rahmenbau in Betrieb genommen und 1967 die Motorradmontage eingeweiht. Der letzte Schritt der Verlagerung erfolgte 1969: Mit dem Aufbau der Motorenmontage und der Fertigung der erfolgreichen BMW R 75/5 ist das Werk Berlin endgültig zum Motorradwerk geworden – der einzigen Produktionsstätte für BMW Motorräder weltweit.

Mit dem Fortschritt der Motorradtechnologie hat sich auch die Motorradfertigung im Werk Berlin in den letzten Jahrzehnten ständig weiterentwickelt: Für die anfangs 40 Motorräder am Tag genügten 1967 in der Montage 30 Mitarbeiter, die an zwölf Stationen am Montageband die Einzelteile der Motorräder in Handarbeit zusammenfügten. Die Teile wurden nahezu ausschließlich im Werk gefertigt – insgesamt arbeiteten damals knapp 400 Mitarbeiter in der Motorradfertigung. Neben der fortlaufenden Modernisierung erfolgte 1983 ein umfangreicher Ausbau der Motorradfertigung: Mit der Einführung der K-Baureihe investierte die BMW AG rund 500 Mio. DM in ein vollständig neues Montagegebäude und Montagesystem sowie in eine hochautomatisierte Fertigungsstraße für Motorkomponenten. Zehn Jahre später hat das Unternehmen mit der Einführung der neuen Boxergeneration die Montage und die mechanische Fertigung von Motor- und Fahrwerkskomponenten nochmals modernisiert und erweitert. Für die Montage der Einzylindermodelle F 650, die seit Frühjahr 2000 im Werk Berlin gefertigt werden, wurde ein weiteres Montageband aufgebaut.

Heute fertigen insgesamt 1.923 Mitarbeiter täglich bis zu 540 Motorräder aus vier Baureihen mit Ein-, Zwei- oder Vierzylindermotor. Eine Erfolgsgeschichte, die am 6. Februar 2001 einen weiteren Höhepunkt erreichte. Das einmillionste BMW Motorrad aus Berlin, eine aufwendig lackierte R 1150 RT, rollte vom Montageband und wurde zugunsten von UNICEF im Internet versteigert.Um das angestrebte Wachstum auf dem wettbewerbsintensiven Motorradmarkt zu realisieren, investierte die BMW Group allein in den Jahren 2001 bis 2003 insgesamt über 117 Mio. Euro in den Ausbau der Motorradproduktion. Im Februar 2002 eröffnete das Werk Berlin ein völlig neu errichtetes Produktionsgebäude zur Motorradmontage, die mit ihrem intelligenten C-Hakensystem weltweit einzigartig in der Motorradindustrie ist. Modernste 5-Achsen Bearbeitungszentren, eine Hightech-10-AchsenLaserschneidanlage und eine exklusiv entwickelte Ventilsitzeinpressmaschine in der mechanischen Fertigung sind weitere Beispiele für Effizienz und Flexibilität – und Garanten für Premium-Qualität. Dafür steht auch die neue Motorenmontage mit ihrem hochflexiblen Montagesystem und technologisch anspruchsvoller Prüftechnik, die im September 2003 erfolgreich in Betrieb ging. Seit November 2003 lackiert das Werk Berlin seine Motorradteile in einer neuen Lackieranlage – mit richtungsweisenden Technologien und höchst umweltverträglich. Insgesamt gilt das Berliner BMW Motorradwerk damit als eines der modernsten Motorradwerke weltweit.

Neben der Motorradproduktion werden im Werk Berlin–im Rahmen des Produktionsnetzwerkes der BMW Group–seit 1979 auch Komponenten wie Bremsscheiben für die Automobilproduktion in den Werken München, Dingolfing, Regensburg, Leipzig, Steyr (Österreich), Rosslyn (Südafrika) und Spartanburg (USA) gefertigt.

Nachhaltiges Handlungsprinzip – Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft

Der Erfolg eines Unternehmens kann heute nicht mehr nur unter rein ökonomischen Aspekten gesehen werden. Es gilt vielmehr, als Unternehmen die Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen zu finden. Im BMW Werk Berlin ergänzen sich diese Säulen der Nachhaltigkeit und bilden so das Fundament für den langfristigen Erfolg. Das Werk tritt als verantwortungsvoller Nachbar, als attraktiver Arbeitgeber, als sozial engagierter Partner in Erscheinung und ist so langfristig wirtschaftlich erfolgreich.

Im BMW Werk Berlin arbeiten heute 2.216 Mitarbeiter. Wie alle Mitarbeiter profitieren sie von der zukunftsorientierten Personalpolitik der BMW Group. In der Motorradfertigung sind 1.923 Mitarbeiter beschäftigt. 293 Mitarbeiter sorgen in Berlin für die Fertigung von Automobil-Komponenten. Während der Anteil der ausländischen Mitarbeiter am Standort Berlin 10,6 Prozent beträgt, liegt der Frauenanteil aufgrund der traditionell niedrigen Frauenquote in Metallberufen nur bei 8,2 Prozent. Der Facharbeiteranteil in der Motorradproduktion beträgt über 97 Prozent.

Besonderes Augenmerk gilt in Berlin der Arbeitszeitgestaltung. Bereits seit Anfang der neunziger Jahre arbeitet das Werk mit nachfrageorientierten Arbeitszeitmodellen, um auf saisonbedingte Schwankungen der Motorradnachfrage adäquat reagieren zu können. Elf verschiedene Arbeitszeitmodelle mit veränderten Schichtdauern existieren am Standort. Die PKW-Komponentenfertigung produziert in drei und vier Schichten, während die verschiedenen Abteilungen in der Motorradfertigung im Ein- bis Fünf-Schicht-System oder in einem vollkontinuierlichen Betrieb mit 21 Schichten/Woche arbeiten. In vielen Bereichen sind die Mitarbeiter in individuell gestalteten Gleitzeitsystemen integriert. Zusätzlich gilt in der Motorradfertigung seit Anfang 1998 ein marktorientiertes Arbeitszeitmodell: Variable Schicht und Wochenarbeitszeiten unter Einbeziehung des Samstags und ein ganzjähriger Arbeitszeitausgleich erhöhen die Produktionsflexibilität und haben zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Die Ausweitung der wöchentlichen Produktionszeit in den nachfragestarken ersten sieben Monaten des Jahres sorgt für einen marktgerechten Produktionsverlauf. Der flexible Arbeitszeitausgleich in den restlichen fünf Monaten bis zum Jahresende ermöglicht eine konstante Beschäftigung der Mitarbeiter bei gleichbleibend hoher Produktionsqualität. Von Januar bis Juli arbeiten die rund 550 Mitarbeiter in der Motorradmontage von Montag bis Freitag zweischichtig mit einer Arbeitszeit von achteinhalb Stunden pro Schicht. Zusätzlich wird bedarfsorientiert auch samstags einschichtig produziert. Ab August bis Ende des Jahres verringert sich die Schichtdauer um jeweils eine halbe Stunde und die Samstage entfallen, zudem wird in der nachfrageschwächsten Zeit, im Oktober und November, nur einschichtig gearbeitet,. Durch zusätzliche Freischichten erreichen die Mitarbeiter damit im zwölfmonatigen Durchschnitt die tarifliche Arbeitszeit von 35 Stunden pro Woche.

Ein wichtiger Baustein der Personalpolitik ist die gezielte Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten. Im Werk Berlin werden zur Zeit 71 junge Mitarbeiter in acht verschiedenen Berufsrichtungen zum/zur Industriemechaniker/in (Fachrichtung Produktionstechnik), Elektroniker/in für Betriebstechnik, Kraftfahrzeugmechatroniker (Fachrichtung Motorradtechnik), Mechatroniker/in, Verfahrensmechaniker/in, Fachkraft für Lagerwirtschaft, Sozialversicherungsfachangestellte/r und zum/zur Industriekaufmann/-frau ausgebildet. Das Berliner Weiterbildungsprogramm reicht von Computer- und Sprachschulungen über Persönlichkeitstrainings bis hin zum Motorrad- Sicherheitstraining für zweiradbegeisterte Mitarbeiter. Verschiedene Projekte haben neue Formen des Lernens zum Inhalt. Kooperationspartner sind dabei Berliner Schulen.

Als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen nehmen ein verantwortungsvoller und schonender Umgang mit vorhandenen Ressourcen sowie die Minimierung lokaler und globaler Umweltauswirkungen einen hohen Stellenwert im Werk Berlin ein. Neue, umweltfreundliche Werkstoffe, energie- und wassersparende Produktionsverfahren sowie Recycling von Materialien und Produktionsabfällen tragen dazu bei, BMW Motorräder umweltfreundlicher zu gestalten. Aber auch vorgelagerte und begleitende Prozesse, wie Mitarbeiterschulungen, Umweltschutzziele in der Produktentwicklung oder die Zusammenarbeit mit auditierten Transport- und Entsorgungsunternehmen beeinflussen die Umwelt positiv.

Ein besonders ressourceneffizienter Beitrag zum Umweltschutz ist die neue Lackieranlage am Standort Berlin (Investitionsumfang 54,2 Mio.Euro), die seit November 2003 die Motorradmontage mit lackierten Kraftstofftanks und Verkleidungsteilen beliefert. Diese Lackieranlage hat direkte Auswirkung auf verschiedene Umweltaspekte. Die Auslegung der Anlage, nahezu ausschließlich Wasserbasislacke zu verwenden, führt zu Verbesserungen beim Materialeinsatz. Das Wasser der Lackschlammausfällung wird im Kreislauf gefahren, dies bewirkt verminderte Wassernutzung und reduziertes Abwasseraufkommen. Der Einsatz einer thermischen Nachverbrennungsanlage kann die Emissionen deutlich senken. Darüber hinaus tragen viele weitere Details dazu bei, die Auswirkungen der Lackieranlage auf verschiedene Umweltaspekte zu verringern. So werden z. B. die Leitungen nicht mehr mit reinem Lösemittel gespült, sondern mit einem Gemisch aus voll entsalztem Wasser und Hydrolösemittel im Verhältnis von 8:1. Darüber hinaus werden die Lösemittelemissionen durch den Einsatz von Wasserbasislacken erheblich gesenkt. Verschiedene Wärmerückgewinnungsanlagen, wie z. B. Wärmetauscher oder ein Wärmerad, führen zu verbesserten Wirkungsgraden und somit zu Energieeinsparung.

Auch im Bereich der Rohstoffverwertung und Abfallentsorgung verbindet das Werk Berlin wirtschaftliche und umweltschonende Vorteile miteinander. Alle Metallabfälle und mehr als 90 Prozent des sonstigen Abfallaufkommens aus der Fertigung und Verwaltung werden der Wiederverwertung zugeführt. Die Sammlung, Kontrolle und Übergabe der Abfälle an die Entsorgungsunternehmen wird je nach ihrer Gefährlichkeit in vier verschiedenen Entsorgungszentren durchgeführt. Verschiedene Maßnahmen haben gleichzeitig verminderte Einsatz- und Entsorgungsmengen zur Folge. Durch Emulsionsrecycling beispielsweise, bei dem der auszutauschende Schmierstoff einer der drei Emulsionszentralanlagen zugeführt und anschließend wieder alsKühlschmierstoff verwendet werden kann, reduziert sich der Einsatz von Kühlschmierstoffen. Ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung sind die Mehrwegverpackungen, die seit 2001 – zunächst für einige europäische Märkte – die Motorräder auf dem Weg zu den Kunden schützen. Seit 2005 ist zudem eine neu entwickelte Verpackung aus einem Werkstoff-Mix aus Holz und Wellpappe im Einsatz. Diese neuartige Verpackung vermeidet die Verarbeitung von 900 Tonnen Holz pro Jahr – etwa 15 Kilogramm pro Motorrad – und trägt so erheblich zur Schonung der Umwelt bei.

Umweltgerechtes Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit lässt sich nicht nur mit richtungsweisenden Technologien, sondern gleichzeitig mit umweltbewusst agierenden Mitarbeitern erreichen. Durch Mitarbeiterschulungen und effizientere Produktionsverfahren konnte beispielsweise der Wasserverbrauch im Werk Berlin in den vergangenen Jahren bei steigenden Produktionszahlen kontinuierlich gesenkt werden.

Oftmals gehen dabei Umweltschutz und Arbeitssicherheit Hand in Hand. Die regelmäßige Überwachung von Arbeitsstrukturen, Arbeitsabläufen, technischen Anlagen und des sicherheitsgerechten Verhaltens der Mitarbeiter am Arbeitsplatz garantiert eine rechtzeitige Gefährdungsermittlung und schafft Freiraum für vorbeugende Maßnahmen. Qualifizierte Schulungen gewährleisten den sicheren Umgang mit modernster Technik.

Das Werk Berlin verfügt über ein integriertes Arbeits- und Umweltschutzmanagementsystem. Um eine umweltverträgliche Produktion zu gewährleisten, ist BMW Motorrad – als weltweit einziger Motorradhersteller – nach der internationalen Umweltschutzmanagementsystem-Norm DIN EN ISO 14001 und nach der Ökoauditverordnung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) sowie der Arbeitssicherheitsnorm OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety) zertifiziert bzw. validiert. In der Umweltleistung nimmt das Werk Berlin damit international eine Spitzenposition ein.

BMW Group in Berlin

Mit rund 2.200 Mitarbeitern gehört das BMW Werk in Berlin zu einem der bedeutenden Arbeitgeber in der Hauptstadt. Das Werk ist aber nicht der einzige Unternehmensbereich der BMW Group in der größten deutschen Metropole. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen etwa 3.000 Mitarbeiter in Berlin, angefangen mit den BMW Niederlassungen und MINI Berlin über das BMW Haus am Kurfürstendamm bis hin zur Repräsentanz der BMW Group in der deutschen Hauptstadt, dem Büro Berlin, sowie der BMW Maschinenfabrik Spandau GmbH.

Auch das gesellschaftlicheEngagement des BMW Werkes hat bereits Tradition. Seit Jahren unterstützt das Werk, als Partner der Landesverkehrswacht, die Entwicklung individueller Schulwegepläne für Berliner Grundschulen. Mit den ausgearbeiteten Plänen gehen die Berliner Kids sicher und souverän durch den Hauptstadtverkehr. Fast 50.000 Schulwegpläne entstanden seit 1995 im Rahmen dieses Verkehrssicherheitsprojektes. Neue berufliche Perspektiven und einen Einblick in die technische Berufswelt zeigt das Werk Berlin jedes Jahr interessierten Mädchen beim Girls Day.

Im sozialen Bereich engagiert sich das Unternehmen in der Schüler- und Jugendarbeit, so zum Beispiel beim „Jugend forscht“ Regionalwettbewerb Berlin-Nord und seit rund 25 Jahren beim Annedore-Leber-Berufsbildungswerk, einer Ausbildungseinrichtung für behinderte Jugendliche.Darüber hinaus werden seit Jahren Nachbarschaftsprojekte durch Spenden unterstützt.

In Zusammenarbeit mit den Berliner Universitäten organisiert die BMW Group seit 1998 die „Berliner Hauptstadtgespräche“ – öffentliche Podiumsdiskussionen zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu Zukunftsfragen der „Berliner Republik“.
__________________
Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist

Geändert von Wolfhart (10.06.2007 um 12:21 Uhr)
Mit Zitat antworten