Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 15.11.2006, 12:58     #16
Hermann   Hermann ist offline
Senior Guru
  Benutzerbild von Hermann

Threadersteller
 
Registriert seit: 03/2001
Beiträge: 8.177

Aktuelles Fahrzeug:
E63 645Ci, E36 318i Cabrio, E39 523i Touring
Die Clean Energy Partnership: Bestandteil der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, Nachweis der Alltagstauglichkeit der Wasserstoff-Nutzung als Ziel.
  • CEP – eines der größten Demonstrationsprojekte der Welt.
  • Bestandteil der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.
  • Wasserstoff-Flotte in Berlin im Alltagseinsatz.
Der Einsatz von Wasserstoff als alternative Antriebsenergie wird in Deutschland in einer gemeinsamen Initiative praxisnah erprobt. Dazu engagiert sich die BMW Group zusammen mit Aral, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), DaimlerChrysler, Ford, General Motors/ Opel, Volkswagen, Hydro, Linde, Total und Vattenfall Europe in der Clean Energy Partnership Berlin (CEP). Die 2002 gegründete CEP betreibt eines der wichtigsten Demonstrationsprojekte Europas – und eines der größten weltweit. Ziel dieser Initiative ist es, den Energieträger Wasserstoff technologisch weiter zu erschließen und die Möglichkeiten des Alltagseinsatzes sowie die Systemfähigkeit zu erproben. Die Projektlaufzeit von CEP ist zunächst bis Ende 2007 angelegt, das Budget beträgt 33 Millionen Euro. CEP ist zugleich Bestandteil der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und wird von der deutschen Bundesregierung gefördert.

Ein wichtiger Aspekt bei der praktischen Erprobung von Wasserstoff als alternativem Kraftstoff ist der Nachweis positiver Umweltaspekte. Wasserstoff soll daher so weit wie möglich mit Hilfe regenerativer Energien hergestellt werden. Möglich wird dies insbesondere durch die Stromerzeugung aus Biomasse, Sonnenenergie sowie Wasser- und Windkraft. Denn dabei entstehen von der Erzeugung bis zur Nutzung von Wasserstoff praktisch keine unerwünschten Emissionen.


Wasserstoff-Pkw und -Busse im Alltagseinsatz.

BMW hat im Rahmen der Initiative mehrere Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor im Einsatz. Die gesamte CEP-Flotte besteht aus 16 Pkw verschiedener Hersteller, die mit unterschiedlichen Technologien ausgerüstet sind und in Berlin zum Einsatz kommen. Allen gemein ist, dass sie praktisch emissionsfrei fahren, das heißt, als Endprodukt der Verbrennung des Wasserstoffs im Motor entweicht aus dem Auspuff reiner Wasserdampf.

In Europa befinden sich die BMW Fahrzeuge nicht mehr im Teststadium, sondern werden im Alltagsbetrieb gefahren. Dies belegt ihre hohe Alltagstauglichkeit. In Sachen Leistung und Zuverlässigkeit stehen die Wasserstoff-Fahrzeuge der BMW Group konventionell betriebenen Automobilen grundsätzlich in nichts nach, auch der Tankvorgang bleibt in der Handhabung für den Fahrer nahezu gleich. Hinsichtlich der Sicherheit brauchen keine Einschränkungen hingenommen werden, laut einer Untersuchung des TÜV Süddeutschland sind „Wasserstoff-Fahrzeuge mindestens so sicher wie konventionelle Benzinfahrzeuge“.

Auch im öffentlichen Nahverkehr wird die alternative Antriebsenergie eingesetzt. So haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „HyFLEET:CUTE“ im Juni 2006 zwei Busse mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren in Betrieb genommen. In den nächsten zwei Jahren sollen 12 weitere Busse hinzukommen. Die weltweit größte Flotte umweltfreundlicher Wasserstoff-Busse muss sich im harten Alltagstest bewähren, denn sie wird im Berliner Linienverkehr eingesetzt.


Wasserstoff-Tankstellen im Praxistest.

Ein weiterer Schwerpunkt der CEP ist die praktische Erprobung der Versorgung. Dazu wurden in Berlin zwei öffentliche Wasserstoff-Tankstellen gebaut. Dort kann – europaweit einzigartig – sowohl flüssiger als auch gasförmiger Wasserstoff getankt werden. Im November 2004 öffnete am Messedamm in Berlin-Charlottenburg die CEP Aral Tankstelle. Sie ist auf die Betankung und den Service von Pkw mit Wasserstoffantrieb spezialisiert. Erstmals hat Aral dort die Anlieferung, Lagerung und Betankung von flüssigem Wasserstoff mit der Vor-Ort-Produktion und Betankung von gasförmigem Wasserstoff in einer konventionellen Tankstelle zusammengefasst. Zugleich betreibt die CEP an dieser Station ein Informationszentrum, in dem die Besucher Wissenswertes über das Projekt sowie die Einsatzmöglichkeiten und Perspektiven von Wasserstoff-Antrieben erfahren.

Im März 2006 eröffnete der Mineralölkonzern Total die CEP Station an der Heerstraße in Berlin-Spandau. Schwerpunkt dieser neuen Tankstelle ist die Versorgung von Bussen der BVG. Bis zu 20 Busse können dort täglich mit Wasserstoff betankt werden, aber auch Pkw lassen sich an der Station mit flüssigem und gasförmigem Wasserstoff versorgen. Die Tankstelle verfügt außerdem über einen so genannten Dampfreformer zur lokalen Produktion von Wasserstoff aus Flüssiggas sowie zwei stationäre Brennstoffzellen für die Strom- und Wärmeversorgung der Tankstelle. Beliefert wird die Station mit flüssigem Wasserstoff. Er lagert bei einer Temperatur von minus 253 Grad Celsius in einem überirdischen Tank mit einem Fassungsvermögen von 17 600 Litern.


Erfolgreicher Projektverlauf.

Mit den innovativen Tankstellen und der Fahrzeugflotte demonstriert die CEP den Einsatz zukunftsweisender Technologien und zeigt die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zum Einsatz von Wasserstoff im Straßenverkehr auf. Gleichzeitig geht es darum, die Systemfähigkeit verschiedener ausgereifter Technologien unter Beweis zu stellen. Dazu zählt die dezentrale Erzeugung von gasförmigem Wasserstoff durch Elektrolyse, beziehungsweise durch die Umwandlung von flüssigem Wasserstoff an den Tankstellen. Weitere Bestandteile des Projekts sind die zentrale Gewinnung von flüssigem Wasserstoff in einer externen Produktionsanlage sowie seine Anlieferung und Vor-Ort-Speicherung.

Zugleich wird die Wirtschaftlichkeit der Wasserstofferzeugung aus umweltfreundlichen Energien im realen Betrieb erprobt. Dazu liefert der Stromversorger Vattenfall Europe regenerativ erzeugte Energie für das CEP-Projekt. Durch den grün zertifizierten Strom wird sichergestellt, dass die gesamte Energiekette zur Versorgung der Fahrzeuge mit Wasserstoff tatsächlich emissionsfrei ist.

Das Demonstrationsprojekt der CEP läuft seit dem Start im Jahr 2002 reibungslos im anspruchsvollen Alltagsbetrieb. Die beteiligten Unternehmen konnten bereits zahlreiche neue Erkenntnisse zum Einsatz von Wasserstoff gewinnen und in verschiedenen Bereichen deutliche Fortschritte erzielen. Die Erfahrungen von Nutzern, Technikern und Betreibern im CEP-Projekt werden 2007 ausgewertet.
__________________
Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist

Geändert von Hermann (15.11.2006 um 16:03 Uhr)
Mit Zitat antworten