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Alt 15.11.2006, 12:57     #15
Hermann   Hermann ist offline
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Der Impuls: BMW Hydrogen 7 als Anreiz zum Ausbau der Wasserstoff-Versorgungsinfrastruktur.
  • Studie: Wasserstoff ist zukunftsfähigster Alternativ-Kraftstoff.
  • Praxisgerechte Mobilität erhöht Akzeptanz für H2-Antrieb.
  • Weitere Wasserstoff-Tankstellen geplant.
Mit der Einführung des BMW Hydrogen 7 setzt die BMW Group einen starken Impuls für den Ausbau der Wasserstoff-Versorgung. Das flächendeckende Netz von Wasserstoff-Tankstellen ist derzeit zwar noch eine Vision, das technische und logistische Know-how dazu ist jedoch vorhanden. Und für den Autofahrer stellt sich die Kraftstoffversorgung in der Praxis denkbar einfach dar, denn das Betanken von Wasserstoff-Fahrzeugen ist ebenso unkompliziert wie bei herkömmlichen Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Die entscheidenden Argumente für den Einsatz von Wasserstoff sind jedoch die Reduktion der CO2-Emissionen und die angestrebte Unabhängigkeit von den nicht auf Dauer zur Verfügung stehenden fossilen Kraftstoffen.

Eine wissenschaftliche Untersuchung der Initiative Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie (VES) über mehr als 10 Alternativkraftstoffe mit über 70 Herstellungsverfahren hat ergeben, dass regenerativ erzeugter Wasserstoff langfristig gesehen die eindeutig zukunftsfähigste Lösung im Bemühen um eine nachhaltige Mobilität darstellt. Der größte politisch-strategische Vorteil von Wasserstoff liegt der VES-Untersuchung zufolge darin, dass er sehr flexibel und mit großem Potenzial aus regenerativen Quellen erzeugt werden kann. Dadurch können CO2-Emissionen und Versorgungsrisiken langfristig vermindert werden. Außerdem bietet die Wasserstofftechnologie ein hohes Innovationspotenzial für mobile Anwendungen und damit auch neue Wachstumsfelder für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Bundesregierung fördert die umweltfreundliche Technologie mit einem neuen „Nationalen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Innovationsprogramm“. Für die nächsten zehn Jahre sollen zusätzliche Fördermittel in Höhe von 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den so genannten Pilot- und Demonstrationsprojekten.

BMW Group setzt auf Versorgung mit Flüssigwasserstoff.

Die BMW Group setzt bei der flächendeckenden Einführung des Alternativ-Kraftstoffs auf flüssigen Wasserstoff. Der wesentliche Grund dafür ist die im Vergleich zu gasförmigem Wasserstoff wesentlich höhere Energiedichte. In Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Magna Steyr startete BMW die Entwicklung eines Tanksystems, bei dem die Fahrzeuge mit flüssigem Wasserstoff ähnlich sauber und ungefährlich betankt werden können wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge.

Die weltweit erste öffentliche Wasserstofftankstelle wurde im Jahre 2000 am Münchner Flughafen eröffnet, von der Firma Linde betrieben und von BMW gemeinsam mit anderen Herstellern genutzt. Dieses Projekt hat dazu beigetragen, wertvolle Praxiserfahrungen über den Wasserstoff-Antrieb zu sammeln.

In der Folge wurden weitere Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb genommen. So eröffnete 2004 in Berlin eine Aral-Station, in der Busse und Pkw mit flüssigem und gasförmigem Wasserstoff versorgt werden können. Im März 2006 nahm das Mineralölunternehmen Total eine weitere integrierte Station in Berlin in Betrieb, die neben konventionellen Kraftstoffen auch Wasserstoff anbietet. Diese Station löste eine Versuchstankstelle ab, die Total bereits im Jahr 2002 in Berlin eröffnet hatte.

International bestehen weitere Tankstellen mit Flüssigwasserstoff in Washington, Tokio und Mailand.

BMW und Total treiben Entwicklung beim Wasserstoff voran.

Um die Förderung von Wasserstoff als alternativer Antriebsenergie voranzutreiben, wollen BMW und Total künftig eng zusammenarbeiten. Beide Unternehmen unterzeichneten jüngst eine Vereinbarung, wonach Total bis Ende 2007 drei Wasserstoff-Tankstellen in Europa eröffnen wird. Dadurch soll der Einsatz von BMW Wasserstoff-Fahrzeugen unterstützt werden. Nach der Eröffnung der Total-Station in Berlin nimmt in diesem Jahr unweit des BMW Forschungs- und Innovationszentrums in München eine weitere öffentliche Tankstelle mit Wasserstoff-Zapfsäulen ihren Betrieb auf. Damit endet zugleich der Betrieb der Station am Münchner Flughafen. Außerdem ist die Errichtung einer dritten integrierten Wasserstoff-Tankstelle an einem europäischen Standort vereinbart worden.


Tankvorgang beim Wasserstoff weltweit einheitlich.

Ein Vorteil der Wasserstoff-Technik ist der einfache Tankvorgang am Fahrzeug. Das Füllen eines Wasserstofftanks erfolgt weitgehend systemgesteuert und in der Handhabung analog zur Benzinbetankung.

Für die Ausrüstung aller weltweit vorhandenen Flüssigwasserstoff-Tankstellen wurde eine einheitliche Betankungskupplung entwickelt. Sie entstand in enger Kooperation zwischen Automobilherstellern, Versorgungswirtschaft und der Firma Linde. Als Vertreter der europäischen Automobilwirtschaft war die BMW Group an dieser Gemeinschaftsentwicklung beteiligt, die den weltweit übertragbaren Standard für Flüssigwasserstoff-Betankungssysteme definiert.


Infrastrukturaufbau unterstützt durch Technologie von Linde.

Die Zusammenarbeit zwischen der BMW Group und Linde hat bereits eine Reihe von Wasserstoff-Projekten geprägt. Das Unternehmen Linde gehört zu den weltweit größten Herstellern von Wasserstoff-Produktionsanlagen und hat eine Vielzahl von Wasserstoff-Verflüssigungsanlagen gebaut. Es engagiert sich auf allen Ebenen der H2-Erzeugung und -Versorgung. Linde ist einer der größten Flüssigwasserstoff-Versorger, rüstet nahezu alle derzeit existierenden Flüssigwasserstoff-Tankstellen aus und beliefert unter anderem auch die Stationen in Berlin und München mit flüssigem und gasförmigem Wasserstoff.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist

Geändert von Hermann (15.11.2006 um 15:51 Uhr)
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