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Alt 09.10.2006, 15:19     #25
Albert   Albert ist offline
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WTCC - Läufe 17 & 18 - Valencia - Rennen

FIA World Touring Car Championship (WTCC) 2006
Läufe 17 & 18 - 07./08. Oktober 2006 - Rennen

BMW feiert Dreifach-Sieg in Valencia - WM-Kampf spitzt sich zu.


Valencia (Spanien), 08. Oktober 2006. Jörg Müller (Hückelhoven) vom BMW Team Germany hat den 18. Lauf der FIA World Touring Car Championship gewonnen. Beim dritten Saisonerfolg des 37-Jährigen komplettierten BMW Team Italy-Spain Fahrer Duncan Huisman (NLD) und Privatfahrer Luca Rangoni (ITA) auf den Plätzen zwei und drei das exzellente Gesamtergebnis für BMW. Schon im ersten Rennen hatte Rangoni am Steuer seines Proteam Motorsport BMW 320si WTCC eine starke Leistung gezeigt und als Zweiter hinter Augusto Farfus (BRA) den Sprung auf das Podest geschafft.

Andy Priaulx (GBR) vom BMW Team UK schied im ersten Lauf aus, kämpfte sich jedoch in Rennen zwei vom Ende des Feldes auf den achten Platz vor. Mit nun 59 Punkten liegt er vor dem Saisonfinale in Macau einen Zähler hinter dem neuen WM-Spitzenreiter Farfus. Jörg Müller katapultierte sich mit seinem Sieg auf den dritten Platz der Fahrerwertung und liegt punktgleich mit Priaulx auf Platz drei. Sein Teamkollege Dirk Müller (Burbach), der in Valencia zwei Punkte gewann, hat 53 Zähler auf dem Konto und kann sich als Sechster ebenfalls noch berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn machen. Insgesamt haben neun Piloten die theoretische Chance, die WM für sich zu entscheiden. In der Herstellerwertung hat BMW seine Erfolgsbilanz auf 221 Punkte aufgestockt und den Spitzenplatz von SEAT zurückerobert. Der Vorsprung vor den abschließenden zwei Saisonrennen beträgt zehn Punkte.

Bereits unmittelbar nach dem Start war der erste Lauf für Priaulx schon wieder beendet: Eingangs Kurve eins wurde der amtierende Tourenwagen-Weltmeister von SEAT-Fahrer Gabriele Tarquini (ITA) angeschoben, kam von der Strecke und kehrte rückwärts auf die Fahrbahn zurück. Dabei kollidierte er mit Chevrolet-Pilot Robert Huff (GBR). Beide mussten das Rennen aufgeben. Auch Alessandro Zanardi (ITA) vom BMW Team Italy-Spain hatte Pech. Nach der Berührung mit einem Konkurrenten fuhr auch der 39-Jährige durchs Kiesbett und fiel ans Ende des Feldes zurück.

Besser lief es hingegen für Rangoni. Am Ende der Safety-Car-Phase nach dem Startunfall lag der BMW Privatfahrer bereits an vierter Stelle. Jörg Müller hatte sich auf den siebten Platz verbessert, Huisman fuhr auf Rang neun. Den größten Sprung nach vorn machte Dirk Müller: Er schob sich vom 22. auf den zwölften Platz. Der Führende SEAT-Pilot Jordi Gené (ESP) musste Ende der fünften Runde wegen Frühstarts für eine Durchfahrtsstrafe die Box ansteuern.

Alle BMW Fahrer gewannen eine weitere Position. Jörg Müller ging in Runde acht an Alain Menü (SUI) vorbei, verlor den fünften Platz jedoch im letzten Umlauf noch an Peter Terting (DEU). Nach einem rundenlangen Kampf mit Yvan Muller (FRA), James Thompson (GBR) und Tarquini kam Dirk Müller als Elfter ins Ziel. Zanardi arbeitete sich zumindest noch auf den 15. Platz nach vorn. Als Siebter sammelte Huisman zum zweiten Mal in dieser Saison WM-Punkte und sicherte sich einen Platz in der ersten Startreihe für das zweite Rennen. Jörg Müller, der als Sechster die Zielflagge gesehen hatte, nahm Lauf zwei aufgrund der umgekehrten Startreihenfolge vom dritten Platz auf.

Diese gute Ausgangsposition konnte das Duo am Start nutzen. Huisman überholte Menü und übernahm die Spitze. Auch Jörg Müller konnte den Chevrolet-Piloten überholen. Die anderen BMW Piloten machten ebenfalls Boden gut: Dirk Müller verbesserte sich vom elften auf den achten Platz, Priaulx begab sich auf eine Aufholjagd. Dirk Müller fuhr bereits auf der sechsten Position, als er in einer dramatischen Schlussrunde erst zwei Plätze verlor, nur um wenig später zu kontern und Platz sieben von Menü zurückzuerobern. Als der BMW Werksfahrer die Ziellinie überquerte, sah er bereits Priaulx im Rückspiegel, der sich bis auf Rang acht vorgekämpft hatte und so doch noch einen WM-Punkt aus Valencia mitnahm.

Zanardi lieferte sich im Mittelfeld packende Rad-an-Rad-Duelle mit seinen Konkurrenten, konnte sich aber nicht entscheidend verbessern. Er musste sich am Ende der 13 Runden mit dem 17. Platz zufrieden geben. An der Spitze bestimmten Huisman und Jörg Müller ungefährdet das Tempo. Rangoni war inzwischen auf den dritten Rang vorgefahren. Gegen Rennende verloren die Reifen von Huisman an Grip, so dass Jörg Müller schließlich in der zwölften Runde noch an seinem Markenkollegen vorbeigehen konnte und den Sieg feierte.
Im Verlauf des vorletzten WTCC-Wochenendes verfolgten 59 000 Zuschauer das Geschehen auf dem "Circuit de la Comunitat". Die Entscheidung im Titelkampf wird wie im vergangenen Jahr erst in Macau fallen. Dort finden am 19. November die Läufe 19 und 20 der Weltmeisterschaft statt.

Reaktionen:
Jörg Müller (BMW Team Germany):

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach den Rennen Valencia nur einen Punkt hinter dem WM-Führenden liegen würde. Zu Beginn der Saison lag das Auto mit viel Zusatzgewicht nicht so gut, wie ich es mir gewünscht hätte. Wir haben jedoch viel getestet und das Problem beheben können. Das Ergebnis sieht man hier. Für das Saisonfinale wage ich keine Prognose. Es kann gut sein, dass am Ende keiner der Fahrer, die jetzt vorne stehen, den Titel gewinnt. Alles ist möglich. Ich freue mich, dass ich im Titelkampf dabei bin."

Duncan Huisman (BMW Team Italy-Spain):

"Das ist ein gutes Ergebnis für das BMW Team Italy-Spain beim Heimspiel. Valencia ist nicht unbedingt meine Lieblingsstrecke, das ist Macau. Aber das Auto lief hier sehr gut. Ich wollte bei Jörgs Angriff am Schluss nichts riskieren, schließlich kämpfe ich nicht mehr um die Meisterschaft. Ich werde nun beim Finale versuchen, möglichst viele WM-Punkte zu sammeln, damit BMW den Herstellertitel gewinnt."

Andy Priaulx (BMW Team UK):
"Natürlich war ich nach dem frühen Ausscheiden im ersten Lauf tief enttäuscht. So ist es aber oft im Rennsport. Manchmal hat man um wenige Zentimeter die Nase vorn, manchmal eben nicht. Ich habe aber nicht aufgegeben und wurde mit Rang acht belohnt. In Macau nehme ich nun 45 Kilogramm Ballast an Bord. So wenig Gewicht musste ich zuletzt in Magny-Cours zuladen - beim zweiten Rennwochenende der Saison. Ich habe im vergangenen Jahr in Macau den Titel gewonnen. Die Strecke mit ihren vielen Eigenheiten liegt mir. Allerdings braucht man dort auch eine große Portion Glück."