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Alt 07.07.2006, 14:37     #13
Hermann   Hermann ist offline
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Die Geschichte: Immer etwas Besonderes – das Coupé von BMW.

  • Der BMW 327 – Europa erstes Seriencoupé.
  • Motorenpalette reicht vom 2- bis zum 12-Zylinder.
  • Immer neue Maßstäbe für Design und für Dynamik.
Die Aufgabe, ein Coupé zu entwickeln, ist für die Ingenieure eines Automobilherstellers seit jeher eine besonders anspruchsvolle, aber auch besonders reizvolle Herausforderung. Immerhin ist die Entscheidung für ein Coupé stets eng mit dem Wunsch nach Freude am Fahren verknüpft. Seit Jahrzehnten ist es BMW immer wieder gelungen, die hohen Erwartungen an ein Fahrzeug dieser Gattung zu erfüllen und zugleich die Maßstäbe auf diesem Gebiet weiter heraufzusetzen. Zahlreiche Meilensteine des Automobilbaus prägen die Geschichte der Coupés mit dem weiß-blauen Logo der Marke BMW.

Das erste Kapitel dieser Geschichte beginnt acht Jahre nach dem Start der Automobilproduktion der BMW AG. Der im Juli 1929 eingeführte BMW 3/15 – im Volksmund auch „Dixi“ genannt – ist bereits ein großer Erfolg, als 1937 das erste Sport-Coupé von BMW seine Premiere feiert: das BMW 327 Coupé. Zu diesem Zeitpunkt verlässt das deutsche Autodesign gerade den Kubismus und wendet sich der Airflow-Linie zu, die mit ihren fließenden Linien, geschwungenen Kotflügeln und üppigen Rundungen aus den USA kommt. Dort hat dieser Stil mit dem Sport- oder City-Coupé eine spezielle Fahrzeuggattung aufblühen lassen: Automobile mit zwei Türen und festem Dach, kräftig motorisiert und vor allem edel ausgestattet. BMW entwickelt die Grundidee weiter und präsentiert mit dem BMW 327 Sport-Coupé ein modernes, den neuen Anforderungen schneller Autobahn-Reisen über längere Distanzen entsprechendes Fahrzeug mit BMW typischem Charakter.

1937: BMW 327 erstes europäisches Seriencoupé.

In vielen stilistischen Details ist das 4,50 Meter lange BMW 327 Coupé wegweisend. Kotflügel und Motorhaube bilden eine ineinander übergehende Einheit mit integrierten statt frei stehenden Scheinwerfern. Die Motorhaube ist nicht mehr längs geteilt und an Scharnieren aufgehängt, sondern einteilig nach hinten aufklappbar. Das außen auf dem Kofferraumdeckel angebrachte Reserverad ist vollverkleidet und selbst das von innen beleuchtete Nummernschild ist in die Karosserie integriert. Typisch für diese Zeit sind die Teilverkleidungen der Hinterräder mit ihren klassischen Airflow-Ausschnitten.

Das Interieur strahlt mit seiner zur Wagenfarbe passenden Stoffpolsterung und der speziell entworfenen Instrumentierung höchste Eleganz aus. Die beiden vorderen Einzelsitze sind verstellbar und ihre Lehnen können sogar bis zum Sitzkissen der Fondbank heruntergeklappt werden.

Neben der Basismotorisierung, einem Zweiliter-Reihensechszylinder mit 55 PS, ist das BMW 327 Coupé schon ein Jahr nach Markteinführung auch mit dem 80 PS-Triebwerk aus dem legendären BMW 328 Sportwagen erhältlich. Dieser Sechszylinder beflügelt das Coupé auf 145 km/h und wird bald zum Inbegriff des Sportmotors.

Schon damals ist die Intention von BMW beim Automobilbau erkennbar. In einer Mitteilung aus dem Jahr 1937 heißt es: „Das zweitürige, vierfenstrige BMW Sport-Coupé erscheint als das ideale Reisefahrzeug für den verwöhnten Kraftfahrer, der den Reiz der Geschwindigkeit und die Freude am sportlichen Fahren genießen will.“

1954: BMW 502 erster deutscher Nachkriegs-V8.

Wie schon beim BMW 327 Coupé ist auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs die potentielle Kundschaft für diese Fahrzeuggattung handverlesen, denn im Gegensatz zu heute liegt damals zwischen exklusiven Fahrzeugen und Automobilen für die Masse ein gewaltiger Preisunterschied. So erreichen auch die ersten BMW Nachkriegs-Coupés keine großen Stückzahlen. Der langjährige BMW Karossier Baur steuert 1952 einen Zweitürer auf Basis des BMW 501 zur Modellpalette bei, 1954 löst das BMW 502 Coupé mit V8-Motor das Sechszylindermodell ab. Die gerade einmal 30 gefertigten Exemplare machen diesen Wagen heute zu einem begehrten Sammlerstück.

Das eher barocke Baur-Coupé mit dem eigenwillig stufigen Übergang von Dachabschluss zu Kofferraum ist designerisch ein Zwischenschritt zu einem Merkmal, das heute für Coupés charakteristisch ist: Da der Zweitürer auf der Plattform einer Limousine entstand, die Betonung aber auf den Vordersitzen liegen musste, wurden Dach und Heckscheibe nach hinten abgeflacht. Diese stärker abgewinkelte C-Säule gilt bis heute als Erkennungszeichen eines Coupés.

1955 avanciert das BMW 503 Coupé zusammen mit dem BMW 507 Sport- wagen zu den Stars der IAA in diesem Jahr. Wie schon beim Baur-Coupé stört keine B-Säule die Linienführung und die vier Seitenscheiben lassen sich vollständig versenken. Durch die schmale C-Säule dominiert insbesondere bei geöffneten Scheiben der Eindruck höchster automobiler Eleganz.

1959: BMW 700 erstes Kompakt-Coupé.

1959 präsentiert BMW ein neues Coupé, das zum Urvater aller kompakten Sport-Coupés der Marke wird: das BMW 700 Coupé. Die 3,50 Meter lange Karosserie ist von Michelotti entworfen und zugleich die erste selbsttragende Karosserie bei BMW. Doch das neue Fahrzeug ist noch aus ganz anderen Gründen ein Meilenstein in der BMW Historie: Das 640 Kilogramm leichte Fliegengewicht deklassiert von Anfang an die Konkurrenz in seiner Motorsport-Klasse. Das BMW 700 Coupé erreicht mit seinem 30 PS starken Zweizylinder bei gleichem Innenraum und besserer Straßenlage die gleiche Beschleunigung und die gleiche Höchstgeschwindigkeit wie das legendäre BMW 327 Coupé. Dies gilt noch mehr für den BMW 700 Sport, der mit seinem 40 PS-Motor ab 1960 für Furore sorgt. Das bis heute gültige BMW Prinzip geht auf: Das technisch überlegene Auto zu einem erschwinglichen Preis verkauft sich bis 1964 fast 30 000 mal.

1962: BMW 3200 CS begründet neue Design-Ära.

1962 liefert Nuccio Bertone mit dem Design des BMW 3200 CS ein stilistisches Meisterstück ab. Die in der Front aufrecht stehende Niere mit zwei flankierenden Kühlergittern und eine C-Säule, deren Basis einen markanten Gegenschwung aufweist, sind nach wie vor charakteristische Elemente von BMW Automobilen. Angetrieben wird das 4,83 Meter lange Coupé, das erstmals das C im Namen trägt, von einem V8-Motor mit 3,2 Liter Hubraum und 160 PS.

1965: BMW 2000 C erstmals mit Automatikgetriebe.

Drei Jahre später folgt der nächste Schritt auf dem Weg zum 3er Coupé. Nach dem BMW 700 mit seinen sportlichen Qualitäten und dem deutlich höher angesiedelten BMW 3200 CS folgt mit dem BMW 2000 C/CS im Jahr 1965 ein betont komfortables, nobles und vor allem elegantes Fahrzeug. Der BMW 2000 C stellt mit seinem 100 PS-Triebwerk und dem serien- mäßigen Automatikgetriebe ein Novum bei BMW dar. Im Innenraum sind die beiden 4,50 Meter langen Versionen nobel ausgestattet: Edelholz- Armaturenbrett und elektrische Fensterheber für alle vier Seitenscheiben gibt es serienmäßig.

Das Karosseriedesign ist ein weiteres Mal zukunftsweisend: ein filigraner Dachaufbau mit schmalen A- und C-Säulen, ein langgestreckter Wagenkörper mit jeweils in Achsrichtung abgeschrägtem und nach innen eingezogenem Bug und Heck. Hinzu kommen markante Scheinwerfer mit getrenntem Fern- und Abblendlicht, die dem Fahrzeug den Beinamen „Schlitzaugen-Coupé“ bescheren, und die geschlossene, nur durch die nierenförmige Kühlermaske unterbrochene Front.

1968: BMW 2800 CS mit wegweisendem Sechszylinder.

Ende der 60er Jahre zeigt die Erfolgskurve bei BMW steil nach oben: die Verkaufszahlen steigen, das Image erreicht ein noch höheres Niveau und die Kunden verlangen nach noch mehr Leistung und Komfort. Die modellspezifische Konsequenz heißt 1968 BMW 2800 CS. Die formale Weiterentwicklung des BMW 2000 C/CS hat Doppelscheinwerfer im gepfeilten Bug, die Niere ist vom Kühlergitter flankiert und an den Achsen sind serienmäßig Leichtmetallräder montiert. Unter der zehn Zentimeter längeren Fronthaube arbeitet ein Sechszylinder, der über Jahrzehnte zum Maßstab modernen Motorenbaus und Grundlage unzähliger Siege werden soll. Der 2,8 Liter-Motor hat eine siebenfach gelagerte Kurbelwelle mit zwölf Gegengewichten für einen unübertroffen vibrationsfreien Lauf, Kolben mit Dreikugel-Wirbelwanne für optimale Verbrennung, obenliegende Nockenwelle und eine Leistung von 170 PS.

1976: BMW 630 CS mit gestiegenem Komfort.

Dem BMW 2800 CS, der in verschiedenen Hubraum- und Leistungsvarianten des Sechszylinders zwischen 2,5 und 3,2 Liter angeboten wird, folgt 1976 das BMW 6er Coupé. Dank der um fast zehn Zentimeter gestiegenen Außenlänge weisen der BMW 630 CS und der BMW 633 CSi ein großzügigeres Innenraumangebot auf, das auch im Fond über zwei Schalensitze verfügt. Den Bereich des kompakten Sport-Coupés haben diese Varianten allerdings nach oben verlassen.

1990: BMW 850i mit erstem deutschen Nachkriegs-V12.

Eine Dekade vor Ende des Jahrtausends markiert der BMW 850i mit dem ersten deutschen Zwölfzylinder seit dem Zweiten Weltkrieg die vorläufige Spitze der BMW Coupés. Das völlig neuartige Coupé knüpft mit seiner Frontpartie und den Klappscheinwerfern formal an den BMW M1 an und ist ein Grand Tourismo in Perfektion: Der BMW 850i ist mit 300 PS großzügig motorisiert und markiert in punkto Fahrwerktechnik und Komfort einer hochkarätigen Luxuslimousine über ein Jahrzehnt hinweg die absolute Spitzenklasse.

1992: BMW 3er Coupé erstmals mit variabler Nockenwellensteuerung.

Es dauert bis 1992, bis wieder ein kompaktes BMW Sport-Coupé auf den Markt kommt. Der 4,43 Meter lange Zweitürer ist drei Zentimeter flacher als die erfolgreiche Limousine – das sorgt zusammen mit der um acht Zentimeter längeren Frontpartie, der flacher verlaufenden Motorhaube mit Luftschlitzen, dem um fast drei Zentimeter kürzeren Dach, den breiten Türen mit rahmen- losen Fenstern und B-Säulen unter Glas sowie der kürzeren und niedrigeren Kofferraumhaube für eine klassisch elegante Seitenlinie. Trotz der sportlich- eleganten Linienführung fallen das Platzangebot und die Kopffreiheit im Fond großzügig aus.

Eine der wichtigsten technischen Innovationen ist die variable Nocken- wellensteuerung VANOS, bei der BMW einen eigenen Weg einschlägt, indem das gewonnene Potenzial nicht für mehr Leistung, sondern für mehr Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit genutzt wird. Die Ausstattung entspricht dem sportlich-luxuriösen Anspruch.

Wie überzeugend das BMW 3er Coupé auf dem Markt auftritt, zeigen seine Verkaufszahlen: In nur sieben Jahren werden mehr als 470 000 Einheiten abgesetzt – ein Anteil von fast 18 Prozent an der gesamten Baureihe.

1999: Die zweite Generation des BMW 3er Coupé.

Im letzten Jahr des Jahrtausends debütiert die zweite Generation des BMW 3er Coupés. Es ist größer und geräumiger als sein Vorgänger und weist weitgehend die gleiche technische Substanz auf wie die neue BMW 3er Limousine. Das Design betont die enge Verwandtschaft zur Limousine, letztendlich sind aber gerade einmal ganze drei Teilepositionen der Außenhaut baugleich mit denen des Viertürers. Damit unterstreicht BMW die Eigenständigkeit des Coupés und platziert die Fahrzeuge, die alle die Bezeichnung Ci am Heck tragen, als eigene Modell-Linie.

Als Antrieb werden bei der Markteinführung vier Versionen, ein Vierzylinder und drei Sechszylinder, mit einer Leistung von 118 bis 193 PS angeboten. Die Sechszylinder sind mit Doppel-VANOS ausgerüstet, wodurch Gaswechsel und Verbrennung optimal an Motordrehzahl und –last angepasst werden.

2003: BMW 6er Coupé für höchste Ansprüche.

Leidenschaftlich, elegant und kraftvoll – so präsentiert sich im Jahre 2003 der BMW 645Ci und markiert gleichzeitig die Spitze in der Klasse der großen Coupés. Seine edlen, lang gestreckten Proportionen und der dynamische Auftritt machen den BMW 645Ci zu einer Ausnahmeerscheinung. Der Achtzylindermotor mit 333 PS ermöglicht im Zusammenwirken mit dem überragenden Fahrwerk, der innovativen Aktivlenkung und den modernsten Fahrerassistenzsystemen wie der Wankstabilisierung Dynamic Drive oder dem Fahrstabilitätsprogramm DSC ein beeindruckendes, zugleich kraftvolles wie auch kultiviertes Fahrerlebnis.

Trotz aller Sportlichkeit überzeugt das große Coupé durch ausgeprägten Fahrkomfort: Als vollwertiges 2+2-Coupé bietet der BMW 645Ci allen vier Passagieren ein größtmögliches Maß an Sitzkomfort, luxuriöser Ausstattung, elegantem Ambiente und dank des großen Panorama-Hubdachs aus Glas auch Lichtblicke der besonderen Art.

Zwei Jahre später wird der BMW 645Ci durch den neuen BMW 650i ersetzt. Ein neuer 4,8 Liter-Achtzylinder-Motor mit 367 PS und einem maximalen Drehmoment von 490 Nm verleiht dem großen Coupé noch mehr Dynamik und Souveränität.

2006: BMW Z4 Coupé für pures sportliches Fahren.

Im Frühjahr 2006 feiert das BMW Z4 Coupé Weltpremiere, das schon beim optischen Auftritt durch Agilität und Dynamik gekennzeichnet wird. Die klassische Coupé-Silhouette, der markentypische Hofmeisterknick an den hinteren Seitenfenstern und die fließende Dachlinie vermitteln vor allem drei Attribute: flach, stark und schnell. Motor und Fahrwerk setzen die Eindrücke schließlich in Fahrdynamik um.

Das BMW Z4 Coupé 3.0si wird angetrieben von einem 3,0 Liter- Reihensechszylinder, der bereits mehrfach mit dem „Engine of the Year Award“ ausgezeichnet wurde. Er leistet 265 PS bei einem maximalen Drehmoment von 315 Nm. Das Fahrwerk ist auf höchste Dynamik abgestimmt und bietet zusammen mit dem preisgekrönten Motor die Voraussetzung für die sprichwörtliche Freude am Fahren. Die ausgeglichene Achslastverteilung, der niedrige Schwerpunkt sowie der Hinterradantrieb ermöglichen ein in jeder Situation harmonisches Fahrverhalten, beste Traktions- und Fahrwerte sowie extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten. Das Interieur mutet mit seinen klaren Formen sportlich-puristisch an, wartet jedoch mit einer umfassenden Ausstattung, hochwertigen Materialien und mit einer sorgsam damit kombinierten Farbgebung auf.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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