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Alt 04.07.2006, 19:52     #13
Hermann   Hermann ist offline
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WTCC - Läufe 9 & 10 - Curitiba - Rennen

Priaulx feiert für BMW seinen vierten Saisonsieg - Zanardi auf dem Podest.

Curitiba (Brasilien), 02. Juli 2006. Beim ersten Auftritt der FIA World Touring Car Championship (WTCC) in Südamerika hat Andy Priaulx (GBR) vom BMW Team UK seinen vierten Saisonsieg errungen. Der amtierende Weltmeister gewann den zweiten Lauf auf dem „Autódromo Internacional de Curitiba“. Hinter Priaulx und Alfa-Pilot Gianni Morbidelli (ITA) erreichte Alessandro Zanardi (ITA) für das BMW Team Italy-Spain zum ersten Mal in diesem Jahr eine Podestplatzierung. Der 39-Jährige war nach einem Fehler im Qualifying vom letzten Platz ins erste Rennen gestartet, zeigte aber eine beeindruckende Aufholjagd, die mit Platz drei in Lauf zwei belohnt wurde. Zudem sammelte Jörg Müller (Hückelhoven) vom BMW Team Germany in Curitiba zwei WM-Punkte. Er belegte im zweiten Rennen den siebten Rang. Den Sieg im ersten Lauf sicherte sich Jordi Gené (ESP) vor Peter Terting (GER) und Augusto Farfus (BRA).

Bei Temperaturen um 15 Grad Celsius und leichter Bewölkung erlebten die brasilianischen Motorsport-Fans einen turbulenten Start ins erste Rennen. Bereits nach der ersten Runde fuhr das Safety-Car auf die Strecke, nachdem sowohl Maurizio Ceresoli (ITA) als auch Lokalmatador Lucas Molo (BRA) ihre Autos in Folge von Unfällen abstellen mussten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Jörg Müller bereits auf den neunten Platz vorgearbeitet, BMW Team Italy-Spain Pilot Duncan Huisman (NLD) fuhr auf der zehnten Position. Den besten Start zeigte Zanardi, der sich vom letzten auf den 15. Rang verbesserte. Dirk Müller (Burbach) hatte hingegen zu Beginn des Rennens Pech: In Kurve sechs wurde der Fahrer vom BMW Team Germany auf Platz 14 fahrend am Heck getroffen und ins Kiesbett geschoben. Daraufhin fiel er ans Ende des Feldes zurück und kam als 20. ins Ziel.

Priaulx verteidigte am Start Position sieben, musste jedoch nach Ende der Safety-Car-Phase zu Beginn der vierten Runde Morbidelli passieren lassen. Den achten Rang – und damit die Poleposition für Lauf zwei – hielt er bis ins Ziel. Jörg Müller fuhr ein fehlerloses Rennen, das er auf dem neunten Platz beendete. Bis kurz vor Schluss sah es so aus, als könne Huisman seinen zehnten Rang halten. Allerdings hatte der 34-Jährige mit einem technischen Problem an der Hinterachse zu kämpfen, so dass er sein Tempo reduzieren musste und einen Platz verlor. Davon profitierte Zanardi, der nach einigen spektakulären Überholmanövern Zehnter wurde.

Der zweite Lauf wurde zum Thriller. Zwei Mal musste das Safety-Car das Feld neutralisieren. Nach weiteren Unfällen, die viele Trümmerteile auf die Strecke wirbelten, brach die Rennleitung den Lauf vorzeitig ab. Priaulx hielt sich aus den hart geführten Zweikämpfen im Mittelfeld heraus. Er bestimmte das Geschehen von der Spitze aus und erarbeitete sich auch nach den Safety-Car-Phasen rasch wieder einen Vorsprung. Weiter hinten begeisterte Zanardi die Fans. Vom zehnten Startrang machte er Platz um Platz gut und übernahm in Runde neun die dritte Position von James Thompson (GBR). Gegen Ende des Rennens setzte er auch noch Morbidelli unter Druck, der Abbruch verhinderte jedoch einen Angriff. Zanardi fuhr in 1:26,069 Minuten zum ersten Mal in seiner WTCC-Karriere die schnellste Rennrunde.

Jörg Müller verbesserte sich im Verlauf des Rennens vom neunten auf den siebten Platz. Sein Teamkollege Dirk Müller konnte vom 20. Startplatz nicht mehr in den Kampf um die Punkte eingreifen und musste sich mit dem 15. Platz zufrieden geben. Auch Huisman gelang es nicht, sich bei seinem WTCC-Comeback in den Top-Acht zu platzieren. Nachdem er in der fünften Runde im Duell mit Gabriele Tarquini (ITA) dessen SEAT touchiert hatte, fiel Huisman zurück und beendete das Rennen schließlich auf Rang 16.

Reaktionen:

Andy Priaulx (BMW Team UK):
„Es ist fantastisch, einen weiteren Sieg errungen zu haben. Für mich sind jedoch die WM-Punkte wichtiger. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir mit 65 Kilogramm Zusatzgewicht elf Zähler aus Brasilien mitnehmen. Darum bin ich sehr, sehr zufrieden. Ich bin im zweiten Rennen gut gestartet und konnte einen Vorsprung herausfahren, dann kam das Safety-Car auf die Strecke. Nach einem guten Re-Start habe ich mich wieder abgesetzt – und wieder gab es eine Safety-Car-Phase. Es war ein ereignisreiches Rennen, aber ich habe versucht, überlegt und ohne Fehler zu fahren. Nun wird es jedoch in Mexiko nicht einfach für mich, da ich dort erneut mit sehr viel Ballast antreten werde.“

Alessandro Zanardi (BMW Team Italy-Spain):
„Gestern war ein schlechter Tag für mich. Das Team ein tolles Auto vorbereitet, und ich spürte, dass ein Qualifying-Ergebnis unter den besten Fünf möglich sein könnte. Dann habe ich diese Chance jedoch weggeworfen, noch bevor ich die erste Runde beenden konnte. Dafür möchte ich mich noch einmal bei meinem Team entschuldigen. Die beiden Rennen waren unglaublich. Ich bin aggressiv gefahren, aber mein Auto hat nicht einen Kratzer abbekommen. Erst Zehnter und dann Dritter zu werden, ist einfach toll. Zu sagen, die Rennen seien aufregend für mich gewesen, wäre untertrieben.“

Bart Mampaey (Teamchef BMW Team UK):
„Wir haben schon am Freitag gemerkt, dass unser Auto hier konkurrenzfähig sein würde. Andererseits haben auch unsere Konkurrenten sehr gut ausgesehen. Es war also nicht einfach. Im ersten Rennen hat man gesehen, dass man mit viel Ballast selbst mit einem guten Auto nicht überholen kann, ohne ein Risiko einzugehen. Deshalb waren wir mit Platz acht sehr zufrieden. Das zweite Rennen war sehr spannend. Andy hat eine starke Leistung gezeigt. Die elf WM-Punkte sind willkommen.“

Charly Lamm (Teammanager BMW Team Germany):
„Glückwunsch an Andy Priaulx und Alessandro Zanardi, die BMW heute gemeinsam mit Jörg Punkte beschert haben. Wir hatten ganz sicher kein einfaches Wochenende. Das gilt insbesondere für Dirk, der aufgrund eines schwierigen Qualifyings weit hinten starten musste und in Zwischenfälle verwickelt war. Für Jörg war es unglücklich, dass er im ersten Lauf nicht Platz acht und damit die Pole erreicht hat. So stehen für uns lediglich zwei Punkte auf der Habenseite. Nun heißt es, hart zu arbeiten, um in Mexiko wieder weiter vorn zu landen.“

Daten und Ergebnisse Curitiba:

Strecke / Datum - Autódromo Internacional de Curitiba / 02. Juli 2006

Runde / Distanz - 3,695 km/51,73 km (14 Runden)

Poleposition 2006 - Augusto Farfus (Alfa Romeo), 1:24,761 Minuten

Sieger 2006 - Rennen 1: Jordi Gené (SEAT)

Rennen 2: Andy Priaulx (BMW Team UK)

Schnellste Runde 2006 - Rennen 1: Jordi Gené, 1:25,604 Minuten

Rennen 2: Alessandro Zanardi., 1:26,069 Minuten

Fahrerwertung: 1. Priaulx (44 Punkte), 2. Thompson (41), 3. Tarquini (40), 4. Rydell (34), 5. Muller (33), 6. Dirk Müller (32), 7. Terting (32), 8. Jörg Müller (30).

Herstellerwertung: 1. SEAT (127 Punkte), 2. BMW (126), 3. Alfa Romeo (75), 4. Alfa (62).

Rennkalender:
02.04. – Monza (ITA), 30.04. – Magny-Cours (FRA), 21.05. – Brands Hatch (GBR), 04.06. – Oschersleben (DEU), 02.07. – Curitiba (BRA), 30.07. – Puebla (MEX), 03.09. – Brünn (CZE), 24.09. – Istanbul (TUR), 08.10. – Valencia (ESP), 19.11. – Macau (CHN).
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist