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Alt 30.03.2006, 11:56     #1
Albert   Albert ist offline
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Feierliche Preisverleihung im Rahmen des BMW Group Awards für Interkulturelles Lernen

"Brückenbauer zwischen Lebenswelten" - Feierliche Preisverleihung im Rahmen der 9. Ausschreibung des BMW Group Awards für Interkulturelles Lernen

München. Im Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group wurde heute der BMW Group Award für Interkulturelles Lernen übergeben. Zwei wissenschaftliche Arbeiten und drei praktische Projekte aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten und Ländern wie China, Guatemala, Israel, Südafrika und Deutschland konnten durch innovative Forschungsansätze und kreative Ideen überzeugen. Alle Preisträger, so das positive Resümee der Jury, hätten im Sinne des Award eine Brücke des Respekts und der Verständigung zwischen verschiedenen Lebenswelten geschlagen.
"Die Vielzahl der Einsendungen aus fünf Kontinenten und insgesamt 26 Ländern hat uns auch in der neunten Ausschreibungsrunde die Relevanz des Themas vor Augen geführt", betonte Michael Kirsch, Leiter Public Relations der BMW Group. "Die stetig wachsenden Herausforderungen der weltweiten Migrationsbewegungen verstärken die Dringlichkeit, wissenschaftliche Strategien zu entwickeln und praktische Projekte durchzuführen, die das Verständnis und die Offenheit gegenüber fremden Kulturen, Religionen und Sprachen fördern."

Der BMW Group Award für Interkulturelles Lernen wird jährlich in den Kategorien Theorie und Praxis ausgeschrieben; er bildet zusammen mit der umfangreichen LIFE-Materialsammlung seit vielen Jahren eine wichtige Säule bei der Förderung interkulturellen Lernens durch die BMW Group.

Wegbegleiter für eine interkulturelle Identitätsbildung
Auch Elisabeth Wicki-Endriss verwies als Gastrednerin auf die große Bedeutung interkultureller Fördermaßnahmen im Kindesalter und die Chancen, die das Medium Film als "Sozialisierungsinstanz" bietet: Die vom "Bernhard- Wicki- Gedächtnis Fonds e.V." initiierten "Jugendkinotage-Die Brücke" unterstützen Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachräumen dabei, "sich zu einer eigenverantwortlichen Gemeinschaft zusammenzufinden" - durch die gemeinsame filmische Realisation sowie über die Erörterung im Rahmen der Jugendkinotage.

Von Südafrika mit transkultureller Mobilität nach China - von Israel "Hand in Hand" zum türkisch-islamischen Kulturverein in Biberach und weiter zur Villa Kunterbunt in Guatemala
So sieht die Reiseroute zu den heute ausgezeichneten Projekten und Forschungsarbeiten im Themenspektrum des interkulturellen Lernens aus:
An der Universität in Pretoria (Südafrika) geht eine der Preisträgerinnen in der Kategorie "Theorie", Dr. Saloshna Vandeyar, der Frage nach, inwiefern unter der Oberfläche der scheinbaren Gleichheit auch elf Jahre nach dem Ende der Apartheid Diskriminierung zum Alltag an südafrikanischen Bildungseinrichtungen gehört. Sie plädiert vor allem für eine gemeinsame Identität zwischen Lehrern und Schülern, in der die unterschiedliche Herkunft, Hautfarbe sowie Sprache in ihrer Vielfalt respektiert wird und somit zur interkulturellen Verständigung anregt.
Aufgrund der Qualität der eingereichten Arbeiten wurde der Theorie-Award 2005 ausnahmsweise zweimal verliehen: Die Dissertation von Joachim Boldt "China und Deutschland - einige transdisziplinäre Anmerkungen zu transkultureller Mobilität und transkultureller Kompetenz" steht unter dem Titel "Aus einem Leben in ein andres Leben". Auf Basis persönlicher Erfahrungen sucht der Sinologe von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nach einem Mittelweg zwischen "übertriebener Anpassung" an das Neue und "verschließender Abgrenzung" gegenüber Fremdem. Besonders beeindruckt hat die Jury der transdisziplinäre Ansatz, der Ergebnisse u. a. aus der Linguistik, Anthropologie, vergleichenden Kulturwissenschaft, Philosophie sowie der Didaktik heranzieht.

In der Kategorie "Praxis" führt der Weg zum Erstplazierten nach Israel: Das Kindergarten- und Schulkonzept "Learning together, Living together: A Pioneer Model for integrated Arab-Jewish Schools in Israel" unterrichtet 670 jüdische und palästinensische Kinder in hebräischer und arabischer Sprache. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury, dass "Hand in Hand - das Zentrum für jüdisch-arabische Erziehung in Israel" als Initiator "in einem schwierigen gesellschaftlichen Kontext (…) einen besonderen Weg in seinen zugleich pragmatischen, fachlich kompetenten und engagiert friedensstiftenden Initiativen" beschreitet.
Die Verschiedenheit zwischen Religionen zu überwinden ist auch das Ziel des christlich-muslimischen Begegnungs- und Gesprächsforums für Frauen, das 2002 von Ayse Cakar und der Pfarrerin Birgit Schmogro in Biberach gegründet wurde. Wegweisend für die Jury ist neben dem hohen Niveau der Begegnungen auch der Multiplikatoreffekt: 25 Christinnen beider Konfessionen sowie deutsche und türkische Muslima bringen ihre Erfahrungen mit der anderen Kultur in ihr Lebensumfeld ein und "werben" für ein respektvolles Miteinander.
Die letzte Station der "Preisträger-Reise" ist Antigua, Guatemala: Dort bieten die Deutschen Jasmin-Soray Klenke, Michaela Küter und Andreas Schult in ihrem Kindergarten "Villa Kunterbunt" ortsansässigen Kindern aus armen Familien sowie Kindern von Mitarbeitern internationaler Entwicklungsdienste einen interkulturellen Spiel- und Lernort. Von den Einsichten in fremde Kulturen profitieren nicht nur die Kinder aus über 10 Nationen, sondern auch Eltern und Erzieher.
Sämtliche Laudationes können unter www.bmwgroup.com/award-life abgerufen werden.

Start der neuen Ausschreibung 2006: Der Award feiert 10. Jubiläum!
Vor zehn Jahren wurde der BMW Group Award für Interkulturelles Lernen erstmals ausgerufen. Seither haben viele Staaten und Gesellschaften große Veränderungsprozesse erlebt und stehen aufgrund von Migrationsbewegungen vor weiteren Herausforderungen. Umso mehr stellt sich die BMW Group ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und fördert auch zum 10. Jubiläum junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie praktische Projekte - über alle nationalen, religiösen und disziplinären Grenzen hinweg. Einsendeschluss für die Ausschreibung 2006 ist der 20. Oktober 2006.
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