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Alt 24.03.2006, 12:00     #2
Albert   Albert ist offline
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CE-
1. Aufbruch in die Zukunft.

Mission Titelverteidigung.

Nach dem erfolgreichen Comeback der FIA World Touring Car Championship (WTCC) im vergangenen Jahr geht die Serie 2006 in ihre zweite Saison. 1987 und 2005 kämpften die weltbesten Tourenwagenpiloten bisher um die Krone des Sports, jeweils gewann ein BMW Fahrer den WM-Titel. Nach Roberto Ravaglia (ITA), der in einem BMW M3 vor 19 Jahren ganz vorne gestanden hatte, beendete Andy Priaulx (GBR) die Saison im Vorjahr auf dem Spitzenplatz. Aber damit nicht genug: Mit dem BMW 320i sicherte sich BMW auch den Sieg in der Herstellerwertung, zudem gewann BMW Privatier Marc Hennerici (Mayen) die Independents Trophy.

Mit diesen Erfolgen endete die einmalige Karriere des BMW 320i Tourenwagen. Ein viel versprechender Nachfolger steht bereits in den Startlöchern: der BMW 320si. Die Ingenieure von BMW Motorsport haben diesen imposanten Rennwagen, der von einem rund 275 PS starken Vierzylindermotor angetrieben wird, auf Basis des gleichnamigen Serienmodells entwickelt. Der BMW 320si ist in einer limitierten Auflage von 2 600 Exemplaren erhältlich und bot den Entwicklern eine exzellente Grundlage für die Konstruktion einer schlagkräftigen Rennversion.

„Ich bin sicher, dass der BMW 320si die Erfolgsgeschichte von BMW im Tourenwagensport fortschreiben wird“, sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. „Die WTCC dürfte in diesem Jahr noch einmal spannender werden als 2005. Neue Hersteller sind dabei, das Feld wird weiter wachsen, und es gibt einige neue Strecken im Programm. Insgesamt bietet die Tourenwagen-WM alles, was eine Rennserie braucht. Mit unseren drei Länderteams und dem neuen BMW 320si sind wir gut aufgestellt, um wieder an der Spitze mitmischen zu können.“

Viel Erfahrung und ein Neuling im Cockpit.

Wie 2005 schickt BMW auch in dieser Saison drei Länderteams ins Rennen. Nach seinem Triumph ist Priaulx, der die Farben vom BMW Team UK vertritt, der Gejagte. Allerdings ist diese Rolle für den Rennfahrer von der britischen Kanalinsel Guernsey keineswegs neu. Gemeinsam mit Teamchef Bart Mampaey (BEL) und seinem RBM-Team hatte Priaulx bereits 2004 die vorerst letzte Tourenwagen-EM für sich entschieden.

Sowohl 2004 als auch 2005 lieferte sich der amtierende Weltmeister bis zum Saisonfinale ein packendes Duell mit Dirk Müller (Burbach), der im fünften Jahr in Folge für das BMW Team Germany – Schnitzer Motorsport antritt. Neben Dirk Müller vertraut Teammanager Charly Lamm (Freilassing) erneut auf die Dienste von Jörg Müller (Hückelhoven). Gemeinsam haben es die BMW Werksfahrer seit 2002 in der Europa- und Weltmeisterschaft auf eine bemerkenswerte Bilanz von 154 Rennstarts, 26 Siegen und 8 Polepositions gebracht.

Auch Alessandro Zanardi (ITA) vom BMW Team Italy-Spain – ROAL Motorsport konnte sich in der vergangenen Saison in die Siegerliste der WTCC eintragen. In Oschersleben feierte er den ersten Erfolg bei einem WM-Lauf nach seinem schweren Unfall im Jahr 2001, bei dem er beide Beine verloren hatte. Außerdem errang er 2005 den Titel in der italienischen Tourenwagenmeisterschaft sowie einen Laufsieg beim European Touring Car Cup in Vallelunga. Der Triumph in Deutschland war der bisherige Höhepunkt seines Motorsport-Comebacks. Auch den neuen BMW 320si wird Zanardi mithilfe von speziell für seine Bedürfnisse entwickelten Umbauten bedienen. Teamchef Roberto Ravaglia hat das zweite Cockpit an Marcel Costa (ESP) vergeben. Sein Talent konnte der Pilot aus Guardiola del Bergueda schon 2002 unter Beweis stellen, als er den Titel in der spanischen Formel-3-Meisterschaft gewann.

Premieren und ein Comeback im Kalender – Stabiles Regelement.

Im Rennkalender der WTCC sind gegenüber dem Vorjahr zwei neue Strecken vertreten. Erstmals gastiert die Weltmeisterschaft in Brands Hatch (GBR). Im Rahmenprogramm der beiden Läufe auf der Insel werden auch die Talente der Formula BMW UK Championship, eine der weltweit vier BMW Nachwuchsserien, zu sehen sein. Der 3,695 Kilometer lange Kurs in Curitiba (BRA) feiert am 2. Juli sein Debüt als Austragungsort einer Meisterschaft mit FIA-Prädikat. Brünn (CZE) kehrt hingegen auf die Landkarte des internationalen Tourenwagensports zurück. Bereits zwischen 2001 und 2004 machte die Tourenwagen-EM auf der Naturrennstrecke Station. Darüber hinaus können sich die Fans in Monza (ITA), Magny-Cours (FRA), Oschersleben (DEU), Puebla (MEX), Istanbul (TUR), Valencia (ESP) und Macau (CHN) wieder auf Tourenwagensport der Extraklasse freuen. In Oschersleben sind auch die Youngsters der Formel BMW Deutschland Teil des WTCC-Rahmenprogramms.

Das Super-2000-Reglement, nach dem der BMW 320si in der Weltmeisterschaft antritt, blieb weitgehend unverändert. Im Gegensatz zur Vorsaison müssen ab dem ersten Rennen in Monza am 2. April alle Fahrer 20 kg Handicapgewicht zuladen. Je nach Abschneiden in den WM-Läufen können bis zu 60 kg Ballast hinzukommen. Das maximale Zusatzgewicht beträgt daher in dieser Saison 80 kg. Auch hinsichtlich der Einheitsreifen gibt es für 2006 eine Änderung: Alle Fahrzeuge werden mit Pneus des japanischen Herstellers Yokohama antreten.

Jüngster Spross einer erfolgreichen Familie.

Seit ihrem ersten Einsatz 1977 haben die Rennmodelle der BMW 3er Reihe im Tourenwagensport Siege wie am Fließband gefeiert. Allein von der E46-Baureihe hat BMW Motorsport weltweit 115 Rennsport-Kits an Kundenteams verkauft. Mit dem BMW 320si führt BMW dieses Konzept auch 2006 und darüber hinaus fort. Der neue Wagen unterscheidet sich nicht nur optisch von seinem Vorgänger. Unter der Haube verbirgt sich analog zum Serienmodell ein Vierzylinder-Reihenmotor. Das hochdrehende Aggregat ist leichter und kompakter als sein Pendant mit sechs Zylindern und bot den Ingenieuren mehr Spielraum bei der Anordnung der weiteren Komponenten des BMW 320si.

„Die Herausforderung liegt darin, die Leistungswerte des Vorgängers zu erreichen und zu übertreffen“, meint Theissen. „Dabei profitieren wir von der engen Zusammenarbeit zwischen den Renningenieuren und ihren Kollegen in der Serienproduktion. Technologie, die sich im Renneinsatz bewährt hat, ist in die Entwicklung des Serienmodells eingeflossen und umgekehrt.“

Im BMW 320si kommt ein Fünfgang-Getriebe mit H-Schaltung und mechanischem Sperrdifferenzial zum Einsatz. Somit steht den Piloten der BMW Länderteams auch 2006 ein Auto mit einem Gewicht von 1140 kg zur Verfügung. Beim Wechsel zu einem sequenziell geschalteten Getriebe hätte das Basisgewicht laut Reglement auf 1170 kg angehoben werden müssen.

Vorbereitung auf eine lange Saison .

Wie in den Jahren zuvor haben die BMW Fahrer gemeinsam für die 20 strapaziösen Rennen trainiert. Unter der Anleitung von Rennarzt Dr. Vincenzo Tota arbeiteten die Piloten in Italien an ihrer Fitness. Das Programm der BMW Trainingswoche vom 16. bis zum 21. Februar umfasste einen umfassenden Gesundheitscheck, Gymnastik, Kraft- und Ausdauertraining, mentale Vorbereitung sowie Physiotherapie. Außerdem erhielt jeder Pilot einen individuellen Trainingsplan. Aber nicht nur die Fahrer, sondern auch die Rennwagen mussten sich strapaziösen Dauerläufen unterziehen. Im Verlauf intensiver Testfahrten legten die BMW Länderteams mehrere tausend wertvolle Kilometer mit dem neuen BMW 320si zurück.

Natürlich haben sich auch die zahlreichen Privatiers, die in der WTCC 2006 auf BMW Fahrzeugen an den Start gehen, intensiv auf die neue Saison vorbereitet. In der Yokohama Independents Trophy kämpfen sie um ein Preisgeld von insgesamt 350 000 Euro.
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