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Alt 01.03.2006, 08:01     #4
Albert   Albert ist offline
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Intelligente Stauforschung: Verstehen, was auf der Straße passiert.

Wie fließt der Verkehr? Um diese Frage zu beantworten, setzt BMW seit Jahren verschiedene Methoden und Sensoren zur Verkehrsdatenerhebung ein. So liefern klassische stationäre Messstellen Informationen über den Verkehrsfluss auf Autobahnen und Hauptstraßen; Systeme mit automatischer Fahrzeugerkennung stellen erstmals echte Reisezeiten bereit und die moderne Datenerfassung aus der Luft kann als ortsungebundene und direkte Methode zur flächigen Erfassung des Verkehrs herangezogen werden. Neueste Errungenschaft sind die so genannten „Floating Cars“. Diese Fahrzeuge erfassen flächendeckend den Verkehrs- und Straßenzustand sowie Wetterdaten. Alle Informationen werden anschließend über Funk verarbeitet und netzweit verbreitet. Die Ziele der Datenaufbereitung sind eine qualitativ hochwertige Verkehrsinformation, die Entwicklung neuer Prognoseverfahren sowie Tests bestehender Messverfahren. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, Stauursachen zu erkennen und zu verstehen, Staus zu vermeiden und dem Autofahrer damit mehr Mobilität zu ermöglichen.

Wie Staus entstehen, wie sie sich auf Straßen ausbreiten und wie sie sich wieder auflösen – das sind die Themen, mit denen sich die Stauforschung der BMW Group befasst. Um internationale Vergleiche anstellen zu können, arbeitet sie mit Experten in den USA zusammen. Und die Ergebnisse sind überraschend: So ist Stau nicht gleich Stau. Ursachen sind zwar häufig so genannte „aktive Engpässe“, zum Beispiel durch den Übergang von einer dreispurigen in eine zweispurige Autobahn oder durch langsame Lkw auf der Überholspur. Im Gegensatz zu den USA gibt es jedoch in Deutschland oftmals eine stabile Ausbreitung des Staus in Wellen über mehrere Kilometer.

Simulation zum besseren Verständnis.

Neben der Stauforschung auf der Straße betreibt die BMW Group seit Jahren die virtuelle Darstellung von Verkehrsprozessen. Unter dem Motto „Von der Straße direkt in den Rechner“ wird der Verkehr in Simulationsprogrammen realistisch abgebildet. Ziel ist die Bewertung und Optimierung von Verkehrsmanagement- und Fahrerassistenzsystemen. Dafür werden Verfahren zur Stauerkennung und Reisezeitschätzung aus simulierten Verkehrsdaten entwickelt und Fahrerassistenzsysteme am Computer nachgebildet. So bildet beispielsweise das Simulationsprogramm PELOPS, das die BMW Group zusammen mit dem Institut für Kraftfahrwesen in Aachen entwickelt hat, die Komponenten Fahrer, Fahrzeug und Verkehr sowie deren Interaktionen nach.

Daneben arbeiten die Spezialisten an einer stetigen Verbesserung der automatischen Störungserkennung. Denn die Qualität von Verkehrsinformationsdiensten ist in hohem Maße abhängig von der Erfassung aktueller und zuverlässiger Verkehrs- und Wetterdaten. Diese Voraussetzung ist jedoch in weiten Teilen des Verkehrsnetzes bisher nicht zufrieden stellend erfüllt. Verkehrsstörungen werden häufig zu spät entdeckt, ungenau lokalisiert und zeitlich unpräzise erfasst. Ergebnis: Oft erhält der Fahrer die Informationen nicht rechtzeitig und inhaltlich veraltet.

Automobile als Sensoren nutzen.

Die BMW Group Lösung: Floating Car Data (FCD). Floating Cars sind im Verkehr „mitschwimmende“ Fahrzeuge, die als mobile Sensoren dienen. Diese Autos verfügen über einen GPS-Empfänger und ein Mobilfunkmodul zur Positionsbestimmung des Fahrzeugs. Mit dessen Hilfe werden zum Beispiel Standort und Reisezeiten anonym an eine Verkehrszentrale geschickt, die die erhaltenen Daten mit anderen Fahrzeugen abgleicht, um einen Stau zu erkennen. FCD ist bereits in Serie – mehr als 40 000 Fahrzeuge sind schon heute auf deutschen Straßen unterwegs. Die BMW Group arbeitet hier mit anderen Herstellern zusammen, um in Zukunft eine flächendeckende Datenerfassung zu erreichen. Rund zehn Prozent aller Fahrzeuge sind dafür mindestens notwendig.
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