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Alt 28.03.2002, 01:52     #15
Wolfhart   Wolfhart ist offline
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AC-
@ Jan:
Wenn du in der Teileliste nachgesehen hast, dann glaube ich es dir. Ob vorher schon einmal an der Pumpe gearbeitet wurde, weiß ich nicht, da ich den Wagen gebaucht erworben habe. Möglich wäre es schon, umgekehrt allerdings genauso. Sicher ist nur, daß bei meinem Wagen die beiden Muttern selbstsichernd sind, die von dir angegebene Schraube nicht. Obwohl man dies bei einer Schraube nicht mehr unbedingt sieht, wenn sie denn mal herausgedreht ist und im Ölbad lag. Dann ist von der selbstsichernden Masse, die um das Gewinde gestrichen ist, nichts mehr zu sehen.
Eingesetzt wurde sie selbstverständlich mit Loctite. Damit sollte eine nächste Überprüfung erst einmal in weitere Ferne gerückt sein.
Anrichten konnte die Schraube in der Ölwanne jedoch nichts. Die Ölwanne beim 540i ist zweigeteilt, wie du sicher weißt. In dem betroffenen vorderen Teil der Ölwanne befindet sich lediglich die Ölpumpe und ansonsten nur noch der Geber für den Ölstand und viel Platz. Bewegte Teile sind da nur die Pumpe selbst mit dem angesprochenen Ritzel und der Kette. Diese Teile haben aber dermaßen Abstand zum Wannenboden, daß die Schraube eher von Geisterhand hochgehoben werden müsste, um an die bewegten Teile zu kommen. Das ist einfach nicht möglich.
Die große Gefahr besteht halt - wie oben beschrieben - in dem Moment, in dem die Schraube sich endgültig löst und am Kettenantrieb vorbei in die Ölwanne fällt.


@ V8Locutus:
Tja, im Großen und Ganzen stimme ich mit dir überein. Was die Meister und Mechaniker angeht allerdings weniger. die Leute, die ich befragt habe, haben schon Ahnung und sind mit Leib und Seele bei der Sache. Das dabei auch noch Gehalt rausspringt ist ein angenehmer Nebeneffekt. Naja, ein wenig übertrieben. Aber du weißt schon, was ich meine.

Ich denke schon, daß es den einen oder anderen gibt, dem das Problem bereits untergekommen ist. Allerdings fahren derart viele der älteren V8 nun auch nicht herum. Bei manchem Händler - zumal, wenn es sich um eine kleinere Filliale handelt - ist man einer der ganz wenigen.
Auch bei der freien Prüfstelle, wo ich meinen Wagen zur HU vorfuhr, bekam ich zur Antwort, daß man einen V8 - nicht nur einen älteren wie meinen - sehr selten zu Gesicht bekommt.
Daraus resultiert sicherlich, daß wenn ein solcher Wagen mal in der Werkstatt ist, dieser in dem besagten Bereich erst einmal einen Fehler haben muß, damit man auf das Problem aufmerksam wird und dann hat nur ein Mechaniker von vielen dieses seltene "Erlebnis".
Überleg mal: Trag solche, dann doch sehr seltenen Informationen, mal zusammen. Bis das soweit ist, vergeht so viel Zeit, daß ein solches Modell wie der E34 vom Markt ist.
Ich weiß ja nícht, wie lange dieser Mangel öffentlich bekannt ist. Aber den E34 gibt es ja nun schon seit ein paar Jahren nicht mehr und es steht bereits der Nachfolger des E39 kurz vor den Startlöchern.
Das jetzt und vielleicht auch in den letzten zurückliegenden Jahren nichts mehr unternommen wurde, ist zwar nicht in Ordnung. Dennoch erwarte ich, bei dem, was man allgemein - v. a. auch bei anderen Herstellern (und nicht nur im Automobilbereich) - mitbekommt, eigentlich in dieser Richtung nichts. Wenn das auch traurig ist, gerade für ein Premiumprodukt.

Alle, mit denen ich darüber gesprochen habe, hatten definitiv von dem Problem keine Kenntnis. Und das nicht aus Desinteresse. Nach Bekanntwerden, wie es sich mit meinem Wagen verhielt, habe ich die Infos weitergegeben. Das Erstaunen war recht groß, die Information wurde aber dankbar angenommen und es gibt jetzt sicher wieder einige Fachleute mehr, die diese Sache mit anderen Augen betrachten und bei Erfordernis überprüfen.
Allerdings gebe ich eines zu bedenken: Wie soll sich ein Mechaniker in einer BMW-Werkstatt verhalten? Soll er den Kunden darauf ansprechen und ihm von einem Problem erzählen, daß es lt. der AG offiziell gar nicht gibt und den Kunden auffordern, das Ganze überprüfen zu lassen. Immer mit dem Hintergrund, daß er dann nachher dem Kunden auch noch die Rechnung dafür präsentieren muß?
Ich denke das gäbe für den jeweiligen Händler mehr als Ärger und ist in dem heutigen Überlebenskampf der Vertretungen nicht unbedingt förderlich. Klingt zwar etwas überzogen, kommt aber sicher der Sache schon recht nahe.

Für die AG gibt es den Fehler nicht und der Händler kann sich nicht darum kümmern - es sei denn auf eigene Kosten, so er denn überhaupt Kenntnis davon hat. Das Problem liegt hier weniger beim Personal, als bei denen, die es einfach nach unten sacken lassen, ohne darauf einzugehen.
Man könnte jetzt lange weiter darüber diskutieren, inwieweit dieses Ölpumpenproblem hätte erkannt und publik gemacht werden müssen. Denn man darf bei aller "Seltenheit" des betroffenen Motors (in Relation zu allen anderen verkauften Triebwerken) eines nicht vergessen: Mag es 3, 5 oder auch 10 Fälle gegeben haben, die uns z. B. bekannt sind - es gibt doch ein vielfaches dieser Motoren. Eine Statistik könnte sicher weiterhelfen (egal wer sie fälscht ). Aber 10 Fälle sind auch beispielsweise unter 10.000 Fahrzeugen noch recht selten. Man bedenke, daß dies dann auch nur 0,1 % wären. Da gibt es sicher andere Fehler, die bei mehr als 0,1 % verschiedener anderer BMW-Motoren auftreten und die auch nicht als Serienfehler bemängelt werden. Hier, wie auch vermutlich in anderen Foren, werden meist nur die berichten, bei denen das Problem auftrat. Wer meldet sich schon und schreibt, daß sein Wagen bestens läuft und alle Schrauben halten.

Ich will damit nicht zum Ausdruck bringen, daß das Problem keines ist. Allerdings muß man einfach mit einbeziehen, daß auch wir - als "Betroffene" - von einer bestimmten Seite gefärbt sind. Im gesamten Umfang fehlt da sicherlich der nötige Überblick.
Dennoch halte ich es nach den bisherigen Feststellungen für erforderlich, daß sich die AG über eine an sich recht simple Überprüfung Gedanken machen sollte. Nur sind die Fahrzeuge, die es betrifft bereits zu alt, daß es noch interessiert. Es kann jeder, der mag, versuchen die AG darauf aufmerksam zu machen. Aber ich denke, daß man dort ganz andere Probleme hat, als sich mit "Altlasten" von mind. 6 - 7 Jahre alten Fahrzeugen zu beschäftigen, die schon so manchen km auf der Kurbelwelle haben.

So bleibt uns nur, selbst darauf zu achten, was getan werden kann, um größeren Schaden abzuwenden und ggf. hier und da darauf aufmerksam zu machen. Und das eben, ohne Hektik und Panikmache. Und jeder Mechaniker, den man aus eigener Erfahrung darauf hinweisen kann, wird evtl. im richtigen Moment an das Gehörte denken und die notwendigen Schritte unternehmen, um auch bei anderen BMW-Eignern dem Motor eine hohe km-Leistung zu ermöglichen.

Für solchen Informationsaustausch sind eben Foren gut. Wer wüßte denn sonst von Köth, V8Locutus oder Jan?
Und vor allem nicht davon, daß ein paar lächerliche kleine Schrauben, die sich lösen, einen V8 zerstören können.
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