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Alt 20.12.2005, 07:47     #1
Albert   Albert ist offline
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BMW Group Filmtipp. Kurzfilme aus Osteuropa

Viel von dem, was im bulgarischen Sofia, im estnischen Talinn oder im serbisch-montenegrinischen Belgrad an nationalen Produktionen auf dem Spielplan steht, findet selten den Sprung in die westlichen Kinos. Um die innovativen Impulse auch ins deutsche Kino einfließen zu lassen, initiierte Nikolaj Nikitin, künstlerischer Leiter des Projekts und Osteuropadelegierter der Berliner Filmfestspiele, die länderübergreifende Koproduktion "Lost and Found - Six Glances at a Generation". In dieser abendfüllenden Kurzfilm-Kompilation zeigen sechs junge Filmemacher aus dem östlichen Europa - alle aufstrebende Talente ihrer Heimatländer - ihre Beiträge zum Thema "Generation".

"Lost and Found" schaffte es auf den hervorragenden Platz des Eröffnungsfilms des 35. Internationalen Forums des Jungen Films bei den Berliner Filmfestspielen 2005 und wurde danach auf über 40 Festivals etwa in Schweden oder Großbritannien, Russland, der Türkei, in Taiwan oder Süd-Korea mit großem Erfolg bei Kritik wie Publikum gezeigt. Ab 12. Januar 2006 kommt der Film in die deutschen Kinos, und zwar in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und München. Dazu gibt es eine Premieren-Tournee mit den Regisseuren Nadejda Koseva aus Bulgarien, Jasmila Zbanic aus Bosnien-Herzegowina und Stefan Arsenijeciv aus Serbien-Montenegro. Sie sind am 9. Januar 2006 in Hamburg, am 10. Januar in Köln, am 11. Januar in Stuttgart, am 12. Januar in Frankfurt , am 13. Januar in Berlin und am 18. Januar in München für ein persönliches Treffen anwesend.

Die BMW Group unterstützte das Filmprojekt gemeinsam mit Bavaria Film International, der Kulturstiftung des Bundes relations und Icon Film. Die Premiere von "Lost and Found" auf der Berlinale war der erfolgreiche Festivalstart Projektes . Die BMW Group förderte die Screenings des Films bei den nationalen Filmfestivals der beteiligten Länder Serbien/ Montenegro, Bulgarien, Estland, Ungarn, Rumänien und Bosnien-Herzegowina.

Die einzelnen Kurzfilme
Nadejda Koseva aus Bulgarien behandelt in "Das Ritual" auf unterhaltsame Weise das Thema "Ost-West-Migration". Während die Eltern in Bulgarien auf dem Land eine traditionelle Hochzeitsfeier ausrichten, nimmt das Brautpaar auf eine ganz eigene Weise daran teil.

Der Rumäne Cristian Mungiu arbeitete etwa für Bertrand Tavernier oder Dennis Hopper, gewann 1998 mit seinem Kurzfilm "Mina Lui Paulista" den Oscar für den besten Studentenfilm und schuf mit seinem Leinwanddebüt "Occident" einen rumänischen Blockbuster. In "Das Mädchen und der Truthahn" erzählt er den rührenden Gewissenskonflikt der jungen Tatjana. Sie soll vom Land in die Hauptstadt Bukarest fahren, um dem Arzt als Bezahlung für die Operation ihrer schwer kranken Mutter ihren geliebten Truthahn zu überreichen.
Jasmila Zbanic aus Bosnien-Herzegowina zeigt in "Geburtstag" einen Dokumentarfilm. Djuna und Ines sind beide am 9. November 1993 in Mostar geboren, dem Tag, als die berühmte Brücke, die den christlichen Ostteil der Stadt mit dem muslimischen Westteil verbindet, geschliffen wurde. Sie haben sich noch nie getroffen, der Fluss Neretva trennt ihre beiden Stadtteile voneinander. Bei der Einweihungsfeier für die rekonstruierte Brücke im Jahr 2004 sollen sich die beiden Mädchen kennen lernen.

Der Ungar Kornél Mundruzcó erhielt 2001 für seinen Kurzfilm "Afta - Day
after Day" insgesamt 14 internationale Preise. 2002 wurde sein erster Kinolangfilm "Pleasant Days" in Locarno mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet. In "Ein kurzer Moment der Stille" zeigt er einen Selbstmord-Therapeuten, der nach dem Tod der Mutter seine Schwester wieder trifft. Die beiden müssen sich ihrer inzestuösen Vergangenheit stellen.

Stefan Arsenijevic aus Serbien/Montenegro hat im Jahr 2003 für "(A)Torsion" eine Oscar-Nominierung als bester Kurzfilm erhalten und wurde bei der Berlinale

2003 mit dem Goldenen Kurzfilm-Bären ausgezeichnet. In "Wunderbare Vera" präsentiert er die gleichnamige Straßenbahnschaffnerin, die genug von ihrer
privaten Misere hat, kurzerhand die Bahn entführt und so unerwartet ihr Glück findet.

Dramaturgisch verbunden werden diese fünf Kurzfilme durch die eigenständige Animation des estischen Regisseurs Mait Laas, der 2001 mit seiner Kurzanimation "The Way To Nirvana" den Grand Prix des Oberhausener Kurzfilm Festivals sowie den Prix d'Animation auf dem 20. Festival International du Film d'Environnement 2002 in Frankreich gewann. In Gene + Ratio will ein Architekt seiner Frau bei der Geburt des Kindes beistehen und gerät dabei auf eine wunderbare Reise.

Wer sich an den Bildern und Erzählstrukturen Hollywoods satt gesehen hat, kommt bei "Lost and Found" sicher auf seine Kosten: Hier gibt es berührende Geschichten in der Tradition des magischen Realismus, politische Fragestellungen oder tragikomischen Humor.

Weitere Informationen zurm Film finden sich im Internet unter www.lostandfound-derfilm.de/
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